Die Magier von Catrellak - Die Wiederkehr des schwarzen Hengstes - 2.0

Es gibt 77 Antworten in diesem Thema, welches 4.807 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Rebirz.

  • Insgesamt finde ich die Szene sehr stimmungsvoll - angefangen beim Markt, und bis zu den Wachen die da den Diebstahl ahnden wollen - liest sich gut und fluessig, und man folgt gerne.


    Ein paar kleine Kommentare dennoch:


    Mit Chaos Rising stimme ich ueberein - der Ruecken ist sehr unpraktisch wenn man eine Waffe notfalls schnell ziehen muss... :|


    Sira bemerkte, wie das Gedränge dichter wurde und die Anwesenden wüste Beschimpfungen riefen.

    Erstens wuerde ich das etwas ausarbeiten - das traegt zur Stimmung bei. Und zweitens ist so nicht klar wieso da wuest beschimpft wird- mein erster Gedanke war, dass das was mit dem Ereignis im Zentrum zu tun hat, mein zweiter dann erst dass eben gedraengelt wird und manche nach vorne wollen.


    Finde ich aber alles relevant fuer Sira - Crowd Control gehoert ja wohl zu ihren Aufgaben, da sollte ihre Aufmerksamkeit schon sein.

    „Du und dein ´wir sollten eine friedliche Lösung finden` immer“, keifte er

    'keifen' ist kein Ausdruck den ich jetzt mit Harka verbinde... Da sehe ich eher eine alte Schachtel vor mir...

    denn viele der Arbeiterkinder

    Hm, so ohne Info verbinde ich die Arbeiterklasse eigentlich mehr mit der fruehen Industrialisierung, in einer mittelalterlichen Welt gab's die nicht - die Unterschicht waeren da vielleicht eher Bettler oder Tageloehner. Ist aber nur Semantik...

    In seinen Augen funkelte es und Sira begriff in dem Moment, dass der Beschuldigte von Anfang an den Kürzeren gezogen hätte. Ein abgekartetes Spiel.

    Haben die anderen schon gefragt - aber wieso? Wieso sollte sich der Anfuehrer der Wache die Muehe machen Beweise und Zeugen gegen einen Niemand zu fingieren (den er vermutlich nachts einfach von der Strasse verschwinden lassen koennte) - wo's doch auch jede Menge echte Diebstaehle geben muss?


    Die Szene haette meiner Meinung nach ueberhaupt mehr Wucht wenn der Junge eindeutig schuldig waere - weil's dann um Rechtsstaat und die Grausamkeit der Strafe geht, statt dass Sira mit bluetenweisser Weste rausgeht. Hm, aber wir brauchen ja dann den Magier wenn ich micht recht erinnere... wobei, koennte man das Thema auch weiterspinnen, er ist ja auch nicht so der law and order Typ... ;)

    • Offizieller Beitrag

    Okay...da du ja aus Siras Perspektive schreibst und sie sehr wohl weiß, dass er der Hauptmann der Stadtwache ist, finde ich es wenig elegant gelöst, wenn sie seinen Titel hier einschiebt. Denn so denkt ja keiner. Vielleicht könnte man das etwas dezenter in einen vorherigen Gedanken einbauen, so nach dem Motto: Warum ausgerechnet er zum Hauptmann der Stadtwache gewählt worden war, konnte sie bis heute nicht verstehen...(0der so)

    uh das finde ich jetzt interessant. Ich frage auch mal aus eigenem Interesse. Sind das denn die Gedanken von Sira? Man ist doch nicht permanent im Kopf des Chars, oder? Ich weiß, man ändert jenachdem welchem Char man gerade folgt auch die Anredewörter für die einzelnen Personen (um Distanz oder Nähe zu simulieren) aber in dem Fall hätte ich das wohl so ähnlich geschrieben :hmm:

    Wenn es aber so ist, dass man immer im Kopf des Chars ist, dann würde ich dir recht geben. Aber geht dass dann nicht etwas über das simple "Die Perspektive des Chars" hinaus? :hmm:

    Die Szene haette meiner Meinung nach ueberhaupt mehr Wucht wenn der Junge eindeutig schuldig waere - weil's dann um Rechtsstaat und die Grausamkeit der Strafe geht, statt dass Sira mit bluetenweisser Weste rausgeht. Hm, aber wir brauchen ja dann den Magier wenn ich micht recht erinnere... wobei, koennte man das Thema auch weiterspinnen, er ist ja auch nicht so der law and order Typ...

    Den Gedanken hatte ich auch.

    So nach Motto: Junge ist Schuldig
    Sira schreitet ein weil sie die Strafe vielleicht zu grausam findet (kann aber eigentlich wenig ändern, wenn die Gesetze in Catrellak dementsprechend sind und der Junge wirklich schuldig sein sollte.)

  • Sind das denn die Gedanken von Sira? Man ist doch nicht permanent im Kopf des Chars, oder?

    Da muss ich gleich mal einsteigen, denn das ist ja so ein Thema mit dem ich hier viele traktiere... das 'so denkt doch niemand' ist so ein Zitat von mir... 8)


    Es ist nicht ganz so strikt wie eine 1st Person Perspektive, aber ich wuerde schon sagen - doch, so wie LadyK das geschrieben hat erfahren wir nichts was Sira nicht sieht oder denkt. Von Harka erfahren wir nur was er sagt, von Sira lesen wir auch den inneren gedanklichen Kommentar dazu.


    Im Prinzip koennte das


    . Es war einer der letzten Markttage, an denen auch fahrende Händler ihre Waren anboten. Sobald der Herbst herannahte, würde niemand mehr bis in den Norden kommen. Dann waren die Einheimischen wieder auf sich gestellt. Noch sorgte der Sommer für angenehme Wärme, doch sie hatte hier schon einen Wintereinbruch erlebt, bevor der Herbst überhaupt Zeit hatte, seine verschiedenen Farben zu zeigen.

    ja von einem entfernteren Erzaehler sein - aber Lady hat es explizit als Sira's Gedanken gekennzeichnet.


    Insofern finde ich die Erzaehlperspektive schon klar durchgehalten und schoen nahe bei Sira, und dann sind das auch ihre Gedanken wo sie Delgars sieht.


    Daher finde ich den Einwand schon berechtigt - koennte man geschickter loesen, z.B. koennte man


    "Darf man erfahren was hier vor sich geht?, fragte eine harte Stimme. Sira blickte auf. Delgars. Der Hauptmann der Stadtwache. Ausgerechnet.


    machen - so wuerde es eher zu einem inneren Seufzen von ihr

    • Offizieller Beitrag

    ja von einem entfernteren Erzaehler sein - aber Lady hat es explizit als Sira's Gedanken gekennzeichnet.

    Ok, dann habe ich noch eine Frage.
    Sry, Lady, wenn ich damit jetzt deinen Thread zumülle. Wenn es dich stört, sag bescheid dann lösche ich es später wieder xD


    Wenn sie das, was du jetzt zitiert hast kursiv schreiben würde, und das mit allen Dingen die Sira wirklcih DENKT auch tun würde, sprich man eine klare Abgrenzung hat ... würde für dich dann immer noch dieser Fall gelten, wie du ihn beschreibst? Oder wäre das dann was anderes? :hmm:
    Bin da gerade nämlich am hin und her überlegen.

  • Insofern finde ich die Erzaehlperspektive schon klar durchgehalten und schoen nahe bei Sira

    Und da muss ich einfach nochmal (manchmal bin ich glaube ich ein bisschen negativ...)


    So im Vergleich mit der ersten Version - da sind riesige Fortschritte, liebe LadyK . Gut durchgehaltene Perspektive, fluessige Sprache, eindringlich geschilderte Stimmung - das ist inzwischen alles sehr professionell geworden und liest sich richtig, richtig gut.


    Macht Spass, Deine Entwicklung als Autorin so zu verfolgen! :thumbup:

  • Hey Leute!

    Vielen Dank fürs Lesen, Liken und Kommentieren! :)



    Soooo. Erst hatte ich darüber nachgedacht, dieses Kapitel hinsichtlich eurer Kommentare und Ideen zu überarbeiten, bevor ich den neuen Teil poste. Da die Änderungen aber nicht plotrelevant wären, zeige ich euch erstmal den nächsten Teil und überarbeite in einer ruhigeren Zeit. Vielleicht helfen mir die Kommentare zu dem zweiten Teil des Kapitels auch noch ein wenig mehr :saint:


    Achso - den Link zum vorigen Kapitel habe ich auch schon in den letzten Part immer danach gesetzt - wenn das arg stört, mache ich das auch anders. Ansonsten würde ich das einfach so lassen. Es soll ja nur dafür gut sein, dass man auch wieder zurückspringen kann, wenn man mal was nachlesen möchte. Den Teil danach kann ich ja erst verlinken, wenn ich ihn gepostet habe - und dieser Link kommt dann auch unter den Text :ugly:


    Also - los geht´s!


    Kapitel 3 - Sira (Teil 2/2)


    Der Mann neben Sira ließ sich das nicht zweimal sagen und packte den Jungen.

    „Nein!“, kreischte dieser. „Bitte! Habt Erbarmen! Ich habe nichts Unrechtes getan!“ Er brach in Tränen aus, doch er wehrte sich nicht mehr, als der Gardist mit der gebrochenen Nase den Arm erneut auf der Auslage des Marktstandes ausstreckte und festhielt.

    Die Menschenmenge schrie wild. Einige flehten Delgars an, den Jungen gehen zu lassen und die Strafe zurückzunehmen.

    Doch der Hauptmann schaute nur abgebrüht auf die Situation herab, als würde das Bitten der Bewohner nicht interessieren.

    „Haltet ihn auf!“, forderte eine Frau aus der Menge. Offenbar galt das Sira in ihrer Position als Kriegerin. Doch sie konnte nichts mehr tun, was keine öffentliche Provokation darstellte. Einerseits wollte sie dem Jungen glauben, dass er den Diebstahl nicht begangen hatte, andererseits waren die Beweise erdrückend. Ein anderer brüllte: „Hackt ihm auch die zweite Hand ab!“

    Plötzlich hielten die Vollstrecker in ihrem Tun inne und die Meute wurde stetig leiser, bis nur noch einige murmelnd die Köpfe zusammensteckten. Die Menschen bildeten eine Gasse, um jemanden hindurchzulassen. Rund herum raunten die Bürger ehrfurchtsvoll den Titel “Magier”.

    Der Mann trug einen dunklen Mantel und als dieser sich teilte, konnte sie deutlich die schwarze Robe darunter sehen. Von den kinnlangen, dunkelbraunen Haaren fielen ihm einige Strähnen ins Gesicht. Als er aus der Menge hervorgetreten war, verharrte er kurz und sah den Hauptmann an. Erst danach wandte er sich ab und kam zu ihnen herüber. Delgars folgte ihm dichtauf.

    Sein Blick huschte über Harka, ging hinüber zu dem Jungen und blieb schließlich bei ihr hängen.

    Eisige Kälte packte sie, als er sie mit den stechend blauen Augen ansah. Sie war sich sicher, dass er jeden Menschen in Grund und Boden starren konnte.

    „Was geht hier vor sich?“, fragte er tonlos. Die Stimme des Magiers schoss ihr buchstäblich durch Mark und Bein. Es lag eine betörende Ruhe darin, aber auch eine unerklärliche, schneidende Schärfe. Sämtliche Haare auf Siras Körper stellten sich auf und sie musste den Drang unterdrücken, sich zu schütteln.

    „Wir vollstrecken ein Urteil, Meister Rüstan“, erklärte der Hauptmann harsch. „Der Junge hat einem Bäcker Ware gestohlen. Dafür soll ihm eine Hand genommen werden.“

    Der Magier erwiderte nichts darauf, sondern wandte sich an die Gardisten, die den wimmernden Jungen festhielten. „Lasst ihn los“, befahl er.

    Der Mann mit der gebrochenen Nase krächzte, doch sie ließen von dem Dieb ab, der kraftlos auf den Boden glitt.

    Überrascht hob Sira die Augenbraue. Bisher hatte sie angenommen, der Hauptmann stünde in seiner Position als Vertreter der Regentschaft über einem Angehörigen der Magierzunft.

    Der Robenträger ließ sich vor dem kleinen Dieb in die Hocke sinken und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Wie heißt du?“

    „J ... JaJa ... Jakob“, stammelte der Junge und starrte den Magier mit großen Augen an. Vermutlich hatte er noch nie zuvor einen Robenträger gesehen.

    Meister Rüstan nickte leicht, während ein nachdenklicher Ausdruck über sein Gesicht huschte. Doch so schnell wie dieser kam, verschwand er auch schon wieder. „Deine Eltern sind Bauern?“, wollte der Magier wissen.

    Jakob schien die Frage zu verwirren, aber er antwortete. „Ja. Wir mästen Schweine.“

    „Ich verstehe“, meinte der Magier. „Und wie soll er mit einer Hand arbeiten, Hauptmann?“ Er warf einen Blick über die Schulter, der sagte, dass er keine Antwort auf seine Frage hören wollte. Während er sich gewandt erhob, strich er in einer fließenden Bewegung seine Robe glatt.

    „Verzeiht“, hörte Sira die Stimme des Bäckermeisters. Er musste sich während des kurzen Gespräches genähert haben. „Ich hatte vorgeschlagen, dass er mir den Schaden bezahlt.“

    In Delgars Augen braute sich ein nahendes Unwetter zusammen. Offenbar hatte er nicht damit gerechnet, dass sein Komplize den Plan zu durchkreuzt.

    „Sieht er für dich so aus, als könnte er das?“, blaffte er, woraufhin der Bäcker erschrocken einen Schritt zurück stolperte.

    „Er könnte es abarbeiten“, schlug der Magier vor und bedeutete Jakob aufzustehen.

    Sofort gehorchte der Junge und der Magier legte ihm wieder eine Hand auf die Schulter. „Sein Vergehen muss bestraft werden, da gebe ich Euch recht“, meinte er. „Aber die Härte der Strafe ließe sich mildern.“

    „Die Gesetze der Regentschaft sind in dieser Hinsicht eindeutig“, widersprach Delgars so laut, dass es alle anderen hören konnten.

    „Es liegt aber auch in Eurer Pflicht, im Sinne der Regentschaft zu entscheiden. Und ein Arbeiter mit einer fehlenden Hand ist ein nutzloser Arbeiter.“

    „Ich habe aber nichts gestohlen“, flüsterte der Junge, erhob dann aber seine Stimme. „Der Bäcker hat mir das Brot geschenkt.“

    Eine Weile blieb es still, bis der Magier erneut das Wort ergriff. „In diesem Fall muss ein Gerichtsverfahren vor der Regentschaft entscheiden. Notfalls durch die Gedankenlesung eines Schwarzmagiers“, erklärte er fast beiläufig und der Anflug eines Lächelns zeichnete sich auf seinen Lippen ab. „Es sei denn, einer von euch möchte seine Aussagen überdenken.“ Er sah erst dem Jungen fest in die Augen, dann dem Bäckermeister. Während der Beschuldigte, gestärkt durch die Rückendeckung des Magiers, immer ruhiger wurde, wirkte der ältere Mann, als wäre er einem Zusammenbruch nahe.

    Auch Delgars schien die Situation Unbehagen zu bereiten, aber er blieb still und blickte den Bäcker nur finster an.

    „Es ist wahr“, gab der ältere Mann schließlich zu. „Der Junge hat mich nicht bestohlen.“

    Sira schob die Augenbrauen in die Höhe und schaute abwechselnd Rüstan und Delgars an. Beide wirkten nicht überrascht, als sie die Aussage des Bäckers hörten. Sie konnte den Blickwechsel der höher gestellten Männer deutlich erkennen. Und keiner von ihnen wollte nachgeben.

    Es gab nur eine Sache, die den Mann dazu hätte bewegen können, die Wahrheit zu verschweigen: Gold, dachte Sira. Die ganze Situation ist fingiert worden.

    „Damit scheint die Sache klar.“ Obwohl sein Äußeres offensichtliche Wut zeigte, klang Delgars Stimme fest und ruhig. „Aber was ist mit den Äpfeln?“ Bei den letzten Worten war er deutlich lauter geworden.

    Einen kurzen Augenblick blieb es ruhig.

    „Offenbar vermisst niemand Äpfel“, bemerkte der Magier.

    In Delgars Augen breitete sich, neben dem wütenden Unwetter, ein wahrer Flächenbrand aus. Er hatte offensichtlich nicht mit dem Scheitern seines Plans gerechnet. Aber die Gänse hatten den Fuchs eingeschlossen.

    Plötzlich wurde der Kreis um die Krieger und die restlichen Anwesenden enger. Irgendwoher kam Gemüse geflogen und ein Fisch klatschte neben dem Hauptmann auf den Boden. Eine Flut aus Beschimpfungen erreichte die Gardisten. Mit einem letzten verächtlichen Blick auf Rüstan wandte Delgars sich ab und bahnte sich mit seinen Männern einen Weg durch die Masse, der ihn aus dem Zentrum des Menschenkreises herausführte.

    Sira drehte sich um, packte Jakob am Schlafittchen und gab ihm einen Stoß gegen die Schulter. Harka drückte ihm seinen Beutel in die Hand, wobei er noch schnell einige Äpfel aufgesammelt hatte, und schob ihn vorwärts.

    „Hau ab“, riet der Krieger ihm, „bevor die Gardisten zurückkommen.“

    Jakob ließ sich das nicht ein zweites Mal sagen und schlängelte sich geübt durch die Traube aus Menschen.

    Der Ring hatte sich bereits aufgelöst und die Gardisten waren wie vom Erdboden verschluckt. Die Meute würde nicht eher ruhen, bis sie Delgars zu seinem Quartier gefolgt waren, dachte Sira.

    Sie beschloss, die Menschen machen zu lassen, und suchte Harkas Blick.

    Dieser sah sie mit einem breiten Grinsen an und machte eine Kopfbewegung in die entgegengesetzte Richtung. Scheinbar war der Krieger derselben Meinung wie sie. Doch ehe Sira zu ihm hinübergehen konnte, wurde sie am Arm ergriffen und festgehalten.

    Sie fuhr herum und starrte den Mann an, der sie festhielt – unfähig in diesem Moment etwas anderes tun zu können. Jetzt, wo er so nahe bei ihr stand, konnte sie seinen durchdringenden Blick deutlich spüren.

    „Ich ...“, begann Meister Rüstan, wurde allerdings von Harka unterbrochen.

    „Lasst sie los“, bat er und der drohende Unterton in der Stimme des Kriegers konnte nicht überhört werden. Er musterte Rüstan kritisch.

    Der Magier reagierte allerdings nicht und sah sie weiter mit seinem durchdringenden Blick an.

    Sie runzelte fragend die Stirn, doch bevor sie den Mund öffnen konnte, drehte Meister Rüstan sich um. Er murmelte ein kurzes Wort. Plötzlich wirkte es, als würde es vor ihren Augen flackern. Der Wind umwehte den Magier wie ein kleiner, wütender Sturm. Siras Körper fühlte sich an, als wären tausende Ameisen darauf unterwegs und in ihren Ohren summte es. So schnell, wie das gekommen war, hörte es auch wieder auf. Zurück blieb aufgewirbelter Staub. Irritiert sah sie auf die Stelle hinab, an der der Magier eben noch gestanden hatte, und dann spürte sie, dass sie etwas in der Hand hielt. Wie betäubt starrte sie auf das zusammengefaltete Papier.

    „Was war das denn?“, fragte Harka leise und als er bemerkte, wie seine Kollegin das Blatt begutachtete, kam er neugierig näher. „Was ist das?“, hackte er nach und beugte sich hinüber.

    Sira faltete das Papier auseinander und zum Vorschein kam eine Liste mit Namen und den dazugehörigen Titel eines Angehörigen einer Adelsfamilie.

    „Was hat das nur zu bedeuten“, fragte Sira laut, bekam darauf aber keine Antwort.


    Kapitel 3 - Sira (1/2)



  • Hey Lady,


    ich finde, Rüstans Auftritt hast du sehr schön in Szene gesetzt. Ich hab nur Kleinkram gefunden :)



    LG,

    Rainbow

    • Offizieller Beitrag

    So, an diesen Part erinnere ich mich auch noch :D Ich glaube es hat sich nicht so arg viel verändert (inhaltlich) aber er gefällt mir immer noch :D

    Man merkt schon, dass die LEute alle recht viel Respekt vor Rüstan haben - ich bin gespannt ob vor ihm persönlich, oder vor der Tatsache, dass er ein Magier ist :hmm:
    Seine Argumentation ist gut und ich glaube dass es daher auch möglich wäre, wie Thorsten gesagt hat, den Jungen wirklich schuldig sein zu lassen. Entweder schafft er es, dann einzuschreiten, oder eben nicht und der Junge verliert den Arm. Das Leben ist halt manchmal scheiße :D


    Notfalls durch die Gedankenlesung eines Schwarzmagiers

    Da ich noch nicht weiß, was du damit vorhast und wie einfach und häufig das ist, halte ich mich jetzt mal zurück und merke nur an, dass das ein sehr "gefährliches" Konzept (aus Autorensicht) ist, weil man damit viele Plotholes und Logiklücken basteln kann (aus versehen natürlich xD)
    Aber ich warte erstmal ab :D

    Er hatte offensichtlich nicht mit dem Scheitern seines Plans gerechnet.

    Der Plan erschließt sich mir noch nciht ganz :hmm: Momentan wirkt es , als hätte er den Bäcker bestochen, damit der den Jungen beschuldigt. Und das ganze weil ...? Er unbedingt mal wieder nen Jungen verstümmeln will? xD
    Klar muss das an der Stelle noch nicht 100% deutlich sein und es kann mit der Zeit herauskommen. Es wirkt aber ein bisschen, als wüsste SIra genau, was er vorhat :hmm:


    Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, was die Gardisten überhaupt wollen, weil ... Frieden bewahren tun sie nicht :D


    Irgendwoher kam Gemüse geflogen und ein Fisch klatschte neben dem Hauptmann auf den Boden.

    Fisch ist kein Gemüse *fingerheb* (Ich weiß, dass es ned so gemeint ist, liest sich nur seltsam :D )
    vlt einfach "Irgendwoher kamen Lebensmittel geflogen. Gemüse traf einen Gardisten am Kopf und ein Fisch ..." (is aber nur ne Kleinigkeit :D )


    So alles in allem wie immer gut :D
    Weitermachen!

    LG Chaos :chaos:

  • Auch das liest sich sehr schoen, das Auftreten des Magiers ist gut gelungen. Wie schon gesagt - warum Delgars Gold (!) bezahlen sollte um eine Anklage gegen einen Niemand zu fingieren bleibt plottechnisch irgendwie... fragwuerdig.


    Eine Kleinigkeit haette ich noch:

    „Haltet ihn auf!“, forderte eine Frau aus der Menge. Offenbar galt das Sira in ihrer Position als Kriegerin. Doch sie konnte nichts mehr tun, was keine öffentliche Provokation darstellte. Einerseits wollte sie dem Jungen glauben, dass er den Diebstahl nicht begangen hatte, andererseits waren die Beweise erdrückend. Ein anderer brüllte: „Hackt ihm auch die zweite Hand ab!“

    Hier machst Du erst einen Ruf, dann Siras lange Ueberlegung, und dann als Nachsatz noch einen Ruf. Man koennte das ein bisschen ordnen um das Geheul der Menge und das Chaos besser einzufangen, etwa


    "Haltet ihn auf!", schrie eine Frau aus der Menge. "Hand ab!" - "Macht endlich!" - "Wie lange dauert das?" - "Nein, nein!", bruellten andere durcheinander, manche an die Krieger gerichtet, manche an die Wachen. Gedraenge und Geschubse, hart eingesetzte Ellenbogen. Es war schwer einen klaren Gedanken zu fassen. "Wie koennt ihr das passieren lassen?", schrie jemand direkt an die Krieger gerichtet. Aber so hektisch Sira nachdachte, sie konnte nichts tun...

  • Hallo LadyK ,

    ich sehe zwar dass du schon viele Leser hast, aber da ich die Art der Geschichte mag, lese ich sie auch und gebe meinen Senf dazu. Ich fasse mich aber kurz. Der bisherige Verlauf der Geschichte gelingt dir viel besser als beim letzten Mal und man merkt, dass du viel dazu gelernt hast. Beim ersten Versuch sind mir die Handlungen der Charaktere oft merkwürdig vorgekommen, nun beschreibst du sie klar und nachvollziehbar.

    Ich erinnere mich noch daran, dass es auch im ersten Versuch einen Aufruhr in der Stadt gab, bei dem Rüstan seine Botschaft überbracht hat. Ob der Junge da schon bei war, weiß ich nicht mehr. Ich mag ihn aber und wie du die Situation hier beschreibst. Allerdings möchte ich jetzt ganz dringend wissen, was der Junge dem Bäcker eigentlich angetan hat, dass dieser ihn so in die Falle lockt. Und auch so öffentlich. Hätte ihm ja auch in einer dunklen Gasse ein paar links und rechts geben können und das war es. Was ist sein Problem mit diesem Kind und auch was ist Delgars Problem mit ihm? Ich muss sagen, das ist etwas, was du in der Geschichte erklären musst. Noch nicht jetzt, aber irgendwann später.

    Ansonsten, wie gesagt, liest es sich schön und ist viel stimmiger als der erste Versuch. Viel Spaß und Erfolg weiterhin

    Din

  • Hey LadyK


    der Teil ist auch in der neuen Version angenehm zu lesen. Warum Delegar hier so ein Szenario aufbaut kann man natürlich auf einfach eine abgrundtief böse Ader schieben, aber evtl. steckt da noch was dahinter? Oder meint er "geteiltes Leid ist halbes Leid"? xD


    Ich finde es liest sich so, dass sie nur schlecht sieht, aber dann müsste sie doch irgendwas sehen, wie sich Rüstan auflöst oder sowas in die Art, oder?

    Da sitzen sie wieder alle und fressen Eis ... Als wüssten sie nicht, wie ein Bier aufgeht!

  • So, um es mit der Übersichtlichkeit in diesem Thread nicht zu übertreiben, kommen jetzt meine Gedanken zum Kapitel Sira (1/2) nach der üblichen Logik:

  • Den Auftritt des Magiers fand ich schön geschildert. Die Art und Weise wie er den Konflikt löst gefällt mir auch gut.

    Ich gebe den Anderen Recht, dass das Motiv für den fingierten Diebstahl etwas unklar bleibt.

    Hier ein paar andere Dinge, die mir aufgefallen sind:

  • Hey ihr Lieben! Ich halte mich aufgrund von neuerdings schnell eintretenden Bettsschwere heute mal kurz :)


    Ich möchte mich in aller Form bei euch fürs Lesen und Kommentieren bedanken Rainbow  Chaos Rising  Thorsten  Dinteyra  Rebirz  Novize  Sensenbach  Kirisha  Voluptuous Mayday  Tariq


    Die Kommentare haben mir sehr geholfen und ich denke, ich weiß jetzt, wie ich die Szene aufziehe, ohne das es unlogisch wird oder man die Beweggründe der Charaktere nicht versteht :) Ihr habt mir da tolle Ideen geliefert! Ich will mich demnächst an die Überarbeitung setzen und mal sehen, ob ich das einbauen kann ^^ Vielleicht werde ich auf den einen oder anderen von euch noch einmal zurückkommen, aber erstmal abwarten :ugly: Auch eure Anmerkung, die nicht direkt den fingierten Diebstahl betreffen, werde ich berücksichtigen :)


    Ich mach dann erstmal weiter, auch wenn der fingierte Diebstahl in dem Kapitel noch kurz Thema bleibt :saint:


    Kapitel 4 - Rüstan (1/3)


    Kaum dass er wieder in der Kutsche saß, verbarg er seine kalten Hände zwischen den Oberschenkeln, um sie aufzuwärmen. Immer, nachdem er einen schwierigen Zauber angewandt hatte, froren seine Finger entsetzlich. Auch wenn das schon seit einer geraumen Zeit so war, hatte er sich noch nicht daran gewöhnt.

    Langsam fuhr die Kutsche an und während er versuchte, seine nervösen Gedanken zu beruhigen, beobachtete er die sich stetig auflösende Menschenmenge. Kaum zu glauben, dass ein winziger Vorfall wie dieser so viel Aufsehen erregen konnte. Aber in Catrellak gab es wenig zu sehen, weswegen die Menschen sich auch mit kleinen Dingen zufriedengaben. Dabei war es ihnen egal, ob es sich um das Schicksal eines Jungen handelte.

    Die Kutsche fuhr am Rand des Marktplatzes vorbei und näherte sich der Stadtmauer im gemächlichen Tempo. Solange, bis sie wieder ohne weitere Vorwarnung hielt.

    Dann öffnete sich der Verschlag und ein Mann stieg ein.

    „Wenn du erlaubst, würde ich ein wenig bei dir mitfahren wollen“, sagte Delgars, schloss die Tür hinter sich und nahm auf der freien Sitzbank Platz.

    „Was wird das?“, wollte Rüstan wissen und zog den Vorhang vor dem Fenster zu.

    „Der Kutscher sagte, du würdest zum Penta-Anwesen wollen und da dachte ich mir, dass ich dich begleiten könnte.“

    Während sich die Stille über sie ausbreitete, fuhr die Kutsche los.

    „Und was willst du, Delgars?“

    „Dass du dich nicht in meine Angelegenheiten einmischst, Bruder.“

    Beinahe musste Rüstan laut auflachen, doch Delgars hatte längst die Fähigkeit verloren, irgendjemanden zu belustigen. „Du meinst, deine intriganten Spielchen, die du zu spielen scheinst?“ Genervt überkreuzte Rüstan die Arme vor seiner Brust und lehnte sich auf seinem Sitz zurück. Er sollte besser verschweigen, dass er aus Jakobs Gedanken herausgefunden hatte, dass der Bäcker ihnen anfangs eine Lüge aufgetischt hatte. Aber es wäre einen Versuch wert, seinen Bruder indirekt mit dem erworbenen Wissen zu konfrontieren. „Es ist schon traurig, dass man eine Tat vortäuscht oder Menschen dazu bringt, Lügen zu erzählen. Und das nur, damit die Stadtwache besser vor der Regentschaft dasteht.“

    „Pass auf, was du sagst“, meinte Delgars scharf. „Es wird sich irgendwann rächen, dass du immer so ein loses Mundwerk hast.“

    So, wie Rüstan den Hauptmann ertappt hatte, schien auch Delgars eine Fährte aufgenommen zu haben.

    „Ist das eine Drohung?“ Rüstan spürte, wie die innere Haltung seines Bruders sich änderte. Er hatte keine Übung darin, seine Gefühle zu verbergen. Genau deswegen konnte Rüstan den Zorn, der in seinem Bruder bebte, deutlich spüren. Und dafür musste er sich nicht einmal seiner magischen Fähigkeiten bedienen.

    Der Hauptmann beugte sich vor und stützte sich mit den Ellenbogen auf seinen Knien ab. „Das war eine Warnung“, erklärte er schlicht, doch sein Gesichtsausdruck sprach das Gegenteil.

    Aber Rüstan wusste, dass Delgars ihn nicht wegen der unrechtmäßigen Anwendung einer Gedankenlesung anklagen konnte, ohne das eigene Vergehen zu offenbaren.

    „Und noch etwas vor dem ich dich warnen sollte, bevor du mit unserem Vater sprichst: Er hat die Familie Imares eingeladen. Zu einem gemeinschaftlichen Essen. Und sie bringen ihre Tochter mit.“

    „Und was möchtest du mir damit sagen?“, fragte Rüstan, obwohl er wusste, worauf das hinauslief. Trotzdem das Thema für ihn genauso lästig war wie das vorige, war er froh über den Wechsel.

    „Er hat vor, dich mit ihr zu verheiraten.“

    Gut zu wissen, dachte Rüstan. „Das werden wir sehen“, sagte er laut und schob beiläufig den Vorhang des Fensters beiseite, um hinauszusehen.

    „Das werden wir“, antwortete Delgars darauf murmelnd und lehnte sich wieder zurück.

    Auch wenn Delgars und er kein inniges Bruder-Verhältnis pflegten, so war Rüstan dankbar für den Hinweis. Damit würde ihn die Information nicht unerwartet treffen und er konnte sich Argumente überlegen, die gegen eine Hochzeit sprechen würden. Es war seinem Vater schon lange ein Dorn im Auge, dass er als jüngerer Sohn des Familienoberhauptes noch unverheiratet war. Bislang hatte Rüstan sich vor jeder geplanten Verlobung herauswinden können, doch er ahnte, dass es ihm nicht mehr lange gelingen würde.

    Die Kutsche passierte das Südtor der Stadtmauer, das von einigen Gardisten bewacht wurde. Angehalten wurden sie nicht, denn das Zeichen der Magierzunft prangte deutlich auf der Außenseite der Kutsche. Damit war ihnen ein ungehindertes Passieren gesichert. Kurz sah Rüstan, wie sie unter den aufgemauerten Steinbögen hindurchfuhren. Die schmiedeeisernen Tore waren bis zum späten Abend für alle Bewohner und Besucher weit geöffnet.

    Der Weg hinter der Mauer wurde unebener, weshalb Rüstan sich von seinem Fenster abwandte und dabei Delgars mit einem Blick streifte.

    Der Hauptmann sah stur auf seine Füße hinab, die Augenbrauen leicht zusammengezogen und das Kauen auf seiner Unterlippe verriet, dass er über etwas nachdachte.

    Obwohl er keinen sonderlich großen Drang verspürte, mit seinem Bruder zu sprechen, brach Rüstan das Schweigen. „Warum willst du zum Anwesen? Hast du nicht eigentlich Dienst?“, wollte er von Delgars wissen.

    Der Hauptmann hob den Kopf. „Nichts Besonderes. Vater plant eine feindliche Übernahme und er will, dass ich ihn begleite, wenn es so weit ist.“

    Eine feindliche Übernahme – die einzige Möglichkeit, um an Geld, Land und andere Besitztümer zu gelangen, ohne heiraten oder erben zu müssen. Ihr Vater hatte bereits zahlreiche solcher Übernahmen mitgemacht und zumeist den Zuschlag der jeweiligen Regentschaft erhalten. Woher er die Mittel nahm, um den Einsatz zu begleichen, hatte Rüstan nie erfahren können. Es war ihm auch gleich. Als Angehöriger der Magierakademie war es ihm untersagt, jemals das Familienerbe anzutreten. Einzig der König von Armakan konnte dieses Gesetz aushebeln, indem er einen Magier gleichzeitig zum obersten Lord einer Familie ausrief. Doch bei dem Versuch, sich an dem Spinnennetz der Politik entlangzuhangeln, klebten Rüstans Gedanken irgendwann fest.

    „Welche Familie ist betroffen?“, fragte Rüstan.

    „Eine kleine Lordschaft im Westen von Reslia“, erklärte Delgars beiläufig. „Der oberste Lord liegt im Sterben und hinterlässt zwei unverheiratete Töchter. Vater will die feindliche Übernahme bewerkstelligen, bevor eines der Mädchen auf die Gedanken kommt, schnell etwas zu unternehmen.“

    „Ich wusste nicht, dass das überhaupt möglich ist.“

    Delgars schüttelte den Kopf. „Ist es auch nicht, aber Vater hat offenbar einen Weg gefunden.“ Er grinste schelmisch und in seinen Augen funkelte es verräterisch.

    Natürlich kannte ihr Vater eine Möglichkeit. Es hätte Rüstan auch verwundert, wenn es anders gewesen wäre. „Ich nehme an, du fährst zu ihm, damit du von diesem Weg erfährst.“

    Delgars bestätigte es mit einem Nicken. „Und warum fährst du ins Anwesen?“

    „Einfach nur so“, antwortete Rüstan gelangweilt. Über dieses Thema wollte er gerade nicht mit seinem Bruder sprechen. Delgars hatte ohnehin keine Ahnung, wie man mit den Gefühlen anderer umging. Er handelte oft zu vorschnell und beurteilte Situationen nur oberflächlich.

    „Ist das so“, meinte der Hauptmann. Es war ihm anzumerken, dass ihn die Antwort auf seine Frage nicht zufriedenstellte, aber es war Rüstan egal, was sein Bruder über ihn dachte. Es war Delgars Schuld gewesen, dass sein eigenes Leben in eine ganz andere Richtung gegangen war.

    Rüstan reagierte nicht auf die Worte seines Bruders, sondern schob abermals den Vorhang des Kutschfensters beiseite. Vereinzelt zogen Bäume im gemächlichen Tempo vorbei, Felder flankierten den sandigen Weg und die Sonne drückte sich durch die Wolkenwand. Dabei malten die Strahlen ein sonderbares Farbenspiel auf die ungeerntete Gerste.

    Gerade als Delgars erneut das Wort an ihn richten wollte, bog die Kutsche in einen Seitenweg ein, der direkt zum Haupteingang des Anwesens führte. In regelmäßigen Abständen ragten stattliche Bäume in die Höhe und als sie das Tor erreicht hatten, wurde es von zwei Hausgardisten aufgemacht. Die massiven Metallgitter wurden von festen Steinsäulen gehalten, auf denen jeweils ein Rabe mit breit geöffneten Schwingen saß. Als würden sie sich direkt auf jeden Feind stürzen wollen, der dieses Anwesen betrat.

    Nachdem sie das Tor passiert hatte, fuhr die Kutsche den Weg bis zur einladenden Eingangstür entlang und hielt kurz davor an.



    Kapitel 3 - Sira (2/2)

  • Gut, damit bin auch ich wieder auf dem neusten Stand. Ich muss zugeben, ich kann nicht sagen, was davon mir bekannt vorkommt und was neu ist. Harka kommt mir etwas forscher vor, als in Version eins, aber das kann auch Einbildung/Vergessen sein. Mir gefällt es. :D


    Ziemlich sicher bin ich mir aber bei dem Prolog, das es den in der Version bisher nicht gab. Interessant und weckt sofort das Interesse. Und schön ist es, dass man zumindest Lukras bereits kennt :rofl: Sympathischer Dude XD


    Mal schauen, was du in deiner neuen Version so geändert hast :D

    Noch ehe er den Gedanken gesponnen hatte, schüttelte er ihn wieder ab. Es waren nur Träume und sie hatten keinerlei Bedeutung.

    jaaaa. Ich glaube, wenn Rüstan zu dem Zeitpunkt schon gewusst hätte, was folgt ... er hätte sich diese Aussage sicherlich nochmal überlegt :D

    Sie sah zu Harka hinauf, dessen Lächeln sofort erstarb, und danach besorgt zu dem Jungen. Die Sache schien für alle klar zu sein. Er hatte den Diebstahl begangen und einem Dieb musste zur Strafe eine Hand genommen werden. Das Gesicht des Jungen wurde fahl, doch er versuchte gar nicht, seine Tat zu leugnen. Offenbar hielt er es ebenfalls für sinnlos. Verängstigt hockte er auf dem Boden und in seinen Augen schimmerten die Tränen.

    Sira suchte nach einem Weg, die Sache ohne Blutvergießen zu regeln.

    Diese Szene kenne ich tatsächlich noch. Also das ganze Szenario mit dem Jungen. :D

    „Offenbar vermisst niemand Äpfel“, bemerkte der Magier.

    trockene Feststellung :rofl:


    Ich denke, zukünftig werde ich die Teile wieder unabhängig von dem bewerten, was ich bereits gelesen habe (so weit das geht), aber die erste Version ist nunmehr so lange her, dass ich es eh nicht mehr so recht vergleichen kann.


    Die wenigen Teile haben jedenfalls die Charaktere schon super eingefangen und beschrieben. Sympathisch sind sie zwar sowieso schon, da man ja doch die alten Versionen im Hinterkopf hat, aber ich denke, dass sie auch ohne dieses Wissen schon etwas Leben ins tragen würden. :hmm: ^^'


    Die Handlung kommt also wieder ins Rollen. ^^


    Gruß

    Kye



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
    - Toni Morrison -


  • Liebe LadyK

    Der letzte Abschnitt gefällt mir gut. Die Interaktion der Brüder ist interessant, da das Verhältnis der Beiden kompliziert zu sein scheint. Das scheint ein unangenehme Familie zu sein, wenn da feindliche Übernahmen an der Tagesordnung sind.


  • Auch diesen Abschnitt finde ich im Wesentlichen sehr gelungen. Das eine oder andere Mal keonnte man die Gefuehle noch mit einer Geste oder einer Mimik ein bisschen akzentuieren, aber auch so kommt die Dynamik zwischen den beiden eigentlich sehr gut raus.


    „Was wird das?“, wollte Rüstan wissen und zog den Vorhang vor dem Fenster zu.

    Hier wuerde ich mir definitiv mehr Gefuehl wuenschen - wie sagt er das, genervt, kontrolliert,... Das faende ich fuer den Einstieg in die Szene schon interessant.




    Rüstan spürte, wie die innere Haltung seines Bruders sich änderte. Er hatte keine Übung darin, seine Gefühle zu verbergen. Genau deswegen konnte Rüstan den Zorn, der in seinem Bruder bebte, deutlich spüren.


    Beim zweiten Satz ist etwas unklar wer 'er' ist, das macht erst der dritte Satz klar und ist so unelegant formuliert.


    Ich frage mich aber, wie gut man eigentlich in der Stadt Karriere machen kann wenn man seine Gefuehle nicht verbergen kann... plausibler waere es wenn unser Magier halt seinen Bruder so gut kennt dass er nichts verbergen kann, als wenn Delgars hier direkt die Faehigkeit abgesprochen wird.

  • Hey Lady,


    ja, so stellt man sich ein Gespräch unter Brüdern vor, die nicht sonderlich viel voneinander halten und nun obendrein in einer Kutsche zusammengepfercht sitzen :rofl:

    Ich finde, die Stimmung hast du schon ganz schön eingefangen, wenn man auch hier und da vielleicht noch ein wenig feilen könnte. Ehrlich gesagt, bin ich ja ein bisschen erstaunt, wie schnell Rüstan nach dieser Aktion auf dem Marktplatz zu einer scheinbar "normalen Ablehnungshaltung" übergeht. Ich kann mir das nur so erklären, dass ihn Delgars Verhalten schon gar nicht mehr schocken kann...dass es sich um eine Aneinanderreihung derartiger Aktionen handelt, weshalb er diesen Charakterzug schon nur noch mit einem resignierten Schulterzucken abtun kann...Das ist es, was mir hier in dem Dialog ein wenig fehlt. Ein bisschen mehr Tiefe, um es für mich nachvollziehbarer zu machen. (Ist aber wirklich Jammern auf hohem Niveau :) )


    Hier noch sonstige Gedanken/Anmerkungen:



    LG,

    Rainbow

  • „Dass du dich nicht in meine Angelegenheiten einmischst, Bruder.“

    Dass die beiden Geschwister sind, hat mich jetzt wirklich überrascht. Und die gemeinsame Kutschfahrt sowie das Gespräch der beiden und Rüstans Gedanken dabei machen mich neugierig auf die Beziehung der beiden. Ich dachte bisher eigentlich Hauptmann Delgars wäre nur ein unwichtiger Nebencharakter, aber da scheint mehr zu sein.


    Der Teil hat mir ganz gut gefallen, auch wenn noch nicht viel passiert ist. Jetzt bin ich gespannt darauf, wenn sie ankommen.


    Viele Grüße

    Din

    • Offizieller Beitrag

    Hallo die Dame :hi1:


    so dieser Part ist soweit ich mich erinnern kann auch ganz neu :hmm: Ich glaube das Gespräch der Brüder fand ursprünglich inklusive Mutter in seinem zuhause statt oder? :hmm:

    Die Beziehung der Brüder scheint mir auch weit besser zu sein als in der ersten Version. Nicht GUT, aber besser als zuvor xD
    ich bin gespannt, warum das alles so ist wie es ist :D


    Papi ist bestimmt stolz auf seine beiden Söhne xD Ein drogensüchtiger Magier und ein fragwürdiger Kommandant der Stadtwache xD
    Hoffentlich hat er nicht auch noch eine fragwürdige Prostituierte als Tochter :rofl:

    Auch wenn das schon seit einer geraumen Zeit so war, hatte er sich noch nicht daran gewöhnt.

    Das impliziert, dass das nicht immer so war und auch nicht so gehört :hmm: Interessant! Liegt bestimmt an seinen ganzen Drogen :D

    Dabei war es ihnen egal, ob es sich um das Schicksal eines Jungen handelte.

    Gefühlt fehlt hier ein "oder [irgendwas anderes]" am Ende :hmm: So in richtung:
    "Dabei war es ihnen egal, ob es sich um das Schicksal eines Jungen oder eine Schlägerei am Hafen handelte." (oder was auch immer da hinpasst xD)

    Dann öffnete sich der Verschlag und ein Mann Delgars stieg ein.

    „Wenn du erlaubst, würde ich ein wenig bei dir mitfahren wollen“, sagte Delgars er, schloss die Tür hinter sich und nahm auf der freien Sitzbank Platz.

    Zum rot markierten: Rüstan kennt ihn und es soll offenbar kein Geheimnis sein, daher kannst du auch direkt seinen Namen verwenden :)


    zum blauen: Das würde ich weglassen, der Satz ist sonst arg umgangssprachlich. Das macht an sich nichts, da es ja tatsächlich auch gesprochen wird, aber es macht den Satz auch sehr sperrig zu lesen :)
    "Wenn du erlaubst, würde ich mitfahren" zb würde (inhaltlich) auch reichen und wäre flüssiger :)
    Ob es zu Delgars (der in meinem Kopf immer Delgar heisst und ich mich frage, warum da immer der Genitiv steht xD) Charakter passt, so zu reden, musst natürlich du wissen :)


    Genervt überkreuzte Rüstan die Arme vor seiner Brust und lehnte sich auf seinem Sitz zurück.

    "Verschränkte"? überkreuzen klingt als würde er so die Pharaonengeste machen :D

    Diesen hier: https://www.karneval-attacke.d…-koenig-koenigszepter.jpg

    (bestes Bild xD)

    ist aber nur ne Kleinigkeit :)

    Und das nur, damit die Stadtwache besser vor der Regentschaft dasteht.“

    Aha, daher also das ganze Theater :hmm: ich bin ja gespannt ob das gutgeht. Beim Volk macht man sich so ja nicht beliebt und irgendwann geht das immer schief :D


    Aber Rüstan wusste, dass Delgars ihn nicht wegen der unrechtmäßigen Anwendung einer Gedankenlesung anklagen konnte, ohne das eigene Vergehen zu offenbaren.

    Folgende Fragen stelle ich mir, wenn cih das Lese, ich erwarte nciht, dass sie an dieser Stelle beantwortet werden:
    - gibt es also auch rechtmäßiges Gedankenlesen?
    - Wann ist es rechtmäßig? Ein Kriminalfall scheint mir schon der angemessene Anwendungsfall zu sein :hmm: oder muss das wie ein Durchsuchungsbeschluss erst von einem Richter oder so genehmigt werden? Ein Kopfdurchsuchungsbeschluss (was für ein deutsches Wort xD) quasi :D

    - wie schwer ist dieses Vergehen einer unrechmäßigen Lesung?

    - gibt es einen Beweis, dass er es getan hat? Also kann man iwie kontrollieren, ob eine Gedankenlesung stattgefunden hat? Sonst ist das Verbot ja iwie ... naja xD

    „Er hat vor, dich mit ihr zu verheiraten.“

    Ah ich verstehe, wo Tariq s vergleich mit Darion herkommt :D
    Die zwei leiden gemeinsam!

    Bruder-Verhältnis

    hier würde ich "brüderliches Verhältnis" wählen, um den Bindestrich zu sparen - der Ausdruck ist etwas hölzern so :)

    doch er ahnte, dass es ihm nicht mehr lange gelingen würde.

    Dann hoffen wir, dass Sira rechtzeitig da ist :grinstare:

    Angehalten wurden sie nicht, denn das Zeichen der Magierzunft prangte deutlich auf der Außenseite der Kutsche.

    Das gefällt mir :D
    Ich weiß jetzt ehrlichgesagt nicht mehr, ob das Zeichen schonmal erwähnt (und erklärt) wurde, aber wenn nicht, würde ich hier eine ganz kurze Beschreibung einbauen. Nur dass man weiß, was man sich grob vorstellen muss.
    Ein Löwe? Ein Gebäude? Irgend ein abstraktes Symbol?

    Ich meine hier jetzt wirklich nur sowas wie "... denn das sternförmige Zeichen der Magierzunft ..." gaaanz grob :)

    „Warum willst du zum Anwesen? Hast du nicht eigentlich Dienst?“, wollte er von Delgars wissen.

    Dieses Zitat istjetzt nur beispielhaft für alle "diese Dinge":


    das rote kannst du weglassen, das ergibt sich aus dem Kontext. Es ist nur Delgars anwesend (außer ihm), daher ist es klar, von wem er es wissen will :)
    das sind so Kleinigkeiten, die keinen wirklichen Mehrwert bieten (bzw keinen Verlust, wenn man sie weglässt) aber den Lesefluss schon beeinflussen können :)

    Aber schlimm ist es natürlich nicht, falls es dir so einfach besser gefällt :D

    „Ist es auch nicht, aber Vater hat offenbar einen Weg gefunden.“

    nachdem er ja einen weg gefunden hat, ist der erste Teil des Satzes ja offensichtlich falsch :D
    Daher würde ich vlt ein "Sollte es auch nicht sein" (oder so) wählen :)

    Gerade als Delgars erneut das Wort an ihn richten wollte, bog die Kutsche in einen Seitenweg ein, der direkt zum Haupteingang des Anwesens führte.

    Hier bin ich darüber gestolpert, dass ein SEITENweg zum HAUPTeingang führt :hmm:
    Ich würde ja erwarten, dass der Hauptweg auch zum Haupteinhgang führt :hmm: Wo führt er denn sonst hin? Zum Stall? :hmm:



    So, heute mal ein bisschen mehr sprachliche Sachen :sack: Sorry :D

    Gefällt mir aber weiterhin sehr gut, bin gespannt wies weitergeht!


    LG Chaos :chaos: