TiKas Gedichte - Der Sammelthread

  • Heyho TiKa444


    Diese beiden letzten haben mir ausnehmend gut gefallen.

    Obwohl beiden eine unbestimmte Traurigkeit innewohnt, habe ich sie in keinem Augenblick als negativ empfunden (im Sinne, daß sie mich runtergezogen hätten...).

    Eher eine melancholische Reflektion des menschlichen Daseins.

    Und merken betroffen

    Wenn wir schließlich gehen

    Dass die Sterne sich nicht

    Um unser eins drehen

    Keine neue Erkenntnis, aber eine, die viel zu wenige im Laufe ihres Lebens erlangen - und am Schluß haben sie nichts mehr davon.


    Gut geschrieben. Danke dafür.

    :thumbup:

  • Schattenspiel


    In der Nacht leuchten die Sterne

    Sie sind klar und deutlich zu sehn

    Kaum mehr als Lichter in weiter Ferne

    Kann ich doch nicht zu ihnen gehn


    Am Tage brennt nur die Sonne

    Sie flutet die Welt mit Licht

    Leuchtende Farben wohin ich auch komme

    Farben sieht man in der Dunkelheit nicht


    Was bringt mir die Welt ohne Sterne

    Was nützt mir ihr Licht ohne Farben

    Wie lange noch bis ich endlich lerne

    Der Schatten verbirgt, doch er heilt keine Narben


    In der Nacht weiß ich, was ich verpasse

    Wenn ich die fernen Sterne betrachte

    Während ich selbst am Tage verblasse

    Mein Leben endet, sobald ich erwache

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.


    Aldous Huxley

  • Der Dunst der Dämmerung


    Der Dunst der Dämmerung deckt die Dächer

    Ein einsam Eilender eilt eilig entlang

    An alten Anwesen aus anderen Ären

    Vergessen von vielen, verdrängt vom Verstand


    Was würdevoll währte, wankt wie Wasser

    Basalt bricht berstend bei böiger Bora

    Ein Ebenbild entwichener erhabenen Ehren

    Fast flächendeckend fasoniert für flüchtige Flora


    Schließlich scheinen scheinbar Sonnenstrahlen schleichend schwächer

    Als anscheinend Abends abendröte apart aufglühlt

    Lichtblicke leisten leuchtend livriert

    Barmherzigen Beistand behutsam bemüht


    Bald blitzen Bernsteinstrahlen behaarlich blässer

    Und unversehen urteilt uraltes Urgericht

    Ganz geruhsam gar gänzlich geniert

    Das die Düsternis darniederbricht

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.


    Aldous Huxley

  • Lichterloh


    Hämmern klopft die Sorge an

    Was ist Angst, was Bedauern

    Mein Herz springt klopfend dann und wann

    Wenn die Nacht mich sanft umschlingt


    All mein Glück ist nur gestohlen

    Und meine Zeit läuft ab

    Die Vergangenheit Jagd unverholen

    Mich, dem nichts gelingt


    Der Sommer neigt sich jetzt dem Ende

    Es fallen Blätter, hinter denen Geister lauern

    Und ich frag mich ein neues, wo ich jetzt stände

    Hätt ich die Zukunft nicht verkannt


    Die Hoffnung wiegt mich sanft in Armen

    Doch zieht sie mich hinab

    Ich wimmer leise um Erbarmen

    Hab mich an meiner selbst verbrannt

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.


    Aldous Huxley

  • Wow, Tika, "Dunst der Dämmerung" ist ein echtes Kunstwerk. Gefällt mir, wie du da die ganze Breite unserer Wortpalette genutzt hast, um dich auszudrücken. :thumbup:

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



    :cookie:


    ___________________