Die Magier von Catrellak - Die Wiederkehr des schwarzen Hengstes - 2.0

  • :hi2:


    Die Lady ist zurück und ich hoffe, dass ich meine Geschichte auch irgendwann mal zu Ende bringen kann xD


    Link zur alten Version

    (für den Fall, dass da jemand noch einmal was nachschauen oder vergleichen möchte)


    An dieser Stelle möchte ich mich gerne noch für die rührenden und treffenden (xD) Worte im alten Thread bedanken Tariq  Kirisha  Rainbow  Thorsten  Skadi  Sensenbach und natürlich auch privat Etiam und Kyelia - das hat mich emotional wirklich bewegt ;( <3

    Ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen, wie meine Erneuerungen bei euch ankommen!


    Eine kleine Bitte hätte ich jedoch noch - falls ihr kleine Seitenhiebe entdeckt, die von mir als Hinweise für spätere Kapitel gestreut wurden - behaltet es bitte für euch oder sagt es mir privat. Einfach, damit potenziell neue Leser nicht direkt gespoilert werden oder schreibt es geschickt um (das traue ich euch zu :P ) - Aber wir wissen alle, wie verlockend die Spoilerbox sein kann :evilgrin: Gleiches gilt natürlich für Dinge, die ihr in der alten Version sogar besser fandet! Sowas würde ich nämlich auch gerne wissen ^^


    Ansonsten ist in Bezug auf Kommentare nach wie vor alles erlaubt - ihr könnt mir die ungesüßte Meinung um die Ohren hauen * auch wenn ich mich danach wieder in Selbstmitleid bade und tagelang nicht aus meinem Loch gekrochen komme *


    Ich denke, das genügt als Vorwort, also kommt jetzt die gewünschte Verlinkung:

    Tariq  Etiam  Rainbow  Thorsten  Skadi  Sensenbach  Kyelia  Kirisha  Chaos Rising


    Und es geht dann auch ohne Umschweife los ... (sonst traue ich mich gar nicht mehr)




    - Prolog -



    Schnell schritt sie durch die verregneten nächtlichen Straßen. Die Kapuze tief in das Gesicht gezogen und die Gestalt vom dicken Mantel verborgen, wurde sie keines Blickes gewürdigt. Der Saum ihres Kleides war längst mit Matsch überzogen und die Nässe hatte sich bis zu ihrer Haut hindurchgefressen. Entschlossen stapfte sie durch die Pfützen, achtete nicht auf ihr Umfeld und rempelte deshalb jemanden an. Dies war ihr egal. Mit dem festen Ziel vor Augen hechtete sie weiter.

    Ihr war bewusst, dass hier, nahe den Gassen, überall Messerstecher darauf warteten, einem passenden Opfer zu begegnen. Doch es war auch der sicherste Ort für sie, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

    Ein Windzug erhaschte sie und hastig griff sie nach der Kapuze. Sie musste unerkannt bleiben.

    In diesem Moment erreichte sie das Gasthaus, in dem sie sich mit ihnen treffen wollte und sie stieß die Tür auf. Zu dieser Tageszeit waren noch etliche Besucher anwesend, die bei Bier und Essen beisammensaßen. Sie zog nur kurz die Blicke auf sich, bevor sich die Gäste wieder ihren eigenen Dingen widmeten. An einigen Tischen wurde leise getuschelt, an anderen gewürfelt und laut gegrölt.

    Sie lockerte das Band ihrer Kapuze, legte den Mantel jedoch nicht ab.

    Mit zügigen, aber ungehetzten Schritten ging sie auf den Tresen zu. Dort wischte der Wirt einen Humpen mit einem Tuch aus, welches viel zu dreckig war, um damit sauber machen zu können.

    Sie zog ihre dunklen Handschuhe aus und stützte sich mit den Unterarmen auf die Tischplatte, sodass der Wirt ihren Siegelring am Finger schillern sehen konnte.

    Die Augen des korpulenten Mannes glitzerten und er hielt für einen Augenblick in seiner Arbeit inne. „Die Treppe nach oben und dann die zweite Tür auf der linken Seite“, raunte er mit seiner dunklen Stimme.

    Während sie ein Goldstück aus ihrer Tasche zog und über den Tisch gleiten ließ, hatte der Wirt einen fingerhohen Becher mit einer klaren Substanz befüllt und ihr gleichfalls hinübergeschoben. Vermutlich, damit es so aussah, als hätte sie etwas bestellt.

    „Wohl bekomm´s“, sagte er halblaut, sodass einige Gäste ihn hören konnten und sofort die Becher hoben.

    Ohne darüber nachzudenken, was er ihr eingeschenkt hatte, leerte sie das Gefäß in einem Zug und knallte es auf die Platte.

    Mit einem Nicken wandte sie sich ab und hielt auf die Treppe ins oberste Stockwerk zu.

    Obwohl das Getränk ein leichtes Brennen in ihrem Körper hinterließ, schlang sie die Arme um den Oberkörper, um die Kälte, die von ihr Besitz ergriffen hatte, zu vertreiben.

    Die Stufen knarzten mit jedem Schritt wie ein Zeichen, das sie aufforderte, auf dem Absatz kehrtzumachen.

    Sie ignorierte diesen Impuls und zwang sich zur Ruhe. Die Menschen, die sie jetzt gleich traf, würden ihr helfen.

    Die Entschlossenheit, die sie vor wenigen Augenblicken verspürt hatte, war verflogen und Angst machte sich in ihr breit. Obwohl sie nicht wusste, wovor sie sich fürchtete, wollte das ungute Gefühl nicht weichen.

    Sie atmete tief durch und drückte die Tür auf, die ihr Erscheinen mit einem widerwärtigen Kreischen ankündigte.

    Die Anwesenden, die sich unterhalten hatten, sprangen von ihren Stühlen auf und betrachteten sie mit großen Augen.

    Ein Gardist zog sein Schwert halb aus der Scheide.

    Mit einer flinken Bewegung schloss sie die Tür und schob die Kapuze zurück. Die Erleichterung war ihnen anzusehen, denn auch der Gardist, Hauptmann Egon, schob das Schwert zurück in die Scheide.

    Sie musste bemitleidenswert wirken. Der Stress und die Unruhe der letzten Tage zeichneten sich deutlich in ihrem müden Gesicht ab und dunkle Ringe lagen unter ihren Augen. Trotzdem ist sie sofort erkannt worden.

    „Marena!“, rief ein Mann im mittleren Alter und kam auf sie zu. Sein abgetragener Mantel teilte sich und die schwarze Robe wurde sichtbar. Mit einem Ruck schloss er sie in die Arme.

    „Lukras“, hauchte sie und drückte sich an ihn. „Ich bin so froh, dass du da bist.“

    Sie lösten sich voneinander. Ihr Blick schweifte über die Gesichter der Anderen und blieb schließlich auf dem ihres Mannes hängen.

    „Ellark“, begann sie, aber er schnitt ihr mit einer Handbewegung das Wort ab. Er löste sich aus dem Schatten der hinteren Ecke des Zimmers. Bedächtig schritt er auf den Tisch in der Mitte des Raumes zu und stützte sich auf der Lehne eines Stuhls ab, wobei er seinen Blick stur auf die Tischplatte gerichtet hielt.

    „Ich habe mit Ellark und dem Berater gesprochen“, sagte Hauptmann Egon. Er zog etwas aus einer Tasche, die an seinem Gürtel befestigt war, und überreichte es Marena. Es war ein eingerolltes Stück Pergament. Mit zittrigen Fingern löste sie das rote Band und las die Zeilen, die darauf standen.

    Auch wenn dieser Brief hier die Rettung war, die sie sich versprochen hatte, so war sie nicht glücklich.

    „Wie geht es jetzt weiter?“, durchbrach der Hauptmann die Stille, woraufhin Lukras, sich die Stirn reibend, durch den Raum ging.

    „Ich denke, es ist alles erledigt.“ Ellarks Stimme klang zornig, was Marena ihm nicht verübeln konnte.

    „Er muss beschützt werden“, meinte sie mit leiser Stimme und ohne ihren Ehemann anzusehen. Sie blickte das Pergament an und rollte es langsam wieder ein.

    „Wir werden nicht ewig da sein, um das tun zu können“, erklärte Egon und schaute sie an, während Lukras zustimmend nickte. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ...“, ergänzte der Hauptmann.

    „Nein!“, unterbrach Marena ihn mit fester Stimme. „Bitte“, flehte sie, „ich brauche eure Hilfe.“

    Die Stille legte sich wie ein feines Seidentuch über die Anwesenden und beinahe glaubte Marena schon, dass sich alle von ihr abwenden würden. Sie wusste zwar, dass Ellark als ihr Ehemann bei ihr bleiben würde, aber ihre Hoffnung bestand in dem Einverständnis aller. „Ich werde tun, was in meiner Macht steht“, eröffnete Lukras und Marena spürte, wie ein schwerer Stein von ihrem Herz fiel. Dankbar nickte sie ihm zu.

    „Er ist mein Sohn“, begann Ellark mit brüchiger Stimme. „Mir bleibt da wohl keine andere Wahl.“ Plötzlich lächelte er gequält und schüttelte den Kopf, als könnte er selber nicht glauben, was in den letzten Stunden passiert war. „Ich habe bereits mit unseren anderen Verbündeten gesprochen und sie sind alle einverstanden. Du kannst also beginnen, Lukras.“

    Der Angesprochene nickte.

    Egon fuhr sich über das Kinn. „Ich werde auch helfen und den Berater informieren.“ Er lachte einmal kurz und hart. „Ich bin mir sicher, dass etwas passieren wird.“

    „Das werde ich zu verhindern wissen“, sagte Marena nachdrücklich und sah ein letztes Mal für diesen Abend in die Augen ihrer Verbündeten.


    Kapitel 1 - Sira

  • Erster!
    Ha, damit habt ihr nicht gerechnet, was? :D (wehe, ich blamiere mich, weil jemand schneller war! Ich bin Mod! Ich kann Beiträge löschen!)


    ehm ...

    ich meine

    Hi :D


    Also, erstmal das wichtigste: Schön, dass es losgeht :D Der Anfang ist dir gut gelungen :)
    Der Prolog baut Spannung auf und ich habe schon ein paar Fragen zu den Beziehungen der Chars untereinander :D Zu den Chars selbst oder dem Plot kann man da jetzt natürlich noch nciht viel sagen, aber das war ja in der ersten Fassung schon gut, also warum sollte es das jetzt nicht mehr sein xD

    Ich vertraue dir :D


    Ich habe auch mal geschaut, was ich in der ersten Fassung zum Prolog gesagt habe, und würde nur einen einzigen meiner damaligen "Meckerpunkte" nochmal anführen :D
    ein paar mehr Beschreibungen wären schön :)
    Wie sieht die Taverne innen aus, was haben die Leute an (das kann auch schon sehr viel über sie verraten), wie sehen sie überhaupt aus ... muss natürlich nciht für jeden ne halbe Seite Beschreibung sein, aber so ein paar Details ... :)


    2 Kleinigkeiten:

    Dies war ihr egal.

    Normalerweise mosere ich an Formulierungen nicht herum, aber hier würde ich ein "Es" statt dem "Dies" nehmen - dann wirkt der Satz weniger ... gewollt?

    Trotzdem ist sie sofort erkannt worden.

    Falsche Zeitform :)
    Entweder "... war sie sofort ..."

    oder "... bin ich sofort ..." und dann kursiv, weil "wörtliche" Gedanken :D


    Alles in allem, gibt es auch wieder einen Chaosdaumen :chaos: :thumbup: :chaos:


    LG Chaos :chaos:

    PS: Ich versuche aktuell zu bleiben xD

  • Dort wischte der Wirt einen Humpen mit einem Tuch aus,

    Die gute alte Standardbeschäftigung eines Wirtes in jeder mittelalterlichen Geschichte :rofl:


    Wie immer kann ich nichts sinnvolles beitragen ^^ Der Prolog wirft auf jeden Fall Fragen auf und auch mit dem Hintergrundwissen aus Version 1.0 rätselt man automatisch rum und versucht Verknüfungen herzustellen, worüber die vier da reden. Was Chaos angesprochen hat bzgl. dem "Dies" hat mich auch kurz aus dem Satz geworfen but who am I to judge?


    Bei dem Namen Egon musste ich btw gleich an "Kennst'e Egon??" denken xD Hihi.

    Was die Namen angeht ... ist nur eine Überlegung aber mit Egon und Ellark hast du gleich zu Anfang zwei ähnlich klingende Namen, ohne weitere Charakterisierungen. Das könnte den Einstieg erschweren kann ich mir vorstellen? Aber als ob ich eine Ahnung hätte :rofl:

  • Hi LadyK,

    ich muss zugeben, dass ich mir die 39 Thread-Seiten (wow!) deiner alten Geschichte nicht angeguckt habe. Wenn du nichts dagegen hast würde ich mir jetzt einfach völlig unvoreingenommen mal deine neue Geschichte durchlesen und meinen Senf dazu geben. Sofern ich was halbwegs intelligentes beizusteuern habe, ist es vielleicht ja auch mal ganz interessant Kommentare von neuen Lesern und solchen, die die alte Geschichte schon kennen, zu vergleichen.

    Bzgl. was halbwegs intelligentes Beisteuern: ist hier gar nicht so einfach, weil der Text schon echt gut geschrieben ist - eine Nummer über meinem Schreib-Niveau. Aber zum Glück ist es ja immer einfacher bei anderen Leuten zu meckern, als selbst was zu schreiben :D. Also genug geschwafelt und los:

  • Insgesamt sehr solide und stimmungsvoll geworden - man folgt der Szene gerne und hat den Eindruck eines raetselhaften Geschehens ueber das man gerne mehr wissen mag. :thumbup:


    Ich geh' ein bisschen mit Novize mit dass die Formulierungen manchmal ein bisschen zu... informationsverknappend wirken.


    Z.B. hier:


    Ihr war bewusst, dass hier, nahe den Gassen, überall Messerstecher darauf warteten, einem passenden Opfer zu begegnen. Doch es war auch der sicherste Ort für sie, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

    Ein Windzug erhaschte sie und hastig griff sie nach der Kapuze. Sie musste unerkannt bleiben.

    In diesem Moment erreichte sie das Gasthaus, in dem sie sich mit ihnen treffen wollte und sie stieß die Tür auf.

    Einmal wird glaube ich die Bereitschaft von Messerstechern pitschnass im Regen in einer Seitengasse zu lauern und sich einen abzufrieren in der Hoffnung dass ein Opfer vorbeikommt ein bisschen ueberschaetzt...


    Dann ist aber die Referenz interessant - wer sind die 'ihnen' mit denen 'sie' sich treffen wollte - Pronomen beziehen sich ja auf vorher genannte Personen - und, nun ja, die einzige vorher genannte Gruppe auf die 'sie' sich logisch beziehen kann sind... die Messerstecher.


    Die Verbindung ist nicht besonders stark weil drei Saetze dazwischen sind, aber... eine andere Formulierung waere da vielleicht doch angebracht...

    Egon fuhr sich über das Kinn. „Ich werde auch helfen und den Berater informieren.“ Er lachte einmal kurz und hart. „Ich bin mir sicher, dass etwas passieren wird.“

    „Das werde ich zu verhindern wissen“, sagte Marena nachdrücklich und sah ein letztes Mal für diesen Abend in die Augen ihrer Verbündeten.

    Das hier wirkt seh bemueht mystifiziert... kann man vielleicht einen Tick natuerlicher wirken lassen - haben die Anwesenden denn einen Grund (ausser dass sie im Prolog stehen) nicht offen zu sprechen was sie befuerchten? Wenn ja, kann man den vielleicht auch andeuten?

  • Hey LadyK :)


    Schön, dass es so schnell geht mit deinem Neustart. Ich bin echt gespannt, was es an Neuerungen gibt.

    Der Prolog kam mir natürlich bekannt vor. Gefühlt hast du nicht sehr viel verändert. Aber im Grunde war er ja auch vorher schon ziemlich gut.


    Eine Kleinigkeit, die mir beim Lesen aufgefallen ist, packe ich dir mal in den Spoiler.



    LG,

    Rainbow

  • Liebe LadyK

    das ist ein schöner Anfang. Er ist stimmungsvoll und leitet direkt zum Thema ein. Ich freue mich, dabei zu sein.


    Im Spoiler sind Vorschläge


  • Guten Abend meine Lieben :)

    Wie immer - vielen Dank, dass ihr gelesen und auch kommentiert habt Chaos Rising  Kirisha  Skadi  Rainbow  Tariq  Novize  Sensenbach  Kyelia  Thorsten


    Es hat mich sehr gefreut, dass doch so viele auf den "alten" Prolog noch was gesagt haben. Damit hatte ich nicht gerechnet. Den Prolog hatte ich vorerst aus der alten Version übernommen und nur kleine Veränderungen gemacht :)



    Ich würde dann auch direkt weiter machen :)

    Mit etwas mehr Veränderungen ... Aber insgesamt auch kürzer und deswegen alles an einem Stück ^^



    Kapitel 1 - Sira



    Sorgsam schnürte Sira ihre wadenhohen, dunklen Stiefel zu und erhob sich von ihrer Liege. Die mit Stroh gefüllte Matte knisterte leise und als sie die Decke zusammenschlug, flackerte die Flamme der Öllampe wegen des Windzuges. Von dem Tisch neben dem Bett holte sie sich ein Haarband, mit welchem sie ihre schwarzen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammenraffte. Währenddessen streifte sie mit ihrem Finger das leicht gewölbte Mal hinter ihrem Ohr. Ob sie es von ihrer Mutter geerbt hatte oder von ihrem Vater, war ihr nach wie vor ein Rätsel. Ihr war nie bewusst gewesen, dass einer von ihnen ein ebensolches Mal getragen hatte.

    Ein Gefühl tief verborgener Trauer loderte in ihr auf, denn ihre Familie hatte sie seit zehn Jahren nicht mehr gesehen. Was mit ihr geschehen war, hatte man ihr nicht erzählt. Sie alle teilten die gleiche Bestimmung - heimatlos und ohne Familie. Auch wenn sie immer prahlten, unabhängig zu sein, arbeiteten sie doch nur für der Regierung. Sie waren Krieger.

    In Momenten wie diesen vermied sie es, allzu lange über ihre Vergangenheit nachzudenken. Trotzdem konnte sie nicht verhindern, dass Bilder ihres einstigen Lebens vor ihrem inneren Auge aufglommen und das Gefühl, das Wichtigste verloren zu haben, nagte an ihr. Gedankenverloren fuhr sie sich mit dem Finger über das Mal und seufzte. Dann rief sie sich zur Ordnung.

    Mit einem letzten, prüfenden Blick in den Spiegel, der an dem einzigen Schrank befestigt war, zog sie die Schulterriemen des dunkelblauen Wamses fest und zupfte noch einmal an den Unterarmschienen. Sie legte ihren Gurt an und schob das frisch geschliffene Schwert in die Scheide. Dann pustete sie die Öllampe aus und verließ die kleine, eigene Kammer. Während sie den Flur entlang in den vorderen Bereich der Kaserne ging, begegnete sie weiteren Kriegerinnen. Alle trugen die gleiche, dunkelblaue sowie schwarze Uniform. Einige begleiteten sie in Richtung Speisesaal, der sich genau in der Mitte des Gebäudes befand. Auf der linken Seite waren die Schlafräume der Kriegerinnen untergebracht, auf der Rechten die der Krieger. Im obersten Stockwerk lagen einige Kammern der Schreiber, auch der Kommandant hatte dort sein Arbeitszimmer. Sira folgte zwei Kameradinnen in den Speisesaal und ließ ihren Blick über die spärlichen Möbel schweifen. Vereinzelt hatten sich einige Krieger auf den Holzbänken niedergelassen und aßen oder unterhielten sich mit ihren Sitznachbarn.

    Zwei Küchenmädchen befüllten gerade die Schüssel mit dem Eintopf neu und stellten Brotstücken bereit, tauschten die Wasserkrüge aus und wischten einen verschmutzten Tisch ab. Das taten sie alles, während sich eine Meute hungriger Krieger über das Essensangebot hermachte, welches genauso Abwechslung bot wie ihre Kleiderwahl: gar keine.

    Ein scharfer Pfiff zerschnitt ihre Beobachtungen und sie riss den Kopf herum. Grinsend ging sie auf den Ursprung der Ablenkung zu und musterte ihren langjährigen Freund und Kamerad. Seine strohfarbenen Haare hingen ihm in Fransen im Gesicht, während wachsame Augen in die Welt blickten. Seine finstere Miene wirkte auf Fremde immer bedrohlich. Wie er mit überkreuzten an der Wand lehnte, sah er nicht groß aus. Doch als er sich aufrichtete, um ihr einige Schritte entgegenzukommen, überragte er sämtliche Krieger in diesem Raum. Seine Streitaxt hatte er sich mit einem Gurt auf den Rücken geschnallt. Für sie selber war diese Waffe im Umgang viel zu schwer. Harka konnte damit einhändig umgehen.

    „Du schuldest mir etwas, Prinzessin!“, rief er und warf ihr einen Gegenstand zu.

    Sie hatte seine Bewegung kaum gesehen. Schnell und präzise war sie gewesen, trotz dem er zweimal so breit war wie sie und nichts von seinem Körper aus Fett bestand.

    Ihr Instinkt ließ sie das Wurfgeschoss fangen. „Ein Apfel“, keuchte sie begeistert und biss voller Vorfreude hinein. Hingebungsvoll seufzte sie und verdrehte die Augen. „Köstlich!“

    „Das war der Letzte für die nächsten Tage, meinen die Mädchen“, sagte Harka und setzte sich auf eine freie Bank.

    Sira folgte ihm kauend.

    „Wenn wir Glück haben, bekommen wir in zehn Tagen neues Obst“, fuhr er fort. Seine monotone Stimme verriet, dass er nicht daran glaubte und sie nur wieder den letzten Rest erhielten, den die Stadtwache nicht wollte.

    Sie zuckte die Schultern. „Woher hast du den?“, fragte sie und hielt den Apfel kurz hoch, bevor sie abermals davon abbiss.

    Er lächelte schelmisch. „Kontakte“, verriet er und angelte sich von einem anderen Tisch ein herrenloses Holzbrett. Er schob die Schüssel und die letzten Brotkrumen hinunter und stand auf.

    Sira wollte es ihm gleichtun, doch er hob schnell abwehrend die Hand. „Suppe und Brot“, meinte er, als wäre das Erklärung genug. „Das schaffe ich schon.“

    Als er wiederkam, hatte sie ihren Apfel beinahe restlos vernichtet, nur der Stiel war übrig geblieben. Der Gedanke daran, hinter dem süßen Geschmack des Obstes die graue Brühe zu kippen, den die Köche Suppe nannten, ließ sie wehmütig werden. Sie hätte sich den Apfel aufheben sollen.

    „Hergehört!“, rief plötzlich eine schrille Stimme, bei dem Harka vor Lachen die Suppe wieder aus dem Mund lief.

    „Der wird auch immer fetter“, raunte er hinter vorgehaltener Hand und hob den Kopf, um den Schreiber Dekal anzusehen.

    Harka hatte recht.

    Der persönliche Schreiber des Kommandanten hatte einen Bauchumfang wie ein Bierfass und das speckige Kinn schien den Hals aufzufressen. „Die Nachtpatrouillen müssen abgelöst werden. Somit beginnen eure Aufträge.“

    Zustimmendes Klopfen ertönte aus den Reihen der Krieger.

    Dekal hob sein Schreibbrett und begann mit der Aufzählung.

    „Bitte nicht Wehrgang oder Stadtwachenpatrouille“, murrte Harka und stopfte sich ein Stück Brot in den Mund.

    Sira sagte nichts, sondern folgte Dekals Anweisungen aufmerksam.

    Mehrere Namen wurden aufgerufen. „Sira und Harka!“, rief der Schreiber.

    Da sie an einem der hinteren Tische saßen, hob sie kurz die Hand, um sich bemerkbar zu machen.

    Dekal nickte knapp und sah noch einmal auf sein Schreibbrett hinab. „Patrouille auf dem Marktplatz.“

    „Verdammt“, nuschelte Harka neben ihr und sie sah ihn mitfühlend an. Bevor sie allerdings das Wort an ihn richten konnte, erhob sich erneut Dekals Stimme über die Anwesenden.

    „Und bitte“, sagte er, sich die Nasenwurzel reibend, „versucht, Streitigkeiten mit der Stadtwache zu vermeiden. Wir sind hier, um zu helfen, nicht, um noch mehr Probleme zu bereiten.“ Er wartete, bis die Versammlung halbherzig, aber zustimmend auf ihre Tische klopfte und trollte sich.

    „Es ist ein Wunder, dass er überhaupt laufen kann“, sinnierte Harka, während er das letzte Stück Brot auf seinem Brett verzehrte.

    Auch Sira löffelte den Rest ihre Suppe auf und erhob sich. „Sei nicht so streng mit ihm, er macht doch gute Arbeit“, meinte sie versöhnlich, obwohl sie sich ebenfalls bei Dekals Anblick fragte, wie so jemand die Ausbildung eines Kriegers überhaupt hatte schaffen können.

    Harka brummte etwas Unverständliches und stand auf. Während Sira ihm folgte, sah sie sich noch einmal um.

    Bis auf wenige Krieger hatten alle anderen ebenfalls den Speisesaal geräumt und waren zu ihren Diensten aufgebrochen. Als sie ins Freie trat, atmete sie tief ein. Es roch modrig und leicht säuerlich, das Gefühl von Frische fehlte. Deshalb mochte sie die Patrouillen außerhalb der Stadtmauern lieber. Die Luft war dort um einiges besser.

    „Hast du keinen zusätzlichen Dolch dabei?“, fragte Harka.

    Während sie nebeneinander hergingen, lächelte sie ihn von der Seite an und legte beiläufig ihre Hand auf den Schwertgriff. „Stadtwache und Marktplatz.“ Sie grinste noch breiter. „Ich schaffe das schon.“



    Prolog

  • Halöööö
    ich fang einfach direkt mit den Zitaten an :D

    Kapitel 2 - Sira

    Verwirr mich nicht!
    Das ist Kapitel 1! xD Ich hab mich schon gefragt wie ich jetzt schon hinterher sein kann xDD

    Ihr war nie bewusst gewesen, dass einer von ihnen ein ebensolches Mal getragen hatte.

    Das steht mir hier etwas zu pentrant und dominant, als dass es nicht wichtig sein kann :D

    Ich gehe davon aus, dass sie es eben NICHT von ihren "Eltern" hat, sondern die Tochter von iwem Storyrelevantem ist :D

    (falls dem so ist und es eine Überraschung sein soll, würde ich mir alles weitere zu dem Muttermal hier sparen und es einfach bei der Erwähnung der Berührung lassen)

    Auch wenn sie immer prahlten, unabhängig zu sein, arbeiteten sie doch nur für der Regierung.

    "die" :)

    Eine unabhängige Regierungsbehörde :hmm: Was soll da schiefgehen xD

    Das taten sie alles, während sich eine Meute hungriger Krieger über das Essensangebot hermachte, welches genauso Abwechslung bot wie ihre Kleiderwahl: gar keine.

    :rofl:

    Es gibt nichts besseres um die Moral seiner Truppe zu senken als schlechtes Essen :D

    Ein scharfer Pfiff zerschnitt ihre Beobachtungen und sie riss den Kopf herum. Grinsend ging sie auf den Ursprung der Ablenkung zu und musterte ihren langjährigen Freund und Kamerad. Seine strohfarbenen Haare hingen ihm in Fransen im Gesicht, während wachsame Augen in die Welt blickten. Seine finstere Miene wirkte auf Fremde immer bedrohlich. Wie er mit überkreuzten an der Wand lehnte, sah er nicht groß aus. Doch als er sich aufrichtete, um ihr einige Schritte entgegenzukommen, überragte er sämtliche Krieger in diesem Raum. Seine Streitaxt hatte er sich mit einem Gurt auf den Rücken geschnallt. Für sie selber war diese Waffe im Umgang viel zu schwer. Harka konnte damit einhändig umgehen.

    2 Sachen:

    1. Kannst du Harkas Namen denke ich direkt am Anfang verwenden - er ist schließlich bekannt und kein Geheimnis. Also in Richtung "... langjährigen Freund und Kameraden Harka" <- Name genannt, passt :D


    2. Streitäxte sind nicht schwer :D Wie bei Schwertern auch wird das Gewicht einer Waffe oft überschätzt. Streitäxte bewegen sich so bei 0.5 bis 3 Kilo (das sind dann aber schon fast Stangenwaffen), sie sollte auch Sira noch bewegt kriegen :D

    Sie können auch nicht so schwer sein, weil man sonst auch schlicht nicht damit kämpfen könnte :D
    Man muss das Ding immerhin noch schnell genug bewegen können, um zu parieren oder den Schlag abzufangen, wenn er nicht trifft - sonst steht man schutzlos da, was im allegemeinen eher schlecht für die Lebenserwartung ist :D
    Zudem kann man eine Zweihandaxt zwar vom Gewicht her durchaus auch einhändig führen, aber das ist nicht praktikabel. Erstens ist sie durch den langen Schaft unhandlich und dafür auch einfach nicht gebaut und zweitens muss man sie aufgrund der Hebelwirkung dann mittig am Griff nehmen, was einem den größten Vorteil einer Zweihandwaffe nimmt - Reichweite. Dann kann man es auch gleich lassen und eine Einhandaxt und einen Schild nutzen :D
    Ja, ich weiß, das sieht nicht so cool aus, aber ich denke du findest andere Wege uns zu zeigen, wie gut Harka seine Waffe beherrscht :D

    „Die Nachtpatrouillen müssen abgelöst werden. Somit beginnen eure Aufträge.“

    Das klingt jetzt iwie nicht wie eine Nachricht die unbedingt während dem Essen verkündet werden muss :hmm: Also nicht wie ein Notfall oder so, eher nach Routine (wird ja auch so beschrieben dann), daher wieß ich nicht, ob der Zeitpunkt und die Art und Weise des "Vortrags" hier passt :hmm: Da würde ich eher eine "Besprechung" nach dem Essen erwarten, wo die Aufgaben verteilt werden, falls die überhaupt jeden Tag/öfter neu verteilt werden.

    Ansonsten würde ich mir hier den Luxus gönnen und noch ein, zwei Gruppen vor den Beiden nennen, die ihre Aufgaben erhalten. Erstens kannst du so sehr subtil noch Aufgaben der Krieger in die Geschichte einbringen und zweitens ist es weniger hektisch :)


    Auch Sira löffelte den Rest ihre Suppe auf und erhob sich. „Sei nicht so streng mit ihm, er macht doch gute Arbeit“, meinte sie versöhnlich, obwohl sie sich ebenfalls bei Dekals Anblick fragte, wie so jemand die Ausbildung eines Kriegers überhaupt hatte schaffen können.

    Er ist ja immerhin Schreiber! Das kann er doch auch fett xD
    Kann ich mir sehr gut vorstellen, den fetten Dude xD fehlt eig nur noch, dass er nebenher was isst :D




    Soooo ein neuer Anfang also :D
    Ich bin gespannt wo du uns damit hinführst, ich fand den alten direkt auf dem Marktplatz eigentlich sehr gut :hmm: Gibts einen Grund für die Änderung oder einfach nur fürs "flair"?

    Jedenfalls bekommt man schon eine gute Vorstellung von den Kriegern und deren Organisation, das war in der Originalfassung ja ein bisschen anders - aber auch nicht schlimm, man muss ja nicht alles von Anfang an wissen :D


    so, das wars erstmal :D
    Schön weitermachen!

    LG Chaos :chaos:

  • Hey Lady,


    gefällt mir ganz gut dein neuer Anfang. Obwohl ich den alten auch nicht schlecht fand. Ich entsinne mich noch daran, dass Sira draußen vor der Schenke stand und auf Harka warten musste. Vielleicht baust du das aber ja noch woanders ein :hmm: Na ja, mal abwarten.


    Ich hatte mich hier nur an einer Stelle was gefragt-und zwar, ob eine Horde voller Krieger tatsächlich mit einem zurückhaltenden Klopfen auf den Tischen ihre Zustimmung kundtun wird. Das erinnert mich eher an ein paar Studenten im Hörsaal. Keine Ahnung, mir fällt gerade auch keine Alternative ein. Die Frage ist ja, müssen die überhaupt zustimmen? Ich meine, im Zweifelsfall können sie ja auch einfach Nicken oder reinrufen...oder zustimmend Murmeln, was weiß ich. :hmm:


    Ansonsten bin ich hier kurz hängen geblieben:

    Wie er mit überkreuzten ... an der Wand lehnte, sah er nicht groß aus.

    mit überkreuzten was??? Beinen? Armen? ...ich tippe auf das Erste :D


    Bin gespannt, wie es jetzt weitergeht :gamer:

  • Hiiii. Wie cool, dass du neu startest! Die Chance nutze ich natürlich und spring diesmal direkt an bord :D

    Ich kenn deine alte Version also nicht, obwohl ich sie immer lesen wollte :sack:


    Mir ist im Prolog nur was aufgefallen, was Chaos schon erwähnt hat:

    Trotzdem ist sie sofort erkannt worden.

    Ich würde den Satz allerdings komplett streichen. Dadurch, wie die Restlichen im Raum reagieren, merkt man ja, dass sie erkannt wurde. Es wirkt doppelt gemoppelt.


    Ansonsten hab ich nichts markiert. Man wird schnell mitgerissen, der Lesefluss ist gut, die Charaktere deutlich. Es macht spaß, zu lesen. Nicht zu viele Infos, nicht zu wenige.


    Bin mega gespannt auf das, was noch kommt und freu mich gerade wie ein Kind, vom (neuen) Anfang an direkt bei zu sein :D

    Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
    Josh: Meine Prophetin!

  • Die Fortsetzung hat mir auch sehr gut gefallen. Freue mich auf weiteres. Hier alles, was mir spontan aufgefallen ist:

  • Hi Lady,


    dieser neue Anfang gefällt mir gut, obwohl ich auch den alten (Sira und Harka vor der Kneipe) nicht schlecht fand. Aber man erfährt hier gleich so einiges über Sira und sieht ihr tägliches Umfeld, das finde ich interessant.

    Das Muttermal scheint ja eine besondere Bedeutung zu haben und garantiert nicht die, die sie selbst sich überlegt. Na mal sehen, worauf das abzielt.

    Bei der Vorstellung von Harka würde ich auch gleich am Anfang seinen Namen bringen. Sonst fragt man sich, warum es so lange dauert, bis wir ihn erfahren.

    Alles andere haben meine Vorredner schon angemerkt, so dass ich es jetzt nicht wiederhole.

    (P.S. Der neue Titel gefällt mir bis jetzt nicht so arg - Die Kriegerin von Catrellak fand ich besser. Na mal sehen, worauf du damit abzielst).

    Insgesamt ist es ein guter Anfang, bin neugierig, wie es weitergeht!