Wie schreibe ich gute Dialoge ?

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    • Wie schreibe ich gute Dialoge ?

      Hallo , liebe Community .

      Ich wollte mal fragen wie man gute Dialoge schreibt . Meine Dialoge fallen immer etwas "flach" aus und sind nicht sonderlich gut oder spannend .

      Bsp:

      Ein kalter Wind gleitet über das gefrorene Wasser der Zittergipfel , als ein knacken die unberührte Natur aufschreckt.
      Es ist das Knacken von brechendem Eis jenes nur selten in den frostigen Weiten zu hören ist.
      Eine große Gestalt mit langen geflochtenden Haaren und buschigen braunen Augenbrauen schaut von einem Berg streng über das weite Land.
      Sie sucht nach etwas , nach einem Wesen welches es würdig ist zu jagen.
      Die bullige Gestalt stapft weiter durch den tiefen Schnee und fängt an nervös zu werden.
      Weit und breit erblickt er nur weiße , von Schnee bedeckten Ebenen , jene kein einziges Lebewesen außer einer Schneeeule , welche
      Runde um Runde um das Thal fliegt , preis geben.
      Der große Norn geht weiter in das Thal hinab als er plötzlich ein dumpfes Geräusch hinter sich hört.
      Schnell und geübt dreht er sich um während er seinen massigen schweren Hammer zieht.
      Als er grade einen Kampfschrei rausbrüllen und auf die vermeitliche Bedrohung zustürmen will atmet er erleichtert und doch verärgert auf.
      Eine für Norn recht kleine Person richtete sich aus dem tiefen Schnee auf und guckte beschämt auf den großen Norn.
      "Ehm ... Hallo Bronn. Ich ... ehm ... wollte dich nicht erschrecken ... ich , ehm ..." begann die Gestalt als sie sich ungeschickt den Schnee aus den Haaren strubbelte.
      "DU ! Bist du verrückt!? Was zum Teufel machst du hier ? Und was wagst du es mir so einen Schrecken einzujagen. Wenn du sowas noch einmal machst
      Dann werde ich deinen Kopf so zertrümmern das du aussiehst wie ein Doljak ! Eine Schande das du überhaupt hier bist Jarik ,
      du solltest lieber wieder Blumen pflücken wie dein Vater , der ist genau so
      ein Schwächling wie du einer bist ! " schnaufte Bronn mit tiefer dunkler Stimme während er seinen Hammer wieder an seinen von Beuteln bestickten Gürtel hing.
      "Es tut mir leid. Ich will mich nur beweisen das ich auch zu etwas gut bin ! Also dachte ich , versuche ich mein Glück und fange eine Trophäe welche mir viel Ehre einbringt!"
      "DU? Das ich nicht lache deine Legende wird lediglich aus ein paar neuen Rezepten für Frühlingsrollen bestehen !"
      "Hör jetzt bitte auf , bis ebend hatte ja auch alles geklappt nur leider bin ich dann auf zersprungenem Eis ausgerutsch und habe mich elegant auf die Visage gelegt...
      Und LEIDER hast du dich dann auch noch wie ein kleines Weib erschreckt...!"
      -------------------------------------------------------------------------------------------------

      Bitte gebt mir Tricks wie ich das verbessern kann .



      LG

      Fabian
      Und die Jugend fühlt sich vom Leben verraten
      weil sie von Allem und Jedem das Eden erwarten
      Fühlen sich wie Tränen im Regen und versuchen vergebens
      das Geben und Nehmen im Leben noch irgendwie zu verstehen
    • Hi, ...

      ich glaube, da bist du nicht ganz alleine. Ich habe mich viel im I-net umgesehen und versucht etwas zu finden wie genau sich gute Dialoge aufbauen, worauf man achten soll und wie man was schreibt. Hab in Büchern mir Dialoge angesehen und kam zum Entschluss "Es macht jeder wie er es für Richtig hält!" Die Einen schreiben absolutes Hochdeutsch, die Anderen Umgangssprache<-- wobei ich Umgangssprache bevorzuge, soweit das von Buch zu Buch möglich ist... Es liest sich flüssiger.

      Beispiel: "Hallo wie geht es dir?"... "Hallo wie geht´s dir?" Doofes Beispiel, aber ich hoffe man versteht es.
      Klar, dass das nicht bei allem möglich ist...
      "Guten tag, Eure Hoheit." ... "Na alles Fit im Schritt, Alter?"... schon klar
      ;)

      Dialoge sollen, soviel ich gelesen habe, einfach und verständlich sein. Damit der Leser nicht das Interesse verliert. Zudem ohne viele Wiederholungen.
      Wenn du dir manchmal nicht sicher bist, suche dir doch einfach ein Gegenüber, mit dem du Dialoge und das Ziel des Gesprächs durchgehen kannst, um es aus einer Art Rollenspiel oder anderem Blickwinkel zu sehen. So entstand quasi die Zusammenarbeit von Kadda und mir, was unsere Geschichte angeht.
      Jeder schreibt einen anderen Part oder wir führen gemeinsame Dialoge und schlüpfen in die entsprechenden Rollen...
      So wirken manchen Dialoge lebendiger und realistischer...

      Das ist das was ich dazu sagen kann, ansonsten lesen, lesen,lesen und Vergleiche schließen.

      LG
      Kadjen (Jenny)

      :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kadjen ()

    • Insofern machst du alles richtig. Ich habe mit der Zeit mit diesem "Dies und jenes", sagte Jener, aufgehört. Ich denke das ist der größte Fehler, den viele in gerade fesselnden Momenten machen. Dialoge wirken viel flüssiger, wenn man das Unterstrichene weglässt und dafür sorgt, dass sich aus der Formatierung und Kontext der Sprecher ergibt. Es ist dann leider auch schwerer, deutlich zu machen, wer dort spricht, aber die Mühe lohnt sich. Dialoge werden authentischer und mitreißender und vor allem schneller, was der Spannung zuträglich ist.
      Du machst bisher also alles richtig. Manchmal lassen sich auch Frasen einbauen, die ein Charakter hin und wieder wiederholt. Ich habe einen Charakter, der für einen bestimmten Abschnitt "das schwöre ich" oft sagt. Es hinterlässt beim Leser eine Art Wiedererkennugsfaktor.
      Lass die Szenen in deinem Kopf auch wie in einem Film an dir vorüberziehen. Falls es dir hilft, such dir eine Charaktere aus einem Film, Buch oder Spiel und denk dir einen Film mit deinem Dialog. Lass diesen Charakter die Sprechrolle einnehmen, du wirst merken, irgendwie fallen dir bessere Dialoge ein. Wenn du eine sehr detailierte Vorstellung von der Psyche deines Charakters hast, kannst du den natürlich auch selber in diesem "Film" interagieren lassen, das macht es am authentischsten. So schreibe ich oft meine Dialoge.
      Viel mehr Tipps fallen mir nicht ein, immerhin ist Schreiben etwas sehr Intuitives.

      lg
      Manuel
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
    • Danke für die Antworten , ich werde die Tipps mal aufprobieren ..... Dankeschön :)





      LG

      ahras
      Und die Jugend fühlt sich vom Leben verraten
      weil sie von Allem und Jedem das Eden erwarten
      Fühlen sich wie Tränen im Regen und versuchen vergebens
      das Geben und Nehmen im Leben noch irgendwie zu verstehen
    • Ich denke es ist auch wichtig, dass Dialoge übersichtlich bleiben. Das mag jetzt eigentlich selbstverständlich klingen, aber ich hab es doch schon an vielen Stellen gesehen, dass man beim Lesen einfach den Überblick verloren hat, wer von den Gesprächspartnern jetzt eigentlich etwas sagt. Das kann durch ungenaue Beschreibungen oder Zwischensätze passieren oder dass die wörtliche Rede einfach nüchtern hintereinander weg geschrieben ist.
      Dazu gehört aber auch, dass die Textstellen zwischen den einzelnen Dialogzeilen nicht zu sehr abschweifen, sodass man als Leser aus den Augen verliert, was denn nun eigentlich das Thema war.
      „Art, like morality, consists of drawing the line somewhere“
      - G.K. Chesterton

      Skadi zeichnet Skadilöse BücherSkadi bloggt


    • Wie kadjen sagte, die dialoge sollten auch zum rest der Geschichte passen. :D
      Was auch wichtig ist, dass jeder Chara seine eigene Sprechweise hat, also sollte man sie anhand daran unterscheiden können. Z.B. kann eine aus eher ärmlichen Verhältnissen stammende Person eher einfache und kurze Sätze bilden, ein Adliger dagegen lange, verschachtelte und hochgestochene. darauf sollte man achten :thumbup:

      LG
      Arathorn
    • :tumbleweed:
      Ich hoffe es ist ok, dass ich dieses Thema wieder aus der Versenkung hervorhole.

      Skadi schrieb:

      Das mag jetzt eigentlich selbstverständlich klingen, aber ich hab es doch schon an vielen Stellen gesehen, dass man beim Lesen einfach den Überblick verloren hat, wer von den Gesprächspartnern jetzt eigentlich etwas sagt. Das kann durch ungenaue Beschreibungen oder Zwischensätze passieren oder dass die wörtliche Rede einfach nüchtern hintereinander weg geschrieben ist.
      Hierbei hab ich noch ein wenig Problemchen und ich frage mich als, wie gestalte ich einen Dialog eigentlich so mit den Zwischensätzen damit man nicht den Faden verliert? Ich weiß zwar, dass man einen neuen Absatz machen muss, wenn jemand neues spricht, aber wie sich das ganze genau gestaltet, da steh ich noch ein wenig auf dem Schlauch.
      Wie ist das z.B. wenn jemand was sagt und daraufhin schließt sich der normale Text an? Beginnt der ebenfalls in einer neuen Zeile oder wird er einfach hinter dem gesprochenen dran gesetzt?
      Was ist wenn Person A etwas sagt, danach kommt normaler Text und dann spricht wieder die selbe Person. Wir das alles aneinander gehängt?

      Ihr seht schon ich bin in der ganzen Sache noch nicht so recht sicher und hoffe deswegen auf eure Hilfe. ^^
      Der Schlüssel zu einer fremden Welt ist das Lesen...
      ...die Tür zu ihr ist das Buch...
      ...das Land dahinter sind die Wörter...
      ...und der Weg dahin sind meine Gedanken und meine unendliche Phantasie.
    • Das kommt ganz auf den Zusammenhang an.

      Beispiel:
      Fred schnappte sich seine Taschenlampe. "Lass sie uns fertigmachen."
      "Meinst du nicht, dass es gefährlich werden könnte?", warf Sarah zweifelnd ein.
      "Ach. Quatsch."
      "Aber du weißt doch ..."
      "Nein, weiß ich nicht, und jetzt lass mich in Ruhe."
      "Aber, aber, aber..."

      Wenn du jetzt einen Abschnitt einbaust, der so lautet: Sie stotterte unkontrolliert.

      Wenn du es als separaten Satz verwendest, also einen Absatz machst, leitest du damit einen neuen (Sinn-)abschnitt ein.
      Wenn du es direkt hinterm Dialog setzt, führst du das Gesagte fort. Hier kannst du den Lesefluß und die Szene zügig fortsetzen.

      Ich hoffe, ich habe das nicht zu kompliziert formuliert.

      Das geht natürlich nur bei Sätzen, die auch direkt am Dialog inhaltlich fortführen. Wenn du jetzt einen Satz einbaust, der auch sich inhaltlich unterscheidet, gehört da selbstverstndlich sofort ein Absatz hin (wie bei den allgemeinen Formatierungen halt).
    • *Staub wegpust*

      Ich finde die Frage sehr spannend, wie man gute Dialoge schreibt. Für mich ist dabei fast am wichtigsten: Was heißt überhaupt "gut"? Je nach Situation und Ziel kann das ja was ganz anderes sein.
      Hier mal eine kleine Aufzählung, was mir so eingefallen ist.
      1. Der Dialog soll authentisch sein, also die Charaktere sollen so reden, wie wir heute.
      2. Der Dialog dient dazu, Hintergrundinformationen zwischen einem wissenden Charakter und einem unwissenden Charakter und natürlich dem Leser zu teilen.
      3. Der Dialog soll die sprechenden Charaktere charakterisieren. Die Art wie jemand spricht, worüber er / sie spricht kann ja genau dazu verwendet werden.
      4. Der Dialog soll witzig und / oder unterhaltsam sein.
      5. Der Dialog charakterisiert die Beziehung zwischen Charakteren. Dabei müssen diejenigen, deren Beziehung zueinander Thema ist, nicht zwingend anwesend sein.
      6. Der Dialog bringt die Handlung weiter, indem Pläne und Vorhaben von den Charakteren dargestellt, entworfen, verworfen, diskutiert etc. werden.
      7. Den Lesern zeigen, dass man eine eigene Fantasy-Sprache entwickelt hat. Daher wird der ganze Dialog in dieser Sprache aufgeschrieben...


      Bestimmt gibt es noch viel mehr Ziele, die der Dialog erfüllen soll. Daran würde sich für mich das "Gut" messen. Natürlich schließen sich diese Funktionen / Ziele nicht gegenseitig aus. Ein informativer Dialog, der nur informativ ist, könnte langweilig sein und würde damit vielleicht auch die Charaktere als langweilig charakterisieren... etc.

      Mir geht es hier im Moment nicht um die Ziele, die ein sprechender Charakter verfolgt, sondern die wir als Autoren damit verfolgen, also letztlich die Gründe, warum wir uns dazu entscheiden, an einer bestimmten Stelle einen Dialog einzubauen oder eben nicht. Wahrscheinlich macht man das meistens intuitiv bzw. ergibt es sich auch aus dem Schreibfluss und dem Ablauf der Geschichte, dass es einfach natürlich wirkt, dass die Charaktere auch mal explizit miteinander reden. Das hängt für mich aber vor allem am Schreibstil, denn man könnte über jeden Dialog auch berichten oder ihn in indirekter Rede darstellen, also ohne dass man die tatsächlichen Äußerungen aufschreibt. Persönlich würde ich so etwas vor allem dann einbauen, wenn die Sprecher eine Sprache sprechen, die der Leser nicht versteht. Das ist natürlich nur eine Variante, wie man das umsetzen kann. Aber einen Dialog in Elbisch aufzuschreibe, halte ich persönlich einfach für sinnlos (ich nehme es trotzdem mal als Punkt 7 auf).

      Ich werde demnächst mal noch was zu einzelnen Punkten schreiben. Natürlich darf jede und jeder im Forum hier auch seine Meinung und Gedanken kundtun. Und vielleicht ergibt sich ja mal wieder eine anregende Diskussion über das Schreiben. Irgendwie hatten wir das gefühlt lange nicht mehr.
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • Ich finde das Thema auch sehr spannend. Vielleicht gerade deshalb, weil mir Dialoge nicht so gut liegen :whistling:
      Was natürlich auch nur mein eigener Eindruck sein kann. Aber ich finde es schwierig, gerade Dialoge zu schreiben, die wichtig für die Handlung sind.

      Asni schrieb:

      Der Dialog soll authentisch sein, also die Charaktere sollen so reden, wie wir heute.
      Ich glaube, ein ähnliches Thema hatte ich in meiner Geschichte mit @Thorsten auch schon mal.

      Authentisch würde ich vielleicht nicht unbedingt so finden, wie du es sagst. Also nicht jeder Char sollte so reden, wie wir heute. Ich würde beispielsweise von einem Adeligen erwarten, dass er sich anders ausdrückt, als ein normaler Dorfbewohner oder ein Wirt ^^

      Aber ich denke, du meinst eher, dass die Charaktere sich nicht so verständigen sollten, wie die Dichter und Denker der früheren Jahrhunderte :D
      --> obwohl das natürlich wieder darauf ankommt, was man schreibt und in welcher Zeit das Geschriebene angesiedelt ist.

      Auf jeden Fall ist das eine coole Aufstellung, die mir persönlich ganz gut helfen wird :thumbsup:
      Die Welt war voller Wunder - Man musste sie nur sehen wollen...
      -Im Tal des Falken-
    • Asni schrieb:

      Der Dialog soll authentisch sein, also die Charaktere sollen so reden, wie wir heute.
      Nein! Um Himmels Gewölk: NIE NIE NIMMER!
      Stell Dir Robin Hood vor, der Bruder Tuck rät: "Ey, Alter! Knall Dich unter'n Baum und chill ne Runde! Du hast wieder zuviel gesoff'n! Irgendwann fliegst Du auf die Schnauze deswegen!"
      Würdest Du das als Historien-Roman-Leser lesen wollen?

      Asni schrieb:

      Der Dialog dient dazu, Hintergrundinformationen zwischen einem wissenden Charakter und einem unwissenden Charakter und natürlich dem Leser zu teilen.
      ... oder sie zu verschleiern...


      Asni schrieb:

      Der Dialog soll witzig und / oder unterhaltsam sein.
      ... nicht zwingend. Wenn Ludwig XIV seine Wache anweist, die Mätresse Lisa-Maria-Blubbs in den Kerker zu werfen (oder zu köpfen) ist Witzigkeit völlig fehl am Platze. Genauso, wenn der Orkenkönig seine Schar in den Krieg ruft oder Basil der Schrottsammler seine Angebetete bezirzen möchte...


      Asni schrieb:

      Der Dialog charakterisiert die Beziehung zwischen Charakteren. Dabei müssen diejenigen, deren Beziehung zueinander Thema ist, nicht zwingend anwesend sein.

      Nicht, wenn der Gauner grade seinen Compagnon denunziert oder Basil seiner Frau erzählt, er habe gar keine Angebetete... außer ihr natürlich.


      Asni schrieb:

      Der Dialog bringt die Handlung weiter, indem Pläne und Vorhaben von den Charakteren dargestellt, entworfen, verworfen, diskutiert etc. werden.
      ... oder gibt dem Leser eine notwendige Atempause im "Rennen um den Text".


      Asni schrieb:

      Den Lesern zeigen, dass man eine eigene Fantasy-Sprache entwickelt hat. Daher wird der ganze Dialog in dieser Sprache aufgeschrieben...
      ... das ist, mMn der unwichtigste Grund. Dann kannst Du gleich die gesamte Orkenlegende in altorkisch schreiben. Oder die Sage um Ludwig XIV in altfranzösisch... Oder schreib in sumerisch, wenn Deine Geschichte im alten (sehr alten) Ägypten spielt...


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      FAZIT: Ein guter Dialog muss in die Handlung passen, den redenden Charakteren und ihrer Zeit entsprechen und den Intentionen des Erzählers (als den Euren) folgen...
      Aus aktuellem Anlass:

      Ich möchte bitte keine LIKEs mehr haben! ^^
      Wenn Dir mein Beitrag hier und anderswo gefällt, schreibs mir einfach. :danke:
    • LadyK schrieb:

      Authentisch würde ich vielleicht nicht unbedingt so finden, wie du es sagst. Also nicht jeder Char sollte so reden, wie wir heute. Ich würde beispielsweise von einem Adeligen erwarten, dass er sich anders ausdrückt, als ein normaler Dorfbewohner oder ein Wirt
      Da stimme ich dir natürlich absolut zu. Ich sagte ja auch nur, dass das eine Anforderung sein kann, die man selbst an seinen Dialog stellen kann, keinesfalls, dass das bei jedem Dialog so sein muss!

      Cory Thain schrieb:

      Nein! Um Himmels Gewölk: NIE NIE NIMMER!
      Lies doch einfach genau, was ich da aufgelistet habe. Meine Formulierungen sind mögliche Ziele, die man verfolgen kann, aber nicht muss. Aber nochmal zur Klarstellung: Ich als Autor (oder du als Autorin, oder sonstwer) kann sich überlegen, dass der Dialog, den er / sie schreiben möchte, an der Stelle (oder eben in der gesamten Geschichte) so klingen soll, wie wir heute eben auch reden, z.B. in einer Urban-Fantasy-Story, die im New York des Jahres 2018 spielt. Dass in einem (pseudo-)historischen Setting das nicht so ist, ist mir klar und hoffentlich auch jedem anderen.
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • Ich glaube @Asni hat auch nur Möglichkeiten genannt, die man einzeln für sich sehen soll und jeder in der gerade herrschenden Situation beachten kann.
      Also nicht, dass man das allgemein so machen soll...

      So habe ich das zumindest aufgefasst @Cory Thain :huh:

      Asni schrieb:

      Da stimme ich dir natürlich absolut zu. Ich sagte ja auch nur, dass das eine Anforderung sein kann, die man selbst an seinen Dialog stellen kann, keinesfalls, dass das bei jedem Dialog so sein muss!
      Ouh. Ich merke gerade, dass ich mich völlig doof ausgedrückt habe :)

      Natürlich sollten die Chars so reden, wie wir heute. Wenn sie reden würden, wie die Menschen vor xy Jahrhunderten, dann würde sie keiner verstehen.

      Ich wollte mit meiner Aussage deinen Punkt keinesfalls in Frage stellen ^^

      Ich finde deine Aufstellung, wie bereits gesagt, sehr gut :)
      Die Welt war voller Wunder - Man musste sie nur sehen wollen...
      -Im Tal des Falken-
    • Cory Thain schrieb:

      Asni schrieb:

      Der Dialog soll witzig und / oder unterhaltsam sein.
      ... nicht zwingend. Wenn Ludwig XIV seine Wache anweist, die Mätresse Lisa-Maria-Blubbs in den Kerker zu werfen (oder zu köpfen) ist Witzigkeit völlig fehl am Platze. Genauso, wenn der Orkenkönig seine Schar in den Krieg ruft oder Basil der Schrottsammler seine Angebetete bezirzen möchte...
      Cory, du unterschlägst schon wieder wichtige Bestandteile der Aussage ;) Dort steht "witzig und/oder unterhaltsam". Unterhaltsam bedeutet nicht automatisch witzig. Unterhaltsam kann genauso etwas spannendes sein, etwas dramatisches, etwas schreckliches, etwas gruseliges. Das Horrorgenre ist beispielsweise auch selten witzig, aber nichtsdestotrotz für seine Zielgruppe unterhaltsam. Du musst eine Aussage schon vollständig werten, sonst machen Diskussionen wenig Sinn.
      „Art, like morality, consists of drawing the line somewhere“
      - G.K. Chesterton

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    • Ziele, die ich mit Dialogen verfolge?

      Nun das ist in der Tat eine sehr gute Frage.
      Man könnte ja jetzt schlicht auf die "Show, don't tell"-Richtlinie verweisen, die einem Dialoge und Handlung ans Herz legt. Aber wie du schon sagtest, warum nicht einfach indirekte Rede in die Handlung einbauen?

      Nun, um das beantworten zu können, erachte ich deinen Punkt Nr. 3 als essentiell.
      Anhand der Worte, die ein Charakter wählt, anhand dessen wie er sich artikuliert, kann ich ihm eine "verbale Handschrift" verpassen. Zudem kann ich dadurch auch die Beziehung zwischen zwei Gesprächspartnern subtil andeuten, anstelle diese dem Leser mit dem Holzhammer einbläuen zu müssen (siehe auch Punkt 5).
      Idealerweise präge ich eine Person durch seine Ausdrucksweise bereits so, dass der Leser diese nur anhand der wörtlichen Rede identifizieren kann. Diese Tiefe werde ich wohl nicht (oder möglicherweise nur sehr, sehr schwerlich) erreichen können, wenn ich ausschließlich mit indirekter Rede operiere.
      Was nicht heißt, dass das in einer One-Man-Show, die durch die Gedanken des Protas getragen wird, nicht doch funktionieren könnte. Aber wir reden hier ja über Dialoge.

      Kurzum: Wörtliche Rede/Dialoge verleihen den Charakteren mehr Menschlichkeit und Tiefe und macht es mir leichter, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen, mich mit ihnen zu identifizieren.

      Mit deinen anderen Punkten gehe ich ebenfalls soweit d'accord, wobei Punkt 7 aber schon sehr speziell ist. Liebhaber fremder Sprachen kommen hierbei sicherlich auf ihre Kosten, aber ich als Leserin würde in so einem Fall dann doch lieber die indirekte Rede bevorzugen.

      LG
      Rika
    • LadyK schrieb:

      Natürlich sollten die Chars so reden, wie wir heute. Wenn sie reden würden, wie die Menschen vor xy Jahrhunderten, dann würde sie keiner verstehen.

      Also dann versuche ich totale Anfängerin auch einmal mich hier einzubringen.

      Sicherlich kann ich keinen Dialog in Mittelhochdeutsch verfassen. Das würde zwar gut in eine lange vergangene Zeit passen, nur es würde heute keiner verstehen. Also habe ich meine Elfe Amandrin in "Die Rache einer Elfe" einfach wie gewohnt sprechen lassen. Meine Frage: Ist es jetzt schlimm, dass die Elfen vor langer Zeit sicherlich nicht wussten, was ein Hampelmann ist, und es auch wohl im Theater noch keine Komiker im heutigen Sinne gab? (Und: Meine Elfen sind technisch weit fortgeschritten; auf dem Flugplatz starteten und landeten die Gäste des 'Drachenparks in den Feuerbergen'; nach dem Ende des Flugbetriebes am Abend nutzte man die Start- und Landebahn zur Unterhaltung der Gäste)

      Hier also mein Text:

      Spoiler anzeigen

      ...... Als schließlich alle Zuschauer von der Tribüne zum Flugplatz kamen, wo man wieder Tische und Stühle aufstellte, kam Aransil seine Mutter entgegen. Die beiden begrüßten sich nur knapp.

      Dann legte Amandrin sofort wieder los: "Das hätte ich mir ja denken können, dass ich dich hier treffe. Du hast natürlich wieder nichts besseres zu tun, als dir diesen Blödsinn hier anzusehen. Wie konnte ich es nur zulassen, dass du einen solchen Hampelmann zum Drachenreiter machst. Anstatt den Drachen für die nächste Schlacht zu trainieren, lässt er Kinder darauf reiten. Und was soll das alles, was er den Leuten hier vorführt? Säcke als Krieger oder Wölfe und Stöcke als Schwerter! Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich darüber kaputt lachen. Das ist ja noch schlimmer, als der ganze Schwachsinn, den er da geschrieben hat. Ein Drachenreiter soll kämpfen und nicht als Komiker auftreten."

      Aransil hatte keine Lust, wieder mit seiner Mutter zu streiten. Er sagte: "Ich habe nun gerade einmal nichts besseres zu tun, da schaue ich mir eben diesen Blödsinn an. Ich verstehe nur nicht, warum du dir den Blödsinn ansiehst." Amandrin schaute ihren Sohn nur böse an und ging weg.

      Aransil war froh, als er sah, wie seine Mutter am nächsten Tag wieder abreiste. .....

    • Prinzipiell: DU als Autor entscheidest, ob "Hampelmann" und "Komiker" im Wortschatz Deiner Geschöpfe vorkommt.

      Der "Hampelmann" als Spielfigur, der von fremder Hand zum "Tanzen" gebracht werden kann, ist sicher schon etwas älter. Wie alt die entsprechende Metapher dazu ist, darüber läßt sich sicher spekulieren.

      Der Begriff "Komiker" erscheint mir dagegen doch ziemlich "neuzeitlich" im Sprachgebrauch zu sein. Warum läßt Du den Drachenreiter nicht "als Narren auftreten". Dieser Berufszweig ist schon sehr alt und ich glaube, auch an elfischen Höfen könnte er besetzt gewesen sein.
      Aus aktuellem Anlass:

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    • Ich muss gestehen dass ich mit der Frage nach Zielen von Dialogen eher wenig anfangen kann - ich wuerde immer befuerchten dass die Dialoge Mittel zum Zweck und daher hoelzern werden und unnatuerlich wirken wenn ich beim Schreiben noch einen bestimmten Zweck im Kopf habe. Ein Dialog ergibt sich, wenn zwei Personen in einer Geschichte was auszutauschen haben - wenn er erzaehlenswert ist, dann wird der Dialog erzaehlt, wenn nicht wird er zusammengefasst und erinnert.

      Ein Dialog zum Beispiel der dazu dient Wissen ueber die Welt an den Leser zu bringen wirkt ganz oft konstruiert und nicht wie ein natuerlicher Teil er Geschichte - ich denke mir dann als Leser immer 'So redet doch keiner!' Ein Dialog der gewollt witzig ist, wirkt auf mich oft gewollt witzig und daher bemueht - guter Witz ergibt sich fuer mich aus der Art wie eine Situation angelegt ist wenn sich die Charaktere darin natuerlich verhalten und die Situation dadurch ausser Kontrolle geraet.

      Fuer mich ist ein Dialog ein Fenster zum Innenleben von zwei oder mehr Figuren - er reflektiert ihre Art, ihre derzeitige Laune, ihre Beziehung, ohne viel erklaeren zu muessen. Zwei Menschen sehen das gleiche Ereignis, aber sie nehmen was anderes wahr, und sie reden wieder anders darueber - das in einen Text zu packen, das finde ich eine grosse Leistung. Ich lese es immer mit Genuss wenn jemand eine Nebenfigur die gar nicht wichtig ist in zwei oder drei Saetzen in einem Dialog schon so anreissen kann dass ich eine Person vor mir sehe und schon einen Eindruck davon habe dass da ein Mensch mit eigenem Innenleben ist und nicht ein Statist der hier eine Rolle spielt ('der Tavernenwirt') - das macht eine Geschichte lebendig.

      Bei mir ist beim Schreiben viel 'Method-Acting' dabei - ich versetze mich in die Figuer, versuche den Text selbst zu sprechen, versuche Mimik und Gestik der sprechenden Person auch selbst nachzumachen, teilweise stehe ich dazu auch auf - da merke ich schnell, das passt alles zusammen, oder die Worte passen nicht zur Stimmung und Gestik. Jeder Satz muss aus der ganzen Vergangenheit und Erfahrung heraus die Antwort auf den vorangehenden sein - ich muss in dem Moment die Person sein die spricht, mich an das erinnern was sie grade vorher getan hat - und dann meine Antwort geben. Menschen haben oft bestimmte Ausdruecke die sie verwenden, eine Art zu reden die fuer sie charakteristisch ist - wenn man damit arbeitet kann man auch ohne 'XXX sagte:' klarmachen wer der Sprecher ist. Mancher ist wortkarg, andere hoeren sich gerne reden und brauchen hundert Worte um das gleiche zu sagen. Wer Schiffe kennt, redet ueber Taue anders als jemand der zum ersten Mal auf einem Schiff ist,...

      Ich denke, Rollenspielen ist eine ganz gute Vorbereitung zum Schreiben guter Dialoge, wer das gewohnt ist aus einer Rolle zu sprechen, der kann das leichter lernen beim Schreiben zwischen zwei Personen hin und herzuwechseln und eben zwei Rollen zu spielen. ;)

      Zum 'Uebersetzungsproblem' (i.e. der Frage inwieweit wir Begriffe aus einer Fantasysprache auf Deutsch ausdruecken sollten und welche Vor/Nachteile das haben kann mag ich mich mal selbst zitieren:


      Thorsten schrieb:

      Ja, das ist generell ein Problem zu dem Tolkien auch schon viel geschrieben hatte. Das muss man mehrgleisig und mit Augenmass angehen - einmal kann man, wenn man eine erfundene Geschichte der Welt hat, die verwenden wo immer es sinnvoll geht ohne riesige Fragezeichen hervorzurufen. Zum Beispiel ist die alchemistische Substanz die das Dorf in Brand setzt als 'arianisches Feuer' bekannt (man merkt schon, die Arianer sind die klassische Antike der Welt in der Tenandes sein Unwesen treibt...). Und zum anderen verwenden wir eben Deutsch um eine der Sprachen einer anderen Welt auszudruecken (hier Eloranisch) - und das bedeutet halt auch manchmal dass man 'Marssegel' sagt, weil das der deutsche Begriff fuer ein bestimmtes Segel ist - das natuerlich in der richtigen Sprache der Fantasywelt ganz anders heisst und nichts mit dem Gott Mars zu tun hat. Da muss man halt ueberlegen wie stark die Assoziation zu Latein (etc.) ist die ein Begriff beim Leser hervorruft und wie eingeschraenkt das Verstaendnis ist wenn man einen erfundenen Begriff einsetzt
    • Cory Thain schrieb:

      Warum läßt Du den Drachenreiter nicht "als Narren auftreten". Dieser Berufszweig ist schon sehr alt und ich glaube, auch an elfischen Höfen könnte er besetzt gewesen sein.
      Danke für den Tipp. :thumbsup: Der LIKE ist mir da aus Gewohnheit so raus gerutscht. ;)

      Sonst hat sich das Thema wohl erst mal erledigt. Im Moment denke ich jedenfalls nicht an eine Neuauflage des Romans.

      LG Nicole