Lesermeinungen und Rezensionen

  • Lesermeinungen und Rezensionen


    Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, zu den Buchbewertungen, wie sie zum Beispiel auf Amazon vorgenommen werden. Diese werden ja im Allgemeinen Rezensionen genannt, sie sind aber eigentlich Lesermeinungen.


    Rezensionen: Eine Rezension ist für sich genommen eine literarische Textform und keine Lesermeinung. Rezensionen finden sich zum Beispiel in Zeitungen. Wenn ich eine Rezension schreibe sollte ich ein Experte in dem Gebiet sein. Zum Beispiel viel im Genre gelesen haben und die Historie des Genres kennen. Hier wird eine objektive Bewertung anhand von Kriterien versucht. Zum Beispiel könnten zwei Fehler im Buch als in Ordnung bewertet wären. Aber Fehler auf jeder Seite würden als nicht mehr tolerierbar angesehen. Oder die im Buch geschilderten Fakten werden überprüft. Der Stil wird eingeordnet und bewertet. Der Bezug zu anderen Werken wird hergestellt. Es kann hier durchaus sein, dass der Rezensent das Buch nicht mag, aber trotzdem erkennt, dass das rezensierte Buch gute Literatur ist.

    Diese Rezensionen sind selbst kritisierbar.


    Lesermeinung: Setzt nicht voraus, dass jemand ein Experte ist. Sie muss keinen besonderen Anspruch erfüllen. Der Rezensent kann auch nur das Cover bewerten, oder was immer er möchte. Bei Amazon wird auch die Lieferung bewertet etc. Diese Bewertungen richten sich an potentielle andere Leser/Käufer oder andere Rezensenten (Stichwort Bloggerszene).

    Meinungen sind schwer zu kritisieren.


    Die Amazon Bewertungen sind ein Kaufkriterium geworden und die Sternebewertung wird von Amazon kontrolliert und gepflegt. Autoren sind von den Bewertungen abhängig, insbesondere trifft dies auf Selfpublisher zu, die selten in Buchhandlungen zu finden sind. Vor allem sind die Bewertungen interessant bei vielen Rückmeldungen. Dies alles hat dazu geführt, dass Bewertungen gekauft oder anderweitig beschafft werden.


    Bei der Punktebewertung finde ich es besonders schwierig, den richtigen Bezugsrahmen zu finden. Wenn ich „Im Namen des Windes“ von Patrick Rothfuss 5 Sterne gebe, dann wären viele andere Werke bei 3 oder weniger Sternen. Für einen Selfpublisher wären 3 Sterne aber schon ein Problem. Ich persönlich habe zu den Bewertungen, grade bei Amazon, ein ambivalentes Verhältnis. Es sollte ja um die Bücher gehen, nicht um die Jagd nach Sternen oder die Befindlichkeiten der Bloggerszene.


    Wie handhabt ihr das Thema?

  • Heyho Sensenbach

    Wie handhabe ich das Thema in Bezug auf was?

    Wenn's darum geht, inwieweit ich mich von den Bewertungen auf Amazon und Co. in Bezug daraufhin beeinflussen lasse, ob ich mich für oder gegen ein Produkt/Buch/Dienstleistung entscheide, kann ich natürlich nur für mich sprechen:

    Ich lese mir nach Möglichkeit ALLE Bewertungen durch. Aus dem gesamten Meinungspool lässt sich dann sehr schnell und sicher ein Profil erstellen, in welche Richtung der Tenor geht - das kann sich dann für mich durchaus schon auf eine Entscheidung auswirken.

    Allerdings nur als Zweitwertung in Bezug auf die Kaufentscheidung. Dem ist bei mir immer ein anderer Anreiz (Kritik in Printmedien etc.) vorangegangen, der meine Neugier überhaupt erst geweckt hat.


    Wenn's um selbstverfasste Bewertungen geht:

    Das gesamte "5 Sterne - Konzept" halte ich persönlich für Bullshit: Wer sich Onlinebewertungen danach mal ansieht, kann schnell feststellen, daß es dem Prinzip "Himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt" folgt.

    Entweder volle Punktzahl oder totaler Verriß. In der Mitte findet fast nie was statt.

    Praktikabler finde ich daher 1-10 Bewertungen. Dadurch wird der tatsächliche Durchschnitt der Bewertung für jemanden, der das Produkt gar nicht kennt meiner Meinung nach deutlich besser dargestellt.


    Hilft natürlich nicht gegen das Diktat der 5 Sterne im Netz.

    :(

  • Interessantes Thema...


    Ich mache grundsaetzlich keine Sternebewertungen (und versuche auch nicht draufzuschauen) seit ich folgendes begriffen habe:


    Die Frage ob sich jemand dafuer Zeit nimmt eine Bewertung abzugeben ist nicht unabhaengig von der Frage was diese Bewertung ist. Menschen machen das primaer dann, wenn sie von dem Buch emotional angesprochen wurden - entweder weil sie es total toll fanden, oder weil sie sich geaergert haben dass sie ihr Geld verschwendet haben - in beiden Faellen gibt man viel eher eine Bewertung ab (und sei es um den Aerger zu verarbeiten) als wenn das Buch 'ganz okay' war.


    Daher kommt es so wie Der Wanderer beschreibt - in der Mitte findet nichts statt.


    Nachdem die meisten Leser aber nicht zu der 'ganz toll' oder 'Verriss' Fraktion gehoeren spiegelt die Bewertung grundsaetzlich gar nicht wieder wie das Buch eigentlich aufgenommen wird.


    Und das ist bei einer Rezension anders - der Rezensent macht sich die Arbeit eben normalerweise nicht nur wenn er das Buch toll oder schlecht fand, sondern aus einem anderen Grund (weil die Redaktion ihn beauftragt hat, weil das Buch im Ausland grade bekannt geworden ist,...)


    Auch das Problem dass 3 Sterne schon einer Bestrafung gleichkommen sehe ich - vernuenftig differenzieren kann man so nicht.


    Daher - ich vergebe keine Sternebewertungen sondern nutzte andere Kanaele (wei z.B. das Forum) um Leseempfehlungen zu geben, und ich versuche (ob's mir immer gelingt ist eine andere Frage...) nicht auf Sterne zu schauen sondern mich anders zu informieren (bei Buechern bin ich altmodisch - da gehe ich in eine Buchhandlung oder Bibliothek und lese rein...)

  • Ja, ich sehe hier ein paar sehr gute Punkte. Ich möchte nicht unnötig wiederholen, was schon geschrieben wurde. Ich bin auch kein großer Freund davon, Bücher in Zahlen zu gießen - dafür haben sie zu oft zu viele Variablen. Für eine ehrliche Meinung, mit der man Arbeiten kann, finde ich die nicht unbedingt hilfreich.


    Was Rezensionen angeht, bin ich auch recht zwiegespalten. Grundsätzlich ist die Idee von Rezensionen ganz gut mMn. Aus dem Bereich der Videospiele und Musik kennt man aber auch, dass Rezensionen gekauft sind. Was der Rolling Stone oder der Metal Hammer über ein Album zu sagen hat, interessiert mich nicht die Bohne - die werden nämlich für ihre Kaufempfehlungen von den Labels bezahlt. Da finde ich Amateurrezensionen und die Meinungen von Freunden hilfreicher, weil aufrichtiger.

    Wenn der Rezensent aber aufrichtig ist und ich seine Macken kenne (das bezieht sich jetzt wieder auch auf Bücher), dann kann ich selbst an einer negativen Review erkennen, dass mir das Buch gefallen könnte. Beispielsweise geben Leute wie Stephen King The New Yorker immer mal einen Seitenhieb, weil das Magazin in dem Ruf steht, populäre Autoren wie King, John Grisham oder den von mir viel bewunderten David Mitchell abzustrafen, einfach weil ... ja, warum denn eigentlich? Am Ende wohl, weil sie nicht eine gewisse elitäre Schiene bedienen.

    Aber sind Rezensenten, besonders große, aufrichtig? Der Druck von Social Media ist groß. Man will oft zu den ersten gehören dürfen, die etwas rezensieren. Manchmal darf man sich durchaus fragen, ob das Buch eigentlich gelesen wurde oder ob man da nicht von anderen Rezensionen abkupfert ...

    Ich finde es da auch hilfreich, wenn Rezensionen und Lesermeinung aufeinandertreffen. Beispielsweise kann man auf Webseiten wie Rotten Tomatoes (für Filme) sehen, wenn professionelle Review und Lesermeinung auseinandergehen. Wenn die Unterschiede groß sind, dann ist das zumindest ein Grund, eine Augenbraue zu heben und sich zu fragen, woran das liegen könnte.

    Auf Goodreads muss man auch aufpassen, in welche Nische ein Buch gehört. Die Harry Potter Bücher haben dort quasi durchgängig einen Bewertungsdurchschnitt über 4,5/5 Sternen. Das ist astronomisch hoch. Hier muss einen klar sein, dass Jugendbücher in der Regel höhere Bewertungen bekommen. Wenn ein gigantisches Publikum nostalgische Gefühle für ein kulturelles Phänomen hat, dann wird das sicher auch besser bewertet. Ich finde die hohen Punktzahlen, Hand aufs Herz, nicht gerechtfertigt. So gut ist die Reihe einfach nicht mMn.

    Klassiker werden dagegen oft nicht so toll bewertet. Er gibt Sinn, die Prosa ist oft schwerer und nicht unbedingt am Puls der Zeit. Handlungen sind nicht unbedingt action-reich, Figuren sind etwas passiver. In dieser Nische gibt es brilliante Bücher mit 3,8/5 Sternen als Bewertungsdurchschnitt.
    Macht das Sachen wirklich transparenter?


    Irgendwann habe ich begriffen, dass Rezensenten auch nur Leute mit Meinungen sind. Sicher, gebildete Meinungen, aber bei der einen oder anderen habe ich mich schon gefragt, ob der Rezensent und ich das gleiche Buch gelesen haben ...


    Damit man sich mit Rezensionen wirklich Zeit einsparen kann, braucht man wohl einen Rezensenten des Vertrauens. :) Persönlich reichen mir aber auch Meinungen von Freunden. Bei denen weiß ich, wie ich die Meinungen zu nehmen habe.


    Hier im Forum versuche ich auch immer mal klar zu machen, wem ein Buch gefallen könnte. Das ist, finde ich, ein schönerer Ansatz für Rezensionen, als eine Bewertung mit Zahlen. :)

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

    • Offizieller Beitrag

    Persönlich reichen mir aber auch Meinungen von Freunden. Bei denen weiß ich, wie ich die Meinungen zu nehmen habe

    Ja, das sehe ich auch so.

    Aber ich halte es bei Rezensenten genau so wie bei Freunden. Ich frag nicht bei allen nach, wie sie Film x oder y fanden sondern nur bei denen, die über die Zeit ungefähr die gleiche Meinung geteilt haben wie ich. Diese Menschen kennen halt meinen Geschmack und wissen wohl am ehesten was MIR gefällt. Und darum geht es mir am ehesten, wenn ich vor einer Kaufentscheidung stehe ^^;
    Bei Amazonbewerrtungen ist das natürlich was schwieriger, weil man die Leute nciht kennt und das fremde wild durcheinandergeworfene Meinungen sind.
    Aber RottenTomatos zum Beispiel hat schon so oft einen anderen Geschmack gehabt als ich, dass es sich für mich gar nicht lohnt, dort etwas über einen Film nachzulesen. Es bringt mir halt einfach nichts. Deswegen habe ich da immer die gleichen Freunde, Blogger, YTber, die ich bei solchen Fragen anlaufe. Man ist sich natürlich nicht immer einig, aber die Geschmäcker scheinen sich nun mal zu ähneln ^^

  • Ich melde mich jetzt mal zum Thema Rezensionen als Selfpublisherin. Ich versuche für meine Bücher Rezensionen zu bekommen, indem ich Blogger anschreibe, ihnen kostenlose Ebooks von mir schenke und als Gegenleistung bitte ich um eine Rezension. Das ist zeitaufwändig, nicht jeder Blogger hat Lust, das Buch überhaupt zu lesen, manche weisen mich sofort ab (nicht mein Genre, spricht mich nicht an oder so), andere brauchen zwei Monate um was zu schreiben, es ist also nicht so leicht. Ich habe aber auch schon so meine Leute, die schon die ersten Bände mochten, denen schicke ich dann auch die Folgebände, damit sie mir etwas schreiben. Eine von meinen Bloggerinnen schreibt immer so schwulstige Sachen, ich glaube sie schreibt nur den Klappentext ab und kopiert Sachen, die ich zwischendurch poste, aber sie liest die Bücher gar nicht. Weil sie mir aber immer gute Bewertungen gibt und das wichtig ist, darum schicke ich ihr auch immer wieder Ebooks.

    Das ist aber eine Ausnahme, die meisten Blogger, die ich so kennengelernt habe, sind wirklich ehrlich, die hauen mir das Buch auch um die Ohren, wenn es ihnen nicht gefällt und sagen mir sogar, was sie blöd fanden. Das finde ich sogar echt gut, denn da lerne ich auch was draus für die Zukunft.

    Eine Bloggerin hat meinem Band 1 nur zwei Sterne gegeben und das ausführlich begründet, wollte aber trotzdem mit Band 2 weiterlesen. Ich habe gehadert, ob ich ihr den gebe, weil ich dachte, dann schenke ich ihr das Buch und sie haut mir nochmal 2 Sterne rein. Aber dann dachte ich, sie würde ja nicht lesen wollen, wenn es ganz grottenfürchterlich gewesen wäre. Ich hab ihr den zweiten Band gegeben, den fand sie toll (!) und wollte dann auch den Rest der Reihe lesen. Ja, manchmal kann das seltsam ausgehen.

    Neuerdings kann man bei Amazon aber auch Sternebewertungen abgeben ohne einen Text zu schreiben. Wie du das dann als Autor einordnen sollst - keine Chance. Ich finde das total wertlos.

    Eine Bekannte von mir hat vor Jahren mal ein Schreibforum betrieben, hat dann angefangen Bücher zu veröffentlichen und alle aus dem Forum eingeladen, ihr zu folgen. Die bekam auf ihre ersten Bücher Neid-Negativ-Bewertungen von Leuten aus dem Forum. Das war echt krass.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin *

  • Aber sind Rezensenten, besonders große, aufrichtig?

    Gute Frage... ich lese Rezensionen meistens in der ZEIT weil ich die eh' habe, da geht's dann eher selten um Buecher die ich zur Unterhaltung lesen wuerde. Ich wuerde nicht jedes Blog als 'Rezension' verstehen, wie Sensenbach geschrieben hat geht's da schon um Expertenwissen.


    Ich denke so ein Rezensent kann sich keine krassen Fehleinschaetzungen leisten, denn da ist sein Ruf sein Kapital, es muss seine Ansichten ja nicht nur raushauen sondern auch begruenden.


    Die Rezensionen die ich in der ZEIT so lese sind eigentlich recht gut organisiert - man bekommt einen Eindruck was das Buch ist, und man sieht was die Meinung des Rezensenten ist und was nicht - das kann ich tatsaechlich als Orientierung verwenden ob mir das Buch gefallen wuerde statt dass ich mich auf den Geschmack des Rezensenten verlassen muesste (meistens komme ich zu dem Schluss dass es nichts fuer mich waere, aber die paar die ich erst als Rezension kennengelernt habe und dann gelesen haben waren gut getroffen).


    Ich kenne auch den Fall dass man den Geschmack des anderen einschaetzen kann - im Studium hatte ich eine Bekannte, wenn die einen Film super fand wusste ich, ich brauch' nicht zu gehen - und umgekehrt. Aber eine gute Rezension finde ich was anderes - die gibt einfach den Eindruck und man kann sich selber ueberlegen ob das was fuer einen ist.

  • Heyho Thorsten

    Also alles was recht ist, den Satz von Dir finde ich jetzt wirklich mal zum Brüllen komisch...

    ich lese Rezensionen meistens in der ZEIT weil ich die eh' habe,

    Wer mit der großgeschriebenen ZEIT nichts weiter verbindet als den Sinn des Wortes hat hier was zu lachen.

    ^^ (Das wollte ich nur mal erwähnt haben...)


    Kirisha

    Ich habe mal für ein Metal Fanzine geschrieben und bekam da alle Promoscheiben, die kein anderer haben wollte. Da war viel wirres und irres Zeug dabei - und damit meine ich nicht mal die musikalische Seite - die Charakterisierung der Label war manchmal so bescheuert, daß ich mich gefragt habe, unter welchen Drogen die gestanden haben:

    Worum's aber eigentlich geht ist doch das:

    Das ist zeitaufwändig, nicht jeder Blogger hat Lust, das Buch überhaupt zu lesen, manche weisen mich sofort ab (nicht mein Genre, spricht mich nicht an oder so), andere brauchen zwei Monate um was zu schreiben, es ist also nicht so leicht.

    Na wenn diese Blogger Dein Buch/Deine Erzählung gar nicht lesen wollen frage ich mich, warum ich diese Typen für wichtig erachten sollte.

    Das sind für mich Schnorrer. Die selbst nichts zu bieten haben ausser der Arroganz, sich zu Kritikern aufzuspelen. Und mit den Ideen anderer ihre eigene miserable Blogexistenz zu rechtfertigen.

    Zeitaufwändig???

    Ein Buch von 200-400 Seiten sollte jeder Lesende in einer Woche schaffen. Dann kann er sich gerne nochmal eine Woche Zeit lassen, um das Gelesene wirken zu lassen.

    Und von mir aus auch noch eine weitere Woche, um zu formulieren, ob und was ihm das gebracht hat.

    Zwei Monate und mehr?

    Vergiß diese Typen. Jeder Text, jedes Gedicht, alles geschriebene hier berührt Dich und mich beim Lesen sofort. Im Positiven wie im Negativen. Ich steige in die Story ein oder lasse sie liegen.

    Sie wirkt auf mich oder nicht.

    Eine von meinen Bloggerinnen schreibt immer so schwulstige Sachen, ich glaube sie schreibt nur den Klappentext ab und kopiert Sachen, die ich zwischendurch poste, aber sie liest die Bücher gar nicht. Weil sie mir aber immer gute Bewertungen gibt und das wichtig ist, darum schicke ich ihr auch immer wieder Ebooks.

    Ist das wichtig? Ich denke, Nein.

    • Offizieller Beitrag

    Ich muss zugeben, ich suchte schon etwas die Rezis zu unseren Büchern. Ich finde die Meinungen einfach super interessant. Und manche sind auch derb amüsant.

    Ich denke aber, so geht es fast jedem Autoren, der etwas veröffentlicht hat. Und ich kann Kirisha nachvollziehen, wenn sie sagt, die Suche nach Bloggern ist anstrengend und zeitaufwendig. Ich kann aber nicht behaupten, jemals unfreundlich abgewiesen worden zu sein. Und Blogger sind auch nicht dazu verpflichtet, etwas zu lesen, was sie in der Thematik nicht interessiert. :pardon: Es ist immerhin auch ihre Zeit, die sie dazu aufbringen. Man muss sich eben gezielt nach den passenden Bloggern umschauen. :D

    1. Warum sind Blogger Schmarotzer, wenn sie auch Bücher ablehnen? Das Spiel ist ein Geben und Nehmen. Ich gebe ein kostenloses Exemplar, bekomme dafür auf mehreren Plattformen eine Meinung dazu.

    2. Das Leben ist kein Ponyhof. Diese Leute haben meistens einen Berg an Büchern rumliegen und all diese Autoren wollen zeitnah eine Rezi. Wir hatten bisher nur Blogger, die dann gesagt haben, dass es etwas dauern kann, weil reales Leben und Co. und noch viel auf dem Stapel. Mir ist es eigentlich teils recht, wenn nicht alle Rezis auf einmal kommen, sondern immer mal ein paar verteilt über längere Zeit, denn so ist man stetig präsent, hat selbst etwas zu posten, als sein Pulver komplett am Tag des Release zu verschießen. Kommt bei einigen so gar nichts, ist das ärgerlich, aber Shit happens. Dennoch sollte man diesen Menschen, gerade in diesen Zeiten, keinen Vorwurf machen, wenn eine Rezi mal etwas dauern kann. Immerhin sitzen die nicht zu Hause auf einem einsamen Stuhl und warten darauf, dass wir Autoren sie anschreiben.

    3. Es gibt z.B. auf Instagram eine ganze Community, die gerade Selfpuplishern hilft, an Blogger zu kommen. Keine zu finden ist fast unmöglich, aber diese Leute sind auch vorsichtig und schrecken vor Büchern zurück, die weder ein professionelles Lektorat noch Korrektorat hatten. Denn keiner schreibt gerne negative Rezis.

    4. So wie wir als Hobby betrachten zu schreiben und unseren Kram hochzuladen, so ist deren Hobby zu lesen und die Bücher anderer zu bewerben. Bitte kämmt hier nicht alle Blogger unter einen Kamm. Ja, unter ihnen gibt es genauso schwarze Schafe wie unter Autoren. Dennoch möchte ich deren Meinung nicht missen und zur Verbreitung eines Buches gehören sie dazu. Auch möchte ich deren Meinung nicht runterbuttern, nur weil es vielleicht keine studierten Germanisten sind oder Ähnliches. Denn ansonsten könnte ich auch das Forum hier gleich dicht machen. Denn wir alle "erdreisten" uns, eine Meinung zu den Geschichten anderer zu haben und möchten auch irgendwie "ernstgenommen" werden. Ich denke, so ähnlich ist auch die Beziehung zwischen Blogger und Autor. ^^


    Ob das jetzt Lesermeinungen oder Rezensionen sind, sei mal dahingestellt. Ich denke einfach, dass sich das Wort "Rezension" da einfach durchgesetzt hat. :rofl:


    Was die Sternebewertung angeht, gerade auf Amazon, jaaaaaaaaa das ist so eine Sache. Vor allem, seit man nicht mal mehr eine Meinung dazu schreiben muss. Wir haben da auch eine 2 Sterne Bewertung, allerdings ohne Rezension. Die nehme ich zur Kenntnis, kann aber persönlich nichts damit anfangen. Steht ja nichts da. Vor allem kursieren auch unter Autoren einige Konkurrenzkämpfe, und man hat immer mal ein paar Klappstühle drunter, die das Werk anderer Autoren schlechter werten, um den Schnitt runterzujagen. Da Sterne anonym abgegeben werden, sieht man auch nicht, wer es war. :pardon: Ich lese mir meist alle Rezensionen durch und mache mir so ein Komplettbild. Bei Büchern hilft natürlich auch die Leseprobe.


    Ist das wichtig? Ich denke, Nein.

    Für dich persönlich vielleicht nicht, aber für Autoren, die bekannter werden möchten, ist es sehr wichtig. So funkioniert der Buchmarkt. Wenn es Kirisha wichtig ist, ist das so und das würde ich auch nicht kleinreden. Gerade im SP-Bereich ist die Konkurrenz groß und da sind positive Rezis sehr wichtig, weil sie schon die Spreu vom Weizen trennen.

  • Das Thema Buchblogger finde ich sehr interessant. Diese Szene hat sich zu einem lebendigen Teil der Literaturszene entwickelt. Hier finden sich individuelle Lesermeinungen und auch Beiträge, die auch in der ZEIT stehen könnten. Diese neue Vielfalt ist doch gut und als Leser kann man sich dann rauspicken, was man mag.

    Interessant wäre es zu wissen, ob sich Blogbeiträge auf Verkaufszahlen auswirken. Insgesamt stagnieren ja die Buchverkäufe eher, das heist, es lesen insgesamt nicht mehr Menschen. Aber das ist ein anderes Thema ...

    • Offizieller Beitrag

    Das Thema Buchblogger finde ich sehr interessant. Diese Szene hat sich zu einem lebendigen Teil der Literaturszene entwickelt. Hier finden sich individuelle Lesermeinungen und auch Beiträge, die auch in der ZEIT stehen könnten. Diese neue Vielfalt ist doch gut und als Leser kann man sich dann rauspicken, was man mag.

    Interessant wäre es zu wissen, ob sich Blogbeiträge auf Verkaufszahlen auswirken. Insgesamt stagnieren ja die Buchverkäufe eher, das heist, es lesen insgesamt nicht mehr Menschen. Aber das ist ein anderes Thema ...

    Wir gehen davon aus, dass sich das auswirkt, immerhin verbreiten die Blogger die Bücher auch auf ihren Plattformen. Seien es Insta-Accounts zusätzliche Webseiten und Co.KG.

    Dadurch setzen sie andere Blogger, wenn ihnen gefällt, was sie sehen, die Bücher auf ihre Wunschliste - und so geht es weiter. Man muss auch anmerken, dass die meisten Blogger die Exemplare selbst kaufen. Nicht alle verlassen sich auf Rezensionsexemplare. Wir bekommen auch Rezis zu sehen, von Personen, denen wir kein eBook gegeben haben. ^^


    Als Autor hat man irgendwann auch häufig zu Anfang die gleichen Blogger, die dann Buch für Buch rezensieren. Man muss auch klar unterscheiden. Die meisten Blogger schreiben mehr als: "Das Buch hat mir super gefallen!" Teilweise sind die Texte, die verfasst werden, wirklich lang und gut und bieten einen sehr guten Einblick in die Lektüre. Allein Kyelia verfasst sehr gute und ausgesprochen ausgearbeitete Rezensionen. Sie gibt sich extrem viel Mühe und investiert viel Zeit, ebenso wie Marietta. Anders, als wenn man Tante Frida auffordert, ein paar Worte zum Buch zu hinterlassen.

    Auch sollte man sich als Autor die Blogger anschauen, wie sie etwas rezensieren. Immerhin kann man das super nachverfolgen auf deren Accounts. Hat man es mit Bloggern zu tun, die nur schreiben: "Ich liebe das Buch, es ist ein Muss!" Würde ich ohnehin die Finger von denen lassen, denn das klingt nicht ehrlich und kann man billiger haben, als ein Buch zu verschenken. Man selbst ist als Autor etwas zur Recherche gezwungen. Passt der Blogger zu mir? Wobei wir auch gezielt Bloggern unser Buch gegeben haben, bei denen wir uns NICHT sicher waren. :rofl: Aber selbst mit Kritik an der Geschichte hätten wir leben können. :pardon:

    • Offizieller Beitrag

    Interessant wäre es zu wissen, ob sich Blogbeiträge auf Verkaufszahlen auswirken. Insgesamt stagnieren ja die Buchverkäufe eher, das heist, es lesen insgesamt nicht mehr Menschen. Aber das ist ein anderes Thema

    Wir gehen davon aus, dass sich das auswirkt, immerhin verbreiten die Blogger die Bücher auch auf ihren Plattformen.

    Ich denke auch dass sich das auswirkt. Aber eben nur auf jene Exemplare und nicht auf den Verkauf von Büchern allgemein. Eine Verschiebung innerhalb der Masse findet aber glaube ich schon statt. Menschen die generell keine Bücher lesen werden wohl nur sehr selten von solchen Blogs dazu animiert. Zumindest gehe ich davon aus.

    Deswegen glaube ich auch, dass positive Kritiken oder Sterne in dieser Hinsicht schon wichtig sind. Wie Jennagon sagt

    weil sie schon die Spreu vom Weizen trennen.



    Das Thema mit den Bloggern finde ich superinteressant. Allein schon wie aus dem Hobby der einen, ein neues Hobby der anderen entstanden ist, ist irgendwie cool zu beobachten :D

    Man muss auch anmerken, dass die meisten Blogger die Exemplare selbst kaufen. Nicht alle verlassen sich auf Rezensionsexemplare. Wir bekommen auch Rezis zu sehen, von Personen, denen wir kein eBook gegeben haben.

    Das ist dann natürlich der Jack-Pot :D

    • Offizieller Beitrag

    Also irgendwie stößt mir diese Aussage bitter auf. Keine Ahnung, ob ich es nur falsch auffasse, aber ich kann es nicht ignorieren. :D Wenn ich es falsch verstehe, bitte bremsen :rofl:


    Ich blogge ebenfalls über Bücher. Und selbst ich als verdammt kleiner Blogger habe aktuell 4 Rezensionsexemplare bei mir herumliegen, die gelesen werden wollen. Geht man nach deiner Rechnung wären das 12 Monate, mithin 3 Monate, die Autoren bei mir auf eine Meinung warten müssten. (Tatsächlich sind es etwa 5-6 Wochen, da ich deutlich schneller arbeite, als diese 3 Wochen, aber es kann eben immer etwas dazwischen kommen - das Leben, oder eben auch: Keine Lust (und keine Lust wirkt sich verdammt negativ auf Bewertungen aus) also lieber mal einen Tag liegen lassen oder mal 10 Seiten weniger lesen)


    Ich kenne genug größere und richtig große Blogger mit mehreren tausend Followern, und die sitzen sicherlich auf deutlich mehr als 4 Rezensionsexemplaren, nicht nur von Selfpublisherautoren, sondern auch von Verlagen.

    Die meisten Blogger arbeiten aber zum Glück deutlich schneller, als du es oben beschreibst :P :D (Zum Glück, sonst würden manche Jahre warten :rofl: ) ABER das Warten gehört eben irgendwo dazu. Kein Blogger sitzt daheim und wartet, bis mal ein Autor sich erbarmt und ihm sein Buch darbietet. Wir suchen und kaufen selbst nach unseren Interessen. Da ist es eben nicht nur ein Autor, der dann etwas warten, oder sich gedulden muss. Nicht umsonst fragen teilweise Autoren bereits 2-3 Monate vor ihrer Veröffentlichung bei Bloggern an. Man wirft für Autor XY ja nicht das aktuelle Buch einfach beiseite und stürzt sich auf das Neue wie ein ausgehungerter Wolf.

    Die meisten Blogger sind auch nur Menschen, Leute, die das in ihrer Freizeit - wie Etiam so schön sagt als Hobby - machen, nach 8-10 Stunden Arbeit. Und Blogger oder Rezensenten mit einer Redaktion, die das beruflich machen, da ist die Wartezeit sicherlich auch nicht kürzer, weil sich diese über die Menge und andere Veranstaltungen/Angebote/Lesungen finanzieren müssen. Dass da Bücher auch abgelehnt werden, finde ich besser, als immer mehr und mehr anzunehmen und dann die Lust an allem zu verlieren, alles im Sande verlaufen zu lassen, oder "Fristen" nicht einhalten oder ständig weiterschieben zu müssen.


    2 Monate zu warten, ist daher - meiner Erfahrung nach - keine Seltenheit und liegt absolut im tolerierbaren Bereich. Es ist lang, ja, aber durchaus auszuhalten, wenn man es als Autor weiß. Tatsächlich würde ich mir mehr Sorgen machen, wenn es heißt: Ja, ich habe gerade nichts zu tun, her damit!


    Der Schlüssel ist hier eine Kommunikation.


    Ist das wichtig? Ich denke, Nein.

    Als Blogger handhabe ich das ähnlich wie hier im Forum, ich präsentiere meine Meinung/Einschätzung - ob das nun eine Rezension oder nur meine Lesermeinung ist erstmal nebenan gestellt. Der Autor kann meine Worte ignorieren, sich darüber freuen oder in seine anderen Werke einfließen lassen oder dort umsetzen. Oder aber, er/sie nimmt einfach nur zur Kenntnis, WARUM mir als Leer etwas gefallen oder eben nicht gefallen hat. Eine objektive und freundliche Rezension ist schließlich kein: Ja, mach mal besser oder anders.


    Und je länger ich mit Autoren und Bloggern zusammenarbeite desto mehr merke ich, dass Rezensionen/Meinungen sehr wichtig sein können. Deshalb sind wir doch auch alle in diesem Forum, oder? Weil wir etwas präsentieren wollen und am besten auch Meinungen dazu haben möchten. Wenn ich veröffentliche, darin Geld investiert habe z.B. in Werbung, will ich ja auch mal eine Meinung hören, oder nicht?

    Gerade im Selfpublishing Bereich läuft unglaublich viel über Bewertungen und Meinungen/Mundpropaganda. Eben weil es so viel Mist gibt und mittlerweile jeder für ein bisschen Geld seinen Text bei Amazon veröffentlichen kann.

    Persönlich suche ich meine Bücher zwar weniger nach irgendeiner Bewertung aus - gefällt mir der Klappentext oder die Leseprobe kaufe ich es auch mit schlechten Bewertungen und überzeuge mich selbst. Vor allem Sterne-Bewertungen sagen mir als potentieller Leser genauso wenig wie dem Autor des Buches, da ist Text viel wertvoller. Aber dazu unten mehr :D


    Ich melde mich jetzt mal zum Thema Rezensionen als Selfpublisherin. Ich versuche für meine Bücher Rezensionen zu bekommen, indem ich Blogger anschreibe, ihnen kostenlose Ebooks von mir schenke und als Gegenleistung bitte ich um eine Rezension. Das ist zeitaufwändig, nicht jeder Blogger hat Lust, das Buch überhaupt zu lesen, manche weisen mich sofort ab (nicht mein Genre, spricht mich nicht an oder so), andere brauchen zwei Monate um was zu schreiben, es ist also nicht so leicht. Ich habe aber auch schon so meine Leute, die schon die ersten Bände mochten, denen schicke ich dann auch die Folgebände, damit sie mir etwas schreiben. Eine von meinen Bloggerinnen schreibt immer so schwulstige Sachen, ich glaube sie schreibt nur den Klappentext ab und kopiert Sachen, die ich zwischendurch poste, aber sie liest die Bücher gar nicht. Weil sie mir aber immer gute Bewertungen gibt und das wichtig ist, darum schicke ich ihr auch immer wieder Ebooks.

    Wichtig ist es eben, dass man sich auch die richtigen Blogger heraussucht. Wenn der Blogger das Genre abdeckt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass man mit "nicht mein Genre" abgespeist wird, viel geringer. Logisch. :D Meinungen haben mit dem Interesse zu tun und du solltest in dem Fall froh sein, wenn Blogger so ehrlich sind und dir sagen, dass sie das Genre nicht lesen. Da kenne ich auch andere und: was nützt einem eine Wertung von jemandem, der eigentlich gar nicht die Zielgruppe des Buches ist? Das kann gut gehen, weil es dem Leser trotzdessen gefällt, aber es kann auch nach hinten losgehen :pardon:

    Deshalb: Wenn du deine Zielgruppe kennst - sprich Fantasy - dann suche und erkundige dich auch innerhalb dieser Zielgruppe. Es gibt immer Schwarze Schafe, überall, auch unter Bloggern. Die eben einsacken und dann auf Nimmer wiedersehen verschwinden. Aber diesen Kreis halte ich für sehr gering und wenn man sich vorher die Blogs, die Personen oder auch die Social Media Profile dieser Leute anschaut, bekommt man ein Gespür für die Art der Bewertung und auch des Menschen. Das senkt das Risiko von Enttäuschungen und bösen Überraschungen. :)


    Mir zum Beispiel kann man mit den ganzen Erotik-Büchern fern bleiben. :rofl:


    Es gibt btw. sehr viele Plattformen, auf denen Blogger Autoren finden und Autoren Blogger. ;)


    Das dazu :D

    _______________________



    Was die Sternebewertungen angeht, finde ich das unglaublich interessant. Denn das ist ein Punkt, über den ich mich nun schon seit gut 3 Jahren aufrege.

    Denn die Definition, was welche Sterne angeht, liegt bei keinen allgemeinen Faktoren, sondern bei einem selbst. Und was definiert denn für mich die 3-Sterne? Was die 4-Sterne und was muss ein Buch erfüllen, um die 5-Sterne zu bekommen? Und am Ende sind es meine Kriterien, nicht die eines anderen. Also Was sagen die aus? Im Grunde nur wie Thorsten meinte, wenn etwas sehr schlecht oder sehr gut ist.


    Diese wenig präzise Abstufung bei den ganzen 5-Sterne-Kategorien stört mich schon. Wie oft komme ich mit meinem System auf halbe Sterne und muss mich dann entscheiden. :pardon:


    Denn bei Amazon z.B. gilt eine 3-Sterne Bewertung bereits als "kritisch". Aber für mich sind 3-Sterne (sehr grob gesehen jetzt): gab hier und da Schwachstellen in der Handlung und handwerklich könnte es besser sein. ABER ich würde es dennoch weiterempfehlen. Denn schlecht ist es ja nicht. Ist es deshalb dann gerechtfertigt, dass meine Bewertung als "kritisch" eingestuft wird? Gebe ich also einen Stern mehr, weil ich es ja durchaus gut fand und nicht will, dass es kritisch hinterlegt wird? Was bedeutet das kritisch überhaupt? Drücke ich ein Auge zu? Aber was mache ich dann mit besseren Büchern?

    10-Sterne wären klasse. Da könnte man feinere Abstufungen vornehmen :rofl:


    Generell empfinde ich bloße Sterne-Bewertungen immer als recht nutzlos. Was soll mir das sagen? Bei Büchern? Was kann ich daraus mitnehmen? Deshalb empfinde ich den Text IN der Bewertung als viel wichtiger. Was war gut, was schlecht. Sprachlich, Inhaltlich, Charakterlich, Handlungstechnisch, Logisch :D


    Das Thema Buchblogger finde ich sehr interessant. Diese Szene hat sich zu einem lebendigen Teil der Literaturszene entwickelt. Hier finden sich individuelle Lesermeinungen und auch Beiträge, die auch in der ZEIT stehen könnten. Diese neue Vielfalt ist doch gut und als Leser kann man sich dann rauspicken, was man mag.

    Interessant wäre es zu wissen, ob sich Blogbeiträge auf Verkaufszahlen auswirken. Insgesamt stagnieren ja die Buchverkäufe eher, das heist, es lesen insgesamt nicht mehr Menschen. Aber das ist ein anderes Thema ...

    Ich denke nicht, dass sich das auf den Buchmarkt an sich auswirkt. Zumindest nicht merklich. Diejenigen, die schon immer gern gelesen haben, werden das auch weiter tun, aber wie Etiam schon sagt, wird kaum ein Nicht-Leser einen Buchblog aufsuchen und sich davon inspirieren lassen. Ich bekomme den guten Etiam ja noch nicht mal mit meinem täglichen Geblubber über Bücher dazu, mehr oder überhaupt zu lesen. :D



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
    - Toni Morrison -


  • Man muss auch anmerken, dass die meisten Blogger die Exemplare selbst kaufen. Nicht alle verlassen sich auf Rezensionsexemplare. Wir bekommen auch Rezis zu sehen, von Personen, denen wir kein eBook gegeben haben.

    Ja, es gibt auch so liebe Blogger, die von mir ein Ebook bekommen haben, aber dann trotzdem das Buch über Kindle Unlimited lesen, damit ich etwas davon habe. Oder solche Blogger, denen ich ein Ebook schenke und wenn es ihnen gefällt, kaufen sie sich von eigenem Geld die Printausgabe. Das macht dann natürlich echt Freude.

    In meinen Augen haben die Bloggerrezensionen eine doppelte Funktion: Sie informieren Leser und sie informieren den Autor. Ich lese alle Rezensionen, die ich bekomme und mache mir auch Gedanken darüber. Da sehe ich dann ja, was gut angekommen ist und was nicht, welche Charaktere die Leute mochten und welche nicht. Und ich erfahre warum! Wenn sich ein Kritikpunkt bei mehreren Rezensenten wiederholt, weiß man dann schon, das war ein dicker Schnitzer.


    Fragt euch doch mal selber: würdet ihr ein Buch kaufen, das null Rezensionen hat? Ich glaube nicht, oder?


    Na wenn diese Blogger Dein Buch/Deine Erzählung gar nicht lesen wollen frage ich mich, warum ich diese Typen für wichtig erachten sollte.

    Das sind für mich Schnorrer.

    Vielleicht hast du noch nie 20 Jahre davon geträumt, als Autorin anerkannt zu werden, bist dann mit deinem eigenen Buch an die Öffentlichkeit gegangen und erwartest nun dein Urteil (wirst du vom Publikum anerkannt oder abserviert?). Da gibst du dein Buch nicht an Blogger, um dem Blogger einen Gefallen zu tun, sondern du hoffst, dass dieser Blogger begeistert von deinem Buch werden könnte und dir dann dabei hilft, Werbung für das Buch zu machen j- damit es dir gelingt, die Welt von deinem Buch zu überzeugen. Du hockst dann hinterher wie ein Idiot Stunden über Stunden vor deinem Amazon-Ranking und hofft, dass es beim nächsten Update (Amazon updated, glaube ich, jede Stunde einmal) steigt und nicht fällt. Die tausend Gefühle, die du dabei über Wochen und Monate hast und die genauso wie das Ranking wild rauf und runter gehen - kannst du dir wohl nur vorstellen, wenn du das mal versucht hast.

    Schnorrer gibt es übrigens in dem Geschäft auch. Das sind aber in der Regel nicht die Blogger. Sondern die Leute, die bei allen Gewinnspielen mitmachen, obwohl ihnen die Bücher schnurz sind, und versuchen, ohne Gegenleistung abzugreifen, was sie kriegen können.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin *

  • Heyho Kirisha & @ Jennagon & Etiam & Kyelia & Sensenbach


    Vielen Dank für Eure differenzierten Einschätzungen und Anregungen zum diskutierten Thema.

    Ich revidiere hiermit meine Einschätzung, Blogger, die eingereichte Werke mit der Bemerkung "interessiert nicht" zurückweisen wären allesamt Schnorrer.

    Das war von mir zu kurz gedacht und daher nicht sonderlich pfiffig.

    Trotzdem und gerade deshalb stehe ich zu meinem Spontanpost von gestern Abend.


    Sonst hätte es diese lebhafte Debatte vielleicht nicht gegeben. Und dafür

  • Spannendes Thema, mit dem ich mich noch nie so richtig auseinandergesetzt habe. :hmm:

    Fragt euch doch mal selber: würdet ihr ein Buch kaufen, das null Rezensionen hat? Ich glaube nicht, oder?

    Ehrlich gesagt, kommt das sehr stark darauf an, wo und wie (vielleicht auch für wen) ich Bücher kaufe. Ich bevorzuge entspannt in einen Buchladen zu gehen, ein wenig durch die Regale zu stöbern und wenn mich etwas anspricht, das ggf zu kaufen. So kam ich mal zu "Das Wörterbuch des Viktor V" von Gerd Rübenstrunk. Ich persönlich fand's sehr gut, auch ohne eine Rezension gelesen zu haben.

    Gut, wenn ich dich ein bisschen anderes verstehe: Würde ich ein Buch kaufen, zu dem es wirklich keine Rezensionen / Bewertungen gibt? Ich gehe jetzt mal davon aus, dass das dann online passiert, der Klappentext oder die Cover-Gestaltung so interessant sind, dass ich es mir überlege, es zu kaufen, aber mir das Ganze auch wieder nicht so stark zusagt, dass ich es einfach kaufe. Dann würde ich mir schon Rezensionen anschauen und vermutlich würde das meine Kaufentscheidung stark beeinflussen. Leider kann ich mich wirklich nicht daran erinnern, je ein Buch gekauft oder nicht gekauft zu haben, weil es keine Rezensionen oder Bewertungen dazu gab :hmm:

    Nun, mal genug davon.


    [spoiler=Am Rande erwähnt, aber eigentlich unwichtig]

    Ich hab beim Lesen dieses Threads mal spaßeshalber gedacht, dass ich mir zwei meiner Lieblingsbücher raussuche und dazu mal die Sternebewertungen / Kommentare bei Amazon dazu anschaue.

    "The Blade Itself" in der The First Law Trilogie von Joe Abercrombie... Wie zu erwarten, insgesamt mit 4,5 von 5 Sternen sehr positiv bewertet. Überrascht hat mich eine Zwei-Sterne-Bewertung mit Kommentar, dass die Seiten zu dünn seien. Aber wenn ich darüber nachdenke, passt es auch wieder: man bewertet hier ein Produkt, dass eben alles umfasst: die physikalische Form und die Geschichte. Optimal ist es natürlich nicht, diese beiden Aspekte in einen Topf zu werfen, aber für mich trotzdem nachvollziehbar. Wenn ich einen Staubsauger bewerte, dann frage ich mich ja auch nicht nur, wie gut er den Staub wegsaugt, sondern auch, ob z.B. Aufsätze für Sofa, schmale Ecken etc. dabei sind und wie lange der Staubsauger hält (sprich: wie gut die Verarbeitung ist). Besonders ungünstig ist die Vermischung dieser verschiedenen Aspekte bei einem eBook, weil da höchstens noch der Schriftsatz eine Merkmal ist, dass über den Inhalt der Story hinausgeht.

    Das zweite Buch war "Siegfried und Krimhild" von Jürgen Lodemann - ein fast unlesbarer 890-Seiten-Schinken. Das hab ich ausgewählt, weil es meines Wissens kein Bestseller ist. Die Kommentare dazu waren erstaunlich differenziert. Mit 3,4 von 5 Sternen ist das auch gar nicht so schlecht ausgefallen, wie es vermutlich ausfallen würde, wenn mehr Menschen gezwungen wären, das zu lesen und zu bewerten xD Das liegt einfach daran, dass der Stil sehr eigenwillig ist.

    [/spoiler]

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Fragt euch doch mal selber: würdet ihr ein Buch kaufen, das null Rezensionen hat? Ich glaube nicht, oder?

    Ja, schon. Wenn ich den Autor schon kenne etwa, und mich ein anderes Buch von ihm ueberzeugt hat. Oder wenn ich einen Auszug aus dem Buch lesen konnte und der mich ueberzeugt hat.


    Wir haben ein SP ueber skandinavische Mythologie im Schrank, da sind wir ueber die Website des Autors draufgekommen, das war so ueberzeugend dass wir das gedruckt wollten.


    Ich will den Werbeeffekt der Bloggosphaere da sicher nicht klein reden - aber das einzige Kriterium ist es auch nicht.:)


    (Ich wuerde sagen, das Problem mir ein Buch zu bewerben ist, mir von seiner Existenz zu erzaehlen und mir zu kommunizieren dass es um ein Thema geht das mich interessieren koennte. Von dem Punkt an ist mir die Meinung anderer zu dem Buch praktisch egal, ich suche mir dann schon meine Infos und bilde mir meine eigene. Da wuerde ich auch den Ueberlapp zu einer guten Rezension sehen - die ist fuer meine Begriffe naemlich sparsam mit der Meinung des Rezensenten und arbeitet statt dessen raus was im Buch ist und wie das Buch funktioniert und wie es sich zu anderen vergleichbaren einordnet.)

  • Heyho Thorsten

    Was ist das bitte?

    Wir haben ein SP ueber skandinavische Mythologie im Schrank,

  • Fragt euch doch mal selber: würdet ihr ein Buch kaufen, das null Rezensionen hat? Ich glaube nicht, oder?

    Natürlich! Zum einen: Wie hat der Buchverkauf die letzten 600 Jahre funktioniert?

    Zum anderen: Wenn mich ein Autor, ein Thema oder ein Klappentext anspricht, warum sollte ich dann auf jemand anderes warten, dass er seine subjektive Meinung abgibt?

    Zum Thema Amazon: Egal, welches Produkt - ich lese ausschließlich die negativen Bewertungen, denn Lobhudeleien helfen niemandem.