Der Hüter der Seele

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 444 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Rumkeks.

  • Moin Leute:)

    Vielen lieben Dank für zahlreichen Kommentaren, Kritiken und Anregungen! :thumbup:

    Den Prolog stelle ich hiermit bearbeitet rein (er ist interessanterweise ein wenig länger geworden :D )

    Wer mag , kann ihn sich gerne noch einmal durchlesen. Ich denke, es wird an der ein oder anderen Stelle ein wenig anders geworden sein =)


    !!!! Teil Eins des ersten Kapitels gibt es unten ebenfalls zu lesen !!!!



    Möge es hiermit beginnen !


    Prolog



    Mit lautem Donnern fegte ein furchtbarer Sturm über die Stadt Ashalón. Voll entfesselter Kraft pressten sich die Winde in die gepflasterten Straßen, brüllten ihre Warnungen vor drohendem Unheil in jeden Winkel der gepflegten Fachwerkhäuser. Rissen an Blumenkästen und Straßenlaternen, rüttelten an Fensterläden und Türen, als versuchten sie die friedlich schlummernden Stadtbewohner zu wecken. Doch in den Häusern blieb es in nächtlicher Ruhe still. Prasselnd ergoss sich der Regen auf die roten Dachziegel, jedes andere Geräusch verschluckend. Ineinander verschlungene, rasch aufeinanderfolgende Blitze erhellten die Umgebung im Sekundentakt und erschufen am düster schwarzen Himmel ein bizarres Feuerwerk über der kleinen festlich geschmückten Stadt.


    Selbst die hartgesottenen Stadtwachen hatten sich von den Straßen und Wehrgängen der Stadt in ihre gemütlich warmen Wachstuben zurückgezogen. Dort saßen sie, tranken und spielten Cháro, ein altes Kartenspiel, ihr Pflichtbewusstsein abgegeben in die tosenden Hände der Naturelemente. Gemütlichkeit machte sich breit und das Gefühl von Sicherheit, wie es in langen Phasen des Friedens entsteht. Es gab keinen Grund, keinen noch so kleinen Anlass, seine Gesundheit bei diesem Wetter draußen auf der Mauer zu riskieren. Es musste schon mit allen freien Geistern zugehen, wenn es jemand wagen sollte, die mehr als doppelt mannshohe Stadtmauer, die das Städtchen umgab, zu erstürmen.


    Im selben Augenblick als der einäugige Einar, einer der anwesenden Soldaten mit den glücklichsten Händen im Kartenspiel, seine letzte Karte ausspielte und damit überraschend die Runde gewann, stöhnte die versammelte Mannschaft des Südtores auf. Es war allseits bekannt, dass er oft im letzten Moment, als würde er es genau planen, alles zu seinen Gunsten wand. Nicht nur im Kartenspiel. Leicht angetrunken erhob er sich vom Tisch, um sich draußen zu erleichtern. Er stieg die Walltreppe an der Innenseite der Mauer hinab und wollte gerade seine Hose öffnen, als er einen hellen Schein von oben wahrnahm. Doch da war es schon zu spät.

    Vertieft in die Vorbereitungen auf die nächste Runde, begleitet von derben Neckereien, bemerkten die Verbleibenden in der Wachstube nicht den 3 Fuß großen Feuerball, der mit irrsinnig hoher Geschwindigkeit, völlig lautlos, in hohem Bogen auf sie zuflog. Mit beängstigender Präzision schlug er in das Dach ein. Völlig unbeirrt von der Kollision, als wäre das Geschoß in einem Fass Butter gelandet, schlug es, alles in Brand steckend, durch die massiven Holzbalken. Auf seinem Weg durch den Boden des Häuschens verbrannte es alle versammelten Männer binnen eines Augenblickes, ehe es mit einer gewaltigen Explosion das darunterliegende Stadttor zertrümmerte. Der Einschlag war so heftig, dass die Trümmerteile mit voller Wucht in das dahinterliegende Händlerviertel geschleudert wurden. Vormals edle, mit Stuck und Ornamenten besetzte Hausfassaden, wurden regelrecht auseinandergerissen und richteten ein Blutbad an den friedlich schlummernden Bürgern an.

    Brennende Bruchstücke des Feuerballs wurden in das schlummernde Viertel geschleudert. Wo sie auftrafen, platzten sie wie Eier auf, einen flammenden Krater hinterlassend. Aus dem Inneren krabbelten handtellergroße Spinnen, mit rötlich pulsierenden Körpern, und kleinen weißen Augen. Dies waren wahre Schreckensbestien. Der ausgeprägte Rudelsinn und ihre Fähigkeit flüssiges brennendes Gestein über weite Entfernung zu spucken, machten die Mórthugal-Spinnen, aus dem düsteren gleichnamigen Gebirge, zu einer der tödlichsten Jäger im Tierreich. Da sie aus den dunkelsten Tiefen des Berges stammten, waren sie blind und jagten nach Gehör. Voller Mordgier stürzten sie sich auf jedes Geräusch in ihrer Nähe. Wen sie nicht mit ihren kräftigen Beißwerkzeugen zerfetzten, verbrannten sie zu Asche. Schnell verbreitete sich Angst und Schrecken im Händlerviertel.


    Kinder, Frauen, Männer, Jung und Alt, ob arm ob reich, schrien durcheinander. Spärlich gekleidete Gestalten taumelten durch den dichten Rauch, hustend würgend, auf der verzweifelten Suche nach ihren Familien. Überall regierte das Chaos. Aus den nicht betroffenen Nachbarhäusern und – straßen stürzten verängstigte, aus dem Schlaf gerissene, Stadtbewohner auf die zerstörten Straßen, völlig überfordert mit dem grausigen Bild, dass sich ihnen bot. Panisch stolperten sie über, auf dem Boden liegende Leichen und schwer Verwundete, die verzweifelt nach Hilfe riefen. Niemand half. Jeder versuchte sich selbst zu retten und dem unerwarteten Inferno zu entfliehen.

    Kurz darauf erfolgte der zweite Einschlag am Westtor im Viertel der Handwerker. Wie ein grausiges Ritual vollzog sich derselbe Ablauf.

    Voller Angst drängten die Überlebenden aus beiden Stadtenden zur Mitte auf den Marktplatz, weg von dem Schrecken des Todes, die Schreie der Zurückgelassenen in den Ohren. Der einzige Ausweg waren die beiden unbeschädigten Tore im Norden und Osten von Ashalón. Dorthin drängte die flüchtende Masse durch die sorgfältig gepflegten Gassen. Vollkommen in Panik wurden Kinder von ihren Eltern getrennt, es wurde gestoßen, gedrängelt, geschlagen und getreten. Vereinzelt rutschten Menschen auf dem nassen Pflaster aus. Kläglich wimmernd, ihr Leben aushauchend, wurden sie Opfer dieser polternden menschlichen Lawine, die sich in rasendem Tempo durch die Straßen Ashalón’s ergoss.

    In dieses Chaos, als hätte jemand nur auf diesen Moment gewartet, krachte ein dritter Feuerball in das westliche Viertel. Die dort alarmiert abwartenden Bewohner traf es nicht unvorbereitet. Der Boden hatte zweimal leicht gebebt, woraufhin ein entsetzliches Schreien begonnen hatte. So fürchterlich, dass sich viele Bürger die Ohren zugehalten hatten. Jetzt warteten sie voll Unruhe und Besorgnis in ihren Häusern. Niemand traute sich auf die Straße.


    Unvermittelt brach die Hölle los und das Schicksal schlug ein drittes Mal auf die in den Fängen des Grauens gefangene Stadt ein. Gezeichnet von grellen Blitzen, untermalt von tosendem Donner, brannte sich der Anblick ein. Das Bild einer untergehenden Stadt.


    Eine Gruppe fliehender Menschen, die Gesichter gezeichnet von dem erlebten Gräuel, versammelte sich nach kurzer Zeit am verschlossenen Nordtor. Sie schlugen voller Panik, lauthals schreiend, mit Händen, Füßen und allem was sich in der Nähe befand dagegen. Ein Ruf schälte sich aus dem Chaos. Ein einäugiger muskulöser Mann, vollkommen rußbedeckt, hinkte mit schwelender Kleidung die Treppe zur Wachstube hinauf. Er brüllte immer wieder: „Macht das Tor auf! Macht das Tor auf!“. Doch die Männer in der Wachstube über dem Tor hörten ihn nicht. Sie waren wie gelähmt von dem Anblick, der sich aus der erdrückenden Finsternis schälte und immer wieder kurz im Flackern der Blitzeinschläge sichtbar wurde.


    Denn das was sie sahen, konnte nicht sein. Ein düsteres Ammenmärchen, erzählt über Generationen hinweg. Dunkle Legenden aus den Schatten der Vergangenheit. Der Einäugige, oben auf dem Wall angekommen, erstarrte ebenfalls.


    Drei Gestalten sahen zu ihnen hinauf. Sie standen etwa 300 Fuß entfernt auf einer kleinen Anhöhe. In der Mitte ein hagerer Mann mit einem golden leuchtenden Stab und einem langen weißen Bart. Selbst seine Augen schienen zu glühen. Neben ihm die gedrungene Gestalt eines Kriegers, die riesige, vollständig mit Runen bedeckte Streitaxt lässig auf dem Rücken. Die Ruhe, die er ausstrahlte war ein höhnisches Pendant zu den Geschehnissen innerhalb der Stadtmauer. Der Dritte im Bunde war aus der Entfernung, in diesem, wie den starren Beobachtern nun bewusst wurde, unnatürlichem Unwetter kaum zu erkennen. Seine Gestalt wurde von einer Art magischen schwarzen Feuer umspielt. Wie eine Aura dehnte sie sich aus und zog sich wieder zusammen, als besäße sie ein Eigenleben.


    „Es ist alles wahr“ Die Erkenntnis traf den bärtigen Mann auf dem Wall hart und plötzlich. „Der Hauptmann … Er hatte Recht! Ich muss …“


    Sein Gedankengang wurde abrupt unterbrochen. Der Stab des weißbärtigen Mannes hob sich und in den Sekunden, in denen die Blitze sich wie Schwerter aus Licht in die Dunkelheit gruben, wurde eine gewaltige Armee unterschiedlichster Kreaturen und Rassen hinter ihm sichtbar, die sich vor dem Nordtor zum Sturm versammelten. Im selben Augenblick löste sich ein vierter Feuerball aus dem Stab, der mittlerweile auf das dicke steinerne Tor zeigte.


    Trotz seiner Beinverletzung reagierte er blitzschnell und sprang von der 20 Fuß hohen Mauer in den die Stadt umgebenden Wassergraben. Die Wucht der Explosion erfasste ihn auf halbem Weg nach unten. Ein Schlag, wie mit einem glühenden Vorschlaghammer, traf ihn mit voller Wucht in den Rücken und beschleunigte seinen unkontrollierten Flug. Mit aller Gewalt traf er auf das spiegelglatte, schwarze Wasser auf. Schmerzen umfingen seinen Verstand. Kälte.


    Angst.


    „Ich muss …es ihm sagen …“


    Der Wille zu überleben flammte ihn ihm auf. Mit zwei kräftigen Schwimmzügen katapultierte er sich an die Oberfläche und schleppte sich mit letzter Kraft in das dichte Schilf am Ufer.


    Das letzte was er warnahm, bevor er die Ohnmacht seinen schmerzenden Körper umfing, war das brennende Ashalón und die gellenden Schreie, die langsam immer mehr verebbten.


    Sein letzter Gedanke verlor sich in der Dunkelheit.


    „Sie sind wieder da … Ich muss …sie warnen …“



    Einmal editiert, zuletzt von Rumkeks () aus folgendem Grund: Änderungen am Prolog =)

  • Das ist mal ein fulminater Einstieg, Rumkeks :thumbup:

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



    :cookie:


    ___________________

  • Moin :)

    Danke für das Feedback ! Tariq

    Immer schön wenn es dem Lesenden auch gefällt:)

    Und dann kommt der Satz, dass alle vier Einschläge innerhalb einer Minute erfolgen. Und da setzt mein Vorstellungsvermögen aus.

    Da hast du Recht ! Das klappt zeitlich nicht. Ich werde den Teilsatz einfach rausnehmen. Hatte kurz darüber erwähnt das es "in schneller Folge" geschieht , das sollte ausreichen.



    Für die Beschreibung der Invasoren hätte ich mir ein, zwei Sätze mehr gewünscht. Ich weiß nicht mal, ob der Feind den Stadtbewohnern bekannt war. Und warum er so voller Hass war. Und ob er von allen vier Seiten angegriffen hat - die Stadt also von vornherein umstellt war.

    Bin ich auch noch am überlegen .

    Das wird definitiv aufgedeckt wer dahinter steckt. Doch der Angrif geschah völlig aus dem Nichts, wie wenn jemand dein Auto zerkratzt. Am nächsten Morgen fragst du dich auch : WER zum Teufel ... und WARUM?


    Und nein , sie war nicht umstellt. Einfach vier wohlgezielte Feuerbälle für maximales Chaos und minimale Fluchtmöglichkeiten ;)

    Die entscheidende Frage ist : Stört es dich bzw. fehlt es für die Nachvollziehbarkeit oder weckt es die Neugier weiterzulesen um mehr zu erfahren? (Im Sinne Cliffhanger)


    Grüße

    Rumkeks

  • Stört es dich bzw. fehlt es für die Nachvollziehbarkeit oder weckt es die Neugier weiterzulesen um mehr zu erfahren?

    Für mich als jemanden, der auf Erklärungen auch mal warten kann - eindeutig Letzteres. :thumbup:

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



    :cookie:


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  • Moin Rumkeks


    Du hast einen sehr schönen Schreibstil, vor allem bei den Beschreibungen der Idylle in der Stadtwache. Das hat mich wirklich reingezogen.

    Der Part danach ebenfalls sehr gelunge, das Chaos auf den Straßen ist sehr gut vorstellbar. Umso schade finde ich es, dass die Einschläge am Ost- und Westtor in einem Satz abegfrühstückt wird.

    Alles in Allem: Als Beginn einer Geschichte trotzdem sehr gelungen und ich bin gespannt wie es weietergehen könnte.

    LG


    P.S.: Du scheinst ein Händchen für Namen zu haben. Ashalón und Cháro haben wirklich einen schönen Klang. :)

  • Moin Iskaral :)



    Du hast einen sehr schönen Schreibstil, vor allem bei den Beschreibungen der Idylle in der Stadtwache. Das hat mich wirklich reingezogen

    Dankeschön! :)

    Freut mich das der angedachte Sog auch ankommt .


    Umso schade finde ich es, dass die Einschläge am Ost- und Westtor in einem Satz abegfrühstückt wird.

    Ich neige zu Ungeduld beim Schreiben. Die Stelle schaue ich mir definitiv nochmal an. :thumbup:



    P.S.: Du scheinst ein Händchen für Namen zu haben. Ashalón und Cháro haben wirklich einen schönen Klang. :)

    :blush:

    Ich hoffe das die weiteren auftauchenden Namen ebenfalls Anklang finden. Zumal ich versuche jedem Namen eine Bedeutung zu geben oder mit dieser zu arbeiten :)


    Danke fürs Lesen und Kommentieren :thumbsup:


    Grüße

    Ru

  • moin moin Rumkeks

    ich war so frei mir deinen Prolog auch mal durchzulesen. Er gefällt mir recht gut und ich bin durchaus interessiert zu erfahren wie es weiter geht, also werd ich den Thread wohl mal abonnieren. Ein Punkt den ich ansprechen wollte wäre, dass das ganze zwar sehr schön aufgebaut wird, allerdings wenn es dann zur Action kommt fühlt es sich arg gehetzt an inbesondere bei Sätzen wie diesen:

    Der einzige Ausweg waren die beiden unbeschädigten Tore im Westen und Osten von Ashalón, die in schneller Folge hintereinander dasselbe Schicksal ereilte.

    Die Gesichter in Wut und Hass verzerrt, führten sie eine gewaltige Armee unterschiedlichster Kreaturen und Rassen an, die voller Mordlust jegliches Leben in Ashalón brutal beendeten.

    Dieser ganze Angriff wirkte sehr hektisch, aber nicht unbedingt in einer guten Weise, wie das bei Kampf/Action-Szenen so sein sollte. Ein bisschen kannst du da das Tempo ruhig noch raus nehmen und dich auf mehr Beschreibungen konzentrieren und vielleicht kurze, knackige Nebenschauplätze in dieses Szenario einbauen. (Was weiß ich, irgendwo kämpfen Stadtwachen gegen einige der Angreifer, oder sowas) Allerdings muss ich dir zu Gute halten, die Stellen wo du intensiver beschreibst gefallen mir gut :hmm:

    Vor dem Angriff hast du sehr gut Atmosphäre aufgebaut und währenddessen wirkte es dann für mich ein bisschen wie eine wilde, wacklige Kamerafahrt in einem Film mit suboptimalem Drehbuch :hmm:


    Dennoch sehe ich insgesamt viel Potential in dieser Geschichte und freue mich drauf irgendwann weitere Kapitel zu lesen. :) Bin gespannt wie sich deine Schreibstil noch weiterentwickelt :)



    Dämonischer Gruß

    Astrael Xardaban

    Es heißt nicht dumm, sondern: geistig unbewaffnete, verbal inkompetente, bildungsresistente, kognitiv suboptimierte, parasitäre Nebenexistenz.


    Als ich neulich in das Zimmer meines bekifften Mitbewohners kam, saß er im Schneidersitz mit weit aufgerissenen Augen auf dem Boden und sagte mit völlig ernstem Ton zu mir: "Auch wenn wir uns auf der selben Position befinden, bist du nicht auf meinem Breitengrad."


    Hans Riegel aus Bonn gründete 1920 Haribo. Sein einziger Konkurrent, Valentin Ginser aus Nassau, hatte nie wirklich eine Chance.


    Kannibalenstämme in Papua-Neuguinea bieten an Flüchtlinge aufzunehmen. Damit wäre das Thema dann wohl gegessen.


    Porno im Mittelalter:

    "Aus welchem Grund liegt ebendort auf dem Boden gedroschenes Getreide?"

    "Warum verbergt ihr euer Antlitz mit dieser Maskerade?"

    "So sauget an meinem Gemächt!"


    *Weltenbastel-Projekt Dezember 2020*

    Das Reich der Unendlichkeit - Ein Gemeinschafts-Projekt

  • Moin Astrael Xardaban

    Freue mich sehr eure dämonische Eminenz hier begrüßen zu dürfen :)


    Und ja ist mein Problem beim Schreiben. Ich bin zu ungeduldig. Ich will alles gleich jetzt und sofort mitteilen. Dadurch kommen die Beschreibungen und die sprachlichen Bilder leider zu kurz.


    Mit den Nebenschauplätzen ist ein guter Punkt, den ich prüfen muss.

    Der Gedanke war, das der Angriff ,meisterhaft geplant, jegliche Verteidigung durch vier wohlgezielte Treffer zum Erliegen bringt (da die Stadtwache sich ja praktischerweise in ihre Torhäusee zurückgezogen hat). Demzufolge gibt es keine großen Kampfszenen. Alles kam völlig überraschend und ohne Vorwarnung.


    Ich verstehe aber was du meinst. Das werde ich mir einmal anschauen.



    Danke fürs Lesen und vor allem fürs weiter Verfolgen ! Der nächste Teil enthält mehr Beschreibungen und ist bisher langsamer erzählt. Soviel kann ich schon verraten. ;)


    Grüße

    Rumkeks

  • Heyho Rumkeks


    Witzig: Ich hatte gestern beim Lesen den gleichen Eindruck wie Astrael Xardaban .

    Da beschreibt einer gerade, was er in einem Film gesehen hat.

    War dann aber gestern zu müde, um mich weiter damit zu beschäftigen. Aber wie's meine Vorredner bereits richtig angemerkt haben:

    Das ganze ist rasant geschrieben und macht echt Spaß. Und ich glaube nicht, daß die gesamte Dynamik gebremst werden würde, wenn man verschiedenen Details noch den einen oder anderen zusätzlichen Satz an die Seite stellt.


    Ich bin z.B. an dem Feuerball hängengeblieben.

    bemerkten sie nicht den Feuerball, der mit irrsinnig hoher Geschwindigkeit, völlig lautlos, auf sie zuflog. Mit einer ohrenbetäubend krachenden Explosion schlug er in die Wachstube ein, zersplitterte in mehrere kleinere Stücke und zerstörte das sich darunter befindliche, massive Stadttor. Wo es einst stand, klaffte eine zehn Fuß breite Lücke in der Stadtmauer. Der Einschlag war so heftig, dass die Trümmerteile mit voller Wucht in das dahinterliegende Händlerviertel geschleudert wurden. Vormals edle, mit Stuck und Ornamenten besetzte Hausfassaden, ganze Häuser, wurden regelrecht auseinandergerissen und richteten ein Blutbad an den friedlich schlummernden Bürgern an.

    Der kracht in die Wachstube. Liest sich, als käme er also von vorne. Kann er aber eigentlich nicht, weil er ja das darunter liegende Stadttor auch noch ausradiert.

    Also kommt er von oben mit einer Größe von etwa 3 Metern Durchmesser (zehn Fuß) und schlägt ein wie eine Bombe. Okay.

    Das wäre dann auch eine plausible Erklärung dafür, daß das Geschoß eine Druckwelle erzeugen kann, die stark genug ist, die Trümmerteile (die durch den Einschlag wohl deutlich zerkrümelt wurden) in die dahinter liegenden Häuser zu schleudern. Ob deren Wucht dann jedoch noch groß genug sein kann, damit "ganze Häuser" auch noch dem Erdboden gleichzumachen...naja, kommt mir eher zweifelhaft vor.

    So habe ich mir das jedenfalls zusammengebastelt.

    Ob ich jetzt damit richtig liege, weiß ich natürlich nicht - im Text findet sich ja kein Hinweis darauf. It's tricky! ^^ ^^ ^^

    Auf diesen Part bezogen noch eine Anmerkung:

    Wo es einst stand, klaffte eine zehn Fuß breite Lücke in der Stadtmauer.

    Das sollte wohl besser heißen: "Wo es gerade noch stand...".

    Weil, im letzten Moment war's ja noch da. ;)

    Das letzte, was die Überlebenden durch die alles verzehrenden Flammen sahen, waren drei menschenähnliche Gestalten. Die Gesichter in Wut und Hass verzerrt, führten sie eine gewaltige Armee unterschiedlichster Kreaturen und Rassen an, die voller Mordlust jegliches Leben in Ashalón brutal beendeten.

    Hier wären, um mit erneut mit Astrael Xardaban zu sprechen, zumindest einige Andeutungen zu den drei ominösen Gestalten ziemlich schick gewesen. Sind ja keine Menschen, sondern ihnen nur ähnlich. Und das ich ihnen im Verlauf ganz sicher wieder begegnen werde, steht ja ausser Frage. Woran erkenne ich die später wieder?

    Grüne Haare der eine? Vielleicht ein zweiklingiges Schwert der andere? Eine breite Narbe quer über's Gesicht der dritte?

    Wenn sowas dann im Verlauf irgendwo wieder aufploppt, weiß man: Auha!

    Die nu wieder!!! :D

    Ansonsten - und das habe ich natürlich nicht vergessen - war das ja gerade mal der Prolog. Und der war gut.

    Also bitte: Vorhang auf!

  • Moin Der Wanderer ,


    Vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar ! :)


    Den Feuerball und die drei Mysteriösen schaue ich mir am Wochenende nochmal an.

    Da muss ich nochmal detaillierter ran.


    Hab da schon ein paar Ideen , die ich im gleichen Zug mit einbaue.


    Das sollte wohl besser heißen: "Wo es gerade noch stand...".

    Weil, im letzten Moment war's ja noch da

    Werde ich ändern :thumbup:


    Danke fürs Lesen , am Wochenende (vielleicht Samstag) werde ich den Prolog leicht bearbeitet drin haben und einen weiteren Teil reinstellen .


    Beste Grüße

    Rumkeks

  • Viel Spaß beim Lesen ! =)


    1.Kapitel


    Wie ein goldenes Tuch legte sich der warme Schein der aufgehenden Sonne auf den langsam erwachenden Tag in Carmasán. Helle Lichtfinger tasteten sich vorsichtig über einen staubigen Exerzierplatz, wobei die feine plattgetretene Sandfläche immer kraftvoller glänzte. Hier und da störten Verwehungen die glatte Struktur. Diese waren die einzigen Makel in der sonst praktischen Perfektion des Innenhofes der Kaserne. Auf beiden Seiten, sich gegenüberstehend, wie Männer vor einem Faustkampf, begrenzte jeweils eine steinerne Baracke den langestreckten rechteckigen Platz im Osten und Westen. Erstere für die Soldaten der Stadtwache, die andere, etwas Edlere, für die Hauptmänner und Offiziere. Umrahmt wurden diese von der umlaufenden 20 Fuß hohen Stadtmauer, die nur im Westen durch das verschlossene Kasernentor unterbrochen wurde.


    Friedliche Stille lag auf den Gebäuden, die sich, so schien es, von dem täglichen lauten Wirrwarr an menschlichen Lauten, erholten. Allein das stetige Flattern und Knattern der im Hof aufgestellten Stadtbanner störte die ruhigste Stunde des Tages. Diese waren in zwei parallellaufenden Linien zu je vier Stück über die ganze Länge des Hofes aufgestellt. An jedem Mast war das jeweilige Zeichen eines der vier Viertel Carmasán‘s eingraviert. Sie waren so aufgestellt, dass sie, jeweils etwa 15 Fuß von den Baracken entfernt, eine Art Durchlass vor dem geschlossenen steinernen Tor bildeten.


    Ein Hahn krähte von fern, als sich der Schatten auf der östlichen rechteckigen grauen Baracke lichtete. Licht breitete sich auf dem alten Gemäuer aus und rann wie flüssiges Gold in die Fenster des erstens Stock. Es flutete Keylam’s Schlafgemach, gerade als dieser einen letzten Gähner ausstieß und sich kraftvoll aus seiner Koje erhob. Ein wenig verschlafen, (frühes Aufstehen war er gewohnt bei seiner Arbeit in der Stadtwache, doch das hieß nicht das er es mochte), machte er sich an seine tägliche Morgenwäsche. Das kalte Wasser klarte seinen Verstand und holte ihn vollends aus dem Traumreich. Schnell und routiniert zog er sich seine beste Uniform mitsamt den Gamaschen an. Einen Moment innehaltend, stahl sich ein Lächeln auf seine jugendhaften kantigen Gesichtszüge, sein schlanker durchtrainierter Körper straffte sich. Nun war er hellwach.


    Heute war ein besonderer Tag für ihn. Die Wahl des Vertrauens stand endlich an. An diesem, jährlich im Sommer stattfindenden Tag traten alle Mitglieder der Stadtwache auf dem Exerzierplatz an. Bei jedem von Ihnen bestand die Möglichkeit erwählt zu werden. Vorgenommen wurde diese alte Zeremonie von den vier Hauptmännern, jeweils einer für jedes Viertel in Carmasán. Jeder Hauptmann durfte einen Namen, aus seinem Viertel, nennen und den Erwählten damit befördern.


    Dies war eine große Ehre für den Betreffenden. Ihm wurde das Vertrauen geschenkt, die Interessen des Stadtrates außerhalb der Stadt zu vertreten. Zu seinen Pflichten zählte in Zukunft das Steuereintreiben, Vollstreckung von Urteilen und das Eskortieren von Händlern auf den von Banditen heimgesuchten Wegen in die Nachbarstädte. Je nachdem welchem Kommandanten diese Männer unterstanden, konnte der Dienst mehr oder weniger gefährlich werden. Jedoch bei weitem interessanter und aufregender als die Wachgänge in den Straßen Carmasán`s, fand Keylam.


    Voller Vorfreude öffnete er die Tür seines kleinen Zimmers und trat auf den langen etwa drei Schritt breiten Gang. Der Flur war leer, er war der Erste. So wie immer. Zu seiner Rechten und Linken erstreckten sich mindestens 10 weitere Türen, die zu ähnlichen Räumen wie seinem führten. Die gegenüberliegende Wand des Flures war kahl und schmucklos. Putz bröckelte an manchen Stellen, als würde er das Alter des Gebäudes unterstreichen wollen. Beim Hinaustreten verfiel Keylam in seinen gewohnten Trott, den er sich beim täglichen Morgenappell angewöhnt hatte. Zielstrebig lenkte er seine Schritte den Gang hinunter, den Blick geradeaus.


    Als er gerade die Nachbartür passiert hatte, öffneten sich hinter und vor ihm weitere Türen. Wie Portale, zu anderen kleinen Welten, spuckten sie, wie er, gleich uniformierte, junge Soldaten aus, die sich unter hallenden Schrittgepolter zu einem blau-weißem Gewirr vermischten.


    „Guten Morgen, Keylam. Wieder mal Erster? Kannst es wohl kaum erwarten, was?“, tönte eine wohlbekannte volle Stimme in Keylam’s Rücken. Er stoppte und drehte sich halb um. Das Drehen geschah aus Reflex, die Stimme hatte er sofort erkannt. Es war Cáthal. Ein kräftig gebauter Soldat kam auf ihn zu, seine Uniform lag so eng auf seinem muskulösen Körper an, dass Keylam sich jedes Mal fragte, wie er in diese hineingelangte. Und vor allem wie er aus ihr herauskam. Seit ihrem 16.Lebensjahr dienten sie zusammen und waren die besten Freunde geworden. In diesen vier Jahren, bis heute, teilten sie alles miteinander. Wein, die Mühen des Militärdienstes, Frauen (wenn auch nur einmal und dabei war es auch geblieben, der Freundschaft zuliebe), Geheimnisse. Doch dieses eine letzte Rätsel, das Keylam mit allen erdenklichen Mitteln versucht hatte, aus Cáthal herauszukitzeln, diese Frage aller Fragen, blieb bisher offen. Cáthal hatte seine Bemühungen bisher immer mit einem verschmitzten Lächeln quittiert und irgendwann hatte Keylam es aufgegeben, nachdem er die Redewendung:“ etwas, ist jemanden wie auf den Leib geschneidert“ gehört hatte. Daraufhin ließ er das Thema ruhen.


    Er klopfte dem Kameraden, der ihn um einen Kopf überragte, spielerisch vor die Brust.


    „Weißt du doch … Der Tag beginnt nie ohne mich, du Langschläfer!“


    „Was heißt hier“ Langschläfer“? Ich war schon lange vor dir wach. Schönheit hat eben ihren Preis, Soldat Schnarchnase!“


    Keylam wusste, dass er Recht hatte. Cáthal begrüßte jeden Tag mit einer Runde liebevoll hausgemachten Morgensportes. Liegestütze und Gewichte stemmen (meistens missbrauchte er seine mittlerweile stark abgenutzte Koje als Gewicht) waren seine Lieblingsübungen. Er musste lachen.


    Laut frotzelnd setzten sie ihren Weg zusammen fort und stiegen die Treppe hinab ins Erdgeschoß. Vor der schlichten eichernen Tür, die zum Hof hinausführte, wurde Cáthal schlagartig ernst.


    „Hast du’s schon gehört? Die „Dhon’la Rhabáz“ ist in der Stadt. Es wird gemunkelt, Hauptmann Connla höchstselbst hat sie hergeführt.“


    Hauptmann Caoimhin Connla war eine Legende. Der Hauptmann einer Eliteeinheit von Soldaten, die an der Grenze des Landes zu den Verwunschenen Wäldern Stellung bezogen hatten. Keylam wusste nicht viel über diesen Teil der Truppe. Den Spähtrupp des Königs, nannten seine Offiziere, diese Männer. Es hieß, dass diese Einheit vor weit über hundert Jahren am Ende des Dunklen Zeitalters der magischen Kriege gegründet worden war. Ihre Aufträge wurden ihnen vom König persönlich ausgestellt. Nur ihm waren sie Rechenschaft schuldig. „Dhon’la Rhabáz“ bedeutete „Die Ewig Suchenden“, soviel wusste Keylam. Doch worin ihre Aufgabe bestand und was genau sie suchten, das vermochte in Carmasán niemand recht zu sagen. Die Stadtbewohner munkelten, dass sie mit den Trollen aus dem Kur`thok-Gebirge kämpften, nachts zusammen mit Wölfen tanzten oder magische Schätze in fernen Ländern bargen. Einige behaupteten sogar sie würden im Vollmond zu wahren Bestien oder seltsame dunkle Rituale ausführen, bei denen sie das Blut ihrer Feinde tranken. Je nachdem, wem man lauschte, wurde die eine oder andere Geschichte ausgeschmückt. Vieles davon hielt Keylam für übertrieben. Die Wahrheit, vermutete er, war gut gesichert, verborgen hinter tausend Gerüchten.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo :D


    mir war heute auch mal wieder nach kommentieren xD

    Ich habe ein paar Anmerkungen:

    Brennende Bruchstücke des Feuerballs wurden in das schlummernde Viertel geschleudert.

    "Bruchstücke" liest sich als wäre der Feuerball eher ein brennendes Geschoss als wirklich ein Feuerball.
    Also ich stelle mir unter "Feuerball" eine Kugel aus Feuer vor - ohne wirklich "feste" Konsistenz. Das ist jetzt natärlich nicht falsch, nur eine Anmerkung :D Ich weiß ja nicht, was du dir da wirklich für eine Art Feuerball gedacht hast :D Nachdem später Spinnen rauskrabbeln passt die massive Art ja auch.

    Überall regierte das Chaos.

    Gewöhnt euch dran:keeporder:

    Sie standen etwa 300 Fuß entfernt auf einer kleinen Anhöhe.

    Man "darf" Zahlen ab 12 zwar als Ziffern schreiben, aber ich würde es nicht tun, solange die Zahl noch halbwegs handlich ist. Aber wie oben: Es ist nicht falsch :D

    Ein einäugiger muskulöser Mann, vollkommen rußbedeckt, hinkte mit schwelender Kleidung die Treppe zur Wachstube hinauf. Er brüllte immer wieder: „Macht das Tor auf! Macht das Tor auf!“. Doch die Männer in der Wachstube über dem Tor hörten ihn nicht. Sie waren wie gelähmt von dem Anblick, der sich aus der erdrückenden Finsternis schälte und immer wieder kurz im Flackern der Blitzeinschläge sichtbar wurde.

    Okay, hier habe ich drei Sachen:

    1. Ich nehme an, der einäugige Mann ist Einar? Wenn ja: gibt es einen Grund, warum die ihn nicht einfach beim Namen nennst? Du hast ihn ja zuvor mit Namen eingeführt, also kannst du ihn auch benutzen :D Falls er es nicht ist würde ich mir überlegen, beide einäugig sein zu lassen. Das stiftet sonst nur Verwirrung - es sei denn, die ist gewollt :D

    2. Ich dachte, die Wachstube wurde von dem Feuerball zerstört und die Männer darin sind verbrannt? :hmm: Es erschließt sich mir hier nicht ganz, warum jeztt die Männer aus der Wachstube wieder dastehen :hmm: Sind das andere als zuvor? Andere Wachstube?

    3. Sind es wirklich Blitzeinschläge?

    Neben ihm die gedrungene Gestalt eines Kriegers, die riesige, vollständig mit Runen bedeckte Streitaxt lässig auf dem Rücken.

    Auch hier 2 Sachen:

    1. Man kann Waffen die größer sind als ein Dolch nicht auf dem Rücken tragen, wenn man sie auch benutzen will.

    2. Wenn er sie auf dem Rücken hat (und ihnen diesen nicht zudreht) können die Wachleute nicht sehen, dass die Axt vollständig mit Runen bedeckt ist - wenn man das auf die Entfernung überhaupt erkennen kann.

    In Anbetracht des sehr distanzierten Erzählers ist das auch nicht zwangsläufig ein Fehler, aber in dem Moment habe ich das Gefühl, dass du erzählen willst, was die Dudes auf der Mauer sehen - und das können sie eben nicht sehen :D

    So was mag ich, das hat mir schon beim Grenzposten gefallen.

    Danke :)
    Ich erkenne auch ein paar (viele) Parallelen zu meiner Geschichte :rofl:
    Hach, das waren noch Zeiten ... die erste unschuldige Geschichte hier im Forum *schwelg*

    Ashalón und Cháro haben wirklich einen schönen Klang.

    Das stimmt :)
    Allerdings wollen sie nicht so recht zu "Einar" passen. Da ich jetzt noch keine Geschichte der Welt oder Backstory von Einar kenne, kann es natürlich sein, dass das schon passt, weil der zb aus dem Norden kommt :D
    Aber grundsätzlich schadet es nicht, darauf zu achten, dass die Namen auch zusammenpassen. Mit Klang von Namen kann man schon unheimlioch viel machen und kann zb schon andeuten wo ein Char herkommt, ohne es sagen zu müssen etc.


    So.

    Allgemein kann ich sagen, dass der Prolog schon ein guter Anfang ist. Wie bereits erwähnt ist es sehr distanziert erzählt (mir persönlich etwas zu sehr, aber das ist Geschmackssache) und ist an manchen Stellen etwas zu hektisch. Du kannst dir hier schon etwas Zeit lassen. Das ist generell so; Ungeduld beim Schreiben hilft selten weiter. Man muss sich an den wichtigen Stellen schon die Zeit nehmen um sie auch zu erzählen. Sonst können die Leser deinen Ideen evtl. gar nicht folgen und das wär ja schade :)

    Sprachlich ist mir aufgefallen, dass du sehr oft Partizipkonstruktionen verwendest - auch das ist natürlich kein Fehler, aber ich würde sie etwas sparsamer einsetzen. Es gibt dem Text eine gewisse schwere und kann unter umständen sogar schädlich für den Lesefluss sein. Es gibt fast immer eine einfachere Konstruktion, die das Gleiche aussagt.

    Aber ie gesagt: Der Prolog ist gut und regt zum weiterlesen an :) Gerade das Ende, wo --- Einar? vor sich hindenkt, dass er "die anderen" warnen muss und "sie" wieder da sind wirft schon genug Fragen auf, um einen zum weiterlesen zu animieren :)


    so .. kurz und schmerzlos heute :D

    LG Chaos :chaos:

  • Rumkeks


    Ich habe gerade den Prolog und das 1. Kapitel verschlungen und präsentiere dir hiermit nun stolz meine wie Muscheln am Strand gesammelten Eindrücke. Ich hoffe, es ist okay für dich, dass ich beide Kapitel in einem Kommentar zusammenfasse.


    *Trommelwirbel*


    Mit lautem Donnern fegte ein furchtbarer Sturm über die Stadt Ashalón. Voll entfesselter Kraft pressten sich die Winde in die gepflasterten Straßen, brüllten ihre Warnungen vor drohendem Unheil in jeden Winkel der gepflegten Fachwerkhäuser.


    Dass du eine bildgewaltige Sprache hast, muss ich dir ja nicht sagen. Man kann deine Erfahrung mit Worten lesen und zudem haben es bereits meine Vorredner*innen mehrmals schon betont. Jedoch ist auch etwas Vorsicht geboten, da gerade bei einer so schönen und bildhaften Sprache gern die Versuchung lockt, es mit Beschreibungen ein wenig zu übertreiben. Daraus kann recht schnell "too much" werden und zu viele Worte könnten dann die Wirkung verwässern.


    Selbst die hartgesottenen Stadtwachen hatten sich von den Straßen und Wehrgängen der Stadt in ihre gemütlich warmen Wachstuben zurückgezogen. Dort saßen sie, tranken und spielten Cháro, ein altes Kartenspiel, ihr Pflichtbewusstsein abgegeben in die tosenden Hände der Naturelemente.

    Jungs, fühl ich. Ich hätte mich da aber auch so was von ins Warme und Trockene verzogen. Wieso arbeiten, wenn es wie aus Eimern schüttet? Lieber Schnaps und Kartenspiel :P


    Brennende Bruchstücke des Feuerballs

    Kann ein Feuerball in Bruchstücke zerbrechen? Irgendwie hat mich der Satz beim Lesen etwas verwirrt. Ich weiß zwar, was du meinst, aber ich würde den Feuerball löschen und einfach nur von brennenden Bruchstücken sprechen. Dann weiß jeder Leser, was gemeint ist. Nur so eine Idee.


    Und generelle Frage: Es schüttet wie aus Eimern. Wieso also breitet sich das Feuer des Feuerballs so krass schnell aus? Normalerweise ist Regen, gerade in Sturzfluten, doch genau das, was ein solches Feuergemetzel einigermaßen zügeln kann?



    Stadt Ashalón.

    Carmasán


    Ich erkenne hier einen gewissen Stil. Schöne Namen der Städte, die man sich gut merken kann und die vermuten lassen, dass sie im gleichen Land/Reich liegen.


    Es flutete Keylam’s Schlafgemach, gerade als dieser einen letzten Gähner ausstieß und sich kraftvoll aus seiner Koje erhob.

    Ah, ja, die "Aufwach-Szene". Im Verlag haben die Lektoren teilweise Wetten darüber abgeschlossen, wie viele Manuskripte denn heute mit einer Traumszene oder einer Aufwachszene beginnen. Das ist jetzt nicht böse gemeint, gar nicht, aber es ist einfach Fakt, dass man davon zu viel liest. Aber die Qualität bestimmt stets über Quantität und ich finde trotzdem, du hast sie gut umgesetzt. Ich bin schlichtweg einfach von zu vielen "Der Held wird wach"- Szenen zu Beginn einer Geschichte traumatisiert :D



    „Guten Morgen, Keylam. Wieder mal Erster? Kannst es wohl kaum erwarten, was?“, tönte eine wohlbekannte volle Stimme in Keylam’s Rücken. Er stoppte und drehte sich halb um. Das Drehen geschah aus Reflex, die Stimme hatte er sofort erkannt

    Mmh, ich bin mir immer noch nicht sicher genug, ob Keylam die Stimme kennt :P


    Ich würde "[...] die Stimme hatte er sofort erkannt" am Schluss streichen. Es wurde nämlich in dem vorangegangenen Satz bereits eindrücklich erwähnt, dass er die Stimme kennt.


    Zusammengefasster Ersteindruck: Sehr spannend und wortgewaltig geschrieben. Ich habe viele Fragen, gute Fragen, auf deren Auflösung ich sehr gespannt bin. Ich freu mich auf alle Fälle über mehr, denn der Einstieg hat unglaublich Spaß gemacht zu lesen. Dieses Abenteuer wird verflucht gut. I feel it in my bones.


    Peace out,

    Octo

  • Moin Chaos Rising ,


    Vielen Dank für deinen Kommentar :)

    Schön das du es hierher geschafft hast ! Ich hoffe du musstest dich nicht allzu sehr quälen :D


    Anbei die Antworten

    Beste Grüße

    Rumkeks


    Moin Octopoda ,

    "Verschlungen" klingt fantastisch :thumbsup:

    Danke fürs Lesen !


    Kein Problem mit dem Zusammenfassen , alles gut :)

    Anbei die Einzelantworten im Spoiler ;)



    Beste Grüße

    Rumkeks

    Einmal editiert, zuletzt von Chaos Rising () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Rumkeks mit diesem Beitrag zusammengefügt.