Gefühle und Körpersprache

  • Gefühle vernünftig beschreiben ist eine Kunst für sich. Was? Ihr wollt mir nicht glauben? Ihr meint, dass man immer wieder dieselben Sachen zum Beschreiben nutzen? Das meine Beine schlottern, weil ich Angst habe? Weil ich nervös bin? Ich denke nicht. Denn jedes Gefühl zeigt sich vielleicht bei dir so. Doch bei Person B kann es schon wieder anders sein. Er könnte seine Haare kauen, wenn er Angst hat. Also… Wie kann man am Besten die Gefühle seiner Figur durch Körpersprache beschreiben.

    Bitte bei folgenden Gefühlen:

    Fröhlichkeit;

    Wut;

    Angst;

    Ekel;

    Überraschung

    Das sind die „fünf Grundgefühle“ aus denen man alle anderen Gefühle beschreiben kann (vor allem beim Zeichnen). Wenn ihr mir nicht glaub: Angst haben + Überrascht sein = Schockiert sein. Nur so als kleines Beispiel. Ihr könnt dazu ja Mal die Gefühlstabellen von Scott McCloud ansehen. (Sie sind sehr interessant.) Ich freue mich darauf zu erfahren wie ihr bestimmte Gefühle beschreibt. ^^

  • Was? Ihr wollt mir nicht glauben?

    Doch, schon.


    Ihr meint, dass man immer wieder dieselben Sachen zum Beschreiben nutzen?

    Fehlt irgendwo ein Hilfsverb wie 'soll' bei Dir?


    Aber ich glaube nicht dass hier im Forum jemand meint dass man immer die gleiche Beschreibung verwenden soll. Sag' ich jetzt einfach mal so - ich trau den Schreibern hier mehr zu.



    Das sind die „fünf Grundgefühle“ aus denen man alle anderen Gefühle beschreiben kann


    Ich glaub' Dir nicht und wuerde gerne wissen wie man 'Trauer' aus diesen fuenf beschreiben soll.

  • Heyho Kupferfuchs ,


    ich kann ja nur für mich sprechen, aber ich werde ganz sicher nicht anfangen, die Beschreibung von Gefühlen in meinen Texten über ein Hilfssystem von "fünf Grundgefühlen", aus denen sich alle anderen kombiniert ergeben sollen oder können zu variieren.

    Dazu brauche ich auch eigentlich nur zwei Hilfmittel, aus denen heraus sich immer wieder etwas Neues ergibt: Mein Bauchgefühl und meine Phantasie...bisher hat sich noch keiner bei mir beschwert, ich würde mich ständig wiederholen. 8):smoker::thumbup:

    Burk

  • Dein Startpost liest sich wie 1:1 aus einem dieser "Manga zeichnen lernen für Anfänger"-Bücher rauskopiert, die während der 2000er von deutschen Verlagen auf den Markt gespült und für die die erstbesten Zeichner beauftragt wurden, die eine einigermaßen erkennbare, menschliche Figur zeichnen konnten, um ihr unvollständiges Halbwissen an die mangagehypten Teenie-Kinder von Weltbildkunden zu verschärbeln, die eh nicht genug Durchhaltevermögen haben, langfristig am Ball zu bleiben Kupferfuchs

    Ihr könnt dazu ja Mal die Gefühlstabellen von Scott McCloud ansehen.

    Er geht meines Wissens nach von 6 "Grundemotionen" aus. Was hast du mit der Traurigkeit angestellt?


    Abgesehen davon sehe ich es kritisch, ausgerechnet einen Stil der US-amerikanischen Superheldensparte als Vorbild für Emotionen zu nehmen. Bei allem Respekt vor dem technischen Können der Comiczeichner, aber der Einsatz einer vielfältigen Gefühlswelt gehört nicht gerade zu den größten Merkmalen ihrer Werke (was bei auf Action fokusierten Comics auch vollkommen legitim ist).


    Zudem ergibt das Additionsprinzip bei der Abwesenheit, bzw. bei ausdrucksschwachen Emotionen Null Sinn. Ich rede von Apathie, Lethargie, Schock oder Gefühlen wie Vorsicht oder Skepsis. Emotionen funktionieren nicht nach Liste. Es gibt unendlich viele Abstufungen und deswegen kann diese "das + das = das"-Formel nicht funktionieren. Wir sind hier ja nicht beim Farbkreis ;D


    Das sind die „fünf Grundgefühle“ aus denen man alle anderen Gefühle beschreiben kann (vor allem beim Zeichnen).

    Vor allem muss beim Zeichnen das Gefühl der abgebildeten Figur an den Betrachter transportiert werden, sonst wirkt das Motiv entweder gestellt oder wird falsch interpretiert. Genau aus diesem Grund sind Feinabstufungen sehr, sehr wichtig. Und diese Feinabstufungen erreicht man nicht, indem man von festen Formeln ausgeht. Die menschlichen Gesichtszüge haben Potential für so viele verschiedenartige Emotionen und oft verändert sich der Ausdruck bereits mit einer gehobenen Augenbraue oder Mundwinkel.

  • Hallo Kupferfuchs ,

    ich würde sagen, wie sich Gefühle bei Personen äußern bzw. wie sie vom Autor beschrieben werden können, hängt sehr stark von der jeweiligen Figur ab. Eine positiv eingestellte, überschwängliche Person würde Fröhlichkeit vielleicht durch singen, pfeifen, herumtänzeln äußern. Eine eher pessimistische Person würde beim gleichen Maß an Fröhlichkeit vielleicht nur sanft lächeln, eine offenere Körpersprache zeigen oder erfreut seufzen.

    So wie es unzählige Charaktere gibt, können sich deren Gefühle auch auf unterschiedlichste Weise äußern.


    Ein paar Beispiele zu den Grundgefühlen:

    Fröhlichkeit: s.o.

    Wut: Augenbrauen zusammenziehen, Mund verkneifen, Zähen fletschen, sich zu voller Größe aufbauen, Körper wird heiß etc.

    Angst: Schultern hochziehen, bleich werden, Gedanken/Fassung verlieren, zusammensinken, zurückweichen, zittern, kalter Schweiß etc.

    Ekel: Mund verziehen, Nase rümpfen, sich abwenden, Hand vor den Mund schlagen, Augen zukneifen, Kloß im Hals bekommen etc.

    Überraschung: Augenbrauen hochziehen, Mund steht offen, unsicheres Lächeln, lachen, unkontrollierter Ausruf: Huch! etc.

    Durch Umwege sieht man mehr von der Welt.