Was lest ihr gerade? (Fantasy)

Es gibt 891 Antworten in diesem Thema, welches 161.350 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. Mai 2024 um 19:42) ist von Thorsten.

  • Abgeschlossen: Baptism of Fire

    Abgeschlossen: The Tower of Swallows & Lady of the Lake

    Something ends, something begins.

    Puh, auch wenn ich die Witcher-Welt schätze, gegen Ende wurden die Bücher schwerer zu lesen. Perspektivwechsel und Zeitsprünge zwischen Vergangenheit und Zukunft (teilweise mehrfach im gleichen Kapitel) wurden irgendwann unübersichtlich und nutzten sich ab. Die Krone aufgesetzt hat aber Lady of the Lake damit, dass die eigentliche Geschichte erst ab Kapitel 3 (nach über 50 Seiten!) richtig losgeht. Der gelungene Abschluss der Reihe gleicht es aber wieder aus.

    Bereue ich nicht, die Bücher gelesen zu haben. Auch wenn die Spiele von CD Projekt einem eigenen Kanon folgen, ist es (mit Spiel-Wissen) nicht zu übersehen, wie detailliert sie auf den Büchern aufbauen. Auch wurde nun die eine oder andere "Wissenslücke" im Witcher-Mythos geschlossen.

  • Heute morgen begonnen: Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit von Natasha Pulley.

    Ein historischer Fantasyroman, das wird wohl sein. Vielleicht Sci-Fi? Der Titel impliziert zumindest Zeitreisen.

    Joe steigt in London aus dem Zug und kann sich plötzlich nur noch an seinen Namen erinnern. Die Umgebung kennt er, natürlich, aber sie sieht falsch aus. Die Bahnhöfe haben alle französische Namen, wie das in London ja schon immer der Fall war, aber wieso wundert er sich darüber?

    Wir haben hier eine alternative Geschichte, in der England den Hundertjährigen Krieg gegen Frankreich verloren hat. Großbritannien ist Kolonie der "Republik", wie sie genannt wird, und sie erstreckt sich "von Rom bis Dublin". Wie groß ist Frankreich hier eigentlich?!

    Jedenfalls führt jemand, dessen Aussehen aus Joes Erinnerungen ausraddiert zu sein scheint, Joa ins Krankenhaus, von wo er in eine Irrenanstalt geführt wird. Eine Woche soll er da bleiben, in der Hoffnung, dass die "Epilepsie", wie der Arzt es nannte, verschwindet. Wenn nicht ... Tja. Es beginnt mysteriös und spannend. Ich bereue jedenfalls nicht, den Grass abgebrochen zu haben. :rofl:

    Häupter auf meine Asche!

  • Evil for Evil von K. J. Parker

    Die Fortsetzung von 'Devices and Desires'. Ziani Vaatzes hat erfolgreich einen Krieg angezettelt der die Zerstoerung des Herzogtums Eremia bedeutet - aber damit endet sein Plan nicht, die ewige Republik Mezentia plant nun in Vadania einzufallen wo sich Vaatzes nun befindet, und Herzog Valens organisiert die Evakuierung der Hauptstadt.

    Miel Ducas hat sich eine Weile als Anfuehrer des Widerstands in Eremia durchgeschlagen, aber nachdem er schwer verwundet aufgelesen wurde, fehlt ihm die Energie weiterzumachen, und er will einfach nur weg aus seinem Leben voll von Verantwortung - selbst wenn es bedeutet mitten in der Wildnis in einfachen Verhaetnissen zu hausen. Aber fuer den Rest der Welt ist er leider immer noch der Anfuehrer des Widerstands.

    Lucao Psellus schoepft in Mezentia allmaehlich den Verdacht dass mit den Kriegen der Republik nicht alles ist wie es scheint - und schmiedet einen Plan, mit Vaatzes zu reden.

    In dieser Situation taucht Gace Daurenja auf - Gelehrter, Handwerker, Universalgenie (und Serienvergewaltiger wie sich herausstellt) - der an Vaatzes' Wissen interessiert ist. Nuetzlich genug ist er als Assistent - aber Vaatzes merkt zu seinem Schrecken dass er nicht mehr der schlauste Plaeneschmied ist - Daurenja sieht nicht nur den Plan, sondern haengt seinen eigenen dran...

    Und Valens heiratet eine Prinzessin von den nomadischen Cure Hardy um in der Not eine Allianz zu schmieden und Kavallerie zu bekommen sie stark genug ist Mezentia zurueckzuschlagen - womit er nicht rechnet, ist dass die Cure Hardy ohne weiteres eine halbe Million Reiter mobilisieren koennen, eine Armee die Mezentia's Soeldnerheer bei weitem uebertrifft. Nur - wollen die Cure Hardy wieder gehen nachdem sie sein Land befreit haben?

    Wie der Vorgaengerband - sehr intelligent geschrieben, zynisch gehalten ohne zu offensichtlich zu sein, und faengt immer wieder die alltaegliche Absurditaet und Tragik des Geschehens aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln ein. Parker ist sehr gut darin die Stimmung von Protagonisten einzufangen - auch wenn sie in extremen Situationen sind wie einer Todeszelle.

  • Ich habe gerade eben, um den Feiertag mal als Feiertag zu nutzen, ein Hörbuch von Die Ratten im Gemäuer von H. P. Lovecraft angehört.

    Ein paar Geschichten kannte ich schon von ihm, auch wenn ich mich nicht an alle Namen erinnere, aber ich kann immer noch behaupten, ein Anfänger zu sein, denke ich. :hmm: Jedenfalls haben mich diese Geschichten bisher immer etwas kalt gelassen. Fasziniert war ich, ja, aber eher wie ein Genre-Tourist, weniger weil sie mich tatsächlich ergriffen haben.

    Und jetzt die Ratten im Gemäuer ... Das war vielleicht das erste Mal, dass ich bei einer Lovecraft-Geschichte richtig erwischt wurde. Wie sich diese Erzählung langsam von einem Bericht zum Wahnsinn hin steigert, das war richtig stark. Ich sollte wirklich mehr Kurzgeschichten lesen oder hören oder sonstwie zu mir nehmen

    Häupter auf meine Asche!

  • Mal wieder The Truth von Pratchett, eigentlich immer eher ein schlechtes Zeichen wenn ich zu Pratchett greife. XD
    Für mich ist er weiterhin ungeschlagen in der Kombination von Humor, Worldbuilding und Charakter.
    Die älteren Teile werde ich mir auch noch nach und nach im Original holen müssen...

    Falken haben doofe Ohren

  • Mal wieder The Truth von Pratchett, eigentlich immer eher ein schlechtes Zeichen wenn ich zu Pratchett greife. XD

    Warum denn das? Pratchett ist eine Bank für eine gute Lesezeit :D

    Gestern abend beendet: Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit von Natasha Pulley.

    Beim Lesen weine ich nicht ... bis ich es dann doch mal tue. Hier war das der Fall, und das letzte Mal ist echt eine Weile her.

    Ich hatte das Buch vorher schon erwähnt und muss etwas richtigstellen. Natürlich hat Großbritannien in diesem alternativen Geschichtsverlauf nicht den Hundertjährigen Krieg verloren, sondern die napoleonischen Kriege. Als Folge ist GB französische Kolonie, Englisch zu sprechen wird nicht gerne gesehen, Leibeigenschaft mit richtigen Haussklaven ist an der Tagesordnung und es gibt mit den Saints sogar Rebellengruppen, vor denen die "normalen" Leute sich fürchten.

    In so ein GB hinein wird Joe zur Jahrhundertwende (19. zum 20. Jhd.) neugeboren, denn er steigt aus dem Zug aus und kann sich plötzlich an nichts mehr erinnern - nur noch an seinen Namen. Die nächsten Jahre verbringt er damit, sein früheres Leben wieder zusammenzupuzzlen, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Er wird aber weiterhin von Visionen von einem Mann am Meer heimgesucht, der auf ihn zu warten scheint. Eines Tages erhält er eine Postkarte von vor 97 Jahren, auf der steht: "Joe, wenn du dich erinnerst, dann bitte komm nach Hause." Darauf abgebildet ist ein Leuchtturm. Nun hat Joe ein Ziel und gerät in ein Geflecht aus Rätseln, Lügen und auch Liebe ...

    Soviel zum Inhalt, das heißt, vielleicht dem ersten Fünftel des Buchs. Es ist ein historischer Roman, hat ein starkes Sci-Fantasy-Element und die Spannung kommt vor allem aus dem Mystery-Anteil, weswegen ich nicht so richtig über den Plot oder die Figuren sprechen mag.

    Aber Joe als Protagonist sollte in Ordnung gehen. Ich mochte ihn gern. Stellenweise hatte ich Sorge, dass Joe eine blasse Figur werden könnte. Aber ich denke, nicht jedes Buch kann ein A Game of Thrones sein. Außerdem muss Joe selbst wieder herausfinden, wer er eigentlich ist. Und es stellt sich heraus, dass Joe ein mitfühlender, offener Mensch ist, der sich mit einem harten Leben konfrontiert sieht, das er nicht sofort versteht. Und auch wenn manch einem vielleicht Ecken und Kanten fehlen, dann wird man die wahrscheinlich in den ebenfalls wichtigen Nebenfiguren finden.

    Meine wärmste Empfehlung für dieses Buch, wenn man Mystery und historisches Drama mag.

    Häupter auf meine Asche!

  • The Escapement von K. J. Parker

    Die Belagerung von Mezentia hat begonnen, und nachdem die Cure Hardy als Reitervolk keine Ingenieure sind, uebernimmt Universalgelehrter und Serienvergewaltiger Gace Daurenja das Kommando ueber die Allianz, warend Lucao Psellus zum Oberkommandanten von Mezentia ernannt wurde - und nun endlich der Ursache fuer den Krieg auf die Spur kommen kann, da ihm nun niemand mehr Dokumente zum Fall Vaatzes vorenthaelt.

    Niemand hat eine Ahnung wie eine grosse Belagerung tatsaechlich gemacht wird, ausser einem 200-Jahre alten Buch beschreibt das keine Quelle - und beide Seiten haben das selbe Buch.

    Gace Daurenja hat einen Trumpf - er hat das Schiesspulver entdeckt und plant damit eine Geheimwaffe. Doch auch Lucao Psellus hat einen Trumpf - Ziani Vaatzes, der die Stadt nicht wirklich zerstoeren will. Oder jedenfalls hofft er das.

    Wie die Vorgaenger - faellt auf durch genaue Recherche, realistische Beschreibungen und intelligenten Plot. Und ist, genau wie die Vorgaenger, manchmal schwer zu lesen, da mitfiebern mit den Protagonisten nur im Zynismus endet und einfach frustrierend sein kann.

    Das ist der letzte Band der Reihe, die damit wuerdig abgeschlossen wird.

  • Thorsten Ich muss ehrlich sagen, die Reihe klingt ziemlich cool und gleichzeitig auch anstrengend. Zumindest den Namen merke ich mir jedenfalls. :)


    Habe jetzt begonnen Der Mythos des Cthulhu - Clark Ashton Smith. Eine Anthologie von Erzählungen von Smith, der ein Freund und Kollege von Lovecraft war, aber heute nicht mehr so bekannt ist. Einige mögen Smith wohl besonders gerne, heißt es jedenfalls, deswegen dachte ich mir, dass ich mich mit Horror auch mal von einer anderen Seite als von der direkt lovecraft'schen nähern kann.

    Bin jetzt jedenfalls zwei Geschichten tief drin: Die Rückkehr des Hexers, Die Geschichte von Satampra Zeiros.

    Viele der Geschichten sind auch als wunderbar gelesene Hörbücher auf YouTube zu finden (GM Factory, sehr zu empfehlen). Dort hat zur ersten Geschichte auch jemand sehr treffend angemerkt, dass selbst ein jahrelanges Studium schwarzer Magie anscheinend nicht dazu befähigt, einen Zombie einfach zu verbrennen, statt ihn kleinzuhacken ... Ja, das hat mir die Geschichte etwas verdorben, aber ansonsten war die nicht übel. :)

    Und die zweite Geschichte war vom Setting her (Hyperborea) sehr interessant, hat mich dann aber inhaltlich kalt gelassen. Ich merke, Horror übt bisher keinen großen Reiz auf mich aus, von ein paar Ausnahmen mal abgesehen. :hmm: Mal sehen, was da noch kommt.

    Häupter auf meine Asche!

  • Tigana von Guy Gavriel Kay

    Eine Halbinsel (die einem fiktiven Italien nachempfunden ist) von neun Provinzen ist von Invasoren die ueber das Meer kamen besetzt - den Westen regiert Brandin von Ygarth, den Osten Alberico von Barbadior. Beide sind Magier - und da Brandin im Kampf um die Provinz Tigana seinen Sohn verloren hat, hat er mit seiner Magie jede Erinnerung an die Provinz ausgeloescht - niemand der nicht dort geboren ist kann auch nur den Namen verstehen wenn er ausgesprochen wird.

    Rebellen finden sich zusammen um den Kampf gegen die Tyrannen aufzunehmen - eine Truppe von Musikanten tut sich mit einem abgesetzen Adeligen zusammen. Und Dianora, die Tochter eines Tiganaers, ist als Haremsdame in die Provinz Chiara gekommen um Brandin zu toeten - doch die Dinge sind nicht so einfach.

    Ich glaube, das ist eines der Buecher fuer die ich beim ersten Mal lesen einfach nicht weit genug war (ich habe irgendwas anderes in der Story gesucht und nicht gefunden) - jetzt beim Lesen, die Geschichte ist so eindringlich dass es manchmal weh tut - nichts ist einfach wenn die Rebellen ihre Freunde und Familie in Gefahr bringen muessen um die Erinnerung an Tigana am Leben zu erhalten - und grade wenn der Leser es sich im Widerstand eingerichtet hat, folgen wir Dianora die es alles andere als einfach findet Brandin auch nur zu hassen wie sie eigentlich sollte.

  • Ich merke, Horror übt bisher keinen großen Reiz auf mich aus, von ein paar Ausnahmen mal abgesehen.

    Na sowas. Clark Ashton Smith feiere ich ziemlich ab. Klar vom Stil her ist es aus einem anderen Jahrhundert, aber die Art Geschichten zu erzählen bei CAS, ziehe ich vielen moderneren Erzählern vor.

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    Sensenbach
    8. Juli 2022 um 22:18
  • Na sowas. Clark Ashton Smith feiere ich ziemlich ab. Klar vom Stil her ist es aus einem anderen Jahrhundert, aber die Art Geschichten zu erzählen bei CAS, ziehe ich vielen moderneren Erzählern vor.

    Mit deiner Kurzgeschichte im Hinterkopf hatte ich mir die Sammlung besorgt. :) Anlass war eine Besprechung des YouTube-Kanals "Literatur und Whisky" (kennst du vielleicht) von einem Jubiläumsschuber vom Festa-Verlag für das Weird Tales-Magazin. Da hat der Harald vom Kanal auch ein paar Autoren vorgestellt.

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    Und da ich ja an einer Geschichte für die Anthologie arbeite, die schon sowas ähnliches sein könnte wie dieses Magazin, da dachte ich mir: Jetzt will ich's doch mal wissen. :D

    Und ich denke, es hilft mir tatsächlich auch ein bisschen, dieses Genre zu verstehen. Ich betrete (wiedermal) einen neuen Kontinent, und es ist interessant. Der Bereich "Weird Fiction" hält bestimmt einiges bereit.

    Bisher gefällt mir an CAS vor allem die skurrile Seite (Das Tor zum Saturn), aber das bin eben ich, der mit Walter Moers und Terry Pratchett groß wurde. Und ja, ich mag auch, wie er erzählt, und das nicht nur des Stils wegen. Ich merke immer mehr, dass mein Geschmack in Erzählweisen wohl etwas oldschool ist. :hmm:

    Häupter auf meine Asche!

  • Aaalso, endlich setze ich mich mal hierfür hin!

    Neulich habe ich die Anthologie von Clark Ashton Smith (Der Mythos des Cthulhu) beendet. Außerdem habe ich mir zum Vergleich nochmal was von Lovecraft gegeben, nämlich Die Farbe aus dem All. Was auffällt ist, dass Lovecraft sich deutlich mehr darum kümmert, seine Geschichten zu Erden. Meist sind sie noch irgendwie rationalisierbar, bis sie es dann nicht mehr sind. Smith dagegen kümmert es mehr, seinen Geschichten exotische Kreaturen und Settings zu geben und die Geschehnisse in elegante Worte zu kleiden. Damit ist Smith eigentlich nur oberflächlich ein Horrorautor (scheint mir), denn er ist selten unheimlich und auch nur selten spannend (wie Lovecraft ja auch). Stattdessen besitzt Smith auch etwas, was Geschichten von Lovecraft, wie ich sie bisher kenne, ziemlich fehlt: Humor! Stellenweise fühlte ich mich Walter Moers erinnert, zum Beispiel in der Geschichte "Das Tor zum Saturn".

    Da Lovecrafts Geschichten mich, je mehr ich davon lese, immer weniger packen, ziehe Smith wohl vor. :hmm: Kosmischer Horror ist wahrscheinlich nichts für mich. Der Bereich "Weird Fiction" ist aber mehr als das, und das den werde ich noch tiefer erkunden. :) Und hin und wieder schiele ich sicher auch bei Lovecraft rein.

    Was Horror-Kurzgeschichten angeht, habe ich noch Poe im Regal. Der will auch mal angetestet werden. :hmm: Und von CAS brauche ich wohl Nachschub ...

    Häupter auf meine Asche!

    2 Mal editiert, zuletzt von kalkwiese (28. November 2023 um 21:39)

  • Heyho kalkwiese

    Da wäre für Dich vielleicht noch das Werk Algernon Blackwoods von Interesse.

    Die hier besprochene KG - Sammlung ist ganz weit oben bei mir.

  • Heyho.

    Scheint im Moment vergriffen zu sein, aber vielleicht gibt es das irgendwo second hand oder antiquarisch

    Kann ich Dir bei Bedarf gerne ausleihen, würde es aber zurück wollen haben. Ne: Wolle habe wieder. Ne, auch falsch...Du weißt, was ich meine. ^^

  • Aztira von Tanith Lee

    Das ist ein Buch das ich aus meiner Jugendzeit kenne, fuer eine Weile war es sogar mein Lieblingsbuch, aber - und das ist auch irgendwie interessant - seitdem habe ich es nie wieder gelesen.

    Wie liest sich also ein Buch das ich 'toll' in Erinnerung habe nach 30 Jahren?

    Die Geschichte ist durchaus kompliziert und verschachtelt - sie springt oft zwischen Zeiten hin- und her um die Herkunft der Protagonisten zu beleuchten und die Sprache ist - auch in der Uebersetzung - sehr poetisch. Themen sind unter anderem Rassen (die hellhaeutigen Tieflaender werden gefuerchtet und gehasst, die blonden vardischen Eroberer haben alte Koengireiche neu aufgeteilt und sich teilweise einverleibt, was zu Alltagsspannungen fuehrt), kulturelle Unterdrueckung (der Anfang bringt uns das Schicksal von Tibo nahe die in einer Gesellschaft in der Maenner sie ungestraft schlagen koennen aufwaechst), Eifersucht und Beziehungsdrama mit einer Unterstroemung von historischen Ereignissen die selten genauer zu fassen sind, aber immer ihren Schatten in die Geschichte werfen.

    Rehger am Ly Dis ist ein beruehmter Gladiator in seiner Heimatsatdt Saardsinmey, und sein Sieg in einem Wagenrennen ist die Kroenung seiner Triumphe. Doch dann kommt eine weisshaeutige Frau in die Stadt, Aztira, eine Tieflandmagierin die Gedanken lesen und senden kann und manches mehr, und sie scheint es darauf anzulegen, Rehgers Karriere zu beenden - in einem Kampf scheint sich sein Schwert unter ihren Blicken in eine Schlange zu verwandeln. Er konfrontiert sie, aber sie reagiert nicht wie erwartet, statt dessen weist sie ihn auf ein raetselhaftes Geburtsmal hin, das ihn als jemandem aus dem Geschlecht ausweist das offenbar ein Massaker unter den Tieflaendern zu verantworten hat. Verwirrt verlaesst er sie, aber stellt fest dass er sie nicht mehr aus dem Kopf bekommen kann. Als er abermals ihr Haus aufsucht, findet er sie statt stolz eher scheu und verletzlich, und die beiden werden ein Liebespaar.

    Nach wenigen Tagen kauft sich Aztira allerdings ein prunkvolles Grabmal, und als sie von einer ehemaligen Flamme von Rehger vergiftet wird (die ihn so vor der Hexe bewahren will), verbringt er lange Stunden vor ihrem Sarg dort. Als Saardsinmey dann aber von einem Seebeben verschlungen wird, retten die starken Mauern des Mausoleums ihn vor dem Tod, und er beginnt sich zu fragen was an den Ereignissen zuvor eigentlich Zufall war.

    Ich glaube, die Geschichte hat mich damals ein klein wenig ueberfordert, grade weil viel in den unausgesprochenen Zwischentoenen ist, aber ich fand sie toll weil man irgendwie sehr viel Tiefe ahnen konnte.

    Also, ich finde das Buch immer noch sehr atmosphaerisch, mit schoener Sprache und einer komplexen, reichen Geschichte.

    (Eine Coda ist, dass ich damals Jahre damit verbracht habe zu versuchen irgendwie die beiden vorangehenden Baende - Herr der Stuerme und Annackire - aufzutreiben. In einer Gebrauchtbuchhandlung in North Carolina habe ich dann das erste tatsaehlich mal bekommen - aber es war nicht mal besonders gut, oder vom Aufbau auch nur aehnlich zu Aztira.

    Wir haben es also mit einem dritten Band in einer lose verbundenen Folge von Geschichten zu tun, der irgendwie zu einem herausragenden Hoehepunkt der Reihe geworden ist. Alles immer noch raetselhaft...)

  • Ich bin jetzt mitten drin in Skulduggery Pleasant: Das Groteskerium kehrt zurück.

    Band 2 der Reihe. Walküre Unruh (saucooler Name, englisch "Valkyrie Cain", nicht weniger saucool) ist nun Skulduggerys Schülerin und hat bereits ein paar Tricks in Sachen Elementarmagie gelernt.

    Dieses Mal kommt ein fieserer Bösewicht als im ersten Band aus dem Gefängnis frei und es muss verhindert werden, dass er die Bestie, die man "Groteskerium" nennt, erweckt. Dafür gibt es wieder einen McGuffin, der gesucht wird. Neue, skurrile Bösewichte werden eingeführt und Sprüche geklopft und Mobiliar fliegt umher und eigentlich passiert alles, was man sich für ein Jugendbuch mit Action wünscht. :) Liebesgeschichten sehe ich zum Glück auch keine am Horizont. Das würde hier die Stimmung killen. Dann lieber Attentäter, die durch Wände gehen, oder Killer, die sich als Künsterbegreifen. Oder generell Bösewichte, die sich auch als Bösewichte verstehen. :D Das macht Spaß.

    Häupter auf meine Asche!

  • Ich fange gerade mit Tad Williams "Das Geheimnis der großen Schwerter " an. Eine sehr schöne Geschichte, die sich aber etwas zäh liest, weil der Mann zu ausufernden Beschreibungen neigt. Sein Wortschatz ist bewundernswert. Wer lernen will, wie man Landschaften oder Gebäude bis in die Einzelheiten darstellt, ist bei ihm richtig. Allerdings kann die Lektüre auch sehr ermüdend werden. Mir gefällt da der Stil Joanne Rowlings besser. Sie begnügt sich mit recht knappen Beschreibungen und lässt die Phantasie des Lesers den Rest der Arbeit erledigen.

  • Heyho 20thcenturyman

    Wenn Du dranbleibst, garantiere ich Dir eine tolle Zeit!

    Den Vierbänder habe ich vor Jahren gelesen und ja: Er braucht Zeit, um in die Gänge zu kommen. Aber wer Geduld mitbringt wird nicht enttäuscht werden.