Chaosfragmente

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    • Chaosfragmente

      Ahoi :D

      Ich fang einfach mal mit dem ersten Fragment an xD
      Ich weiß nicht, ob weitere folgen werden, aber das wird sich zeigen :D

      Im folgenden Fragment müsst ihr nicht auf Rechtschreibung, Zeichensetzung etc eingehen (sofern der Sinn verständlich ist natürlich)
      Genauso müsst ihr nicht fragen, ob und wann ich weiterschreibe xD (Antwort: Eventuell, wenn mindestens ein angefangenes Projekt beendet ist :D )
      Es handelt sich um einen potentiellen Prolog zu einer eventuellen zukünftigen Geschichte. Ich möchte von euch gerne wissen, ob ihr versteht, was beschrieben ist und welche Stimmung rüberkommt (und natürlich, wies euch gefällt xD) :D

      PS: Mir ist bewusst, dass das Mädchen sehr viel naiver, unbedarfter und ahnungsloser ist, als es ein Kind in dem Alter vermutlich sein müsste/dürfte/whatever. Das ist aber Absicht und hängt mit der Backstory zusammen, also macht euch darüber keinen Kopf :D

      So genug gelabert, Zeit zum Lesen :D

      LG Chaos




      Pax

      Einsam hallte das Echo ihrer kleinen Schritte durch die dunklen Gänge. Auf nackten Füßen tapste sie durch die Finsternis, die nur vom roten Blinken der Warnleuchten durchbrochen wurde. Entfernt war ein Alarm zu hören, der die Umgebung nur noch furchterregender für das blonde Mädchen machte, als sie ohnehin schon war. Das rote Leuchten über den Türen zu beiden Seiten signalisieren, dass sie fest verschlossen waren. Das hatte sie bereits gelernt, weshalb sie gar nicht versuchte, in einen der Räume zu gelangen.
      Leise summte sie mit zitternder Stimme vor sich hin, als sie um eine Ecke in einen weiteren dunklen Flur bog.
      Der wiederkehrende Lichtkegel des Notsignals wanderte durch den Korridor, wo sich eine unförmige Masse von der reflektierenden Stahlwand absetzte.
      Langsam stapfte sie über den kalten Metallboden und näherte sich dem Etwas. Immer langsamer wurden ihre Schritte und sie blieb abrupt stehen, als sie in etwas Feuchtes trat. Mit angehaltenem Atem starrte sie den Mann an, der reglos in der dunklen Pfütze lag. Sie kannte ihn nicht. Warum schlief er dort auf dem Boden und nicht in seinem Bett? Vorsichtig stupste sie ihn an und versuchte ihn zu wecken. Das Mädchen hoffte, er würde aufwachen und sie vor der Dunkelheit und den Monstern die darin lauerten beschützen
      Aber er hatte einen sehr festen Schlaf und wachte nicht auf, obwohl er ganz kalt war und in einer Pfütze schlief. Hatte er sich in die Hose gemacht?
      Nervös knetete sie den Saum ihres weißen Kleides und warf einen Blick über ihre Schulter. Nichts, genau wie vor ihr im Gang. Zögerlich lief sie um den Schlafenden herum und setzte ihren ziellosen Weg fort.
      Ihre Schritte hinterließen nasse Fußabdrücke, während sie sich zwang, langsam zu laufen und nicht wie ein kleines Mädchen zu weinen. Sie war keines mehr, das hatte Pax ihr erklärt.
      „Du bist jetzt ein großes Mädchen“, hatte er gesagt.
      Und große Mädchen weinen nicht.
      Endlich kam sie an einer Tür vorbei, deren Lampe grün leuchtete. Vorsichtig drückte sie den Knopf am Rahmen, woraufhin der Durchgang sich surrend öffnete. Schnell hielt die Kleine sich die Hand vor die Augen, als das helle Licht sie blendete. Zaghaft spähte sie durch ihre Finger und erkannte den Raum wieder. Es war der Untersuchungsraum, in dem sie so viel Zeit verbracht hatte. So oft hatte sie dort drinnen gesessen, aber etwas war anders. Die sonst so weißen Wände, Decken und Möbel waren von einem tiefen rot besudelt. So, wie wenn sie den Pinsel ihrer Wasserfarben zu stark schüttelte und alles vollspritzte.
      Wer malte denn hier mit Wasserfarben? Sie fühlte sich bereits wohler, da sie die Finsternis hinter sich gelassen hatte. Ein wenig stolz war sie auch, dass sie es wie ein großes Mädchen ohne zu weinen überstanden hatte.
      Ein lautes Knacken ließ sie zusammenzucken. Sie wandte den Kopf um und untersuchte den Raum auf den Ursprung des Geräuschs. Erneut hörte sie es und sie machte die Quelle hinter einem umgestürzten Tisch aus. Vorsichtig lugte sie dahinter und entdeckte Doktor Whitley , den Arzt der sie immer untersucht hatte, in einigem Abstand liegen. Seine blauen Augen starrten sie an, ohne sie wirklich wahrzunehmen und auch sein Mundschutz war von den roten Spritzern bedeckt. Ein weiteres Knacken ertönte, zusammen mit einer ruckartigen Bewegung des Kopfes.
      Erschrocken spähte sie etwas weiter um den Tisch herum und fand einen zweiten Mann mit dem Rücken zu ihr über dem Arzt knien. Sie konnte nicht sehen, was er dort tat, aber es schien Doktor Whitley nicht weiter zu stören.
      Plötzlich fuhr der Fremde herum und fixierte das Mädchen.
      „H-Hallo“, meinte sie und zwang sich zu einem Lächeln, während sie in die gelben Augen sah. Große Mädchen hatten auch keine Angst vor Fremden.
      Langsam erhob sich ihr Gegenüber, dessen Mund und Hände rot getränkt waren. Weiterhin starrte er sie mit weit aufgerissenen Lidern an und klappte den Mund mehrmals klackend auf und zu.
      Obwohl sie ein großes Mädchen war, konnte sie nicht anders, als einen Schritt zurück zu machen. Auch wenn es hier hell war, sie war sich sicher, dass dies eines der Monster aus der Dunkelheit war.
      Etwas Rotes tropfte aus dem Mundwinkel des Mannes, als dieser den Kopf auf die Seite legte.
      Langsam aber sicher musste das Mädchen einsehen, dass sie nicht so erwachsen war, wie sie gedacht hatte und machte noch einen Schritt nach hinten, wo sie meinte, weitere Stimmen und Schritte zu hören. Jedoch konnte sie ihren Blick nicht von dem Fremden lassen um sich zu vergewissern.
      Schlagartig begann der Sabbernde, auf sie zuzulaufen, wurde aber unter lautem Knallen und Rufen anderer Stimmen gestoppt. Eine rote Wolke breitete sich um seinen Kopf aus und er fiel nach vorne und landete hart auf dem Gesicht. Leicht zuckend blieb er liegen und eine dunkle Pfütze breitete sich um den seltsam verformten Kopf aus. Erstarrt betrachtete das Mädchen den Mann, der soeben noch auf sie zugelaufen war. Was war geschehen?
      „Engel?“, fragte eine gedämpfte Stimme. „Engel, bist du das?“
      Sofort löste sie sich aus ihrer Starre und wandte sich um. Seine Stimme würde sie unter Tausenden wiedererkennen.
      „Pax!“, rief sie, als sie ihn mit ausgebreiteten Armen dort stehen sah.
      Sein Gesicht war hinter einer seltsamen Maske verborgen, die nicht einmal seine sonst so freundlich dreinblickenden Augen zeigte. Er trug einen Helm und eine schwere Weste. Die beiden Männer neben ihm waren genauso gekleidet wie er und hielten Waffen in ihre Richtung. Sie erkannte sie als solche, weil Pax ihr erklärt hatte, diese wären dazu da, die Monster zu vertreiben und genau das hatten sie getan. Das Monster hatte aufgehört sie anzugreifen.
      Sie lief auf den älteren Mann zu, der sie sogleich in die Arme schloss und an sich drückte.
      „Keine Sorge“, flüsterte Pax. „Ich bringe dich in Sicherheit.“
      Nickend spürte sie, wie ihr Tränen in die Augen stiegen. Sie schaffte es nicht länger, das große Mädchen zu spielen.
      „Sir“, meinte einer der anderen Männer. „Unser Befehl lautet, jeden …“
      „Ich weiß!“, unterbrach Pax ihn gereizt, aber sein Tonfall wurde sogleich traurig. „Ich weiß …“
      „Soll ich das … übernehmen, Sir?“, fragte der andere Begleiter.
      „Was denn übernehmen?“, wollte das Mädchen wissen.
      Ohne sie loszulassen schüttelte Pax den Kopf und meinte:
      „Nichts, Engel. Alles wird gut.“
      Daraufhin löste er die Umarmung und strich ihr eine blonde Strähne aus dem Gesicht.
      „Kommst du mit?“, fragte Pax mit trauriger Stimme, woraufhin sie nickte.
      Er nahm sie an der Hand und führte sie auf den Gang hinaus, den er mit einer Lampe erhellte. Plötzlich hatte sie keine Angst mehr. Pax war für sie da, Pax würde auf sie aufpassen und die Monster vertreiben. Tapfer ging sie voraus in den von ihrem Freund erleuchteten Gang.
      „Geh weiter“, forderte er sie auf. „Sieh nicht zurück zu den Monstern.“
      Mit fester Stimme stimmte sie ihm zu und tapste weiter voran.
      „Ich liebe dich, mein Engel“, war das letzte, was sie je hören sollte.
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."


    • @Chaos Rising

      Spoiler anzeigen

      Chaos Rising schrieb:

      Ich möchte von euch gerne wissen, ob ihr versteht, was beschrieben ist und welche Stimmung rüberkommt (und natürlich, wies euch gefällt xD)
      Also, dann mal ein Versuch, das in Worte zu fassen.
      Zum Stil sag ich nix, das weißt du alles schon, was ich davon halte.

      Für mein Empfinden hast du solide Beschreibungen abgeliefert. Vom Mädchen, von ihrer Umgebung, von den durch sie wahrgenommenen Veränderungen der Umgebung. Angedeutet hast du ein klein wenig vom Zweck ihrer Anwesenheit an dem Ort, der definitiv nicht für Kinder gemacht scheint (Untersuchungsraum, Arzt ... :/ )
      Ihre Beobachtungen sind ziemlich emotionslos aus ihrer Sicht formuliert, obwohl sie sich fürchtet und selbst Mut macht. Und trotzdem kann der Leser erkennen, das da was Schlimmes vor sich gegangen ist. Ein Wesen(, das wohl nicht menschlich ist :huh: ), hat verschiedene Leute getötet.
      Es ist aber als Mensch beschrieben, so, wie die Eindrücke des Mädchen klingen. Hört sich für mich nach Forschung, Experimenten an. Beklemmende Umgebung, unverständliche Situation für die Kleine. Und dann kommt ihr Beschützer und rettet sie. Nur um sie gleich darauf - selbst zu töten...?

      Was ich glaube, verstanden zu haben:
      Entweder ist sie auch gefährlich oder sie dürfen niemanden zurücklassen oder er hat sonst einen irrsinnigen Befehl erhalten. Jedenfalls scheint da eine administrative Macht im Hintergrund zu agieren, die ihn dazu zwingen kann.
      Das Setting? Könnte im Weltraum sein, oder auf oder auch unter der Erde. Oder im Meer, auf einer Forschungsstation. Und ich nehm mal an, dass sich die Kleine dort befindet, liegt wohl daran, dass sie etwas Besonderes ist...

      Toll, jetzt will ich nämlich wissen, was auf diesen Prolog folgt!!! X( Hast mich neugierig gemacht. Aber nein - ich frag nicht, wann du weiterschreibst.
      Jajajaja, gefällt mir. Düster, verworren, so ein bisschen gänsehautverursachend, mit jedem Satz drei Fragezeichen zurücklassend. ES GEFÄLLT MIR!!
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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      ___________________
    • @Chaos Rising haha, ich hab den Like-Button gesetzt, aber noch keinen Kommi geschrieben :whistling: danke, das @Tariq durch ihr Geschreibsel mich daran erinnert hat :thumbsup:

      Jetzt aber zu deinem Text: deinen Stil finde ich schon mal gut, du bringst von Anfang an Spannung rein und das zieht sich durch den ganzen potentiellen Prolog. Meiner Meinung nach steigert es sich sogar. Das ist schon mal cool :thumbup:

      Spoiler anzeigen

      Die Umgebung lässt mich vermuten, dass die handelnden Personen sich in einem Laberatiorum oder ähnlichem befinden. Vielleicht testen Sie dort irgendwelchen Genmanipulations-Zeug ?( vielleicht dient es auch dem Untersuchungszweck von besonderen Menschen :huh: du merkst, ich hab keine Ahnung :S

      Mich würde interessieren, wie alt das Mädchen ist. Anhand ihrer Reaktionen kann man erkennen, dass sie noch viel zu jung ist, um zu erkennen, wann beispielsweise ein Mensch tot ist... Dagegen geht sie eher gelassen an ihre Situation heran und versucht sich selber zu beruhigen. Scheinbar hat sie das schon öfter so gemacht...

      Ich hoffe nur, dass das Mädchen nicht von einem Albtraum in ihr nächstes rennt. Ihr Freund scheint da irgendwas vorzuhaben X/

      Insgesamt: düsteres Setting mit einem spannenden Prolog und rätselhaften Ereignissen... Finde ich gut :thumbup:



      LG
      „Spätestens wenn erneut ein solches Zeichen auftaucht, werden Fragen gestellt. Wir sollten in der Lage sein, sie zu beantworten.“
      - Meister Lukras -

      Meine Geschichte
      Die Kriegerin von Catrellak
    • Lieber @Chaos Rising
      Für mich kommt die beklemmende Stimmung sehr gut rüber. Ich hab beim Lesen zuerst an ein Raumschiff gedacht, aber Forschungslabor oder ähnliches passt wohl auch.

      Spoiler anzeigen

      Chaos Rising schrieb:

      Entfernt war ein Alarm zu hören, der die Umgebung nur noch furchterregender für das blonde Mädchen machte, als sie ohnehin schon war.
      Hier könnte sich das "sie" auch auf das blonde Mädchen beziehen, aber die ist ja nicht furchterregender.

      Ich gehe davon aus, das die Kleine jetzt auch tot ist. Ein fehlgeschlagenes Experiment? Eine infektiöse Krankheit, die alle zu Zombies macht, daher müssen alle potenziell infizierten getötet werden? Eine Meuterei in einem Raumschiff? Ein Überfall von Piraten?

      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Hallöhö @Chaos Rising

      Für mich ist dieser Text, glaub ich, nichts... :pardon:

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      Er ist mir zu sehr horror-iös. Vielleicht, wenn es eine Fortsetzung, ein Buch dahinter gäbe ( :newspaper: ) und man nicht mit dem angedeuteten Tod des Mädis im Kopf leben müsste... Weiß nicht, ob ich weitergelesen hätte. Jetzt, da Du mir sozersägen eine Bedenkpause einräumst, es quasi zwangs-sacken läßt, würde ich mich wohl dagegen entscheiden... Sorry

      Es ist in meinen Augen eine ziemlich trostlose Beschreibung eines Forschungslabors, und ich denke, das (infizierte?) Mädchen war nur der Anfang einer weiteren Reihe von sinnlosen Toden... Dass das Mädchen so grundnaiv ist, macht mir die Sache nicht besser.


      btw: Du hast eine sehr gute Schreibe. Solltest Du Dich zu weniger düsteren Texten aufraffen können, wäre ich mit viel Interesse Dein Leserling. Will sagen: Es ist das Setting, nicht Dein Stil... oki? Doki! :highfive:
      Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
      -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
      Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?
    • So viele Antworten so schnell :S
      Erstmal danke dafür :D

      @Tariq
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      Du hast ziemlich genau das getroffen, was ich rüberbringen wollte :D Sehr gut xD
      Freut mich, dass es dir gefällt :D
      Die Richtung, in die das Ganze sich weiter entwickeln würde, ist vermutlich etwas überraschend, aber das nehm ich jetzt mal nicht vorweg :D In 8 bis 10 Jahren könnte es ja soweit sein :rofl:



      @LadyK
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      Dass du keine Ahnung hast, was genau da vor sich geht macht absolut gar nix und ist auch beabsichtigt :D
      Lies den letzten Satz nochmal, dann weisst du auch, WAS Pax vorhat^^


      @Sensenbach

      Spoiler anzeigen

      Deine Ideen gehen auch in die richtige Richtung :D Das angesprochene ZItat werde ich mir nochmal ansehen bei Gelegenheit :hmm:


      @Cory Thain

      Spoiler anzeigen

      Es macht nichts, dass der Text nichts für dich ist :D Kann ja nicht jedem alles gefallen xD Freut mich trotzdem, dass die gewollte Stimmung rüberkam :D

      Und zum Thema weniger düstere Texte:
      Zumindest "Zwischen Leben und Tod" dürfte darunter fallen ;)



      LG Chaos
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."


    • Chaos Rising schrieb:

      Dass du keine Ahnung hast, was genau da vor sich geht macht absolut gar nix und ist auch beabsichtigt
      Lies den letzten Satz nochmal, dann weisst du auch, WAS Pax vorhat^^
      Was er vorhat ist mir schon bewusst, aber ich bin ein Mensch, der sich riesige Hoffnungen macht, obwohl es sinnlos ist X/
      „Spätestens wenn erneut ein solches Zeichen auftaucht, werden Fragen gestellt. Wir sollten in der Lage sein, sie zu beantworten.“
      - Meister Lukras -

      Meine Geschichte
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    • Hey @Chaos Rising, ein guter Text.

      Spoiler anzeigen

      Ich kann nicht anders als bei solchen Beschreibungen - Labore, Krankenhäuser, Gänge, barfüßiges Umhertapsen, nicht wissen, was Sache ist - an Resident Evil oder 28 Days Later und ähnliche Horror-Szenarien zu denken. Es scheint aber auch zu passen ^^

      Die Stimmung kommt gut rüber. Ich finde vor allem gut, wie du nüchterne, eher emotionslose Beschreibungen mit der Angst des Mädchens kombinierst. Das wirkt für mich vor allem deshalb glaubhaft, weil sie mit aller Kraft "ein großes Mädchen" sein will und eben nicht ihren Ängsten nachgeben will. An allen Stellen ist dem Leser - denke ich - schnell klar, dass das meiste, was rot ist, Blut ist (wenn nicht alles). Doch so wie du es erzählst, kann man sich vorstellen, dass das Mädchen diese Erkenntnis unterdrückt und sich an ihre Normalität klammert. Mir gefällt das gut :thumbsup:

      Chaos Rising schrieb:

      Das rote Leuchten über den Türen zu beiden Seiten signalisieren, dass sie fest verschlossen waren.
      --> signalisierte

      Chaos Rising schrieb:

      Leise summte sie mit zitternder Stimme vor sich hin,
      Bei der Formulierung bin ich mir echt unsicher. Summt man mit Stimme? Ich glaube fast, dass das passt. Aber ich fände "brüchiger" oder "immer wieder brechender Stimme" passender (gut, das zweite klingt doof xD ).

      Chaos Rising schrieb:

      Der wiederkehrende Lichtkegel des Notsignals wanderte durch den Korridor, wo sich eine unförmige Masse von der reflektierenden Stahlwand absetzte.
      Langsam stapfte sie über den kalten Metallboden und näherte sich dem Etwas. Immer langsamer wurden ihre Schritte und sie blieb abrupt stehen, als sie in etwas Feuchtes trat. Mit angehaltenem Atem starrte sie den Mann an, der reglos in der dunklen Pfütze lag. Sie kannte ihn nicht. Warum schlief er dort auf dem Boden und nicht in seinem Bett? Vorsichtig stupste sie ihn an und versuchte ihn zu wecken. Das Mädchen hoffte, er würde aufwachen und sie vor der Dunkelheit und den Monstern die darin lauerten beschützen
      An der Stelle verstehe ich die "unförmige Masse" nicht so ganz. Ich habe mir das so vorgestellt, dass sie daraufzuläuft, aber schon vorher in die Pfütze tritt. Ab dann spielt doch die unförmige Masse keine Rolle mehr, oder? Ich kann mir natürlich auch vorstellen, dass die unförmige Masse die Leiche ist. Das kam nur bei mir nicht so klar heraus.

      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • Also als erstes: Was ein scheiß Ende XD
      Voll traurig und blöd und doof und überhaupt ...
      Und außerdem will ich jetzt auch wissen was folgt XD

      Spoiler anzeigen

      Chaos Rising schrieb:

      Das rote Leuchten über den Türen zu beiden Seiten signalisieren, dass sie fest verschlossen waren
      signalisierte

      Chaos Rising schrieb:

      Vorsichtig stupste sie ihn an und versuchte ihn zu wecken. Das Mädchen hoffte, er würde aufwachen und sie vor der Dunkelheit und den Monstern die darin lauerten beschützen (Punkt)
      Aber er hatte einen sehr festen Schlaf und wachte nicht auf,

      Chaos Rising schrieb:

      Die sonst so weißen Wände, Decken und Möbel waren von einem tiefen rot besudelt. So, wie wenn sie den Pinsel ihrer Wasserfarben zu stark schüttelte und alles vollspritzte.
      Das gefällt mir :) Passt zu dem Kind :D

      Hat die Blume einen Knick,
      war der Schmetterling zu dick.




    • Hey Ihr alle :D
      danke für eure Kommis :)

      @LadyK
      Sorry xD Ich hab hier iwie langsam den Ruf, dass Hoffnung meist vergebens is :rofl:
      Nein so schlimm ist es (hoffentlich xD) nicht, aber wer weiß ... vielleicht schreib ich ja doch mal weiter, dann erfährst du ob sich die Hoffnung gelohnt hat xD

      @Asni,Danke für deine Einschätzung :)
      Freut mich, dass es dir gefällt! Ich werde die Punkte, die du angsprochen hast nochmal ansehen, vlt fällt mir was ein :)

      @MiriScheiße sagt man nicht! (welch hartes Wort für eine weiche Masse :hmm: )
      Würdest du denn trotz dem scheiß Ende des Prologs weiterlesen, oder ist das schon so ein abturner dass du das Buch weider zuklappst? xD

      @bigbadwolfHihi freut mich, dass es die gefällt :)
      Ich habe mir überlegt, ob ich es als eigenständige KG posten soll, aber iwie war mir dann doch zuwenig ... Substanz da :hmm: Hab mich wohl geirrt xD

      Danke euch allen <3

      LG Chaos
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."


    • Lieber @Chaos Rising

      Ich habe ein alternatives Ende geschrieben. Für @Miri ;)

      „Geh weiter“, forderte er sie auf. „Sieh nicht zurück zu den Monstern.“
      Mit fester Stimme stimmte sie ihm zu und tapste weiter voran.
      Irgendetwas stimmte nicht, sie fühlte sich plötzlich so hungrig. Diese rote Farbe hatte so gut gerochen. Ihr lief das Wasser im Mund zusammen. Seltsamerweise nahm sie den gleichen appetitlichen Geruch an Pax war. Dieser führte sie in einen Nebenraum.
      „Ich liebe dich, mein Engel“, war das letzte, was er je sagen sollte.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Tariq schrieb:

      Pax ist ein Sympathieträger, der hat sich des kleines Mädchens angenommen und sie beschützt
      Ähh @Tariq in Chaos Version hat Pax das Mädchen getötet. ^^
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Das hab ich schon verstanden, @Sensenbach ^^ Aber ich nehme an, er hatte zwingende Gründe, denn leicht fiel es ihm ja keineswegs. Im Gegenteil, ich hatte eher den Eindruck, dass es ihm das Herz zerriss (auch wenn das jetzt pathetisch klingt). Trotzdem schien es nötig zu sein.
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


      :cookie:

      ___________________
    • Chaos Rising schrieb:

      Sorry xD Ich hab hier iwie langsam den Ruf, dass Hoffnung meist vergebens is
      Nein so schlimm ist es (hoffentlich xD) nicht, aber wer weiß ... vielleicht schreib ich ja doch mal weiter, dann erfährst du ob sich die Hoffnung gelohnt hat xD
      Och man X/ wenn, dann wäre ich auch jeden Fall dabei... Egal, ob sich die Hoffnung lohnt oder nicht :D
      „Spätestens wenn erneut ein solches Zeichen auftaucht, werden Fragen gestellt. Wir sollten in der Lage sein, sie zu beantworten.“
      - Meister Lukras -

      Meine Geschichte
      Die Kriegerin von Catrellak
    • Ahoi Matrosen,

      Ich habe ein schon etwas älteres Fragment für euch. Ich wollte es erst (noch) nicht hier posten, aber ... warum eigentlich nicht :D
      Bisschen Feedback schadet ja nie :D

      Ich weiß es ist ein bisschen lang, aber ich wusste nicht, wo ich es teilen soll. Wenn es euch zu viel ist, sagt es einfach, dann teile ich es nachträglich :)
      Abgesehen davon:

      Chaos Rising schrieb:

      Im folgenden Fragment müsst ihr nicht auf Rechtschreibung, Zeichensetzung etc eingehen (sofern der Sinn verständlich ist natürlich)
      Genauso müsst ihr nicht fragen, ob und wann ich weiterschreibe xD (Antwort: Eventuell, wenn mindestens ein angefangenes Projekt beendet ist )
      gilt auch hier, also hoffe ich, dass der etwas längere Text nix macht, weil keine Korrektur :D

      Wissen würde ich gerne, ob ihr die Beschreibungen versteht, alles nachvollziehbar ist und wie ihr die Chars findet :)
      (und wie immer - wie es euch insgesamt gefällt :D)

      PS: Das ist kein Kommentar über Religion oder so, also versucht gar nicht erst, irgendwas in die Richtung reinzuinterpretieren xD
      (EDIT: Falsch formuliert: ihr könnt natürlich was religiöses reininterpretieren, wenn ihr wollt, aber es soll keine versteckte Aussage über Religion sein :D )
      Ansonsten kann es zu Gewaltdarstellung kommen :D

      So viel Spaß
      LG Chaos


      Blut und Eis


      Langsam steuerte Detective Alexander Carver seinen SUV in die Einfahrt des leerstehenden Fabrikgeländes. Der Schnee knirschte unter den Reifen und sorgte, zusammen mit den dicken Flocken, die auf der Windschutzscheibe landeten, für eine angenehme Atmosphäre. Die Heizung seines Wagens ließ auch die Außentemperaturen von weit unter null Grad Celsius vergessen.
      Vorsichtig näherte er sich der Absperrung, als sich ein Streifenpolizist näherte. Der Mann hatte sich die Mütze tief ins Gesicht gezogen und versteckte sich förmlich hinter dem Kragen seiner Jacke.
      Noch ehe er an die Scheibe klopfen konnte, hatte Alex bereits seinen Dienstausweis gegen diese gehalten.
      Er hoffte, dass der ihm nicht bekannte Polizist ihn passieren lassen würde, ohne ein Gespräch anzufangen. Es würde nur kalt im Wagen werden, wenn er das Fenster herunterlassen musste und außerdem war es zu früh für so etwas. Zu seinem Glück bedeutete die Wache ihm, weiterzufahren und seinem Kollegen, das gelbe Absperrband anzuheben, sodass das Auto passieren konnte.
      Kurz darauf war Alex an seinem Ziel angekommen. Eine alte Lagerhalle, deren Fenster zerbrochen und die Wände von Graffitis übersäht waren, ragte in den von weißen Wolken verhangenen Himmel auf.
      Mehrere andere Fahrzeuge waren vor dem unscheinbaren Eingang geparkt, vor dem Officer Alvaro Ramirez stand und in der Kälte zitterte. Auch ein Rettungswagen war darunter, dessen geöffnete Hecktüren darauf schließen ließ, dass jemand behandelt wurde. Alex erkannte das Auto seiner Kollegin Detective Vanessa Hill und stellte seines daneben ab. Seufzend nahm er die beiden Kaffeebecher aus den Getränkehaltern in der Mittelkonsole und stieg aus.
      Nachdem der SUV verschlossen war, näherte sich der Ermittler dem Polizisten.
      „Was haben wir?“, fragte er mit einem begrüßenden Kopfnicken.
      „Offensichtlich Mal wieder keinen Kaffee für mich!“, nuschelte Ramirez durch seinen Schal, der sein Gesicht bis zum schwarzen Schnurrbart versteckte.
      Alex nickte schuldbewusst, hatte er doch wie so oft schlicht vergessen, einen weiteren Kaffee mitzubringen.
      „Wollen Sie meinen?“, bot er darum an. „Bin sowieso noch nicht dazu gekommen, zu trinken.“
      Dankend nahm Ramirez das Angebot an und griff einen der Becher. Zufrieden raunend trank er einen Schluck und wärmte sich dann die Hände an dem Heißgetränk.
      „Ich glaube, sie werden ihn ohnehin nicht brauchen“, sagte der Polizist voraus. „Mir ist der Appetit jedenfalls gründlich vergangen. Wenn es nicht so kalt wäre bräuchte ich auch nichts …“
      Wieder nahm er einen Schluck aus dem dampfenden Kaffeebecher.
      „So schlimm?“, hakte Alex nach und musterte Ramirez, der nur nickte.
      „Ich hoffe, sie haben nicht gefrühstückt.“
      „Nein, keine Sorge“, versicherte der Ermittler. Sein Sandwich, das er sich gemacht hatte und das sein Frühstück für unterwegs hätte werden sollen, lag noch immer auf seinem Küchentisch.
      „Ist jemand verletzt?“, wollte er wissen und deutete auf den Rettungswagen.
      „Nein, nicht direkt“, antwortete der Polizist. „Nur ein Schock bei den beiden Jugendlichen, die das Ganze entdeckt haben.“
      „Sprayer?“
      „Sie waren noch nicht vernehmungsfähig, also kann ich Ihnen noch nicht mehr dazu sagen.“
      Alex bedankte sich knapp, ging an vorbei und öffnete die knarrende Tür zum Lagerhaus.
      Im Inneren war es nur unwesentlich wärmer als im Freien. Noch immer bildeten sich bei jedem Atemzug kleine Wölkchen, die rasch in der kalten Luft verflogen. Nur wenig des ohnehin trüben Sonnenlichts fand seinen Weg in die Lagerhalle und zeichneten ihren Weg deutlich in der düsteren Umgebung nach. Nur leise Stimmen verrieten Alex, dass er nicht alleine dort war. Große nummerierte Hochregale, in denen noch allerhand Kisten und Paletten voller Kartons standen, versperrten die Sicht auf die Urheber der Geräusche, aber er erkannte Vanessas helles Lachen und fragte sich was es denn zu lachen gäbe.
      Vorsichtig bahnte er sich mit Hilfe seiner Taschenlampe seinen Weg durch die Scherben und den anderen Dreck, der den Boden des Warenlagers bedeckte. Die kaputten Fenster hatten den Schnee nicht draußen halten können und so fanden sich unter ihnen kleine Haufen des weißen Pulvers.
      Bald hatte Alex die anderen Anwesenden erreicht.
      Detective Peter Hanson stand abgebeugt dort und stützte sich mit einer Hand an einem der Regale ab, während er sich mit der anderen den Bauch hielt. Zu seinen Füßen fand sich eine Pfütze Erbrochenes, die genau wie der Kaffeebecher in Alex Hand dampfte.
      „Ich nehme an, Hanson möchte keinen Kaffee?“, scherzte er und näherte sich den beiden.
      „Wie kommst du denn darauf?“, antwortete Vanessa und grinste. Sie trug einen dunkelroten Wintermantel, der ihre sportliche Figur ausnahmsweise einmal nicht betonte, und schlichte schwarze Stiefel. Das lange braune Haar war wie meist zu einem Pferdeschwanz gebunden, welcher unter einer weißen Wollmütze herausschaute. Ein ebenso heller Schal komplettierte das Bild.
      „Wer hat Sie eigentlich zur Mordkommission gelassen?“, fragte sie lachend und klopfte Hanson auf die Schulter. „Es hilft uns nicht weiter, wenn sie ständig den Tatort vollkotzen!“
      „Sehr witzig …“, grummelte der kränklich dreinblickende Detective, ohne seine Schonhaltung aufzugeben.
      Seufzend ließ die Ermittlerin von dem Polizisten ab und überbrückte die restliche Distanz zu Alex.
      Dieser hielt ihr den warmen Kaffee hin, den sie erfreut entgegennahm.
      „Du bist ein Schatz“, flötete sie. „Was würde ich nur ohne dich machen?“
      Alex lächelte nur etwas verlegen, da er nicht wusste, was er dazu sagen sollte, räusperte sich dann und fragte:
      „Wo ist unser … Kunde?“
      „Gang dreiundzwanzig“, antwortete Vanessa und deutete tiefer in das Lagerhaus hinein, woraufhin Alex kurz seine Taschenlampe auf das Regal richtete, an dem Hanson sich anlehnte. Eine rote fünfzehn die mit abblätternder Farbe auf das Metall gemalt war, verriet dem Beamten, dass er noch etwas Weg vor sich hatte.
      „Ist die Gerichtsmedizin schon da?“, wollte er wissen, während er sich mit Vanessa auf den Weg machte.
      „Nein, noch nicht“, teilte sie ihm mit. „Aber ich denke der Doc müsste jeden Moment hier eintreffen.“
      Nickend nahm Alex die Information hin und leuchtete den Weg aus.
      „Wie schlimm ist es?“, war seine nächste Frage.
      „Sehr“, meinte Vanessa. „Man kann Hanson eigentlich nicht böse sein.“
      Seufzend schüttelte Alex den Kopf. Er wusste nicht, was ihn erwartete, aber er machte sich auf etwas Grausames gefasst.
      „Gang dreiundzwanzig“, meinte die junge Frau leise und deutete auf die rote Zahl. „Da ist es.“
      Ihr war deutlich anzusehen, dass sie keine große Lust hatte, den Fundort noch einmal zu begehen, auch wenn sie es deutlich besser weggesteckt hatte als Hanson.
      Alex nahm einen tiefen Atemzug in der kalten Luft und bog um die Ecke in den Gang.
      Nur wenig Licht drang bis hierher vor, da dieser Teil des Lagerhauses an das Fabrikgebäude anschloss und somit keine Fenster mehr hatte.
      Aber es genügte, um ein erstes Bild von dem zu zeichnen, was dort auf den Mordermittler warten würde. Eine dunkle Gestalt kniete zusammengesackt in der Mitte des Ganges, die Arme weit vom Körper gespreizt und von schweren Ketten gehalten, die seitlich an den Regalen befestigt waren. Auch von Rücken und Brust des Knienden schienen Ketten auszugehen. Bereits jetzt war es ein unwirklicher Anblick, der Alex an eine Darstellung der Hölle erinnerte. Gefesselte Sünder, die ihre ewige Strafe auf diese Weise absitzen mussten. Zögerlich hob er die Taschenlampe und ließ den Lichtkegel langsam auf das Opfer wandern. Angewidert stöhnte er, als er die gefrorenen Eingeweide auf dem Boden sah, die aus dem aufgeschlitzten Bauch des nackten Mannes gequollen waren. Riesige Fleischerhaken waren zwischen seine Rippen getrieben und hielten den blutüberströmten Oberkörper aufrecht, während die auf dieselbe Weise aufgespannten Arme beinahe wie Flügel wirkten.
      Der dunkelhaarige Kopf des Toten war mit Stacheldraht umwickelt und hing locker nach vorne.
      „Oh Gott …“, murmelte Alex und verharrte einen Moment, um die aufkeimende Übelkeit zu unterdrücken. „Was zum …“
      „Ich sagte doch, es ist schlimm“, raunte Vanessa. „Und das ist noch nicht alles.“
      „Nicht?!“, keuchte Alex überrascht. „Sag nicht, es wird noch schlimmer!“
      „Nicht direkt schlimmer“, meinte Vanessa mit einem tiefen Atemzug, „nur … seltsamer.“
      Sie bedeutete ihm, ihr zu folgen.
      Stumm tat er, was sie wollte und versuchte, das Opfer und die Ketten nicht zu berühren, als sie ihn vorbeiführte. Er duckte sich unter dem von weißen Eiskristallen überzogenen Stahl durch und wich den verstreuten Eingeweiden aus. Mit einem Mal war er froh, dass es auch in dieser Halle so kalt war. Er wollte sich den Gestank nicht einmal vorstellen, wenn der gute Mann hier im Sommer gefunden worden wäre.
      Als sie die Leiche hinter sich gelassen hatten, deutete Vanessa auf den Boden.
      Alex leuchtete wieder und fand eine vermutlich mit Blut geschriebene Nachricht.
      „‘Der falsche Prophet ist dem Wahren gefolgt‘“, las er vor. „Was soll das heißen?“
      „Keine Ahnung“, gab die junge Frau zu. „Aber einfach so wird der Täter das nicht an die Wand geschrieben haben.“
      „Wenn es überhaupt vom Täter stammt“, gab der Ermittler zu bedenken.
      Immerhin bestand auch die Möglichkeit, dass es sich um ein Graffiti handelte, auch wenn die rote Farbe und die seltsame Pinselführung etwas Anderes vermuten ließ. Genaueres würden sie erst nach der kriminaltechnischen Untersuchung wissen.
      Mit einem kurzen Nicken stimmte Vanessa ihm zu.
      Ein Knacken des Funkgeräts durchbrach die aufkeimende Stille im Lagerhaus. Die Leitstelle verkündete, dass sie dafür gesorgt hatte, dass der Strom in der Halle wieder eingeschaltet wurde, was Vanessa wohl schon vor der Ankunft ihres Kollegen veranlasst hatte.
      Die junge Frau nahm dies als willkommenen Anlass, den Tatort zu verlassen und meinte, sie würde sich um das Licht kümmern.
      „Mach das“, entgegnete der Alex und richtete den Lichtkegel seiner Lampe an die Decke. Er hatte wenig Hoffnung, dass die alten Neonröhren noch funktionierten, aber wurde kurz darauf eines Besseren belehrt. Pünktlich mit dem Eintreffen des Gerichtsmediziners flackerte das Licht auf und erhellte das verlassene Lagerhaus zumindest soweit, dass man ordentlich sehen konnte. Schnell steckte er seine Taschenlampe in die Jackentasche und kämpfte sich zurück durch die Ketten.
      Doktor Erik Bannon trug nur seine Tasche, als er sich zusammen mit Vanessa dem drapierten Leichnam näherte und Alex begrüßte.
      Dieser erwiderte die Begrüßung, während er wartete, dass der Gerichtsmediziner seine Arbeit aufnahm.
      „Das ist … Mal was Anderes“, meinte Doktor Bannon beinahe belustigt und musterte den Toten.
      „Ja“, stimmte der Ermittler zu. „Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll.“
      „Abstand wäre gut“, entgegnete der in nur eine erstaunlich dünne Jacke gekleidete Mediziner und scheuchte Alex vom Toten weg.
      Dieser folgte der Aufforderung und erkundigte sich nach der Assistentin des
      Forensikers.
      „Laura kommt gleich“, antwortete der Doktor und fuhr sich durch das leicht ergraute Haar. „Sie holt den Rest aus dem Auto.“
      „Verstehe“, nahm Alex die Antwort hin. „Dann lasse ich sie Mal arbeiten.“
      Für den Moment konnte er ohnehin nichts mehr tun und draußen warteten noch die zwei Jugendlichen, die den Leichnam entdeckt hatten auf ihn. Es war kein Wunder, dass die beiden nicht vernehmungsfähig waren. Wenn selbst erfahrenen Mordermittler beim Anblick der Leiche schlucken mussten, konnte er sich vorstellen, wie es einem unbedarften Zivilisten ergehen musste.
      Er verließ den Schauplatz der grausamen Tat und bahnte sich seinen Weg durch das Lagerhaus zurück nach draußen. Unterwegs kam ihm Laura Rowley entgegen, die einen großen Koffer schleppte. Zu mehr als einer kurzen Begrüßung genügte es jedoch nicht und so fand Alex sich bald im Freien wieder. Schneeflocken suchten ihren Weg in seinen Nacken, weshalb er den Kragen seiner Jacke fester an sich zog.
      Auch seine beiden Kollegen hatten die Halle verlassen. Vanessa stand mit angezogenen Armen im Windschatten des Krankenwagens und rauchte eine Zigarette, während der jüngere Detective an seinem Auto lehnte und sich noch immer den Bauch hielt. Es war fast beachtlich, wie so ein dürrer Mann eine solche Menge erbrechen konnte.
      Alex zweifelte daran, dass Hanson sich nützlich gemacht und die Befragung durchgeführt hatte. Rasch versicherte er sich dessen bei Vanessa, die nur lachend den Kopf schüttelte.
      „Natürlich nicht“, meinte sie und zog an ihrem Glimmstängel. „Aber der darf dann den Papierkram erledigen.“
      „Klingt fair“, entgegnete der Ermittler grinsend und verkündete, nach den Zeugen zu sehen.
      „Mach das“, antwortete Vanessa. „Du kommst sowieso besser mit Mädels klar als ich.“
      Verdutzt sah Alex sie an. Tat er das? Abgesehen davon hatte er in so einer Umgebung eher männliche Herumtreiber erwartet.
      „Mädels?“, hakte er darum nach.
      „Naja, ein Mädel“, erklärte seine Kollegin, „und ein Kerl. Beide um die sechzehn Jahre alt.“
      „Weibliche Sprayer sind eher selten“, murmelte Alex vor sich hin und ließ den Blick zu den bunten Bildern an der grauen Wand schweifen.
      „Ich glaube nicht, dass die beiden wegen Graffitis hier waren“, meinte die junge Frau und grinste schelmisch.“
      Verständnislos blinzelte der Ermittler und sah seine Kollegin an, welche erneut nur lachte, ihre Zigarette ausdrückte und sich dann direkt vor ihn stellte.
      „Arbeiten ist nicht das einzige, was ein Mann und eine Frau zusammen tun können, Alex“, raunte sie und fixierte ihn mit ihren grünen Augen.
      „Oh“, erkannte er seinen Fehler und räusperte sich. „Da hat ihnen wohl jemand ihr Date versaut.“
      Er löste sich aus ihrem Blick, wandte sich ab und ging ohne auf ihre Antwort zu warten die paar Schritte zum hinteren Ende des Rettungswagens. Er spähte in die noch immer offenstehenden Hecktüren, wo er einen zwei Sanitäter sah, die jeweils einen der Jugendlichen versorgten.
      „Wie sieht’s aus?“, erkundigte er sich.
      „Sie stehen unter Schock, aber sonst ist alles in Ordnung“, antwortete der blonde Sanitäter und zog dem starr an die Wand blickenden Mädchen die Decke wieder über die Schulter. Ein kleines Kreuz hing ihr um den Hals.
      „Kann ich ihnen ein paar Fragen stellen?“
      „Sie haben noch keinen Ton gesagt“, erklärte der andere Sanitäter. „Viel werden Sie noch nicht aus den beiden herausbekommen.“
      Nickend meinte Alex, es dennoch versuchen zu wollen und kletterte in den Rettungswagen. Die Sanitäter machten ihm Platz so gut es ging.
      Der Ermittler stellte sich zwischen die beiden Jugendlichen, die nebeneinander auf der Trage saßen.
      „Hallo“, fing er an, „mein Name ist Detective Carver. Verratet ihr mir eure Namen?“
      Keine Reaktion.
      „Habt ihr irgendetwas auffälliges bemerkt, bevor … eine Person? Geräusche?“
      Wieder befürchtete er, keine Informationen zu erhalten, als das Mädchen plötzlich flüsterte:
      „Jesus.“
      „Bitte was?“, hakte Alex überrascht nach, bekam aber keine Antwort mehr.
      „Sie ist verwirrt“, sagte der blonde Sanitäter, „das kommt vor. Wir werden die zwei nun ins Krankenhaus bringen. Die melden sich dann, wenn sie vernehmungsfähig sind.“
      Der Ermittler nickte und fragte noch einmal nach, ob Personalien bekannt waren, was verneint wurde. Knapp bedankte er sich, stieg aus und schloss die Hecktüren des Rettungswagens. Nachdenklich sah er dem Fahrzeug kurz darauf dabei zu, wie es durch die weiße Pracht davonfuhr.
      „Und was rausgekriegt?“, wollte Vanessa wissen, die plötzlich hinter ihm aufgetaucht war.
      „Jesus war der Täter“, antwortete er, nachdem er innerlich kurz zusammengezuckt war.
      „Jesus? Wie in Jesus Christus?“
      „Ja“, meinte Alex und berichtete die wenigen Erkenntnisse der Befragung.
      Vanessa seufzte.
      „Die Armen“, flüsterte sie. „So etwas zu sehen … Zum Glück war wenigstens das Licht schwach.“
      Wieder stimmte ihr Kollege zu.
      „Sie hatte ein Kreuz um den Hals hängen“, erzählte er. „Vielleicht hat sie nur in ihrem Glauben Halt gesucht.“
      „Kreuz …“, murmelte Vanessa und starrte nachdenklich in die eisige Luft.
      „Was ist?“
      „Sag ich dir später, ich muss mir das erst noch einmal ansehen“, wimmelte sie ihn ab zu und wechselte dann das Thema. „Doc Bannon kann noch nicht viel sagen, dafür ist der Kerl zu tiefgefroren. Aber ich habe einen Gang weiter seine Kleidung gefunden mit seiner Sozialversicherungskarte. Sein Name ist Henry Phillips, sechsundvierzig, momentan obdachlos gemeldet, keine nächsten Angehörigen.“
      Ein leises Stöhnen entwich Alex. Was konnte ein Obdachloser verbrochen haben, dass jemand solch einen Hass auf ihn haben könnte? Vermutlich handelte es sich um ein mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Ziel.
      „Das perfekte Opfer …“, grummelte er. „Keiner vermisst ihn, keiner sucht nach ihm. Zudem sind Obdachlose leicht irgendwohin zu locken. Vermutlich hätte der arme Kerl da gehangen bis es taut und er … riecht, wenn die Zwei nicht beschlossen hätten da einzusteigen.“
      Er wollte sich nicht ausmalen, wie der Fundort dann ausgesehen hätte. Mit einem leichten Schütteln seines Kopfes vertrieb er die Gedanken daran und machte sich zusammen mit seiner Kollegin auf, die restlichen Spuren am Tatort zu sichern.
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."


    • Keine Ahnung, wieso du glaubst, es könnte zu lang sein, @Chaos. Ich zumindest finde es immer noch zu kurz. Man ist überrascht, dass es so plötzlich aufhört.
      Da du meine Meinung dazu ja schon kennst, möchte ich nochmal leise vermerken, dass ich es toll fände, wenn du es fortsetzt. :whistling: Jaaa, ich weiß ...
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


      :cookie:

      ___________________
    • Chaos Rising schrieb:

      Ich habe ein schon etwas älteres Fragment für euch.
      hast du es, bevor du es gepostet hast, nochmal überarbeitet, oder ist es wie es war? :)
      Ist es ein Teil einer größeren (und nie beendeten?) Geschichte oder einfach so aus einer Laune heraus geschrieben, weil man es eben zu Papier bringen musste? :D

      sinnlose Anmerkungen

      Chaos Rising schrieb:

      Vorsichtig näherte er sich der Absperrung, als sich ein Streifenpolizist näherte. Der Mann hatte sich die Mütze tief ins Gesicht gezogen und versteckte sich förmlich hinter dem Kragen seiner Jacke.
      =O Das ist bestimmt kein Polizist ...

      Chaos Rising schrieb:

      Kurz darauf war Alex an seinem Ziel angekommen.
      Mist ... daneben getippt XD Hätte sich aber angeboten :D

      Chaos Rising schrieb:

      Sein Sandwich, das er sich gemacht hatte und das sein Frühstück für unterwegs hätte werden sollen, lag noch immer auf seinem Küchentisch
      Könnte ich sein :rofl:

      Chaos Rising schrieb:

      Aber es genügte, um ein erstes Bild von dem zu zeichnen, was dort auf den Mordermittler warten würde. Eine dunkle Gestalt kniete zusammengesackt in der Mitte des Ganges, die Arme weit vom Körper gespreizt und von schweren Ketten gehalten, die seitlich an den Regalen befestigt waren. Auch von Rücken und Brust des Knienden schienen Ketten auszugehen. Bereits jetzt war es ein unwirklicher Anblick, der Alex an eine Darstellung der Hölle erinnerte. Gefesselte Sünder, die ihre ewige Strafe auf diese Weise absitzen mussten. Zögerlich hob er die Taschenlampe und ließ den Lichtkegel langsam auf das Opfer wandern. Angewidert stöhnte er, als er die gefrorenen Eingeweide auf dem Boden sah, die aus dem aufgeschlitzten Bauch des nackten Mannes gequollen waren. Riesige Fleischerhaken waren zwischen seine Rippen getrieben und hielten den blutüberströmten Oberkörper aufrecht, während die auf dieselbe Weise aufgespannten Arme beinahe wie Flügel wirkten.
      Der dunkelhaarige Kopf des Toten war mit Stacheldraht umwickelt und hing locker nach vorne.
      Ich frage mich immer, wie zur Hölle Autoren auf solche bestialischen Dinge kommen ...
      Ist genau wie der Thriller (von einer Frau geschrieben), in dem es nur um grausame Vergewaltigungen geht ...
      Verstehst du meinen Gedankengang? XD Das ist ... paradox.


      Ansonsten habe ich nicht viel zu sagen ^^
      Man kann deinen Beschreibungen sehr gut folgen :)
      (Fast ein bisschen zu gut :P )
      Hat die Blume einen Knick,
      war der Schmetterling zu dick.




    • Hey ihr zwei :)
      Danke für eure Antworten :)

      @Tariq
      Ich habe vor es fortzusetzen, nur WANN ... das kann ich dir noch nicht sagen xD

      @Miri
      Spoiler anzeigen

      Miri schrieb:

      hast du es, bevor du es gepostet hast, nochmal überarbeitet, oder ist es wie es war?
      Ist es ein Teil einer größeren (und nie beendeten?) Geschichte oder einfach so aus einer Laune heraus geschrieben, weil man es eben zu Papier bringen musste?
      Es ist im Wesentlichen, wie es war. ich habe nur ein paar Fehlerchen ausgebessert, die mir beim Überfliegen aufgefallen sind :)
      Und es ist beides xD Es ist Teil einer größeren Geschichte, die ich aber erst schreiben will, wenn ein anderes Projekt abgeschlossen ist. Da es mir aber nicht aus dem Kopf ging, hab ichs aufgeschrieben, damit der Balast weg ist xD
      Es ist quasi das erste Kapitel der Geschichte.

      Miri schrieb:

      Mist ... daneben getippt XD Hätte sich aber angeboten
      Der erste Twist direkt mal nach 5 Zeilen xD NEHMT DAS!

      Miri schrieb:

      Ich frage mich immer, wie zur Hölle Autoren auf solche bestialischen Dinge kommen ...
      Ist genau wie der Thriller (von einer Frau geschrieben), in dem es nur um grausame Vergewaltigungen geht ...
      Verstehst du meinen Gedankengang? XD Das ist ... paradox.
      Verstehe ich :D Und ich weiß auch nicht, wo das herkommt xD
      Es können ja nicht alle Gedanken nur im Sumpf wohnen :grinstare:

      Miri schrieb:

      Man kann deinen Beschreibungen sehr gut folgen
      (Fast ein bisschen zu gut )
      Danke sehr :D
      (Tut mir leid? xD Nein, eigentlich nicht :rofl: )


      LG Chaos
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."