Was lest ihr gerade? (Fantasy)

Es gibt 699 Antworten in diesem Thema, welches 103.244 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von kalkwiese.

  • Und nun werde ich einen kleinen Sci-Fi-Marathon machen, glaube ich. :D Als nächstes ist Per Anhalter durch die Galaxis dran, von Douglas Adams. Und noch ein anderes, von dem ich schreiben werde, wenn ich es angefangen habe.

    Achja, Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams hat mir sehr gut gefallen. Ist mit seinen 200 Seiten natürlich kurz und es passiert zwar viel, aber so richtig große Bögen kann man da natürlich nicht spannen.

    Ein bisschen erinnert es mich an die Scheibenweltromane, bei denen Schlag auf Schlag der Plot vorangepeitscht wird, dass es irgendwie wieder beliebig wird, was passiert. Das sind die Pratchett-Bücher, die ich nicht so mag, Der Zauberhut war beispielsweise so eins. ^^

    Hier bei Adams ist es durch die Kürze deutlich angenehmer und ich kann damit besser leben. Solche Bücher sind wohl sehr plot-getrieben und das ist nicht immer mein Fall, stelle ich so fest.


    Ansonsten sind die Ideen natürlich grandios. :D Klar, ich kannte viel schon von dem Film von damals, die Mäuse, die Delphine, der Supercomputer. Aber es war dann doch alles ein bisschen anders und im Roman-Format gefällt es mir deutlich besser, vielleicht auch, weil Sci-Fantasy-Adaptionen so oft viel CGI haben (weil sie sonst einfach sauteuer wären).

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Gestern habe ich endlich mit "The Wisdom of Crowds" von Joe Abercrombie angefangen. Es ist Teil 3 der Reihe "The Age of Madness". Nachdem es schon eine Weile her ist, dass ich die ersten beiden Bücher gelesen habe, waren mir manche Charaktere nicht mehr so geläufig, aber das hat sich dann doch schnell gelegt. Es ist wirklich wieder sehr schön, Abercrombies Stil zu lesen. Mir gefällt der einfach wahnsinnig gut. Die Handlung ging mir am Anfang fast etwas zu schnell voran, ist nun aber auch so spannend, dass ich nicht aufhören möchte zu lesen. Dass sich Abercrombie hier sehr starkt an Ereignisse und Motive der französischen Revolution von 1789 anlehnt, stört mich persönlich nicht. Die fantastischen Elemente sind stark in den Hintergrund gedrängt, was auch direkt thematisiert wird: The age of Magi is over! Ich bin bespannt, ob das so bleibt. Oder ob nicht vielleicht doch Bayaz, the First of the Magi, am Ende fulminant alles seinem Willen beugt...

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Ich komme leider nur noch sehr selten zum lesen oder schreiben. Aber wenn ich mal die Zeit finde lese ich wieder einmal die Thrones oft Glas Reihe durch. Jedes mal denk ich dann wieder: Mann ist dieses Buch gut. Im ersten Band hab ich gedacht OK das Buch ist ganz gut aber bei jedem weiteren Buch wurde die Geschichte komplexer und besser.

    Ich kann die Story nur empfehlen

  • Und noch ein anderes, von dem ich schreiben werde, wenn ich es angefangen habe.

    So, der Sci-Fi-Marathon geht weiter! Also, falls man drei Bücher in Folge einen Marathon nennen will :rofl:

    Ich lese jetzt Eines Menschen Flügel von Andreas Eschbach.

    In einer fernen Zukunft haben Menschen einen fernen Planeten besiedelt, doch auf dem Boden lauern üble Gefahren, also haben sie ihre Kinder gentechnisch verändert und ihnen die Flügel der Pfeilfalken gegeben. Seit her bauen die Menschen Nester und leben in den Lüften. Die Technik der Ahnen ist verlorengegangen, seit sie vor tausend Jahren von den Sternen kamen, und der Himmel ist mit einer undurchdringlichen Schicht umgeben, durch die man die Sterne nicht sehen kann. (Wenn ich es recht überlege, bedeutet dass, dass es dort für unsere Erdenverhältnisse ziemlich dunkel sein muss, auch wenn es heller Tag ist. Die Menschen sprechen auch nicht von "Sonne" und "Mond", sondern vom "großen Licht des Tages" und dem "kleinen Licht der Nacht".)


    Bereits das erste Kapitel ist schon grandios mMn. Der junge Owen will unbedingt die Sterne sehen und gibt sich nicht damit zufrieden, dass der Himmel als unerreichbar hoch gilt. Er trainiert und lernt von den Vögeln, wie man Höhe gewinnt ... Klasse, einfach klasse, wie das erzählt ist. An Owens Tatent entlang erklärt sich die Welt, die man also wie nebenbei kennenlernt. Ich liebe auch diesen zeitraffenden Erzählstil, der Zeit und Raum auflösen kann. Das gibt dem ganzen etwas märchenhaftes.


    Ich vermute, dass das vielleicht Eschbachs Mittelerde sein könnte. Angeblich hat er jahrzehntelang an dieser Welt gearbeitet, aber sie war eben nie so weit, dass er die Geschichte hätte schreiben können. Außerdem das Teil mit 1250 Seiten auch echt ein dicker Klopper. :rofl: Überhaupt habe ich mir ein paar dicke Teile dieses Jahr vorgenommen. Wir mal Zeit, sich die vorzunehmen. :whistling:

    Ich werde mich jetzt mal nur komplett auf dieses Buch konzentrieren. Auf Spotify gibt es das Hörbuch dazu auch in ungekürzter Fassung. Mal sehen, wie lange ich brauche, wenn ich nebenher nichts anderes lese oder höre :)

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Ich lese gerade den zweiten Band von "Die Eherne Garde" von Peter Hohmann. Den ersten habe ich verschlungen, den zweiten nach dem letzten Wort von Band 1 sofort heruntergladen (bin bekennender E-Book-Leser) und weiter geschmökert.

    Der Autor war mir bisher nicht bekannt, aber er hat bei mir gepunktet durch die liebevolle Zeichnung seiner Charaktere. Und - jaaaaa, durch die rasanten und teils recht brutal geschilderten Kampfszenen.

    Was ich so bisher noch nie gelesen habe, ist die permanent durchgehaltene Version von zwei nebeneinander existierenden Erzählsträngen, die um ca. zwanzig Jahre zeitversetzt sind. Anfangs hat mich der "ältere" Strang ein bisschen genervt, weil er mich immer wieder aus der actiongeladenen Gegenwart gezerrt hat. Aber inzwischen hat auch er ordentlich Fahrt aufgenommen und ich erkenne bereits (bin Mitte Band 2) erste Zeichen von einer Verbindung zum Gegenwarts-Strang.

    Noch habe ich keinen Schimmer, wie das Ende aussehen wird, aber ich könnte mir vorstellen, dass es mich überrascht, weil alles, was ich bisher als End-Lösung erdacht hatte, schon in Stücke gehauen wurde. Ich bin sehr gespannt.

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    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • Nun habe ich etwa ein Drittel von Eines Menschen Flügel gelesen und Teil 1 von 3 im Buch geschafft und war bisher bestens unterhalten. :)

    Die Entscheidung, jedes Kapitel einer anderen Figur zu folgen ohne bisher zu einer zurückzukehren, lässt einen die Welt breiter erleben, während man doch irgendwie immer etwas von der Haupthandlung mitbekommt, zumindest ein bisschen. ^^ Ich habe gerade auch einfach Lust dazu, in dieser Welt zu versinken und an den Figuren nah dran zu sein, ohne einen allzu rasanten Plot.

    Trotzdem habe ich nun langsam das Gefühl, dass die Geschichte langsam aus dem Knick kommen sollte. Ich sehe die Gefahr, dass die Geschichte zerfasert und auf der Stelle treten könnte. Hoffentlich bewahrheitet sich das nicht, denn bisher habe ich hier einen wirklich liebenswürdigen Sci-Fi/Fantasy-Roman in den Händen. Vielleicht kann man es auch ein Jugendbuch nennen, aber so richtig drängt sich mir das Wort auch gar nicht auf. Finde ich positiv.

    Eschbach zeigt auch sowohl eine reiche, volle Sprache, als auch eine durchweg gute Lesbarkeit, ohne Störungen.

    Irgendwie fällt mir auf, wie, ja, nett die Geschichte bisher auch ist. Ich habe definitiv heftigere Romane gelesen, aber darum geht es hier ganz offensichtlich gar nicht :hmm:


    Ich bleibe dran :search:

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Ich habe inzwischen auch den dritten Band von "Die Eherne Garde" von Peter Hohmann gelesen. Die drei Bände

    "Die schwarze Klaue"

    "Die Fährte des Einhorns" und

    "Die Ebenen der Ewigkeit"

    erhalten eine ganz klare Leseempfehlung von mir. Der Stil, den ich im Post 647 beschrieben habe, hat sich bis zum Ende durchgezogen und mich fesseln können. Das Ende der Heldenreise selbst war überraschend und - das mag ich - trotz aller Grübelei im Vorfeld so nicht erwartet.


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  • Ich habe nach einer Pause wieder angefangen auf Hebraeisch zu lesen und arbeite mich grade durch das Buch Genesis durch.


    Was auffaellt - die Geschichten die man so kennt - Turmbau zu Babal, Abraham der Isaak opfert, Jakob's Vision - die sind im Text die absolute Minderheit der Zeilen. Ich hatte auch aus meiner Kindheit so einen Eindruck mitgenommen dass die Geschehnisse seltsam isoliert sind, dass die Protagonisten fast alleine auf der Welt sind und selten andere Leute treffen.


    Ist gar nicht - in Wirklichkeit ist der Text eher eine Abenteuererzaehlung ueber die Nomaden und ihre Herden - wie es Streitigkeiten um Quellen gibt, wie sich lokale Koenige Sorgen machen wenn zu viele Bewaffnete da vor ihrem Gebiet lagern (und in dem Kontext bekommt das Versprechen von DEM HERRN dass das Land Kannaan mal Abraham's Nachkommen gehoeren soll schon eine etwas sinistere Note, denn da wohnen ja Leute - mit denen Abraham dann konsequenterweise nicht seine Nachkommen verheiraten will.


    Teilweise wird's auch richtig spannend, wenn Laban versucht Jakob auszutricksen und ihm in der Hochzeitsnacht die falsche Tochter unterjubelt, worauf der dann spaeter versucht Laban auszutricksen und ihm - durch geschicktes Anpaaren - einen Grossteil seiner Schafe abzuluchsen.


    Liest sich also eigentlich recht gut.


    Fun facts:


    * Frauen werden praktisch sofort schwanger - normalerwiese muessen die sich nur mal eine Nacht bei jemandem einschmuggeln, schon gibt's ein Kind. Das Thema kommt verdaechtig haeufig vor...


    * DER HERR haelt Abraham und Nachkommen wohl fuer etwas schwer von Begriff - jedenfalls macht er sich alle 10 Jahre die Muehe um Abraham aufzusuchen und ihm zu sagen - 'Du denkst aber noch an unsere Verabredung, ja? Ich erklaer's dir nochmal wie das mit dem Bund zwischen uns so ist, okay?'

  • Ich habe "Königswächter" von Jordis Lank gelesen.

    Ein Buch, das mich sehr berührt hat. Der Autorin ist es in meinen Augen unglaublich gut gelungen, ihre Protagonisten als Menschen dazustellen mit allem, was das bedeutet. Besonders Kjar und Jorin, die beiden Hauptpersonen. Aber auch alle anderen, die sich nach und nach dazu gesellen. Leider war die Geschichte vom Königswächter Kjar, dessen Loyalität vom Anfang des Buches an bedingungslos seiner Königin gehört und der durch den Jungen Jorin lernt, viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, viel zu schnell vorbei. Die zwei erleben eine gemeinsame Reise, die sie beide verändert und die ich mit Begeisterung gelesen habe.

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  • Bin mit dem Buch mittlerweile fertig. :) Seit einer Woche schon eigentlich, aber ich kam bisher nicht dazu, das hier abzutippen. ^^'


    Andreas Eschbach hat mit diesem Buch eine Utopie geschrieben, denke ich mir da. Die geflügelten Menschen leben insgesamt sehr harmonisch zusammen und ich musste hin und wieder stutzen, wie nett sie doch zueinander sind und was für düstere Taten sie sich teilweise gar nicht vorstellen konnten. Es stellt sich heraus, dass genau das ein gut begründetes Konzept in der Geschichte ist. :)


    Also, musste dieses Buch wirklich 1260 Seiten lang sein?

    Ja und nein.

    Nein, weil die Hauptgeschichte, wenn sie nur aus Perspektive einer Handvoll Personen erzählt wäre, hunderte Seiten kürzer gewesen wäre.

    Ja, weil es eben nicht nur um die Hauptgeschichte ging, sondern um die Welt. Die sollte erzählt werden. Darum gibt es all diese verschiedenen Perspektiven, Schicksale, Orte, Handwerke, Sorgen, Ängste, Hoffnungen.

    Diese Art Buch hat ihre eigene Magie, die auch gleichzeitig ihre besondere Schwäche ist. Warum soll ich mich für eine Welt interessieren, in der die Menschen auf Bäumen leben und Flügel haben? Tja, wenn man sich das fragt, dann kann man Buch gleich liegen lassen. Mich interessiert's. Und wenn man dafür offen ist, dann bietet das Buch eines ganz besonders: Eskapismus feinster Sorte.

    Ehrlich, das Buch kam 2020 raus und war damit sicher wunderbare Lockdown-Lektüre. Ich habe es genossen, mal einen Monat lang nur ein Buch zu lesen und in einer Welt zu versinken, ohne meinen Kopf dabei anstrengen zu müssen oder mir einen Spiegel vorhalten zu lassen, wie andere gute Bücher das ja so oft tun.


    Eschbach zeigt auch eine wunderbare, volle Sprache, ich habe das vorher schon geschrieben. Das hat mich noch einmal auf einer ganz anderen, einer ästhetischen Ebene abgeholt, wie das irgendwie nicht selbstverständlich ist. Damit wird diese Welt wunderbar sinnlich erfahrbar. :)

    Achja, ich könnte bestimmt noch mehr drüber reden, aber ich sollte mal lieber der Vorlesung lauschen ...


    Aztiluth du wolltest, glaube ich, dass erzähle, wie ich das Buch finde, richtig? Hat ja nur ein Jahr gedauert oder so, bis ich es endlich in die Hand genommen habe :D

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Ich habe die Trilogie "Die Chroniken von Siala" gelesen. Band 1 "Der Schattenwanderer" hat mich gefesselt. Darauf aufmerksam gemacht hat mich das thief.worldofplayers-Forum über die Game-Reihe "Dark Projekt", die unter dem Titel "Thief" fortgesetzt wurde. Im Forum wurde sich auch über das Game ausgetauscht, und zwar hier.

    Ich habe Teil 1-2 durchgespielt und Teil 3 noch nicht ganz. Aber der Dieb Garrett, in allen Teilen die Hauptfigur, ist ein Prota nach meinem Geschmack. In dem o.g. Forum fand ich nun eine zwölf Jahre alte Diskussion, die einen Shitstorm über den russischen Autor Alexey Pehov enthielt, den Mann, der es gewagt hat, besagten Garrett in eine High-Fantasy-Fanfiction zu versetzen. Pehov ist nicht gut dabei weggekommen.

    Ich hab mir trotzdem die Leseprobe von Band 1 gegönnt (weil - es geht um Garrett!), dann den ersten Band gekauft und die beiden Folgebände am Tag darauf bestellt.

    Man mag über die Berechtigung, Spielcharaktere in Fanfictions zu versetzen, gern streiten. Aber mich hat Pehov mit seinen drei Bänden restlos überzeugt. Aus meiner Sicht ist es ihm gelungen, den Garrett aus dem Spiel mitsamt seiner Ausrüstung, seinem Charakter und seinem Verhalten fast 1:1 zu übernehmen und der versierte Spieler wird auch besonders im Band 1 manches Setting (z.b. Das Verbotene Viertel) und manchen Nebenchar wiedererkennen. Die High Fantasy erlaubte es ihm, dem Dieb Freunde wie Kobolde, Gnome, Zwerge und Elfen an die Seite zu stellen und Magie ins Spiel - äh, Buch zu bringen. Ein für mich spannendes und teils haarsträubendes Abenteuer, das am Ende ... okay, kein Spoiler über den Schluss von mir.

    Ich werde - sobald ich mein aktuelles Buch ausgelesen habe - nach weiteren Werken von ihm forschen. Und mein Bücherregal anbauen müssen ...

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    (Ricarda Huch)



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  • Bin mal wieder bei Joe Abercrombie: Best served cold. Das lese ich jetzt zum zweiten oder dritten Mal. Was soll ich sagen... immer noch sehr gut.

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Ich habe gestern bei meinem Aushilfsjob das Hörbuch zu Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers angehört. Gelesen von Dirk Bach ist das wiedermal wunderbar umgesetzt. :)


    Wilde Reise durch die Nacht ist kein Zamonien-Roman. Es zollt Tribut an Gustave Doré, das war ein Maler und Grafiker, der vor allem für seine Illustrationen von Don Quijote, Gargantua und Pantagruel, Die Göttliche Komödie, Paradise Lost, Der Rabe (Edgar Allan Poe) etc. bekannt ist. Der Roman ist nach 21 Illustrationen von Doré entworfen, heißt: Die Illustrationen zeigen Szenen, die exakt so in der Geschichte passieren. Ist relativ willkürlich teilweise, aber man befindet sich auch nicht in einer Realität, die viel Wert darauf legt, wie unsere zu sein. :D


    Also, der zwölfjährige Gustave gerät mit seiner Schiffsmannschaft in einen Zwillingstornado und stirbt - fast jedenfalls, denn der Tod gibt ihm noch eine Chance: Wenn er sechs Aufgaben besteht, dann darf er weiterleben. Nun muss Gustave eine Jungfrau aus den Klauen eines Drachen retten, die Namen von fünf Riesen erraten etc.

    Sehr unterhaltsam, man spürt deutlich Moers Handschrift in Sprache und Absurdität der Geschichte. Ganz nach meinem Geschmack also :D


    Empfehlung an alle, die nicht Realismus suchen und es nach düsterem Spaß dürstet.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Lese im Moment Die Rättin von Günter Grass.

    In den 80ern war Grass fasziniert vom Waldsterben, Umweltkatastrophen und der atomaren Bedrohung. Der Roman erschien 1986, vor dem Unglück von Tschernobyl. Kann man prophetisch finden, kann man aber auch sein lassen. :D

    Worum geht's?

    Eine Figur, die mit dem Autoren Grass identisch ist (habe mittlerweile rausgefunden, dass man das "Autofiktion" nennt), wünscht sich zu Weihnachten eine Ratte. Von der träumt er nachts und sie erzählt ihm, wie die Menschheit unterging nun die Ratten die Welt beherrschen. Grass kann das nicht glauben, dass die Menschheit aussterben wird/bereits ausgestorben ist, wo es doch noch so viel zu tun gibt/gab. In seinen Träumen umkreist er in einer Raumkapsel die Erde und die Rättin spricht zu ihm über Funk.

    Gegen die Apokalypse, die die Rättin ihm berichtet, hält er seine eigenen Geschichten: Hänsel und Gretel fliehen vor dem sterbenden Wald in die Stadt und werden Punks. Der Maler Malskat fälscht wunderbar talentiert gotische Kirchenmalereien (als einziges keine Fiktion, sondern tatsächlich so passiert). Oskar Matzerath, der Protagonist der Blechtrommel, kehrt zurück als stinkreicher Filmemacher. Eine Gruppe von Meeresforscherinnen sucht in der Ostsee die versunkene Stadt Vineta (wusstet ihr, dass die Ostsee sein eigenes Atlantis hat?!).

    Diese ganzen Geschichten fügen sich zusammen in einem postmodernen Mosaik. Kann man nervig finden, muss man sich drauf einlassen - wie immer bei Grass -, aber er macht das mal wieder meisterhaft. Ist keine Spannungsliteratur, aber wie das alles verknüpft wird ist schon toll, da gucke ich sehr gerne bei zu.

    Nun muss er mir natürlich am Ende noch beweisen, dass es das alles wert ist. Bisher hat Grass das (fast) immer getan, darum bin ich eigentlich guter Dinge. :)

    Ich habe den Verdacht, dass Die Rättin deutlich besser als ihr Ruf sein könnte. Marcel Reich-Ranicki hat das Buch damals ja, wie fast alles von Grass, verrissen. Die anderen Kritiken waren damals aber wohl recht positiv, was überrascht und eben zeigt, was für eine Strahlkraft MRR damals hatte.
    Naja, ein endgültiges Urteil gibt es erst, wenn ich durch bin. Habe jetzt vielleicht ein Fünftel oder so. :)

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Ich habe die Trilogie "Die Chroniken von Siala" gelesen. Band 1 "Der Schattenwanderer" hat mich gefesselt. Darauf aufmerksam gemacht hat mich das thief.worldofplayers-Forum über die Game-Reihe "Dark Projekt", die unter dem Titel "Thief" fortgesetzt wurde.

    Whaaaa...? Ich kann meine Verwirrung gerade gar nicht in Worte fassen. Ich habe den Schattenwanderer gelesen und geliebt. Und ich habe Thief gespielt (das neue allerdings, das 2014 herauskam), aber bis eben nicht kapiert, dass da eine Verbindung besteht. Whaaa... in meinem Gehirn machen ein paar Synapsen gerade ein Feuerwerk.

    Vielleicht muss ich nochmal das Buch lesen. Und das Spiel spielen xD Oh, ist das gerade cool.



    Ich habe vor Kurzem von Alexey Pehov, Elena Bychkova und Natalya Turchaninova - Der Tag der Geister weggelegt. War ganz und gar nicht gut. Ich habe mich ein paar Kapitel durchgequält und dann abgebrochen. Weil es in einem Dreiergespann entstanden ist, dachte ich, dass es ganz cool wird. Zumal ich auch dachte: Woop woop, Pehov, das kann nur gut werden.


    Einerseits ist vielleicht die Übersetzung schlecht, andererseits hapert es auch an anderen Stellen.

    Die Beschreibungen von Gegenständen/Geräten sind für mich Kauderwelsch. Die Magie ist zu 100% ein Soft Magic System. Es gibt nicht eine einzige Beschreibung, wie diese Magie aussieht. Der Satz "Er zitierte einen Zauberspruch" ist noch das größte Zugeständnis. Ansonsten heißt es einfach "Er wirkte einen Zauber", "Er warf einen Zauber."


    Wenn man wie ich ein bisschen daran interessiert ist, in die Welt mitgenommen zu werden, dann ist das nichts für einen. Abgesehen davon, dass ich absolut keinen Eindruck von der Figur bekomme. Die Dialoge haben sich auch wie ein gestelltes Theater gelesen.

    Es gibt bestimmt eine Zielgruppe dafür. Vielleicht eine jüngere, ungeübte Leserschaft. Vielleicht, wenn man nur Bock auf eine seichte Handlung hat und einem der Rest egal ist.


    Aber grundlegend kann ich keine Empfehlung aussprechen, auch wenn ich anhand der Rezensionen weiß, dass es Leute gibt, die das Buch mögen.

  • Vielleicht muss ich nochmal das Buch lesen. Und das Spiel spielen xD Oh, ist das gerade cool.

    Aber die Ähnlichkeiten findest du nur in "The Dark Project", also im ersten der vier Spiele.

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • Sofie's Welt von Jostein Gaarder


    Eine tour de force durch die Welt der Philosophie, eingebettet in eine Rahmenhandlung fuer die man die Lektionen in Philosophie gut braucht um zu verstehen was der Punkt daran ist (mehr kann aus Spoilergruenden nicht verraten werden) - gefaellt mir bisher sehr gut.


    Ich hab' ein paar Mal gehoert dass es eine gute Einfuehrung fuer Kinder in Philosophie sein soll - wuerde ich glaube ich nicht ohne weiteres unterschreiben (also, wenn man in der Familie nicht eh schon philosophische Fragen diskutiert) - dafuer scheint es mir doch zu profund und reich an Ideen zur Epistemik, aka 'woher wissen wir wirklich was wahr ist?') - das ist beileibe kein einfaches Kapitel.


    Wenn man sich fuer solche Thematiken erwaermen kann - lohnt sich zu lesen (und warum das unter Fantasy gepostet ist erschliesst sich auch aus der Rahmenhandlung - die aber, wie gesagt, nicht genauer verraten werden kann...)

  • Ich quäle mich derzeit durch ein Buch, das laut Klappentext Kultstatus haben soll. Ich frag mich nur, bei wem?! Ein verfetteter Werwolf, der gemeinsam mit einem von Scientology erleuchtetem Vampir Zombiekühe killt ... Die Rede ist von "Diner des Grauens" von A. Lee Martinez.

    Was ich witzig finde: ohne das Buch vorher gekannt zu haben, hab ich vor einigen Jahren was ganz ähnliches geschrieben. Gut, meine Story hieß "Diner des Schreckens", und es kamen weder Werwölfe, noch Vampire noch Zombiekühe vor, aber es ähnelt dem Buch schon irgendwie. Creepy ...

    Naja, zum Buch. Ich finds so dämlich, dass es schon wieder gut ist. Auf jeden Fall bringt es mich zum Schmunzeln . Und zum entnervt die Hände zum Himmel heben und rufen : Oh bitte, nicht das auch noch! :patsch: :D