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    1. KRISENSITZUNG


    Wieder einmal waren sie zur Krisensitzung zusammengekommen:

    Regierungschefs, Minister, Wissenschaftler und Industriebosse. Je schlimmer und je öfter nun die Hiobsbotschaften eintrafen, umso öfter fanden nun auch diese Krisensitzungen statt.

    Die zunehmende Vergiftung von Luft und Wasser und somit auch von Lebensmitteln war anfangs ihr Thema gewesen. Sie sahen sich bereits zu diesem Zeitpunkt ausserstande, etwas dagegen zu unternehmen. Etwas später kamen noch erschreckendere Meldungen hinzu.

    Von gelbem Regen war hier die Rede; und von entsetzlich entstellten Fehlgeburten bei Mensch und Tier. Zuletzt bestätigte sich der schrecklichste Verdacht: Ein mutiertes Aidsvirus war in Umlauf geraten. Für eine Infektion genügte Hautkontakt beziehungsweise der Austausch von Atemluft, zum Beispiel bei einem Gespräch.


    Der Führungsstab der Europäischen Union hatte sich in Brüssel luftdicht isolieren lassen. Schließlich kam es ja dieser Führungsschicht am ehesten zu, von der Seuche unbehelligt zu bleiben. Nur wenn sie am Leben blieben, konnten sie Auswege aus der Krise finden.

    In der Tat, sie arbeiteten fieberhaft an "ihrem" Ausweg.

    In den letzten Monaten war gleich neben dem Regierungsgebäude ein Startplatz für zwei Raumfahrzeuge aus dem Boden gestampft worden. Ebenso ein dazu gehöriges Kontrollzentrum. Eine viele hundert Personen starke Belegschaft aus ganz Europa war seit Wochen damit beschäftigt, die Raumschiffe umzubauen. Jedes sollte sechs Besatzungsmitglieder und achtzig Passagiere befördern.

    Hätten diese Schiffe nur einige Male die Erde umkreisen sollen, jedes hätte Platz für mehrere hundert Menschen gehabt.

    Doch ie sollten viel weiter fliegen.

    4,3 Lichtjahre weit, bis zur Sonne Alpha Centauri. Niemand wusste, ob diese Sonne über Planeten verfügte, geschweige denn ob auf diesen eventuell Leben möglich sei.

    Es war ein Sprung in die Dunkelheit für die Passagiere und das Personal der Schiffe.

    Ebenso, was das Tiefschlafsystem betraf. Es war noch nie getestet worden. Sobald die Schiffe maximale Beschleunigung erreicht haben würden, sollten die Triebwerke abgeschaltet werden und die Insassen der Schiffe auf -130 Grad Celsius unterkühlt und schlafend die Jahrhunderte üerstehen, ohne dabei zu altern.

    Der Bordcomputer sollte den Kälteschlaf beenden, sobald bewohnbare Planeten geortet wurden.

    Die Kälteschlafanlage, die Unmengen an Treibstoff sowie Ausrüstung und Haustiere nahmen über 50% des Platzes weg und bildeten sogar über 90% der Masse, die aus der Schwerkraft der sterbenden Erde entkommen musste.


    Die immer respekloser werdenden Fragen der Opposition und der Bevölkerung nach dem Zweck der Raumschiffe wurden lapidar mit dem Begriff "Forschungsprojekt" beantwortet.

    Nun, es war ja auch ein Forschungsprojekt. Es würde der Versuch sein, ob Menschen auf fremden Welten überleben konnten.

    Daß man für dieses Projekt nicht irgend jemanden schicken konnte, war klar.

    Es musste schon eine Elite sein: Regierungschefs, Minister für Wirtschaft, Forschung, Landwirtschaft, Verteidigung sowie Wirtschaftsbosse und einige zwar lästige aber zuverlässige Personen.

    Dies waren Ärzte, Leibwächter und verschiedene Chefs der ESA.

    Man hatte sie nur zur Mitarbeit überreden können, indem man ihnen einige Plätze in den Raumschiffen versprochen hatte.

    Aber auch hier liess sich vielleicht in letzter Minute noch eine Lösung finden.

    Dem Chef des Bodenpersonals und einigen leitenden Direktoren waren ebenfalls Plätze in den Raumschiffen versprochen worden - doch das wusste kaum jemand.

    Die einhundertsechzig Plätze der beiden Raumschiffe waren also bereits an zweihundertfünfzehn Personen versprochen worden.


    Sieben Tage vor dem Start durfte niemand mehr das Parlamentsgebäude verlassen.

    Die nächsten Angehörigen der Parlamentarier waren bereits eingetroffen. Auch das Kontrollzentrum war schon seit Wochen von der Aussenwelt abgeriegelt.

    Wieder und wieder wurde da Personal bis hin zur Putzfrau Gesundheitstests unterzogen. Schliesslich wollte ja niemand, daß eventuell das Bodenpersonal den Virus in die Schffe schleppte.

    Drei Tage vor dem Start kam es in fast allen europäischen Hauptstädten zu inneren Unruhen. Dies erschreckte ie Parlamentarier so sehr, dass der start um sechunddreissig Stunden vorverlegt wurde. Dies wiederum erschreckte die Leute mit der Mitnahmegarantie.

    Sie mussten misstrauisch gewordenen Kollegen ebenfalls eine Mitnahmegarantie aussprechen, damit diese Stillschweigen bewahrten.

    Zwölf Stunden vor dem Start wurden die Haustiere verladen und niemand von der Besatzung durfte mehr die Schiffe verlassen.

    Sechs Stunden vor dem Start rollten vier Busse mit einhundertsechzig Insassen - ausschliesslich Parlamentarier und deren Angehörige - zu den Raumschiffen.


    Man liebte es als Parlamentarier nicht, so direkte Konflikte auszutragen, wie sie mit den Inhabern der Mitreisegarantien bevorstanden.

    Die offizielle Startzeit war ja erst in sechs Stunden.

    Niemand würde Verdacht schöpfen. In wenigen Minuten würden alle, die es verdient hatten, in den Raumschiffen sitzen und kurz darauf die Erde verlassen. Es konnte nichts mehr schiefgehen. Nur noch um diesen Hangar mussten sie herum und dann nur noch zweihundert Meter bis zu den Schiffen.


    Doch es ging noch eine ganze Menge schief.


    Als die Schiffe iin Sicht kamen, standen mehrere hundert aufgebrachte Menschen um sie herum.

    "Das kriegen wir schon hin," sagte der Verteidigungsminister. "Es sind ja auch Wachmannschaften darunter."


    Die Busse hielten an. Die einhundertsechzig Bevorzugten stiegen aus. Doch man liess sie nicht an die Schife heran.

    Der Chef des Kontrollzentrums, Dr. Jareau, trat vor und sagte:

    "Warum denn so eilig, meine Herren? Denken Sie, ich habe Ihnen geglaubt, dass Sie mich mitnehmen? Spätestens vorhin, als Sie die Busse anforderten, war mir klar, dass Sie nur Ihre eigene Haut retten wollen! Ich habe mir erlaubt, das gesamte Bodenpersonal darüber zu informieren. Und jetzt werden wir ja sehen, wer hier noch wegkommt und wer nicht!"

    Seine letzten Worte waren zitterig geworden und verrieten die Panik, die ihn gepackt hatte.

    So, als habe er das Gefühl, je länger er noch reden würde, umso kleiner würde seine Chance auf einen Platz in einem der Schiffe.

    Er drehte sich um und rempelte seine eigenen Leute zur Seite. Kopflos versuchte er in das vordere Schiff zu gelangen.


    Das war der Startschuss zur vollkommenen Panik.

    Im Nu war das Gelände gefüllt mit kämpfenden Menschen. Jeder kämpfte gegen jeden. Politiker gegen Mechaniker, Computerfachleute gegen Putzkolonnen, Konstrukteure gegen Wachleute. Sogar Wachleute gegen Wachleute.

    Zum Teil sogar mit Schusswaffen aus nächster Nähe.

    Doch so verbissen der Kampf auch tobte, es gelang kaum jemandem auf die Rampen der Schiffe zu gelangen.

    So dicht drängten sich die Kämpfenden dort, dass es kein Weiterkommen gab.

    Nun kamen sogar noch einige Lastwagen der Armee auf den Startplatz gefahren. Die Soldaten hatten keine Ahnung davon, was hier vor sich ging. Sie sahen nur kämpfende Menschenknäule und schossen mit Tränengasgranaten. In Sekunden war der Startplatz in beissendes weisses Gas gehüllt. Sogar die vordersten auf den Rampen wichen nun zurück. Kaum jemand konnte mehr als fünf Meter weit sehen.

    Immer noch knallten einzelne gewehrschüsse über den Platz.


    Jon war Mitarbeiter in der Konstruktionsabteilung.

    Er war eigentlich nur aus Neugierde mitgekommen und wurde nun von den sich überschlagenden Ereignissen total überrumpelt. Er drückte krampfhaft sein Taschentuch auf Mund und Nase und solperte die Rampe hinauf.

    'Immer weiter,' dachte er, 'solange es aufwärts geht ist noch alles möglich.'

    Er stieg über Leute, die auf dem Boden hockten und sich übergaben.

    Da - verschwommen sah er nun die Einstiegsluke. In der Tür standen zwei Roboter.

    Jon war überrascht - bei dem ganzen Projekt war nie zuvor von Robotern die Rede gewesen.

    Da tauchte neben ihm aus dem Nebel eine Frauengestalt auf.

    "Helfen Sie mir!" rief sie.

    Ihre Augen waren zugeschwollen und sie hatte sich blind am Geländer der Rampe entlang aufwärts getastet.

    Jon überlegte nicht lange.

    Er nahm sie bei der Hand und ging, halb entschlossen - halb resignierend, auf die Roboter zu. Zu seiner Überraschung liessen sie ihn durch.

    Aus einem Lautsprecher quakte eine Stimme: "Neunundsiebzig...Achtzig!"

    Sofort hinter Jon und der Frau schloss sich die Luke selbsttätig und wurde nochmals durch ein Stahlschott verdoppelt.

    Die Triebwerke begannen zu laufen.

    Sie begannen, den gesamten Startplatz in ein Flammenmeer zu hüllen.

    Den meisten der Umstehenden gelang die Flucht. Nur einige Schwerverletzte bleiben legen und kamen so ums Leben. Kein Mensch kam auf die Idee, nun. da die Rettungsschiffe vor seinen Augen starteten auch noch einen Verletzten mit sich zu schleppen.


    Jon und die Frau wurden hustend und fast blind in einen grossen Raum geführt und auf Sitzen angeschnallt.

    "Ihre Augen werden wir später behandeln. Jetzt ist das wichtigste der Start."

    Die Person, die das gesagt hatte, blieb beiden unbekannt, denn auch Jon konnte nun nichts mehr sehen. Erhörte nur nch das Hten und Würgen von vielen Menschen.

    Dann begann der Start und die Fliehkraft der aufsteigenden Rakete drückte ihn tief in seinen Sitz.


    PETZI

  • Nett, aber aufgrund einer komplett aus überraschungslosen Klischees bestehenden Geschichte, empfinde ich den Text als belanglos. Besonders

    Von gelbem Regen war hier die Rede; und von entsetzlich entstellten Fehlgeburten bei Mensch und Tier. Zuletzt bestätigte sich der schrecklichste Verdacht: Ein mutiertes Aidsvirus war in Umlauf geraten. Für eine Infektion genügte Hautkontakt beziehungsweise der Austausch von Atemluft, zum Beispiel bei einem Gespräch.

    Der Ernst des Autors?

    Sorry, das war kein Lesevergnügen.

  • Nett, aber aufgrund einer komplett aus überraschungslosen Klischees bestehenden Geschichte, empfinde ich den Text als belanglos. Besonders

    Der Ernst des Autors?

    Sorry, das war kein Lesevergnügen.

    Eegon2


    Ich würde dich bitten, deine Antwort etwas umzuformulieren. Ich denke, niemand hat etwas gegen konstruktive Kritik, aber der Ton macht die Musik. Das kann man bei weitem auch höflicher ausdrücken. Zudem leben unsere Posts auch von Gegenvorschlägen und dem Austausch mit dem Autor. ^^


    viele Grüße

    Jenna

    "Habent sua fata libelli."

    ("Bücher haben ihre Schicksale.")

    - Terentianus Maurus

  • Für einen Text, der aus den 1990ern Jahren zu stammen scheint, ist es schwierig Gegenvorschläge zu machen.

    (Anders lässt sich der Begriff "mutierter Aidsvirus" für mich nicht erklären)


    Zum Titel: Dieser bezieht sich einzig auf die ersten drei Abschnitte. Eine wirkliche Zusammenkunft wird nur kurz beschrieben, danach folgt ein Infodump über vergangenen Ereignisse und kommende Pläne.

    Die Handlung setzt ein, welche mit

    Man liebte es als Parlamentarier nicht, so direkte Konflikte auszutragen ...

    völlig unpersönlich gehalten wird. Wer ist "man"?

    Dann kommt für einen Satz ein Dr.Jareau ins Spiel, der daraufhin sofort wieder verschwindet.

    Ich gehe davon aus, dass der Protagonist der Geschichte, Jon aus der Konstruktionsabteilung sein soll.

    Falls ja, wäre es besser gewesen, mit ihm die Geschichte zu beginnen. Dadurch hätte der Autor mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

    Durch eine Beschreibung Jons und seines momentanen Lebens, wäre der Leser viel dichter in die Geschichte gezogen worden. Wie war das Leben früher? Welche Veränderungen hat er miterlebt? Was sind seine Ängste und Sehnsüchte?

    Als nächstes folgte für mich ein Logikloch: Das Parlamentsgebäude ist abgeschottet, man wartet auf die Raumschiffe.

    Wo landen diese? Wie gelangen die Eingeschlossenen zu ihnen?

    Falls die vor dem Gebäude landen, macht das Abriegeln keinen Sinn.

    Worauf sich die nächste Frage anschließt: Jon geht aus Neugier dorthin? Angeblich ist das Virus überall und er sucht eine Menschenmenge auf?

    Danach kommt ein Punkt, wie ich ihn eigentlich nur aus Sci-Fi-Bücher von vor 1945 kenne: Der unbedarfte Prota setzt sich in ein Raumschiff und fliegt einfach davon.

    Um den Bogen zum Anfang der Geschichte zu schlagen: Es ist ein unbekanntes Ziel, welches auf eine unsichere Weise erreicht werden soll und man hat im Grunde keine Ahnung, was man machen soll, falls man ankommt.

    Womit ein weiteres Logikloch auftaucht: Ursprünglich sollte/wollte die Führungskaste mit einer Handvoll Untergebener ins All starten. Hätten, falls überhaupt Gerätschaften an Bord, Regierungschefs und Industriebosse den fremden Planeten urbar gemacht?


    Was mir in diesem Text grundsätzlich fehlt, sind Fragen, die der Autor dem Leser aufwirft, um Neugier zu erzeugen und Emotionen, die den Leser mitfühlen lassen.


    Auf der Plusseite: Rechtschreibung und Grammatik sind sehr gut und auch der Lesefluss ist durchaus gegeben. Inhaltlich ist der Text aber nur eine erste Rohfassung.

  • Diese Geschichte ist nicht von mir, sondern von einem mir sehr lieben Menschen, der auch heute noch auf Computer und Smartphone verzichtet. Er holte sie aus seinem Schrank, nachdem ich ihm über dieses Forum erzählt hatte. Mit seiner Erlaubnis darf ich sie jetzt posten. Ich wünsche viel Lesevergnügen...

    Ich bin mir nicht ganz sicher ... ^^;
    Sind Kommentare dann trotzdem erwünscht? Also Lob oder auch Verbesserungvorschläge?

  • Heyho Eegon2 & Etiam & Jennagon (und an alle, die dieser Geschichte bisher ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben).


    Zunächst einmal: Für die Aufmerksamkeit Euch allen vielen Dank.

    Im folgenden ein paar Erklärungen.


    Eegon2

    Vorliegender (und folgender Text) sind allerdings, da hast Du völlig recht...

    Inhaltlich ist der Text aber nur eine erste Rohfassung.

    Aber natürlich. Der mir vorliegende Text wurde auf einer Schreibmaschine auf Papier geschrieben - eine digitale Fassung gibt es (noch) nicht. Der Verfasser hat geschrieben, was ihm in den Sinn kam. Korrekturen wurden von ihm mit "Tipp-Ex" vorgenommen, was anderes hatte er damals nicht.

    Es ist tatsächlich die Erstfassung.


    Ohne Erwartung geschrieben, jetzt der Kritik ausgesetzt. :)


    Bitte vergiß nicht meinen Spoiler zu Beginn der Geschichte. Da habe ich ausdrücklich darauf hin gewiesen, woher und aus welcher Zeit diese Erzählung stammt.


    Etiam

    Sind Kommentare dann trotzdem erwünscht? Also Lob oder auch Verbesserungvorschläge?

    JA! Unbedingt!

    Aber beachte bitte, daß ich etwaige Kommentare etc. nur zeitversetzt (s.Spoiler) weiterreichen kann. Und das die Antworten dann auch dauern können.

  • Ein spannendes Thema! Ich gehe jetzt mal weniger auf den Schreibstil ein (das können glaube ich andere besser / haben mehr Erfahrung), aber ich hätte eine Anmerkung zum Thema im Allgemeinen und auch speziell zur Umsetzung in dieser Geschichte.
    Die Idee, der Erde zu entfliehen, weil sie (zumindest zum Teil) durch Menschenhand unbewohnbar gemacht wurde und Zuflucht auf einem anderen Planeten zu suchen, findet sich ja immer wieder. Und die Idee ist ja auch spannend, hat also absolut ihre Daseinsberechtigung im Science Fiction Genre. Und sie hat ja auch prominente wissenschaftliche Unterstützung. Nicht zuletzt Stephen Hawking ist der Meinung, dass die Menschheit nur eine Zukunft hat, wenn sie (auch) den Weltraum besiedelt.
    Ich muss sagen, dass ich diese Idee schwierig finde. Interstellare Raumfahrt (das Szenario aus der Geschichte) an sich ist ja schon eine immense Herausforderung. Nehmen wir einfach mal an es gäbe diesen Exoplaneten, den wir besiedeln könnten und die technischen Hürden würden wir auch bestmöglich meistern. Die Besiedelung eines Planeten wäre eine Aufgabe über viele Generationen, bei der es wahrscheinlich immer wieder Nachschub von der Erde bedürfte und die eigentlich nur klappen kann, wenn die gesamte Bevölkerung ein Interesse hat, über längere Zeit signifikant in dieses Vorhaben zu investieren.
    Daraus folgen für mich zwei Dinge:
    1. Es gibt wenige Szenarien auf der Erde, die so gravierend wären, dass ihre Lösung ein größerer Aufwand wäre als die Besiedelung eines neuen Planeten. Um konkret auf die Geschichte einzugehen: ein Aidsvirus, dass durch die Luft übertragen wird in den Griff zu bekommen stelle ich mir deutlich unkomplizierter vor, als ferne Planeten zu besiedeln.
    2. Wenn man sich zu so einem Raumfahrtprojekt entscheidet, stelle ich mir das eigentlich nur aus der Position einer Stärke heraus als möglich vor. Also wenn man auf der Erde ausreichend Ressourcen, Arbeitskräfte, Zeit und breite Unterstützung hat, dieses Vorhaben durchzuführen. Wenn man am Rand einer Katastrophe ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass man schnell ein paar Raumschiffe zusammen zimmern kann und sich aus dem Staub macht. Neben den o.g. Dingen braucht man ja auch eine „Ground Crew“, auf die man sich verlassen kann – und eben Zeit und Nachschub.
    Dagegen könnte man jetzt folgendes argumentieren: Was wenn ein kosmisches Ereignis die Erde bedroht? Z.B. ein Meteorit, dessen Kurs wir nicht verändern und den wir nicht zerschlagen können und der den Planeten auslöschen könnte. Das wäre ggf. tatsächlich ein unlösbares Problem. Oft wird auch die Vorstellung angeführt, dass die Menschheit einen nicht zu stoppenden Drang nach Expansion hat – insbesondere nach immer mehr Energie und damit zwangsläufig Verbrauch von Ressourcen. Manche argumentieren sogar, dass Leben an sich einen natürlichen Drang nach immer größerem Energieverbrauch hat. Ob das stimmt – keine Ahnung, aber ich könnte zumindest nicht ohne weiteres dagegen argumentieren.
    Die Bedrohung in der Geschichte ist allerdings kein solches Szenario, sodass ich hier argumentieren würde: die Lösung des Problems liegt nicht in der Flucht in den Weltraum sondern in der „Reparatur“ des eigenen Planeten. Vielleicht läuft die Geschichte ja sogar darauf hinaus? In jedem Fall fände ich es gut diesen Konflikt im Hinterkopf zu haben.
    Jetzt noch eine spezielle Anmerkungen zur Umsetzung: ich kann mir relativ schwer vorstellen, dass man zwar Techniken zur interstellaren Raumfahrt entwickelt hat, aber noch nicht einmal weiß, ob es am Ziel bewohnbare Planeten gibt. Ich würde mir vorstellen, dass zu dem Zeitpunkt, an dem man technisch so weit ist längst duzende unbemannte Missionen das andere Sonnensystem erkundet haben. Würde zwar einige Zeit dauern (mehrere Generationen), aber solange brauchen wir locker, bis wir technologisch in der Lage sind bemannt dorthin zu reisen. Man könnte jetzt viele technische Details diskutieren, ich kenne mich mit Raumfahrt aber auch nur wenig aus und ich glaube der Fokus der Geschichte soll vmtl. auch nicht auf der exakten technischen Umsetzung liegen. Trotzdem noch eine Anmerkung: Ich fände es sinnvoller, wenn die Raumschiffe im All / auf einer Basis auf dem Mond errichtet würden und aus der Erde nur die wichtigsten Dinge aufwändig gegen das Schwerefeld „hochgeflogen“ würden (insbesondere die Menschen selbst). Ich fürchte bei aller Liebe müssten wir da auf unsere Haustiere verzichten. :D

  • 2. FLÜCHTLINGE/Teil 1


    Jon empfand die Schwerelosigkeit zunächst als beängstigend - später als Erleichterung.

    Sein Blick durch das Bullauge fiel auf die Erde, auf die Sonne, auf das zweite Schiff. All dies bestaunte er mit solcher Erfurcht, dass er dabei, ganz im Gegensatz zu seinen Erwartungen überhaupt keine Angst mehr empfand.


    Die Frau neben ihm sah ihn aus geröteten Augen an.

    Beide waren von der Besatzung mit Augentropfen und Kompressen behandelt worden.

    "Haben Sie mich an der Hand geführt, als ich nichts mehr sehen konnte?"

    "Ja, ich habe jemanden an der Hand geführt - aber da konnte ich auch schon nichts mehr sehen. Der Stimme nach waren sie es aber sehr wohl."

    "Danke," sagte sie. "Ich heisse Lea."

    "Ich heisse Jon."

    "Danke Jon."

    'Verdammt hübsch!' dachte Jon. Sie gefiel ihm sehr. Sie war wohl etwas 25 Jahre alt - wie er, und ihr Blick machte ihn ganz nervös.


    Der Kapitän des Schiffes war nun im Passagierraum erschienen und bat um Gehör.


    "Ich bin Kapitän Brell! Sie kennen mich nicht und ich kenne keinen von Ihnen. Ich habe die Kämpfe vor meinem Schiff mitangesehen und wusste nicht, was ich tun sollte.

    Ich hatte den Befehl, 80 Personen an Bord zu nehmen und dann zu starten.

    Ich weiss sehr wohl, dass dieses Schiff mit dem Geld des europäischen Volkes gebaut wurde. Aber nicht mit dem Geld der Politiker, die ihr Volk verraten haben.

    Hätte ich mich abwartend verhalten, ich bin sicher, das Schiff wäre beschädigt worden oder sogar am Boden explodiert.

    Nun...ich habe befehlsgemäss 80 Personen an Bord genommen und bin gestartet.

    Soviel zu meinem Verhalten - Kapitän Marlow vom Schwesterschiff hat übrigens ebenso gehandelt.

    So... Leute - und nun passt mal auf:

    Die Erde werdet Ihr nie mehr wieder sehen!

    Wer dieses Schiff hier betreten hat, der hat sein Schicksal in meine Hände gelegt. Die Erde stirbt!

    Kein Mensch wird dort die Seuche auf Dauer überleben. Macht Euch das bitte klar.

    So...seid Ihr bereit, mit mir nach einer neuen Chance zu suchen? - Ich deute Euer Schweigen als Zustimmung."


    "Muss das denn sein?" fragte jemand ängstlich.

    "Die Politiker haben sich lange Zeit auf all das vorbereiten können. Wir haben aber Verwandte da unten. Keiner von uns konnte sich verabschieden. Können wir denn nicht einfach ein paar Monate um die Erde kreisen oder auf einer einsamen Insel abwarten, bis alles vorbei ist?"

    Ein anderer jammerte:

    "Ich bin nur vor dem Tränengas ins Schiff geflohen, ich will doch nicht die Erde verlassen!"


    Kapitän Brell sagte nichts.

    Er überliess sich seinem Gefühl und schaute abwesend drein.

    Es dauerte eine Weile, dann sagte er:

    "Die Erde ist für Jahrtausende chemisch und biologisch verseucht - wer dort bleiben will, der ist verloren. Aber ich verstehe Euch. Ihr seid nicht meine Auftraggeber und sollt Euch auch nicht an mich ausliefern, wenn Ihr nicht wollt. Ihr hattet keine Möglichkeit, Euch zu verabschieden, noch Euch für oder gegen diese Reise zu entscheiden.

    Ich mache Euch ein Angebot:

    Wir umkreisen die Erde noch vierundzwanzig Stunden lang und jeder trifft seine Entscheidung.

    Diejenigen, die zurückkehren wollen, können von einem der mehreren unserer Beiboote zurückgebracht werden. Überlegt es Euch gut und lasst Euch Zeit dabei.

    Denn wer mit mir fliegen will, der lässt alles hinter sich."


    *****


    Jon und Lea hatten einige Stunden lang versucht, allein eine Entscheidung zu treffen.

    Es war sehr still geworden im Schiff. Jeder kämpfte seinen eigenen Kampf gegen die Angst oder um liebgewordene Dinge, Sicherheiten, Gewohnheiten.

    Jon freute sich, als Lea neben ihm Platz nahm.

    Er strahlte sie an: "Hallo, Lea!", sagte er glücklich.

    Er versuchte seine Angst zu verbergen, dass sie das Schiff verlassen könnte.

    Er selbst hatte sich bereits dazu entschieden zu bleiben.

    "Was wirst Du tun?" fragte sie und strahlte dabei eine Mischung aus Interesse und Zurückhaltung aus.

    "Ich werde mit fort fliegen," sagte Jon. "Ich komme aus Holland, bin Konstrukteur, habe einen Bruder in Holland, der nie etwas kritisches über die Probleme Europas hören wollte. Meine Eltern sehe ich alle paar Jahre einmal, eigentlich habe ich mich schon lange von ihnen verabschiedet. Und Du, Lea?"

    "Ich habe mich immer noch nicht entschieden. Ich komme aus Schweden, bin Computer-Spezialistin, habe zwei Schwestern und einen Bruder in Schweden und auch meine Eltern.

    Ich denke, wenn wir den Verrat der Regierung publik machen, können wir vielleicht noch etwas verändern.

    Mit den richtigen Leuten am richtigen Platz kann man das Schicksal der Erde vielleicht noch kippen. Ich bin nicht dafür, so schnell aufzugeben."

    Jon bewunderte das Mädchen. Sie zeigte sehr viel Kraft. Gleichzeitig zuckte er zusammen bei dem Gedanken, sie zu verlieren. Er hatte sich bereits entsetzlich in sie verliebt.

    Während sie die Erde umkreisten, hörten sie den Funkverkehr und die Nachrichtensendungen Europas ab.

    Doch was hier über die Lautsprecher hereinkam, liess ihnen fast den Atem stillstehen:

    "Brüssel: Putschversuch gescheitert - bei der Besichtigung eines Raumfahrtzentrums in Brüssel wurden Palamentarier der EU von bewaffneten Putschisten angegriffen. Zwölf Leibwächter wurden dabei getötet. erst als das Militär eingriff, flohen die Angreifer in gekaperten Raumschiffen. Ihre Chancen, im Weltraum zu überleben, sind gleich Null."


    "Berlin: Neue Aids - Welle durch mutierten Virus...!"


    PETZI

  • Fragen über Fragen:

    Was passiert, wenn es mehr Rückkehrwillige als "Beiboote" gibt?

    Was passiert, wenn das Schiff auf seiner Reise in Gefahr gerät und keine Beiboote mehr vorhanden sind?

    Erst war der Platz abgeschirmt, jetzt sind Passagiere "zufällig" in einem Raumschiff gestrandet?

    Die herrschende Kaste hat riesige Anstrengungen unternommen, um zu entkommen und sind im Finale vollkommen außen vor?

    Der Kapitän behauptet, die Erde sei unrettbar im Eimer, Lea will zurückkehren, um den Verrat der Regierung publik zu machen. Macht das die Erde wieder bewohnbar?

    Wie hören die Passagiere den Funkverkehr der Erde ab?

  • Heyho Eegon2


    Habe Deine Fragen weitergegeben. Bitte hab' Geduld mit den Antworten darauf.

    :smoker:

  • Als nächstes folgte für mich ein Logikloch: Das Parlamentsgebäude ist abgeschottet, man wartet auf die Raumschiffe.

    Wo landen diese? Wie gelangen die Eingeschlossenen zu ihnen?

    Da stand doch ganz deutlich, dass die dort gebaut werden? Die landen ja nicht erst.

    Was mir in diesem Text grundsätzlich fehlt, sind Fragen, die der Autor dem Leser aufwirft,

    Sagst du, nachdem du in mehreren Zeilen Fragen über Fragen hast.


    Die Bedrohung in der Geschichte ist allerdings kein solches Szenario, sodass ich hier argumentieren würde: die Lösung des Problems liegt nicht in der Flucht in den Weltraum sondern in der „Reparatur“ des eigenen Planeten.

    Finde ich nicht so. Es wurde am Anfang gesagt, dass sich "Hiobsbotschaften" immer weiter mehren. Ein Aids Virus, dass durch die Luft übertragbar ist, ist nur noch das Sahnehäubchen. Und ich finde es nicht so seltsam, dass Reiche und Mächtige lieber ihr Glück im All versuchen, als auf der Erde zu bleiben, in der Bunker und co. Wahrscheinlich nicht funktionieren. Zumindest nicht auf Lebenszeit. Ich versteht deine Kritik sehr gut xD Aber als Fantasy leserin hab ich kein Problem damit, mir den Rest, den der Autor nicht explizit aufschreibt, einfach dazuzudenken.

    Ich fürchte bei aller Liebe müssten wir da auf unsere Haustiere verzichten.

    Stell dir vor, du willst ein Raumschiff bauen. Schnell. Sehr schnell. Dafür brauchst du VIEL Geld. und wie war das? 1% der Bevölkerung hat 99% des Reichtums oder so? Und wenn dir der Reiche Magnat XYZ sagt, er gibt dir nur die Billionen, wenn er seine Katze mitnehmen darf- Scheibenkleister nochmal, dann sorgst du dafür, dass die Katze einen Platz bekommt xD


    Zum ersten Part:

    Part 2:

    'Verdammt hübsch!' dachte Jon. Sie gefiel ihm sehr. Sie war wohl etwas 25 Jahre alt - wie er, und ihr Blick machte ihn ganz nervös.

    HAHAHA xD Das geht ja wirklich schnell- oha! xD Entweder ist Jon seit einiger Zeit alleine, oder Lea hat wiiiiirklich interessante Augen un ter der Rötung. Es stört mich nicht, aber es ist doch das erste mal, dass ich beim Lesen gestockt habe. Das hier schreit nach Klischee und überstürztheit. Vielleicht ein bisschen sanfter schreiben, dass er sie mag.

    "Ich bin Kapitän Brell! Sie kennen mich nicht und ich kenne keinen von Ihnen. Ich habe die Kämpfe vor meinem Schiff mitangesehen und wusste nicht, was ich tun sollte.

    Ich hatte den Befehl, 80 Personen an Bord zu nehmen und dann zu starten.

    "Ich wusste nicht, was ich tun sollte" Das würde kein Kapitain sagen! Das macht die Besatzung nervös und zerstört augenblicklich jegliches Vertrauen in ihm, ein Kapitain, Pilot oder egal wer, der das sagen hat, muss (vor allem so am Anfang) vor selbstbewusstsein nur strotzten. Auch, wenn er es nicht wusste und selbst tierische Angst hat- Das darf er nicht zeigen!!

    Einfach en Satz "und wusste nicht, was ich tun sollte." komplett streichen.

    "Ich habe die Kämpfe vor meinem Schiff mitangesehen. Ich hatte den Befehl, 80 Personen an Bord zu nehmen und dann zu starten. "

    Dadurch wirkt er selbstbewusster und strahlt eben sicherheit aus.

    So...seid Ihr bereit, mit mir nach einer neuen Chance zu suchen? - Ich deute Euer Schweigen als Zustimmung."

    Das feier ich. Ich stell mir den Kapitain so richtig geil als Excentriker vor. "Hier habt ihr ne hiobsbotschaft, alles cool? ja? nice. Weitergehts. wie, ihr habt fragen?" xD super.


    Gleichzeitig zuckte er zusammen bei dem Gedanken, sie zu verlieren. Er hatte sich bereits entsetzlich in sie verliebt.

    HAHA und ich dachte, meine Figuren verlieben sich schnell xD das ist so albern schnell- dass es schon wieder gut ist. xDD

    EDIT:

    Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
    Josh: Meine Prophetin!

  • @Der Wanderer

    Nun für eine Rohfassung liest es sich nicht schlecht. Die Idee ist nicht neu, kommt aber gut rüber. Es ist stark ausbaufähig, hier fehlt noch einiges. Das meiste hat schon @Aztiluth angedeutet.

    @Eegon2 finde ich, hat übertrieben und sich selbst, durch die Fragen die er stellte, widersprochen.


    Ich für mich würde sagen: Die Geschichte ist ein grober Klotz, der einen Anständigen schliff braucht. Und, ich weiß nicht wie ich es sagen sollte "Die Seele" fehlt. Etwas das mich mitzieht, führt, neugierig macht. Konflikt Potenzial ist mehr als genug vorhanden. Aber bis jetzt wirken die Personen etwas flach.

    HAHAHA xD Das geht ja wirklich schnell- oha! xD Entweder ist Jon seit einiger Zeit alleine, oder Lea hat wiiiiirklich interessante Augen un ter der Rötung. Es stört mich nicht, aber es ist doch das erste mal, dass ich beim Lesen gestockt habe. Das hier schreit nach Klischee und überstürztheit. Vielleicht ein bisschen sanfter schreiben, dass er sie mag.

    Ähhhh, noch nie von der Liebe ersten Blickes gehört? Kawum, hin und weg? Sämtliche Sicherungen in die Hose gerutscht?

    Klischee? Klar, darf man doch, oder? :alien:

    Diese Geschichte ist nicht von mir, sondern von einem mir sehr lieben Menschen, der auch heute noch auf Computer und Smartphone verzichtet

    Hört sich nach einem noch älteren Herren an wie ich es bin. Mutig sich der Kritik zu stellen. Können wir mehr über ihn und seine Gedanken zum Text erfahren? Wäre nett und würde hier vielleicht manchen helfen.

    Liebe Grüße an den Autor :thumbup:

    Kamar

  • Heyho Kamar  Aztiluth Eegon2


    Vielen lieben Dank für Eure Eindrücke, Fragen und Gedanken zum bisherigenText.

    Ich hab' alles an den Verfasser weitergeleitet und warte jetzt genau so wie Ihr auf seine Antworten, poste bis dahin in Bälde schon mal die Fortsetzung.


    Wofür ich mich aber schon jetzt bedanke, ist Eure Bereitschaft, sich hier auch mal auf etwas anderes einzulassen...und nicht eine sofortige Rückmeldung einzufordern.

    Das macht dieses Forum wirklich aus.


    Thanksalot!!

    :nummer1: :nummer1: :nummer1:


    (Hier sind die Besten. :) )

  • Aus meiner Sicht macht es wenig Sinn, immer wieder Fortsetzungen der Geschichte hier reinzustellen. Niemand weiß, ob und wie die Impulse aus dem Forum überhaupt ankommen. Denn, aus meiner Sicht, ist es durchaus möglich, dass bereits durch Änderungen des ersten Postings, sich einiges in den nachfolgenden Texten ändert.

  • Heyho Eegon2

    Ich möchte kurz erklären, worum es mir hier geht:

    Aus meiner Sicht macht es wenig Sinn, immer wieder Fortsetzungen der Geschichte hier reinzustellen.

    Warum sollte das keinen Sinn machen?

    Hier werden Geschichten genau so veröffentlicht: Stück für Stück. Damit der Leser die Möglichkeit hat, sich dazu zu äussern, Verbesserungen und oder Bemerkungen zu verschiedenen Abschnitten einzubringen und so den Verfasser anzuregen, seine Geschichte vielleicht zu verbessern oder bestimmte Abschnitte zu ändern,

    So weit, so gut.

    Der einzige Unterschied hier ist lediglich, daß das nicht sofort oder nach einem Tag passiert.


    Da mir der Verfasser Erlaubnis erteilt hat, seine Geschichte hier zu veröffentlichen, selbst aber nicht über einen Internetzugang verfügt, bleibt mir lediglich die Möglichkeit, ihm alle hier eingehenden Kommentare und Anregungen per Brief zukommen zu lassen.

    Darauf wird er antworten, aber das dauert eben.

    Finde ich jedoch nicht schlimm...niemand verlangt, daß Du die Geduld zu warten hast. :)

    Niemand weiß, ob und wie die Impulse aus dem Forum überhaupt ankommen.

    Doch, und das habe ich auch bereits zu Anfang klargestellt.

    Auf postalischem Weg:

    Ich drucke alle Anmerkungen zur Geschichte hier aus und sende sie an den Verfasser. Sobald ich seine Antworten habe, werden sie hier wortwörtlich gepostet.

    Denn, aus meiner Sicht, ist es durchaus möglich, dass bereits durch Änderungen des ersten Postings, sich einiges in den nachfolgenden Texten ändert.

    Auch hier: Nein.

    Du darfst mir glauben, daß ich beim Abtippen des Textes streckenweise echt Bauchschmerzen hatte (und bei jedem weiteren Post auch haben werde!). Weil ich als Leser da selbst gesagt habe: Das muss man doch anders schreiben! Geht nicht! Muß verbessert werden!

    Sowas in der Art.

    Ich versichere Dir jedoch:

    Der Text - hier veröffentlicht - ist eine 1:1 Kopie der Originalfassung, die hier in einem Ordner neben meinem Schreibtisch steht.

    Ich füge nichts hinzu und lasse nichts weg. Und ändern tue ich schon mal gar nichts daran. Dazu habe ich kein Recht.


    Der Wanderer


    2. FLÜCHTLINGE/Teil 2


    Die 24 Stunden waren vorbei.

    Auf der 'Arche 2' hatten ebenso einige Passagiere protestirt, wie auf der 'Arche 1'.

    Kapitäm Marlow hatte ebenso wie Kapitän Brell die Entscheidung jedem einzelnen überlassen. Es meldeten sich 5 Personen auf der 'Arche 1' und 2 Personen auf der 'Arche 2' und verlangten, zur Erde zurückgebracht zu werden. Ein Beiboot kam kam von der Arche 2 mit 2 Personen und übernahm 5 Personen von der Arche 1.

    Zuvor hatten die 7 Passagiere den Kapitänen Brell und Marlow fr ihre Fairness gedankt.


    Lee war auf dem Schiff geblieben.

    Jon fragte: "Du geht nicht zurück?".

    "Die Lügen aus dem Radio haben mich überzeugt, sagte sie. "Es ist sinnlos, nicht und niemand kann mehr ezwas ändern dort."


    Jon bedauerte es fast, daß auch sie aufegegeben hatte. Doch andererseits war er so glücklich darüber, daß sie blieb, daß er e ihr sagen musste.

    "Ich freue mich darüber, daß du bleibst."

    Ihre Reaktion war zunächst Mißbilligung.

    Ihre Entscheidung war ihr schwergefallen, und dieser Idiot freute sich nur darüber, nicht allein fliegen zu müssen. Ihre Augen blitzten zornig.

    Doch dann empfand sie etwas ganz seltsames: Die Augen dieses Burschen - was war denn auf einmal los?

    Sie schien fast zu versinken im tiefen Braun dieser grossen Augen.

    Ohne zu begreifen, was geschah griff sie nach seiner Hand und drückte sie zärtlich.

    So sassen sie beide Hand in Hand - und alle Worte waren überflüssig. Wie von selbst sanken sie sich in dei Arme und küssten sich.


    Das Beiboot der 'Arche 2' verließ die beiden Raumschiffe mit dem Auftrag, die 7 Passagiere in Brüssel abzusetzen und danach wieder zur 'Arche 2' zurückzukehren.

    Nach kurzer Zeit trat es in die Erdathmosphäre ein und nahm Kurs auf Europa.

    Der Funkverkehr war über die Lautsprecher beider Schiffe mitzuhören:

    "Hier Beiboot 1, fliege in 36.000 Meter Höhe, flege in östliche Richtung."

    - Pause -

    "Bin in 28.000 Meter Höhe, erreiche bald die niederländische Küste, sehe europäische Jagdflieger auf mich zukommen, versuche Funkkontakt zu ihnen aufzunehmen."

    - Pause -

    "Habe den Sender der Erdfunkstelle angepeilt und schalte ihn zu ihnen durch."

    - Eine andere Stimme -

    "Jagdfluggeschwader 32! Ich wiederhole Befehl: Putschisten sind in der Luft zu vernichten!"

    Wieder die Stimme eines Beibootpiloten:

    "Sie haben Raketen auf uns abgefeuert, versuche, in die Stratosphäre zu entkommen."


    Danach plötzlich ein Knacken und dann nur noch ein gleichförmiges Rauschen in der Leitung.


    "Hier Arche 2, Beiboot bitte melden."

    "Hier Arche 1 - Beiboot bitte melden!"

    "Hier Arche 2 - Beiboot bitte melden!"


    Rauschen, sonst nichts.


    Die Stimme der beiden Kapitäne in den Lautsprechern:

    "Leute, sie haben unser Beiboot abgeschossen. Wir sind fertig hier. Wir fliegen jetzt!"


    Ei feines Vibrieren erfasste nun beide Schiffe, während sie kaum 200 Meter voneinander entfernt ihre Triebwerke zu Maximalleistung hochfuhren.

    Nun kamen noch einige letzte Erklärungen der Kapitäne:

    "So Leute, nun passt mal auf. Nach Alpha Centauri fliegen wir vielleicht 100 Jahre oder auch 200. Die Herren Politiker haben hierfür den Kälteschlaf erfinden lassen. Eure Sitze lassen sich zu Legen umklappen.

    Jeder bekommt noch eine Thermomatte als zusätzliche Matratze und eine Thermodecke aus elastischer Aluminiumfolie.

    Dann wird der Kpitän die Kälteschlafautomatik einschalten und der Computer wird uns alle - Passager, Besatzung, Haustiere und sogar Pflanzensamen schockgefrieren.

    Erreichen wir Alpha Centauri und findet der Computer einen bewohnbaren Planeten, so werden wir automatisch reanimiert.

    Sollte irgendwas nicht klappen, so macht es auch nichts, wir werden dann wohl alle nicht mehr aufwachen."

    "Also Leute," das waren wie Abschiedsworte der beiden Kaptäne, "Dann bis in ca. 100 Jahren."


    So überliessen ich also die Menschen auf den Schiffen "Arche 1" und "Arche 2" dem Kälteschlaf und der Fürsorge des Computers.


    PETZI

  • Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor. Ich meinte, mit Änderungen des ersten Postings eine Überarbeitung des ursprünglichen Textes durch den Autor und des Wiedereinstellens. Daran würde man auch sehen, ob die Ideen und Vorschläge der Leser hier irgendwie und irgendwo gefruchtet haben.

    Denn, würde die Geschichte von Beginn an mit Fokus auf Jon liegen, würde der Text bis zur Hälfte ein völlig anderer. Inhaltlich und in der Form.

    Und, ich habe nie an Deiner Redlichkeit gezweifelt.

  • Moinsen,

    also ich finde es zunächst mal sehr erfrischend, dass hier auch mal relativ kontrovers über die Auslegung so eines Textes gestritten wird. Ich glaube es ist bei sowas ganz wichtig, dass Leser sich auch trauen sich gegenseitig klar zu widersprechen. Was das Prozedere angeht: Ein Stück weit kann ich den Einwand von Eegon2 verstehen, dass natürlich ein schneller feedback-loop mit dem Autor immer das Beste ist. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass das hier so funktioniert. Texte "überarbeiten" in nicht-digitaler Form ist so eine Sache für sich. Ich würde es dem Autor nicht verdenken, wenn er erstmal gar nichts überarbeitet, sondern sich nur Notizen macht und irgendwann mal eine Version zwei erstellt. Wenn das wiederum so ist, können wir auch erstmal die weiteren Kapitel durchgehen. Tatsächlich gehe ich aber mit, dass es spätestens nach drei vier Kapiteln Sinn macht erstmal auf Feedback zu warten - sonst wird das Ganze zu einseitig und macht dann keinen Sinn mehr. Aber ich glaube so ähnlich war ja auch der Plan von Der Wanderer . Jetzt meine Anmerkungen zu Teil 2 und 3:


    Ganz Allgemein tue ich mir noch etwas schwer mit diesem Konzept von Science fiction. Geräumige Raumschiffe z.B. die von der Erde aus starten scheinen mit fernab jeder Sinnhaftigkeit und auch Machbarkeit. Bei Letzteren lasse ich vielleicht noch mit mir reden (weil ich's nicht durchgerechnet habe). Das ist für eine Geschichte nicht unbedingt ein Problem. Star Wars filme gucke ich auch gerne, obwohl die Raumschiffe im Weltall Geräusche machen und mit Lichtgeschwindigkeit geflogen wird. Das liegt aber ein Bisschen daran, dass das eine komplette Fantasiewelt ist. Da stört mich sowas nicht. Mich stört auch nicht, wenn Technik unrealistisch ist, aber für die Handlung keine / eine untergeordnete Rolle spielt. Hier ist das aber anders. Die Geschichte versucht schon sehr stark dem Raumfahrtkonzept einen realistischen Anstrich zu geben und eine Geschichte in der Zukunft unserer realen Welt zu erzählen. Da wird ganz konkret auf Alpha Centauri eingegangen und z.B. das Konzept der Hibernation verwendet. Vielleicht fehlt mir da auch etwas die Fantasie, aber für mich gibt es da eigentlich nur drei Wege:

    1. eine irgendwie geartete Fantasiewelt,

    2. eine Nicht-Fantasie-Welt, in der ich auf die technischen Details einfach nicht eingehe, weil sie für die Handlung keine Rolle spielen

    3. eine Nicht-Fantasie-Welt, wo die Technik eine Rolle spielt - dann sollte sie m.E. aber auch schlüssig sein.


    Was ich interessant und durchaus gelungen fand ist der Gewissenskonflikt des Kapitäns beim Start des Raumschiffs. Er wusste, dass er nicht die "richtigen" / geplanten Leute an Bord hatte und wusste auch, dass er jetzt entweder Starten (und damit Meutern), oder am Boden untergehen musste. Auch seine Art, dass er sein Handeln dadurch "rechtfertigt", dass er nur Befehle befolgt hat und die sagten halt er solle 80 Mann hochfliegen. Das fand ich irgendwie glaubhaft und es hat mir gefallen.


    Die (schnelle) Liebesgeschichte zwischen Lee und Jon fand ich zwar nicht unrealistisch aber irgendwie auch nicht übermäßig mitreißend und etwas kitschig. Aber das ist halt meine Meinung und da gehen die Ansichten bekanntlich sehr weit auseinander.


    Zu guter Letzt: die Beiboote die abgeschossen werden. Da finde ich zunächst mal positiv anzumerken, dass es eine unerwartete Wendung ist. Unerwartet, allerdings für mich deswegen, weil ich mir (auch im Nachhinein) keinen Reim darauf machen kann, warum auf der Erde so gehandelt wird. Einzige Erklärung wäre: es herrscht totales Chaos. Denn: Völlig klar ist, dass die auf der Erde ALLES daran setzen müssten die Raumschiffe wieder zu bekommen. Denn so wie die Situation dort ist, ist das ihre letzte Chance auf Rettung. Dazu MÜSSEN sie Verhandlungen mit den zwei Kapitänen aufnehmen. Mit dem Abschuss der Beiboote haben sie diese Chance vertan.

  • Du darfst mir glauben, daß ich beim Abtippen des Textes streckenweise echt Bauchschmerzen hatte (und bei jedem weiteren Post auch haben werde!). Weil ich als Leser da selbst gesagt habe: Das muss man doch anders schreiben! Geht nicht! Muß verbessert werden!

    Beim lesen des Textes kann ich dich voll verstehen.

    Ei feines Vibrieren

    Vielleicht könntest du aber beim abtippen solche Flüchtigkeitsfehler gleich beheben. Das würde den Text und die Geschichte ja nicht verändern, aber leichter lesbar machen.

    Ein Stück weit kann ich den Einwand von Eegon2 verstehen, dass natürlich ein schneller feedback-loop mit dem Autor immer das Beste ist. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass das hier so funktioniert. Texte "überarbeiten" in nicht-digitaler Form ist so eine Sache für sich. Ich würde es dem Autor nicht verdenken, wenn er erstmal gar nichts überarbeitet, sondern sich nur Notizen macht und irgendwann mal eine Version zwei erstellt.

    Dem kann ich mich nur anschließen.

    Ganz Allgemein tue ich mir noch etwas schwer mit diesem Konzept von Science fiction. Geräumige Raumschiffe z.B. die von der Erde aus starten scheinen mit fernab jeder Sinnhaftigkeit und auch Machbarkeit.

    Machbar wäre es schon, nur macht es keinen Sinn. Hauptsächlich wegen des möglichen Fehlstartes und dabei alles zu verlieren. Stück für Stück in eine Umlaufbahn gebracht und von dort starten, würde auch noch jede Menge Treibstoff sparen, den Mann für den Flug benötigt.

    Einzige Erklärung wäre: es herrscht totales Chaos. Denn: Völlig klar ist, dass die auf der Erde ALLES daran setzen müssten die Raumschiffe wieder zu bekommen.

    Genau das habe ich heraus gelesen. Chaos pur. Die Raumschiffe wider zu bekommen, hmmm.... Schlecht möglich, außer durch eine Fernsteuerung, die wiederum vom Kapitän umgangen werden kann. Aber der Part, des Appellierens fehlt, würde mehr Spannung erzeugen.

    Das Beiboot der 'Arche 2' verließ die beiden Raumschiffe mit dem Auftrag, die 7 Passagiere in Brüssel abzusetzen und danach wieder zur 'Arche 2' zurückzukehren.

    Das ergibt für mich keinen Sinn.

    A wären die Beiboote so groß und mit soviel Treibstoff ausgerüstet, um landen und starten zu können?

    B würde dadurch die eigentliche Rakete so groß werden, das ein Start vom Planeten aus unrealistisch wird, außer man hat besondere Triebwerke, oder Antriebstechnik. Der Hinweis fehlt dann.

    "So Leute, nun passt mal auf. Nach Alpha Centauri fliegen wir vielleicht 100 Jahre oder auch 200. Die Herren Politiker haben hierfür den Kälteschlaf erfinden lassen. Eure Sitze lassen sich zu Legen umklappen.

    Jeder bekommt noch eine Thermomatte als zusätzliche Matratze und eine Thermodecke aus elastischer Aluminiumfolie.

    Dann wird der Kpitän die Kälteschlafautomatik einschalten und der Computer wird uns alle - Passager, Besatzung, Haustiere und sogar Pflanzensamen schockgefrieren.

    Das ist nicht die Ansprache eines Piloten, sondern eher eines Bauern. Sorry.

    Ok, wir haben Sitze die sich umlegen lassen, Decken und dann wird die Rakete komplett schockgefroren? Wow...

    Erinnert mich eher an Jules Verne.

    Aber immerhin haben sie einen Computer. :nummer1:

    "Leute, sie haben unser Beiboot abgeschossen. Wir sind fertig hier. Wir fliegen jetzt!"

    War nicht anders zu erwarten. No way return.


    "Ich freue mich darüber, daß du bleibst."

    Ihre Reaktion war zunächst Mißbilligung.

    Die Liebesgeschichte. Hm..., hier wäre jetzt eine gute Möglichkeit Spannung aufzubauen. Erst mögen sie sich nicht, kommen sich aber im Verlauf der Geschichte näher. Sich hier, jetzt schon zu küssen... Nun, hier wird Potenzial vertan :dash:


    Schlussbemerkung

    Das hier, ist aus heutiger Sicht betrachtet. Als der Autor das schrieb, hat man vielleicht so geschrieben. Lese gerade ein älteres Buch, br..., an manchen Stellen echt gruselig zu lesen. :chainsaw:

    So hoffe das es hier weiter geht und Mann mir meinen Kommentar nicht krumm nimmt.

    Kamar

  • Hmmmm,

    ich habe jetzt etwas quer gelesen, den ersten Abschnitt ganz, den Rest nur angerissen.

    Es liest sich wie eine grobe Erstfassung, also, gedacht und runter gerattert. Beim ersten Abschnitt dachte ich spontan an einen eher durchschnittlichen Prolog, dem wirklich einiges fehlte.

    Ich habe kein Gefühl für die Dramatik, oder gar den eingestreuten Prota bekommen.

    Hier fehlt es meines Erachtens wirklich an gründlicher Ausarbeitung, vor allem der Personen (für dieses Thema so umgesetzt m.b.M.n. zu wenig Personen und zu wenig Drama).

    So kommt alles sehr lieblos drüber, einfach nur ein stupides Runtererzählen der Fakten.

    Aber grade SF und Endzeit, Gott, ich liebe diese Teile und schreibe sie selbst so gerne, lässt doch soviel mehr passieren, da kann man so elegant mit dem Leser spielen.

    Für eine grobe Idee sonst nicht schlecht.

  • Ich meinte, mit Änderungen des ersten Postings eine Überarbeitung des ursprünglichen Textes durch den Autor und des Wiedereinstellens. Daran würde man auch sehen, ob die Ideen und Vorschläge der Leser hier irgendwie und irgendwo gefruchtet haben.

    Nur machen das einige hier so. Außerdem sagt doch niemand, dass der Wanderer die Texte nicht nachträglich noch anpassen wird.

    Aber selbst wenn nicht, das ist nichts unübliches. Es gibt hier sogar Autoren, die von vornerein sagen, sie wollen gar keine Verbesserungsvorschläge haben.


    Die anderen Anmerkungen zum Text les ich danach. Erstmal meine Gedanken zum neuen Part :D


    Und nun zu den anderen Antworten :D


    Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
    Josh: Meine Prophetin!