Es gibt 547 Antworten in diesem Thema, welches 44.868 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. Februar 2024 um 11:15) ist von Thorsten.

  • Frida ist ja echt ein Hammer. Sie bringt du besonders gut rüber. Und es bleibt mal wieder spannend!

    »Im Leben bekommst du nicht viele Chancen. Zugreifen oder sie ist weg«, sagte ich. Den Zusatz: Alte Weisheit einer Straßendiebin – verkniff ich mir vorsichtshalber.

    Murissa in "Fluchbrecher"

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Vielen Dank für eure Rückmeldung, Kirisha und Ichuebenoch . :panik:

    Ich freue mich sehr, dass ihr es spannend findet. Danke auch euch beiden und Tom Stark und Alraniss für eure Likes.

    Da ihr jetzt außer Thorsten (von dem ich weiß, dass er auch mal zwei Parts am Stück liest) das Kapitel 42 gelesen habt, poste ich mal den nächsten, auch wenn noch nicht Sonntag ist. ;) Aber der General muss noch warten. Wir begleiten Etienne in Kapitel 43.

    ______________________________________________

    Zum vorigen Part: Kapitel 42

    ~~~ Kapitel 43 ~~~

    Kapitel 43 (1/3)

    „Yo, Kyle, komm rein!“

    Etienne grinste, als er sah, wie sich die Gesichtszüge von Isaiah veränderten, nachdem der Freund die Tür geöffnet hatte und erkannte, wer wirklich vor ihm stand. Eine Weile wurde er sprachlos mit offenem Mund angestarrt.

    „Leute“, krächzte Canes großer Bruder endlich, „ihr glaubt nicht, wer hier ist.“

    „Nicht Kyle? Dann – Polizei?“, drang eine gelangweilte Stimme aus dem Zimmer rechts hinter der Tür und ein Stuhl wurde zurückgeschoben. Brads brauner Lockenkopf tauchte neben Isaiah auf. „Hat einer von uns was ausgefress-“ Als er sah, wer draußen stand, verstummte er. „Ich fass es nicht!“

    Isaiahs Hand krallte sich in Etiennes Ärmel und er wurde förmlich hereingezerrt in die Bleibe, die einmal sein Zuhause gewesen war.

    „Welcher Wind treibt dich denn hierher?“

    Die Tür zu Canes Zimmer öffnete sich. Der Teenager, der mit seinen schwarzen Haaren, dem schmalen Gesicht und den asiatisch schrägstehenden Augen das Ebenbild seines Bruders war, blieb auf der Schwelle stehen. Er musterte den Gast nur stumm durch die in die Stirn fallenden Strähnen. „Etienne“, meinte er schließlich leise. „Cane!“ Er lachte und trat näher. „Immer noch so ausgelassen wie früher?“ Seine Faust boxte freundlich gegen Canes Oberarm. Der zierliche Junge wurde davon fast aus dem Gleichgewicht gebracht. Er trat einen Schritt ins Zimmer zurück und schloss die Tür.

    Etienne stutzte.

    „Was sollte das denn?“, fragte er verwundert. „Er war ja schon immer seltsam und noch nie eine Plaudertasche, aber das kann man ja schon fast unfreundlich nennen.“

    Brad und Isaiah tauschten einen Blick.

    „Du weißt es ja noch gar nicht“, fiel Brad ein und er nahm seine Brille ab, um sie mit dem Shirt zu putzen.

    Er hat das Ding immer noch, erkannte Etienne, also fehlt ihm wohl Geld für eine Augenkorrektur.

    „Was weiß ich nicht?“, forschte er.

    „Du hast Recht: Cane war schon immer seltsam, und nachdem du weggegangen bist, ist er noch seltsamer geworden.“ Isaiah legte ihm die Hand auf die Schulter und schob ihn in sein eigenes Zimmer. „Hat aber nichts mit dir zu tun. Das liegt nur an diesem Programm. Es hat ihn völlig vereinnahmt. Er kommt nicht mehr aus seiner Bude. Und er redet kaum noch. Es ist, als wäre er in einer anderen Welt. Tag und Nacht tüftelt er an seinem Projekt und wenn man ihn anspricht, bekommt man keine Antwort. Er sieht einfach durch einen hindurch!“

    Brad hatte Coladosen aus der Küche geholt, war ihnen gefolgt und schloss die Tür hinter sich.

    „Isaiah hat es mit der Angst bekommen, denn Cane hat kaum noch was gegessen“, fuhr er fort und reichte Etienne eine. „Du hast gesehen, wie dürr er ist?“

    Etienne nahm ihm die Dose ab. Und diese Dinger gibt es also auch noch, dachte er und setzte sich rücklings auf einen Stuhl.

    „Wir wollten endlich wissen, was ihm fehlt.“ Isaiah ließ die Lasche zischen und hob in einer hilflosen Geste die Hand. „Und dazu musste er zu einem Arzt. Also haben wir Geld gesammelt. Ich mit Überstunden, Brad in seiner knappen Freizeit mit Saxophon spielen auf der Straße oder an Hyperrail-Plattformen. So lange, bis wir genügend zusammen hatten, um mit Cane zu einem Psychiater gehen zu können.“ Er trank lange und hockte sich dann auf die Fensterbank.

    Geduldig wartete Etienne, dass sein Freund weitersprach. Doch der ließ sich Zeit. Eine Weile sah er stumm hinaus auf die Straße.

    „Wir hatten Glück, denn der Mann wollte Cane wirklich helfen und er verstand sein Fach“, setzte er seinen Bericht fort. „Er hat als Erstes uns beide rausgeschmissen und sich dann eine volle Stunde mit Cane beschäftigt. Beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass der Junge kaum spricht. Als er fertig war, verkündete er, dass mein Bruder am Asperger-Syndrom leidet.“

    Die Coladose knackte in Isaiahs Hand und daran, wie fest sein Freund sie umklammerte, erkannte Etienne, dass er aufgewühlt war. „Was ... ist Asperger?“, forschte er vorsichtig.

    „Der Arzt sagte, Cane sei Autist und Asperger wäre eine besondere Form von Autismus“, half Brad, der sich auf das durchgesessene Sofa hatte fallen lassen.

    Cane, ein Autist ... Etienne wusste so gut wie nichts über diese Krankheit.

    „Das ... tut mir leid“, stammelte er betroffen und starrte auf die Coladose in seiner Hand. „Verdammt. Braucht ihr Geld?“

    Isaiah winkte ab. „Cane erhält eine kleine Rente, weil er nicht arbeitsfähig ist. Das hat der Psychiater in die Wege geleitet. Ich bin dem Mann echt dankbar. Wir kommen über die Runden.“

    Etienne zweifelte daran, doch er schwieg.

    „Was machst du hier?“ Brad hatte offensichtlich gemerkt, wie unbehaglich er sich fühlte, und wechselte das Thema. „Und wie geht’s dir? Bist du noch in diesem Superknast?“

    Dankbar für den Themenwechsel schüttelte Etienne den Kopf. „Zur ersten Frage – ich brauche eure Hilfe. Und zur zweiten – gut, und drittens – ja. Aber ich warne euch, wenn ich euch davon erzähle, dann bring ich euch in Gefahr.“

    Brad grinste. „Klingt gut“, meinte er.

    „Erzähl mal.“ Isaiah war von der Fensterbank aufgestanden. Das platt gedrückte Kissen verriet, dass er wohl öfter dort saß. Doch jetzt nahm er sich ebenfalls einen Stuhl, hockte sich wie Etienne verkehrt herum darauf und legte die Arme auf die Lehne.

    Eine halbe Stunde später wussten seine beiden Freunde alles, was er wusste. Sie staunten nicht schlecht, als sie hörten, wie er lebte und als was er arbeitete. Als sie von dem Plan erfuhren, den er und seine Mitverschwörer geschmiedet hatten, sah er ihre Augen aufleuchten.

    „Was genau willst du von uns?“, fragte Brad rundheraus.

    Etienne presste kurz die Lippen zusammen.

    „Eigentlich brauche ich Canes Hilfe“, gab er niedergeschlagen zurück, „doch nach dem, was ihr über ihn erzählt habt, bin ich nicht mehr sicher, dass er mir helfen kann.“

    „Dann finden wir es heraus.“ Isaiah stand auf und verließ das Zimmer. Fünf Minuten später schob er Cane in den Raum. Seine Hand lag auf der Schulter des jüngeren Bruders, als wollte er ihm vermitteln, dass er in der Nähe war. Der Teenager starrte auf den Boden.

    Etienne musterte ihn.

    „Setz dich“, bat Isaiah und wies neben Brad auf das wenig vertrauenerweckende Sofa. „Etienne möchte dich was fragen.“

    Hier geht's weiter: Kapitel 43/2

    "Er wird wiederkommen. Die Berge sind wie ein Virus. Man infiziert sich mit der Liebe zu ihnen
    und es gibt kein Gegenmittel. Sie führen in eine Sucht, man kommt nicht mehr von ihnen los.
    Je länger man sich woanders aufhält, desto größer wird das Verlangen, sie wiederzusehen."

    Chad, der Holzfäller
    aus "Der Wolf vom Elk Mountain"

    ___________________

    2 Mal editiert, zuletzt von Tariq (5. Februar 2024 um 20:21)

  • 42:

    Ich komm' bei der ganzen Szene super mit ausser hier:

    Einen kurzen Moment ließ er sie einen Blick auf den Mann werfen, der er sein würde, wenn er nicht ihr Befehlsempfänger wäre. Lodernder Zorn sprang in seine Augen. Doch einen Wimpernschlag später hatte er sich wieder in der Gewalt.

    Wieso wird er hier zornig?

    Der Text vorher legt doch sehr nahe, dass sich Coholt sehr sehr sicher fuehlt (der Leser hat die Ahnung dass er Teil der Verschwoerung ist und sich als Mitwisser unantastbar fuehlt - und Frida das wissen laesst).

    Aber wieso ist er dann hier zornig und verliert die Fassung? Von seiner Perspektive aus kann er es sich ja leisten cool zu bleiben? Frida schleudert ihm ja nichts richtig heftiges entgegen, er weiss ja schon dass der General kommt und kann sich denken wieso - ob Frida ihm da jetzt zur Seite steht oder nicht spielt doch keine Rolle.

    Und dass er sie mag und hier ausrastet weil er dachte sie ist auf seiner Seite und jetzt muckt sie auf - dafuer habe ich nun wirklich keinen Anhaltspunkt.

    Also, der Moment ist raetselhaft...

    Ansonsten grosses Kino, Frida wirkt hier sehr glaubhaft.

  • 43/1:

    Ich mag mich irren, aber Autismus ist doch nichts was graduell anfaengt und immer schlimmer wird. Etienne kennt Cane doch und muss eigentlich wissen auf welche Art er seltsam ist - dass er jetzt eine Diagnose hat, veraendert doch das Krankheitsbild nicht.

    Aber die Szene ist irgendwie so aufgebaut dass Etienne davon ueberrascht ist dass der Junge jetzt auf einmal krank ist und deswegen nicht sicher ob er ueberhaupt helfen kann - und das klingt eher als haette sich Canes Zustand dramatisch veraendert (?)


    „Isaiah bekam es mit der Angst, denn Cane aß kaum noch was

    Imperfekt passt wahrscheinlich nicht so gut zu einer lockeren Unterhaltung in der erzaehlt wird - er redet ja sonst auch im Perfekt.

  • Ich mag mich irren, aber Autismus ist doch nichts was graduell anfaengt und immer schlimmer wird. Etienne kennt Cane doch und muss eigentlich wissen auf welche Art er seltsam ist - dass er jetzt eine Diagnose hat, veraendert doch das Krankheitsbild nicht.

    Da würde ich mich anschließen. Bei Leuten die Diagnosen wie Autismus oder Asperger bekommen weiß man von Anfang an dass etwas an ihnen "nicht normal" ist. Das kommt nicht auf einmal sondern ist immer da. Die Diagnose bringt dann nur Licht hinein was genau bei den Patienten anders ist und eventuell auch wie man ihnen helfen kann. Gewisserweise kann sie dann rückblickend auch gewisse Verhaltensmuster verständlich machen und darum "erhellend" wirken.

    Sicherlich denke ich dass die Diagnose trotzdem sehr erstaunen kann. Manchmal trifft sie ja Leute die man eigentlich nicht für "abnormal" gehalten hat sondern nur dachte dass sie normal sind mit gewissen Macken - irgendwelche Macken hat ja schließlich jeder. Vielleicht könntest du es in diese Richtung rüberbringen?

    »Im Leben bekommst du nicht viele Chancen. Zugreifen oder sie ist weg«, sagte ich. Den Zusatz: Alte Weisheit einer Straßendiebin – verkniff ich mir vorsichtshalber.

    Murissa in "Fluchbrecher"

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  • Hallo Thorsten , hallo Kirisha :)

    Antwortbox

    Wieso wird er hier zornig?


    Der Text vorher legt doch sehr nahe, dass sich Coholt sehr sehr sicher fuehlt (der Leser hat die Ahnung dass er Teil der Verschwoerung ist und sich als Mitwisser unantastbar fuehlt - und Frida das wissen laesst).


    Aber wieso ist er dann hier zornig und verliert die Fassung? Von seiner Perspektive aus kann er es sich ja leisten cool zu bleiben? Frida schleudert ihm ja nichts richtig heftiges entgegen, er weiss ja schon dass der General kommt und kann sich denken wieso - ob Frida ihm da jetzt zur Seite steht oder nicht spielt doch keine Rolle.


    Und dass er sie mag und hier ausrastet weil er dachte sie ist auf seiner Seite und jetzt muckt sie auf - dafuer habe ich nun wirklich keinen Anhaltspunkt.


    Also, der Moment ist raetselhaft...

    Ich wollte deutlich machen, dass Coholts Ego von Fridas Worten angegriffen wird. Er erkennt, dass sie es genießen würde, wenn der General ihn vor anderen maßregelt. Und das macht ihn zornig. Auch die gehässige Formulierung passt ihm nicht. Es zeigt ihm, dass Frida auch die Krallen ausfahren kann. Bisher war sie eher anschmiegsam und pflegeleicht gewesen.

    Ich habe es ein bisschen angepasst, aber ich würde es trotzdem gern drinlassen:

    Zitat von Tariq

    Einen kurzen Moment ließ er sie einen Blick auf den Mann werfen, der er sein würde, wenn er nicht ihr Befehlsempfänger wäre. Lodernder Zorn sprang in seine Augen und für einen Moment befürchtete sie, den Bogen überspannt zu haben. Doch einen Wimpernschlag später hatte er sich wieder in der Gewalt.

    Ich denke, dass es so vielleicht besser nachvollziehbar ist. Indem ich "lodernder" streiche, entschärfe ich hoffentlich den Zorn ein bisschen.

    Ach, das Verhältnis zwischen den beiden ist ein echtes Minenfeld. Nicht nur für die zwei, sondern auch für mich! :rofl:

    Ich mag mich irren, aber Autismus ist doch nichts was graduell anfaengt und immer schlimmer wird. Etienne kennt Cane doch und muss eigentlich wissen auf welche Art er seltsam ist - dass er jetzt eine Diagnose hat, veraendert doch das Krankheitsbild nicht.


    Aber die Szene ist irgendwie so aufgebaut dass Etienne davon ueberrascht ist dass der Junge jetzt auf einmal krank ist und deswegen nicht sicher ob er ueberhaupt helfen kann - und das klingt eher als haette sich Canes Zustand dramatisch veraendert (?)

    Ja, das ist wohl nicht so rübergekommen wie angestrebt. Was ich ausdrücken wollte, war, dass sich Cane schon immer seltsam verhalten hat und dass Etienne das auch wusste. Aber die Entwicklung dieses Programms zur Gesichtserkennung hat Canes Probleme verschärft, weil er sich da so reingekniet hat. Deshalb auch das wenige Essen und der Gewichtsverlust. Ich wollte nicht ausdrücken, dass sich die Krankheit verändert. Nur dass zu den bekannten Symptomen nun noch ein neues, stressbedingtes Verhalten hinzukam.

    Den Satz mit dem Schreck und den Zweifeln habe ich jetzt herausgenommen. Es ist ja eher umgekehrt: Die Vehemenz, mit der Cane an seinem Programm tüftelt, müsste Etienne erst recht davon überzeugen, dass sein Anliegen bei dem Jungen in den besten Händen ist. Denk ich zumindest. :/

    Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr ein, zwei Sätze zur geänderten Fassung sagen könntet. Ich wüsste gern, ob die Änderung es verbessert oder verschlimmert hat. X/ Und herzlichen Dank für euer Feedback.

    "Er wird wiederkommen. Die Berge sind wie ein Virus. Man infiziert sich mit der Liebe zu ihnen
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    Chad, der Holzfäller
    aus "Der Wolf vom Elk Mountain"

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  • hi tariq!

    jetzt gehts in ring und auserhalb des rings rund!

    finde ich super dass wir mal ein bissvhen mehr farbe in die welt bekommen und die sozialen strukturen ausserhalb des ringes.

    erstmal zum frida kapitel, wie thorsten sagt, kommt es seltsam vor, dass der coholt eine sekunde wuetend wirkt.

    habe da aber meine ganz eigene theorie und ob das vielleicht ein dicker hint von dir ist. wenn ich kich recht erinnere ist fridas gedaechtniss auch geloescht und bearbeitet worden, vielleicht ist ihre beziehung zu coholt garnicht echt sondern ein konstrukt um sie "unter kontrolle" zu halten.

    auch quasi ein "knochen fuer coholt" vom daktyl um sich coholt gelaeufig zu halten.

    frida kommt mir zu "gut" vor und pflichtbewusst, so dass ihre absolute loyalitaet zu den boesen schwer sinn macht.

    natuerlich kann man davon ausgehen, dass sie nicht eingeweiht ist in die gedaechtniss ueberarbeitungen, das merkt man ja an ihren ueberlegungen.

    etienne mal wieder in aktion, gefaellt mir wie immer besser als seine unselbst bewusste zweiflerische gruebelei xD

    bin gespannt was er da auf die beine stellen kann.

    jedenfalls, fuer jemanden der so sehr an seinen eigene faehigkeiten nagt und angst vor der peitsche und dem auffliegen hat, zieht er aber maechtig mit.

    seine externen freunde werden jetzt auch mit verstrickt und quasi "mittaeter".

    der hat aufeinmal nen riesen sack mut gefunden mit seinen handlungen.

    bin jedenfalls gespannt wie tief der general mit drin steckt und der rest sich abspielt!

    liebe gruesse!

  • Hallo Tariq

    die Überarbeitungen sind sehr gut. Nur dies

    "Er war ja schon immer seltsam"

    würdest du wohl so nicht sagen über deinen Kumpel. Sondern du würdest spezifizieren was das Auffällige (Seltsame) an ihm war?

    »Im Leben bekommst du nicht viele Chancen. Zugreifen oder sie ist weg«, sagte ich. Den Zusatz: Alte Weisheit einer Straßendiebin – verkniff ich mir vorsichtshalber.

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  • Kirisha und Alraniss

    Ich freu mich, dass die Änderungen so für dich passen. Und danke für deine Anmerkung! :D

    du würdest spezifizieren was das Auffällige (Seltsame) an ihm war

    Hm. :hmm: Nein, ich denke, das würde ich nicht.

    Etienne sagt die Worte zu Isaiah und Brad und die wissen ja, was er damit meint. Wenn ich sie jetzt noch erkläre, dann wäre das nur für den Leser und ich denke, das würde man merken. Also würde ich die Interpretation von 'seltsam' hier einfach mal der Fantasie des Lesers überlassen. :/ Mal sehen, was die anderen sagen. Es ist ja noch nicht in Stein gemeißelt. :D

    Zitat von Alraniss

    finde ich super dass wir mal ein bissvhen mehr farbe in die welt bekommen

    Ja, ich hab ja immer Bedenken, dass das Ganze langweilig wird, weil bisher alles im Ring passiert.

    Zitat von Alraniss

    habe da aber meine ganz eigene theorie und ob das vielleicht ein dicker hint von dir ist. wenn ich kich recht erinnere ist fridas gedaechtniss auch geloescht und bearbeitet worden, vielleicht ist ihre beziehung zu coholt garnicht echt sondern ein konstrukt um sie "unter kontrolle" zu halten.

    auch quasi ein "knochen fuer coholt" vom daktyl um sich coholt gelaeufig zu halten.

    :pflaster: :pflaster: :pflaster:

    Dazu sag ich mal ... nix ^^ Gefällt mir aber, was dir so durch den Kopf geht :D

    Zitat von Alraniss

    etienne mal wieder in aktion, gefaellt mir wie immer besser als seine unselbst bewusste zweiflerische gruebelei xD

    bin gespannt was er da auf die beine stellen kann.

    jedenfalls, fuer jemanden der so sehr an seinen eigene faehigkeiten nagt und angst vor der peitsche und dem auffliegen hat, zieht er aber maechtig mit.

    seine externen freunde werden jetzt auch mit verstrickt und quasi "mittaeter".

    der hat aufeinmal nen riesen sack mut gefunden mit seinen handlungen.

    Etienne ist mein Liebling :P . Ich gebe mir viel Mühe mit ihm, aber er macht es mir auch leicht. Ja, hier springt er (endlich) mal über seinen Schatten und ergreift die Initiative. Schön, dass es gefällt. Inwieweit seine Freunde zu Mittätern werden - da musst du dich noch ein bisschen gedulden, um das zu erfahren.

    Zitat von Alraniss

    bin jedenfalls gespannt wie tief der general mit drin steckt und der rest sich abspielt!

    Ja, der Mann ist auch eine echte Herausforderung für mich. Ich weiß nicht, ob er so rüberkommt, wie ich ihn haben möchte. Und ich bin deshalb sehr gespannt auf euer Feedback.

    Vielen Dank auch dir!!

    Zum vorigen Teil: Kapitel 43/1

    Kapitel 43 (2/3)

    Etienne wartete, bis Cane der Aufforderung gefolgt war. Er beschloss, nicht um den heißen Brei herumzureden und gleich auf das Ziel zuzusteuern.
    „Wie weit bist du mit deinem Programm zur Gesichtssuche im Internet?“, erkundigte er sich.
    „Fertig“, murmelte Cane, ohne den Kopf zu heben.
    Verdutzt starrte Isaiah seinen Bruder an. „Du bist fertig? Du hast kein Wort davon gesagt!“
    Cane schenkte ihm einen kurzen Blick, schwieg aber.
    „Das ist gut zu hören“, meinte Etienne, den unsagbare Erleichterung durchflutete. Vielleicht würde er schon mit handfesten Ergebnissen nach Hause fliegen können, anstatt Cane nur zu beauftragen, mit der Suche zu beginnen, sobald sein Programm nutzbar war.
    „Wir müssen einen Mann finden“, verkündete er. „An seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort nennt er sich Mestor Daktyl. Doch wenn er diesen verlässt, ist er nirgends aufzuspüren. Irgendwo muss er sich aber aufhalten. Deshalb denken wir, dass er einen anderen Namen nutzt.“
    Er machte eine Pause, um Cane Gelegenheit zu geben, das Gehörte zu sortieren. Wie lange der Junge dafür brauchte, wusste er nicht. Er hatte ja nicht einmal eine Ahnung, inwieweit Cane überhaupt zugehört hatte, denn der starrte mit leicht schräg gelegtem Kopf weiterhin auf den Boden zwischen seinen Füßen, ohne eine Reaktion zu zeigen.
    „Hast du ein Bild von dem Mann?“, fragte Isaiah.
    Etienne nickte. „Selbstverständlich.“ Er holte sein ComTab aus seiner Umhängetasche, die er neben der Tür abgestellt hatte. Sekunden später hielt er Cane Mestors Konterfei vors Gesicht.
    Ob der Junge es betrachtete, ließ sich nicht feststellen. Die schwarzen Strähnen, die ihm ins Gesicht fielen, verdeckten seine Augen.
    Etienne gab ihm ein eine Weile, doch als Cane nach zehn Sekunden noch immer keine Regung zeigte, zog er das ComTab zurück. Hilfesuchend sah er Isaiah an.
    Canes großer Bruder zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf. Sie saßen schweigend beieinander und warteten auf etwas, von dem sie nicht wussten, was es war.
    Als Cane plötzlich aufstand, fuhren sie zusammen.
    „Ich suche ihn“, verkündete der Junge leise, nahm Etienne das ComTab aus der Hand und verschwand aus dem Zimmer.

    Verblüfft sah Etienne ihm nach. „Was denkt ihr“, fragte er, „wie lange braucht er, um Daktyl zu finden?“
    „Da fragst du die Falschen“, gab Isaiah zurück und es klang verärgert. „Immerhin hat er es nicht einmal für nötig gehalten, uns zu verraten, dass er fertig ist mit diesem Ding! Monatelang hat er darüber gebrütet, kam ganze Tage nicht aus seinem Zimmer und hat nur nach energischem Zureden gegessen oder geduscht. Er war in einer anderen Welt, Etienne! Es schien manchmal echt unmöglich, ihn zurück in die Realität zu holen. Und jetzt verkündet er mit einem Wort, dass er fertig ist, und ich habe nichts davon gemerkt. Sein Verhalten ist dasselbe geblieben! Er hätte doch längst wieder ...“ Isaiah brach ab und hieb mit der Faust auf die Lehne des Stuhles. „Verdammt!“, presste er noch heraus, dann sprang er auf und verließ das Zimmer.
    Etienne starrte ihm verdutzt nach. „Korrigier mich, wenn ich falsch liege, aber müsste er sich nicht für seinen Bruder freuen?“, fragte er, ohne Brad dabei anzusehen.
    Der seufzte. „Er hat so fest darauf gehofft, dass Cane wieder wie früher sein wird, wenn das Programm fertig ist. Dass er wieder ganz normal 'seltsam' ist mit wenig Bedürfnis nach Gesellschaft und drei, höchstens vier Worten am Tag. Und nun ist
    Cane fertig und er zieht sich immer noch zurück, isst kaum und lebt ausschließlich in seinem Zimmer.“
    Etienne verstand. Isaiahs Sorge war nachvollziehbar.
    „Meinst du, Cane hat verstanden, was ich wollte?“
    Brad nickte ohne Zögern. „Da bin ich vollkommen sicher. Er wird diesen Typen für dich finden, glaub mir. Wenn nicht heute, dann morgen. Und wenn nicht morgen, dann irgendwann. Aber er spürt ihn auf. Verlass dich drauf.“
    Die Klingel schrillte.
    Brad kam auf die Füße. „Das ist Kyle“, verkündete er. „Ich geh und sag ihm, er soll verschwinden und morgen nochmal kommen.“
    Etienne war erleichtert, denn er musste das Gehörte erstmal in Ruhe verarbeiten. Dabei würde ein weiterer Kumpel von Brad und Isaiah nur stören.
    „Ihr habt euch da ganz schön was vorgenommen“, meinte Brad, als er zurückkam und musterte ihn interessiert. „Warst du nicht der, der schon beim ersten Ton einer Polizeisirene in gefühlt hundert Kilometern Entfernung Fersengeld gab?“
    „Stimmt.“ Etienne lachte. „Aber das hat man mir abgewöhnt.“
    „Warum bist du damals so Hals über Kopf verschwunden? War es wegen ihr? Wie hieß sie doch gleich?“ Brad überlegte.
    Er winkte ab. „Nein, das hatte ich da schon längst abgehakt. Ich musste raus hier. Aus dieser Bude, aus Queens, aus New York. Ich wollte was Großartiges machen und hab mich für diese Spezialeinheit gemeldet.“ Sein Lächeln verschwand. „Dann wurden Leute gesucht, die in einem nagelneuen Hochsicherheitsgefängnis arbeiten wollten. Und wieder hob ich die Hand. So bin ich im Ring gelandet. Alles war bestens, bis ich erfuhr, dass nicht alle Insassen Sträflinge sind.“

    "Er wird wiederkommen. Die Berge sind wie ein Virus. Man infiziert sich mit der Liebe zu ihnen
    und es gibt kein Gegenmittel. Sie führen in eine Sucht, man kommt nicht mehr von ihnen los.
    Je länger man sich woanders aufhält, desto größer wird das Verlangen, sie wiederzusehen."

    Chad, der Holzfäller
    aus "Der Wolf vom Elk Mountain"

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    Einmal editiert, zuletzt von Tariq (5. Februar 2024 um 20:25)

  • Herzlichen Dank für dein Feedback, Thorsten . Ich mag dieses Kapitel auch sehr, weil es völlig andere Charaktere reinbringt und weil es Etienne in seine Vergangenheit schickt. Schön, dass es dir auch gefallen hat.

    Ich bringe jetzt mal noch den letzten Part. Er ist nicht lang und dann können wir am Sonntag den Besuch des Generals erwarten.

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    Zum vorigen Part: Kapitel 43/2

    Kapitel 43 (3/3)

    Während er noch redete, war Isaiah zurückgekommen. Er hockte sich erneut auf die Fensterbank und sie schwiegen. Etienne ahnte, was seine Freunde dachten. Während dieser ganzen Zeit hatte er sich kaum einmal bei ihnen gemeldet. Nur damals, als er von den Unruhen in New York City hörte ...
    „Es gibt eine Nachrichtensperre für neues Personal im Ring“, murmelte er, obwohl es eine dünne Ausrede für sein Verhalten war. „Keine Kontakte nach außen in den ersten beiden Monaten.“
    „Die sind aber schon lange vorbei“, stellte Brad fest, doch es klang nicht vorwurfsvoll.
    Die Tür öffnete sich und Etienne wandte sich um. Cane war zurückgekommen. Er streckte ihm Zettel und Stift entgegen.
    „Schreib alles auf, was du über diesen Mann weißt“, verlangte er, auch diesmal, ohne Etienne anzusehen.
    „Natürlich.“ Etienne nahm ihm beides ab. „Er ist Grieche“, erklärte er, während er Mestors Namen notierte, „und er hat einen Sohn. Ich habe auch von dem ein Bild.“ Er kritzelte noch ein paar Stichworte auf das Papier. Es war ungewohnt, wieder auf diese Art zu schreiben und er machte Fehler. Dann reichte er Cane den Zettel zurück, schaltete erneut sein ComTab an und zeigte ihm Ares.
    Kommentarlos drehte der Junge sich um und verschwand wieder.
    „Du bleibst doch über Nacht, oder?“ Brad lehnte sich zurück und streckte die langen Beine aus. „Dein Zimmer ist immer noch frei. Ich bestelle Pizza.“
    „Wie sieht es dort so aus in diesem Ring?“, verlangte Isaiah zu wissen.
    „Es ...“ Etienne brach gleich wieder ab, weil er erkannte, dass er es nicht beschreiben konnte. „Ich zeige euch ein paar Bilder.“
    Interessiert rückten beide näher und beugten die Köpfe über den kleinen Bildschirm.
    „Wer ist der Typ da?“ Brad Finger tippte auf ein Bild, das während eines Besuches einer Regierungskommission aufgenommen worden war. „Sieht aus wie ein Kriegsgott, so groß und muskelbepackt. Und so ernst.“
    Etienne grinste. „Er sieht nicht nur aus wie ein Kriegsgott, er heißt auch so, und zwar wie der griechische. Das ist Ares. Der Sohn vom Kyrios Mestor Daktyl. Anführer unserer kleinen Rebellentruppe und mein bester Freund.“
    „Was ist denn ein Kyrios?“
    Sie gerieten ins Plaudern. Etienne erzählte von Ares, Webster und Julian, und Isaiah und Brad stellten Fragen. Als die Freunde mehr über Mestor Daktyl erfahren wollten, musste er passen. Er wusste so gut wie nichts von ihm, das war ihm schon vorhin aufgefallen, als er für Cane alles aufschreiben sollte. Ares hatte nur erzählt, dass sein Vater früher Molekularbiologe gewesen war und ein eigenes Institut besessen hatte, in dem das Gift für die Chips entwickelt worden war.
    „Und im Computer ist also nichts über den werten Herren zu finden“, vergewisserte sich Brad. „Falls Cane dir mit dem Programm doch nicht helfen kann, wäre es gut, ein paar Namen zu kennen von Leuten, die eine Verbindung zu dem Typ haben. Dann könntet ihr als nächstes den Hebel bei einem von denen ansetzen.“
    Etienne schüttelte den Kopf. „Webster hat gründlich gesucht“, erklärte er. „Und wenn der nichts findet, dann ist da auch nichts. Er hat sogar nach Scott Decker geforscht, doch der Kerl ist trotz seines Allerweltsnamens genauso unsichtbar im Netz.“
    „Das kann ich mir schwer vorstellen“, wunderte sich Isaiah. „Du sagst, dieser Daktyl ist Wissenschaftler, die Regierung ist auf ihn aufmerksam geworden. Solche Leute hinterlassen Spuren in der Welt.“
    „Nur wenn sie es wollen.“ Brad rieb sich nachdenklich mit dem Zeigefinger an der Nase. „Könnte doch sein, dass dieser werte Herr genau das vermeiden will. Etienne könnte Recht haben: Er nutzt einen anderen Namen, wenn er den Ring verlässt.“
    „Cane findet ihn.“ Isaiah klang genauso zuversichtlich wie Brad vorhin. „Seine Software kann sich in jede öffentliche Kamera hacken. Wenn der Mann irgendwann abgelichtet oder aufgenommen wurde und es ein Bild von ihm im Netz gibt, entdeckt er es, egal, welcher Name darunter steht.“
    Etienne nickte versonnen. „Das wäre natürlich großartig und es ist mehr, als ich beim Aufbruch im Ring zu hoffen gewagt habe.“
    Sie redeten bis tief in die Nacht. Irgendwann stiegen sie von Cola auf Bier um und Brad bestellte Pizza. Etienne ließ es sich nicht nehmen, zu zahlen. Er genoss es, bei seinen Freunden zu sein, und machte sich gleichzeitig Vorwürfe, dass er so lange mit einem Besuch gewartet hatte. Auch jetzt war es kein Freundschaftsbesuch, sondern er wollte etwas von ihnen. Dabei hätten sie seine Hilfe gebraucht. Canes Arztkosten mussten bezahlt werden und mit Sicherheit benötigte er teure Medikamente. Nun verstand Etienne auch, warum Brad noch immer seine Brille trug. Das taten heutzutage nur die, die sich eine Augenkorrektur nicht leisten konnten. Für Brad schien es selbstverständlich zu sein, sich mit um Cane zu kümmern. Sie hatten schon immer zusammengehalten.
    Bis er weggegangen war. Die Eintönigkeit seines Lebens, der fehlende Komfort und der Lärm der Stadt hatten ihn angewidert, als er aus dem Ausbildungscamp der Polizei hierher zurückkehrte. Von diesem Tag an hatte er nach einer Möglichkeit gesucht, von hier wegzukommen. Und die Spezialeinheit hatte sie ihm geboten.
    Jetzt lag er auf seinem alten Bett, das noch aus echtem Holz bestand, zugedeckt mit einer von Isaiahs Decken, und starrte durch das Fenster in die helle Nacht hinaus. In New York City wurde es nie richtig dunkel, auch hier in Queens nicht. Die Jalousie war offen und der Mond schien herein.
    Wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft, wir vier, dachte er. Wie konnte ich das einfach so ablegen wie ein Hemd, das einem nicht mehr gefällt? Ich muss den alten Etienne wiederfinden, nahm er sich vor, kurz bevor er einschlief. Den, der hier gelebt und unbeschwert und zufrieden in die Zukunft gesehen hat. Der eine Scheißangst vor Polizeisirenen hatte, aber für seine Freunde durchs Feuer gegangen ist.

    Hier geht's weiter: Kapitel 44

    "Er wird wiederkommen. Die Berge sind wie ein Virus. Man infiziert sich mit der Liebe zu ihnen
    und es gibt kein Gegenmittel. Sie führen in eine Sucht, man kommt nicht mehr von ihnen los.
    Je länger man sich woanders aufhält, desto größer wird das Verlangen, sie wiederzusehen."

    Chad, der Holzfäller
    aus "Der Wolf vom Elk Mountain"

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    Einmal editiert, zuletzt von Tariq (27. Januar 2024 um 11:22)

  • Ich finde diesen Einblick in Etiennes früheres Leben auch sehr interessant.

    So ganz geht für mich aber noch nicht zusammen warum er weggegangen ist. "Tristesse" auf der einen Seite und "eingeschworene Gemeinschaft" - geht das beides zusammen? Dann wäre es wohl keine Tristesse gewesen?

    »Im Leben bekommst du nicht viele Chancen. Zugreifen oder sie ist weg«, sagte ich. Den Zusatz: Alte Weisheit einer Straßendiebin – verkniff ich mir vorsichtshalber.

    Murissa in "Fluchbrecher"

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • „Schreib alles auf, was du über diesen Mann weißt“, verlangte er, auch diesmal, ohne Etienne anzusehen.

    Ich mag den Kleinen, auch wenn er blöderweise Dustin Hoffmans Gesicht hat und Kain anstatt Cane heißt ... Dummes Gehirn!
    Ich hoffe (rege an), dass du ihm auch eine Entwicklung zugedacht hast, die mehr als nur ein organisches Supergoogle beinhaltet.
    Vielleicht sagt er zu Etienne mal den folgenschweren Satz:
    Ich hab ein Spiel entwickelt. Wollen wir ein Spiel spielen? :whistling:

    -------------------
    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

  • Kirisha und Tom

    Vielen Dank euch beiden, fürs Weiterlesen. :)

    So ganz geht für mich aber noch nicht zusammen warum er weggegangen ist. "Tristesse" auf der einen Seite und "eingeschworene Gemeinschaft" - geht das beides zusammen? Dann wäre es wohl keine Tristesse gewesen?

    Kirisha, hier hatte ich sagen wollen, dass Etienne während der Polizeiausbildung viel gesehen und erlebt hat und dass die Rückkehr ins beschauliche Queens für ihn deshalb gleichbedeutend mit Langeweile und unaufgeregtem Leben war. Ich habe das bewusst nicht so deutlich formuliert und gehofft, dass man es aus Etiennes Gedanken heraus erkennt. Es heißt also nicht, dass er die Gemeinschaft mit den Kumpels als langweilig und trist empfand. Er war nur jung und wollte was erleben. Die anderen wollten das nicht. Also ging er allein zu dieser Spezialeinheit. Das war der Gedanke. Meinst du, ich muss das noch verdeutlichen? Es ist ja für den Plot nicht wichtig, sollte nur helfen, Etiennes unruhige Jahre vor dem Ring nebenbei mal kurz zu erwähnen.

    @Tom, ich hab nur das Gefühl, ich schnall deinen Kommi grad nicht. :huh: Wie kommst du darauf, dass er Dustin Hoffmans Gesicht hat? Von "Rain Man"? Und wieso denkst du, dass er Kain heißt? Sein Name ist doch Cane. (*Hofft, dass Tom auch von Cane spricht*)

    Und auch den Satz mit dem Spiel kann ich nicht einordnen. Wahrscheinlich Bildungslücke meinerseits. Ist das auch aus einem Film? Erklärst du's mir? Bitte?

    So, heute - wie angekündigt - hoher Besuch im Ring. Ich habe an dem Teil sehr lange erst geschnitzt und dann gefeilt. Das ist eigentlich untypisch für mich und ich hoffe, dass er durch die vielen Änderungen und Anpassungen nicht verloren hat. Bin gespannt, was ihr sagt. Das Kapitel ist mit fast 2700 Wörter mMn zu groß für zwei Teile, deshalb mach ich drei kurze daraus.

    Zum vorigen Teil: Kapitel 43/3


    ~~~Kapitel 44 ~~~

    Kapitel 44 (1/3)

    Bemüht, seiner Miene einen nichtssagenden Ausdruck zu verleihen, starrte Ares auf die Wand des großen Konferenzraumes. Neben ihm hatten sich die dienstfreien Gardisten seiner vierten Einheit zu einem Karree aufgestellt. Als ihr Axiom stand er wie gewohnt vorn an dessen rechtem Rand.
    Mit dem bekannten Zischen öffnete sich die Tür hinter ihnen. Die Commandantin ging an den Blocks der fünften, dritten und ersten Einheit vorbei bis zu dem erhöhten Absatz an der Stirnseite des Raumes. Vor den Stufen blieb sie stehen und drehte sich um. Schweigend verschränkte sie die Hände auf dem Rücken, während sie die angetretenen Gardisten mit finsterer Miene musterte.
    Ares hatte schon vorher den Blick schweifen lassen und unauffällig Malcolm Benedict zugenickt, der neben seinen Dreistreifen stand. Direkt vor Benedict war Coholt mit der ersten Einheit angetreten und vor Ares standen die Zweier. Linus Krell, ihr Axiom, fehlte.
    Besorgt runzelte Ares die Stirn. Er kannte Linus als verlässlichen Mann, der seine Einheit mit einer gesunden Mischung aus Strenge und Nachgiebigkeit führte. Er war nie unpünktlich. Und Frida schien so nervös zu sein, dass ein Zuspätkommen, egal von wem, sich fatal auswirken konnte.

    Erneut schielte Ares zu Malcolm und begegnete dessen fragendem Blick. Er hatte es also auch bemerkt.
    „Der Gleiter von General Stresnikov ist vor zwei Minuten gelandet“, verkündete die Commandantin in diesem Moment in die Stille hinein. Sie wartete ein paar Sekunden, während denen sie die vor ihr stehende Truppe weiter mit eisiger Miene musterte. „In wenigen Augenblicken wird er hier sein.“
    Es blieb still.
    Ares verzog abfällig den Mund. Wenn Frida verwundertes Murmeln unter den Gardisten erwartet hatte, war sie enttäuscht worden. Die Männer schwiegen.
    „Der Grund für seine Anwesenheit hier im Ring ist eine Disziplinarmaßnahme, die er selbst durchführen wird.“
    Wieder brach sie ab und starrte auf die angetretenen Ypirs vor sich.
    Sie ist nervös, erkannte Ares, und sie hat Angst. Der General kommt also wirklich wegen dieser Sache in der Fünf unten. Er wird Coholt und seine Männer bestrafen und Frida fürchtet, ihren Liebhaber zu verlieren. Etienne, du verpasst gerade einen epischen Augenblick.
    Er erlaubte sich ein minimales Grinsen, denn die Vorfreude, die ihn erfasst hatte, brauchte ein Ventil. Websters Mail an den General hatte ihren Zweck erfüllt: Der ranghohe Militär hatte sich persönlich auf den Weg gemacht, um hier für Ordnung zu sorgen.
    Frida holte tief Luft, um ihre kleine Ansprache fortzusetzen, doch in dem Moment öffnete sich die Tür neben dem Podest und Linus Krell trat ein.

    „Achtung!“, rief er in den Saal und blieb dann neben dem Türrahmen stehen.

    Sofort nahm die Garde einschließlich der Commandantin Haltung an. Ein kurzes Schurren nur, dann kehrte wieder Stille ein, die gleich darauf von gleichmäßigen, energischen Schritten unterbrochen wurde.

    Der Marinegeneral war ein stattlicher und beeindruckender Mann in dunkelblauer Uniform. Seine Präsenz, mit der er den Raum beim Eintreten füllte, strahlte Souveränität und Macht aus. Eskortiert wurde er von zwei Männern aus Krells Einheit. Nach ihnen erschienen – flankiert von zwei weiteren von Krells Männern – zwei Ypir-Gardisten aus Coholts Einheit.

    Merrick und Bine stecken in Schwierigkeiten, erkannte Ares, sie tragen ihre Impulsoren nicht.

    Mestor Daktyl bildete den Schluss der Gruppe und hinter ihm schloss sich die Tür wieder.

    Der General marschierte, ohne nach rechts und links zu blicken, bis zum Podest und stieg die vier Stufen hinauf. Auf der erhöhten Plattform angekommen, drehte er sich um. Wie Frida vorhin verschränkte er die Hände auf dem Rücken und sah, die buschigen Augenbrauen zusammengezogen, auf die Anwesenden hinab.

    „Rühren“, wies er an.

    Die Commandantin blieb unten stehen, doch Mestor ließ es sich nicht nehmen, sich neben den hohen Gast zu stellen, was die Verschiedenheit der beiden Männer noch deutlicher hervorhob.
    Ares schnaubte angewidert, als er es beobachtete. Typisch für ihn, grollte er.
    Merrick und Bine, die beiden Ypirs aus Coholts Einheit, waren unmittelbar vor der angetretenen Truppe zum Stehen gekommen. Die vier Gardisten, welche die Delinquenten bewachten, postierten sich zwei Schritt neben ihnen. Sie trugen Panzerung. Offensichtlich erwartete Frida Widerstand gegen das, was der General verkünden würde.
    Ein knapper Befehl von Linus ließ die Vorgeführten samt ihren Bewachern eine Vierteldrehung absolvieren, sodass ihr Blick nun nach vorn auf das Podest gerichtet war. Ares sah erneut zu Malcolm hinüber. Dem glatzköpfigen Hünen stand die pure Verachtung ins Gesicht geschrieben. Auch Linus, der sich neben den Block seiner Einheit gestellt hatte, war anzusehen, was er dachte.
    Er weiß Bescheid, erkannte Ares. Malcolm hat es ihm also erzählt.
    „Die Emerald-Garde steht für Recht und Ordnung im Ring“, begann der General, „und es ist die Aufgabe eines jeden Gardisten, egal welchen Rang er bekleidet, für deren Einhaltung zu sorgen.“
    Er musterte die beiden Delinquenten, während er sprach. Merrick hielt seinem Blick mit erhobenem Kopf stand. Seine Miene verriet nicht, wie es in ihm aussah. Bine hingegen hatte die Augen gesenkt und seine Haltung drückte Resignation aus.
    „Tritt ein Mitglied der Garde Recht und Ordnung mit Füßen, ist dies deshalb als besonders verwerflich anzusehen“, fuhr der General mit eisiger Stimme fort. „Und noch schlimmer ist es, wenn es mehrere zusammen tun.“
    Ares musterte Coholt und registrierte befriedigt, wie sich der Gesichtsausdruck des verhassten Kollegen änderte. Für einen kurzen Moment schlich sich Unsicherheit in dessen Züge, dann setzte er seine überhebliche Miene wieder auf.
    „Wie so etwas aussieht, werden wir uns jetzt gemeinsam anschauen.“ Der General trat zur Seite und gab Frida ein Zeichen.

    Die Commandantin drehte sich um und wandte sich dem im Konferenztisch eingelassenen Bedienpad zu. Mit einer knappen Handbewegung startete sie eine vorbereitete Aufzeichnung.

    Hier geht's weiter: Kapitel 44 (2/3)

    "Er wird wiederkommen. Die Berge sind wie ein Virus. Man infiziert sich mit der Liebe zu ihnen
    und es gibt kein Gegenmittel. Sie führen in eine Sucht, man kommt nicht mehr von ihnen los.
    Je länger man sich woanders aufhält, desto größer wird das Verlangen, sie wiederzusehen."

    Chad, der Holzfäller
    aus "Der Wolf vom Elk Mountain"

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    2 Mal editiert, zuletzt von Tariq (28. Januar 2024 um 14:56)

  • Hach - nun wird es spannend. Natürlich brichst du mitten im Geschehen ab! Ich bin sehr neugierig ob Coholt was abbekommt. Schätze aber dass da noch eine Überraschung wartet.

    Meinst du, ich muss das noch verdeutlichen?

    Es reicht sicher darüber einen Satz zu schreiben. Genauer muss man es nicht wissen da es ja nur der Hintergrund ist. Jedoch würde ich es dann nicht "Tristesse" nennen (weil dem so etwas Trauriges-Negatives anhaftet) sondern eher "Zurückgezogenheit" oder sowas.

    Ares schielte

    Er schielt jetzt dreimal in dem Abschnitt ... das würde ich etwas entschärfen.

    »Im Leben bekommst du nicht viele Chancen. Zugreifen oder sie ist weg«, sagte ich. Den Zusatz: Alte Weisheit einer Straßendiebin – verkniff ich mir vorsichtshalber.

    Murissa in "Fluchbrecher"

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Tariq

    43/3:

    Den einzigen stoerenden Punkt hat Kirisha eigentlich schon angemerkt

    So ganz geht für mich aber noch nicht zusammen warum er weggegangen ist. "Tristesse" auf der einen Seite und "eingeschworene Gemeinschaft" - geht das beides zusammen? Dann wäre es wohl keine Tristesse gewesen?

    da schliesse ich mich an.

    Ansonsten ist das ein sehr schoenes Stimmungsbild dieser Truppe geworden - ein klein bisschen Klischee vielleicht wos zu Bier und Pizza geht, aber warum nicht? :)

  • 44/1:

    Faengt die Szene gut an, aber bei ein paar Programmpunkten bekomme ich Knoten im Kopf.

    Linus Krell trat ein, postierte sich neben ihr und salutierte.
    Sofort nahm die Garde Haltung an.

    Am Anfang geben uns Ares' Gedanken zu verstehen dass Linus irgendwie aufgehalten oder verspaetet sein koennte. Jetzt kommt er rein, und alle nehmen Haltung an - wieso denn? Wenn schon Ares denkt dass er zu spaet kommt, wieso sollten einfache Soldaten wissen dass er den General ankuendigt?

    Beim Einmarsch hast Du offensichtlich im Kopf dass die Schlaeger als Gefangene gebracht werden - das wird aber nicht so richtig deutlich, der Text liest sich eher als waeren sie Teil der Formation. Vielleicht kannst Du noch schreiben dass die keine Waffen haben, oder ihrer Rangabzeichen beraubt sind, oder so?

    Wie Frida vorhin verschränkte er die Hände auf dem Rücken und sah, die weißen, buschigen Augenbrauen zusammengezogen, auf die Anwesenden hinab.

    Fuer einen Mittvierziger (jung fuer einen General waren meine ersten Gedanken) sind weisse Augenbrauen vielleicht ein bisschen ungewoehnlich (?) Hier wirkt er jedenfalls 10 Jahre aelter auf mich.

    So, dann bin ich gespannt was er nun zu sagen hat.

  • Kirisha und Thorsten

    Antwortbox

    Ich habe jetzt aus der Tristesse eine Eintönigkeit gemacht und hoffe, dass der negative Touch damit verschwunden ist. :)

    Zu deinen Knoten im Kopf, Thorsten:

    Wenn schon Ares denkt dass er zu spaet kommt, wieso sollten einfache Soldaten wissen dass er den General ankuendigt?

    Ja, da hast du Recht. Ich habe jetzt mal das berühmte "Achtung!" eingefügt, mit dem zum Haltung annehmen aufgefordert wird. Allein daran dürften Ares und die anderen erkennen, dass Linus' Verspätung einen Grund hatte. Und ich habe noch eingefügt, dass auch Frida strammsteht. Danach sind ja die Schritte außerhalb des Raumes zu hören und dann ist der General da. Ich hoffe, dass es so besser passt.

    Zu Bine und Merrick: Ihre Rangabzeichen tragen sie, aber der Impulsor wurde ihnen abgenommen. Das kann ich noch einfügen, danke.

    Ah und die weißen Augenbrauen sind ein Relikt aus der ersten Version. Da war der General älter, Hier in der neuen Version wird ja keiner älter als sechzig. Das bessere ich noch aus, danke für's Finden ^^

    "Er wird wiederkommen. Die Berge sind wie ein Virus. Man infiziert sich mit der Liebe zu ihnen
    und es gibt kein Gegenmittel. Sie führen in eine Sucht, man kommt nicht mehr von ihnen los.
    Je länger man sich woanders aufhält, desto größer wird das Verlangen, sie wiederzusehen."

    Chad, der Holzfäller
    aus "Der Wolf vom Elk Mountain"

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  • Zum vorigen Teil: Kapitel 44 (1/3)

    Kapitel 44/2

    Da Ares ahnte, was folgte, beobachtete er seine Männer, während sie auf den Monitor starrten, der fast die ganze Stirnseite des Konferenzraumes füllte. Was er sah, beruhigte ihn. Abscheu und Ekel, sogar Wut offenbarte sich auf den Gesichtern der Ypirs. Fridas Miene zeigte hingegen keine Regung, obwohl sie pflichtschuldig ihren Blick auf den Bildschirm gerichtet hielt. Auch sein Vater schien die Szene zu kennen, denn er hielt seinen forschenden Blick unverwandt auf Ares gerichtet.
    Als der Bildschirm schwarz wurde, trat der General wieder vor. Der große Raum schien vor Spannung zu knistern.
    „Wie wurden diese Männer bestraft, Commandantin?“, verlangte er zu wissen.
    „Die Ypir-Gardisten erhielten eine Woche Arrest, General“, antwortete Frida.
    „Und der verantwortliche Axiom?“
    Frida zögerte. „Ich habe Axiom Coholt drei Wochen vom Dienst suspendiert. In einem darauffolgenden Gespräch versicherte er, dass dergleichen nicht mehr vorkommen wird.“
    In einem Gespräch! Beinahe hätte Ares gelacht. Die Ypirs bekommen Haft und Dwayne? Er säuselt ein ‚kommt nicht mehr vor, Liebling‘ ins Ohr seiner Nachtgefährtin und alles ist wieder gut?
    Die Miene von Fridas Vorgesetztem verdüsterte sich noch mehr.
    „Sie haben ihn nach diesem Vorfall im Dienst belassen?“
    „Er wird sich bewähren, General. Bislang hatte ich keinen Grund, an seinen Kompetenzen als Axiom zu zweifeln.“
    Merkt sie nicht, wie albern das klingt, fragte sich Ares. Hier geht es doch nicht um Kompetenzen.
    Der General schien das ähnlich zu sehen.
    „Ich hingegen schon", knurrte er, „denn ich habe größte Zweifel an seinen moralischen Werten!“ Er spuckte die letzten beiden Worte förmlich aus, während er Frida finster musterte. Dann heftete sich sein Blick auf Coholts Handlanger.

    Gardist Bine und Gardist Merrick, Sie sind ab sofort kein Mitglied der Emerald-Garde mehr und verlieren sämtliche damit verbundenen Befugnisse“, verkündete er. „Ihre Chips hat man bereits dahingehend modifiziert. Morgen Abend werden Sie mit dem Frachtgleiter zum Stützpunkt Pitcairn gebracht, um sich vor dem Militärgericht zu verantworten. Dasselbe gilt – “, er wandte den Kopf und starrte Dwayne an, „für Ihren ehemaligen Axiom. Vortreten, Dwayne Coholt!“Ares sah, dass Dwayne seine Hände auf dem Rücken zu Fäusten ballte, so fest, dass die Nägel sich ins Fleisch gruben. Dann hob er das Kinn und befolgte den Befehl.
    „Sie werden Ihre Männer begleiten. Axiom Krell, schaffen Sie mir diese Subjekte aus den Augen!“
    Auf einen Wink von Linus packten zwei der vier Bewacher Coholt rechts und links am Arm. Der fuhr herum und starrte Ares an. Sein Gesicht hatte sich in eine hassverzerrte Fratze verwandelt. Doch er leistete keinen Widerstand. Stumm ließ er sich hinter seinen beiden Männern hinausbegleiten. Frida hatte er nicht ein Mal angesehen.
    Die Commandantin hätte es eh nicht bemerkt. Stur sah sie nach vorn zum General. Das einzige Zeichen, das auf ihre Gemütsverfassung schließen ließ, waren die fest zusammengepressten Lippen, die nicht mehr als einen blassen Strich in ihrem makellosen Gesicht bildeten.
    Als sich die Tür hinter den Abgeführten geschlossen hatte, herrschte Schweigen in der Kommandozentrale.
    „Ich danke den Männern unter Ihnen, die mir eine Untersuchung dieses Vorfalls und eine Bestrafung der Schuldigen ermöglicht haben, für ihre Unterstützung und ihre Offenheit“, sprach der General weiter. Der kalte Ton war aus seiner Stimme verschwunden.
    Er nennt Malcolms Namen nicht, zum Glück, schoss es Ares durch den Kopf. Selbst wenn Coholt den Ring morgen Abend verlassen musste – es war denkbar, dass der Kerl vorher noch eine Möglichkeit fand, sich an Benedict zu rächen.
    „Sir, wir begrüßen, dass Dwayne Coholt die Garde verlässt“, antwortete Linus Krell mit fester Stimme. „Sein Verhalten schadet ihrer Moral und ihrem Ansehen.“
    „Ich bin ganz Ihrer Meinung, Axiom Krell“, meinte General Stresnikov. „Und ich vertraue bei ähnlichen Vorkommnissen auch weiter darauf, dass Sie damit zu mir kommen.“ Sein Blick auf Frida bei diesen Worten verriet, dass er ihr Fehlverhalten sehr wohl zur Kenntnis genommen hatte. „Die drei neuen Gardisten werden morgen Abend um achtzehnhundert mit dem Gleiter eintreffen, der Coholt, Bine und Merrick abholt. Axiom Benedict, Sie weisen sie in ihre Aufgaben ein.“
    Sie ist davongekommen, dachte Ares verblüfft. Sie hat die drei gedeckt und die Sache verschweigen wollen. Und dafür wird sie nicht bestraft.
    „Des Weiteren“, fuhr der General fort und Ares horchte verwundert auf, „wird Commandantin Busch ihres Postens enthoben.“

    Die Stille im Saal, die diesen Worten folgte, war so lastend, dass man sie fast fühlen konnte. Keiner regte sich, kein Scharren, Husten oder Räuspern war zu hören.

    „Sie hatte dafür Sorge zu tragen, dass Ontas gemäß den Regeln bestraft werden“, sprach der General weiter. „Indem sie das bei dem Verantwortlichen für diese Prügelattacke unterließ, ist sie als Führungsperson nicht mehr tragbar und hat deshalb ab sofort den Status eines Ypir-Gardisten.“

    Jetzt fixierte Stresnikov Frida von seinem erhöhten Standpunkt aus. „Es steht Ihnen aber auch frei, den Ring zu verlassen“, fügte er hinzu. „Sie haben bis morgen Abend Zeit, Ihre Wahl zu treffen. Ihren Posten übernimmt Axiom Ares Daktyl.“ Er hob erneut den Kopf. „Commandant?“
    Ares benötigte einen Augenblick, bis er begriff, dass er gemeint war. Automatisch nahm er Haltung an.
    „Wählen Sie zwei zuverlässige Ypir-Gardisten aus und übergeben Sie ihnen vorläufig Ihre und Coholts Einheit, bis morgen Abend die neuen Axiome eintreffen“, wies Stresnikov an. „Und ich meine wirklich zuverlässige!“
    „Selbstverständlich, General“, versicherte Ares und gewahrte Mestors zufriedenes Lächeln. Der Kyrios gab sich keine Mühe, sein Mitwirken bei diesem abgekarteten Spiel zu zeigen. Schlagartig war Ares zum Erbrechen übel. Vielen Dank, dachte er. Frida ein Ypir und ich ihr Vorgesetzter. Großartig. Das hast du fein hingekriegt, Mestor!
    Da Dwayne Coholt als Stellvertreter der ehemaligen Commandantin nicht mehr zur Verfügung steht, wird Gardist Busch selbst Sie in die neuen Aufgaben einweisen müssen, Commandant“, erklärte der General. „Wenn sie Ihnen Schwierigkeiten bereitet, melden Sie sich. Ihren Wochenrapport erwarte ich immer am Freitagabend. Die Insignien Ihres neuen Ranges und die neue Uniform erhalten Sie morgen. Dann wäre das alles. Guten Tag.“
    „General.“ Ares salutierte.
    Erneut standen die angetretenen Einheiten stramm, bis sich die Tür zischend hinter dem Mann, seiner Eskorte und dem Kyrios geschlossen hatte.
    „Ypir-Gardisten, wegtreten bis auf Gardist Busch“, wies Ares an, „und Übertragung beenden.“
    Eine Einheit nach der anderen verließ den großen Konferenzraum. Krell und Benedict blieben, ebenso wie Hernandez, der Axiom der fünften Einheit.

    Hier geht's weiter: Kapitel 44 (3/3)

    "Er wird wiederkommen. Die Berge sind wie ein Virus. Man infiziert sich mit der Liebe zu ihnen
    und es gibt kein Gegenmittel. Sie führen in eine Sucht, man kommt nicht mehr von ihnen los.
    Je länger man sich woanders aufhält, desto größer wird das Verlangen, sie wiederzusehen."

    Chad, der Holzfäller
    aus "Der Wolf vom Elk Mountain"

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    3 Mal editiert, zuletzt von Tariq (7. Februar 2024 um 16:26)