Was lest ihr gerade? (Fantasy)

Es gibt 699 Antworten in diesem Thema, welches 103.253 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von kalkwiese.

  • Ich hatte jetzt auch mal wieder was aus dem Fantasybereich vor mir. :) Ja, ein Pratchett, das ist bei mir ja irgendwie zu erwarten. :rofl:
    Alles Sense! also.


    Der Tod wird von den Revisoren der Realität in den Ruhestand geschickt ... und das hat Folgen für die Lebenden.
    Das Buch präsentiert uns zwei wesentliche Handlungsstränge: 1) Tods Ruhestand auf einer Farm und 2) das untote Leben des Magiers Windle Poons.
    Während mir der etwas knappere Teil mit dem Tod stellenweise sehr nahe ging, weil es philosophisch und auch romantisch wurde, natürlich auf eine absurde Art, hat mich der Teil mit den Zauberern natürlich amüsiert, aber vergleichsweise kalt gelassen, als nicht berührt. Das habe ich bei vielen der bisherigen Scheibenweltromane beobachtet: Ich nehme sie immer etwas weniger als heiß, oft warm, manchmal lauwarm auf, aber im Ganzen lese ich sie immer gerne. :hmm: Ich frage mich, ob ich irgendwann einen mal so richtig geil finde. Also so von vorne bis hinten, meine bisherigen Scheibenweltfavoriten finde ich schon toll, so ist es nicht. :D
    Alles Sense! ist etwas kürzer als viele seiner Kollegenbücher und das tut ihm wohl gut, weil die Handlung nicht so vor sich hin dümpeln kann. Trotzdem wirkt es nicht zu knapp, alles ist also so lang wie es sein muss.
    Wie gesagt, hat mich der Teil mit dem Tod stellenweise wirklich berührt und auch das Finale und die letzten Seiten waren sehr befriedigend. Insgesamt habe ich hier also einen weiteren Favoriten der Scheibenweltbücher. :)
    Empfehlung von mir, es war toll!

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Ich lese gerade Blood and Sand von C.V.Wyk.


    Ich glaube das Buch wurde noch nicht übersetzt, daher lese ich es auf Englisch, aber Bücher sind in der Originalsprache eh immer am besten! xD


    Es geht um Attia, die die Prinzessin eines Kriegervolkes war und nun als Sklavin im römischen Empire dient.
    Ihr ganzes Volk ist gefallen und sie gehört nun einem Dominus, dieser ist auch der Besitzer des grössten Gladiators von ganz Rom.
    Der Champion von Rom. (war ja klar, oder? xD) Jedenfalls kreuzen sich die Wege der beiden und beide haben es mehr als satt, als Skalven zu leben und den Römern zu dienen.
    Sie wollen frei sein, selbst wenn sie bei dem Versuch sterben.


    In der Geschichte geht es darum, wie die beiden eine Revolution starten ... :grinstare::grinstare:
    Ich mag Bücher mit starken weiblichen Figuren und Attia ist Kämpferin. Eine eisklate Killerin, die auf den richtigen Moment wartet. :dwarf:


    @kalkwiese


    Er ist einfach ein super super Autor! xD Oder?

  • @kalkwiese



    Er ist einfach ein super super Autor! xD Oder?

    Er ist klasse, das stimmt :) Ich feier zwar nicht alles, gerade die Rincewindbücher sind spätestens bei Der Zauberhut schon recht ausgelutscht, aber Pratchett kann sich das bei 41 Scheibenweltbüchern auch mal erlauben. Das Gute überwiegt und es ist auch einfach total liebenswert :D

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • So langsam kommst du auch zu den besseren Romanen, hier findet Pratchett immer mehr zu dem was die Scheibenwelt sein soll und werden wird. Es besteht auf jeden Fall die Möglichkeit das dich das eine oder andere noch mitreißen kann. ^^

    Falken haben doofe Ohren

  • Praedor - uponnen jumalan uni (Der Traum des versunkenen Gottes) von Sakari Peuranen


    Das erste Buch zu Petri Hiltunen's Welt Jaconia die bisher nur als graphic novel zu sehen war (die ich hier schon mal erwaehnt hatte) - Jaconia ist eine kreisfoermige Region der Bormalitaet die von Borvaria, dem verfluchten Land, den Ruinen einer Superzivilisation umgeben ist in dem wilde Magie und Raubtiere aus anderen Welten ihr Unwesen treiben - und die Praedoren sind die wenigen, die sich nach Borvaria wagen um dort nach Schaetzen und versunkenem Wissen zu suchen.


    In dem Buch folgen wir einer solchen Reise nach Borvaria, mit ziemlich kaputten Typen als Gefaehrten - da ist viel Witz in dem Geplaenkel und den Wortgefechten mit denen sie sich ueberziehen (wo ich zugeben muss dass das schwer zu lesen ist - ist selten Hochfinnisch und meistens ein Slang der nicht im Woerterbuch zu finden ist... hab' meinen Wortschatz an Kraftausdruecken dadurch gut verdoppelt...) und die Story bleibt spannend und unberechenbar - Borvaria ist tatsaechlich nicht nur gefaehrlich geschildert, sondern einfach chaotisch und nicht zu verstehen - manche Begegnung nuetzt den Praedoren eher als dass sie schadet.


    Aber auch nachdem das (ziemlich geschrumpfte) Team wieder nach Jaconia zurueckkehrt, sind die Probleme nicht vorbei denn ihre Beute aus dem verfluchten Land findet das Interesse von rivalisierenden Magiern.


    Ich geb's zu, ich mag die Welt, da sind viele tolle Ideen drin - der Roman dazu ist nicht brilliant, aber solide geschrieben, und eben oft so herrlich hingerotzt (unvergessen der Abend wo die Gruppe sich mit halluzinogenem Wein betrinkt und der Text immer absurder wird...)


    Leider ist die Serie wohl nicht bekannt genug dass man das bald uebersetzen wuerde - meiner Meinung nach waere es das schon wert. Falls es jemals so weit kommt und das auf Deutsch oder Englisch jemandem unter die Nase kommt - reinschauen. :thumbsup:

  • Kalevala - eine Graphic Novel von Sami Makkonen


    Das finnische Nationalepos auf ungewoehnlich duestere Weise illustriert (wer man reingucken mag, hier gibt's ein paar Bilder dazu zu sehen).


    Ich oute mich jetzt als Fan von Graphic Novels - frueher war es mir wichtig dass sie realistisch gezeichnet sind, aber irgendwann habe ich mich wohl dran sattgesehen, und inzwischen gefaellt mir auch dieser wilde, abstraktere Stil.


    Die Kalevala habe ich inzwischen schon auf ganz viele Weisen gelesen - die englische Uebersetzung zu erst, dann die finnische Jungendbuchvariante, Mauri Kunnas' 'Hundekalevala' mit vielen Cartoons - and die finnische Originalausgabe habe ich mich bisher noch nicht gewagt, aber kommt noch. Die von Makkonen ist irgendwie ganz anders als ich mir das vorgestellt haette, Szenen wie das Schmieden des Sampo sind viel epischer realisiert, Iku-Turso aehnelt eher Cthulhu als der froschaehnlichen Kreatur die man sonst eher sieht, und die Welteneiche ist tatsaechlich als gigantische Rauchsaeule (wie ein Atompilz) gezeichnet.


    (Kleine Randnotiz - in der 'good parts edition' im Original gibt es ein im heutigen Kontext ziemlich interessantes Kapitel in dem Ilmarinen vor der Hochzeit Ratschlaege gegeben werden mit welcher Staerke von Ruten man seine Frau pruegelt wenn sie bestimmte Dinge nicht tut... Was man halt so braucht. (Muss ich sagen dass die Finnen das heutzutage eher nicht mehr so handhaben?))

  • Ein Gutes Omen von Terry Pratchett und Neil Gaiman.


    Man merkt recht schnell, dass man hier typisch pratchetteske Momente hat, aber in der Attitüde ist es gleichzeitig deutlich anders. Ein Gutes Omen ist deutlich spannender aufgebaut als viele Scheibenweltromane, die ich kenne und das moderne Setting (späte 80er) macht es in meinen Augen auch recht frisch.
    Überhaupt die Idee: Der Antichrist wird geboren und soll das Ende der Welt bringen, wird aber bei der Geburt vertauscht und keinem fällt es auf. :rofl: Potential für viele Absurditäten, würde ich sagen!
    Hat mir jedenfalls sehr viel Spaß gemacht. :)
    Uneingeschränkte Leseempfehlung von mir.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • @kalkwiese


    Ich liebe dieses Buch!! Eines meiner absoluten Kindheitslieblingen! Und dieses Jahr ist ja eine Mini-Serie daraus gemacht worden! Ich bin eigentlich nicht wirklich ein grosser Fan von Verfilmungen, aber Good Omens, ich muss sagen, die Schauspieler haben das echt wirklich phantastisch gemacht!

  • Lese derzeit "Irre! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen", von Manfred Schaub (glaube ich). Es ist ein super Buch.


    Die wichtigsten Aspekte sind enthalten: Humor, Tiefgang und Gesselschaftskritik :)


    Sehr empfehlenswert !

  • Leider konnte ich mich auf die Terry Pratchett Titel nie wirklich einlassen, auch wenn mir bewusst ist, dass sie für sich schon genial sind.


    Ich lese in der Regel eigentlich keine Fantasy Romane :o - doch jetzt hatte ich mal eine unbändige Lust mir mal wieder einen DSA Roman zu genehmigen und schaute bei Ebay Kleinanzeigen, was es bei mir so um die Ecke für kleines Geld auf die Schnelle zum Abholen gab.


    Und so kam dazu, dass ich gerade aus der DSA Welt "Der Flammenbund" lese, ein Roman aus der Saga um Rhiana - Die Amazone.


    Die doch recht spannende Story um das erste schwarze Auge, dem Flammenbund, dem Schwarzmagier Dragor (falls er einer ist) und die bisher gefochtenen Schlachten gefallen mir ganz gut. Was etwas nervt, sind die ständigen Bemerkungen über Rhianas Schönheit etc., die sind meiner Meinung überflüssig.

  • Trudi Canavan - Die Novizin.


    Dieses Mal möchte ich die Leseerfahrung multimedial erweitern. So heißen über YouTube höre ich auch das Hörbuch, wenn ich gerade keine Lust oder Zeit zum Lesen habe. :) Das mache ich vor allem deshalb, weil ich den Vorgänger ja wirklich nicht gut fand und so hoffentlich schneller durch das Buch komme.
    Es fällt aber schnell auf, dass in dem Hörbuch auf YT viele Passagen fehlen oder ausgespart wurden. Das finde ich schade, weil Dannyls Reise schon deutlich interessanter ist als die kindischen Streiche, die Regin Sonea spielt. Die wird nämlich wegen ihrer Herkunft in der Gilde von ihren Mitnovizen gehänselt und ihr Anführer, Regin, ist eine richtige infantile Kackbratze. Für meinen Geschmack ist die Autorin mit ihm sogar übers Ziel hinausgeschossen. Der ist unerträglich. ||
    Ansonsten ist Canavan weiterhin Canavan. Poetin wird sie wohl niemals werden, da hat sie keine Ambition zu, aber die schreiberischen Schwächen aus dem ersten Band sind deutlich reduziert. Auch die Szenen an sich sind deutlich weniger redundant. Das was wirklich schlecht war, ist also zurückgegangen, jetzt muss es nur noch etwas geben, was ich wirklich gut finden kann.
    Bisher mag ich Dannyls Nachforschungen über Akkarin. Den wiederum mag ich auch, er könnte einen guten, sympathischen Bösewicht abgeben. :hmm: Ich hoffe, man lernt ihn noch besser kennen.
    Ich wette, man könnte die typischen Fantasynamen hier auch einmal alle rotieren lassen und das Buch würde sich immer noch ähnlich lesen. xD Teilweise wirken die Namen irgendwie random und nichtssagend.
    Irgendwie kriege ich hier keinen runden Abschluss geschrieben. Melde mich wieder, wenn ich durch bin.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Dan Simmons "Der Berg". Es beginnt wie ein gewöhnlicher, non-fantasy Roman, aber laut dem Kollegen, von dem ich mir das mal ausgeliehen habe, passiert am Ende noch etwas verrückter und übernatürliches. So besonders gut hat ihm gerade das Ende nicht gefallen... naja, mal sehen, was mich da erwartet. ^^
    Der Anfang jedenfalls ist in der Art non-fiction, in der er daherkommt, ultra spannend. Es geht, wer hätte es bei dem Titel nicht schon erwartet, um eine Antarktis-Expedition... nun, naja, dann doch nicht. Stattdessen um eine erfolglose Besteigung des Mount Everest.

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • The Dispossessed
    Ursula K. Le Guin


    Gewinner des „Hugo Awards“ und des „Nebula Awards“


    Deutsch
    Planet der Habenichtse (Übersetzung von 1974)
    Die Enteigneten (Übersetzung von 2006)
    Freie Geister (Übersetzung von 2017)
    (Dreimal übersetzt!)


    Auf dem Planeten Anarres leben einige Millionen Menschen in einem sozialistischen System. Diese Menschen sind nach einer gescheiterten Revolution vom Planeten Urras nach Anarres umgesiedelt. Während Urras fruchtbar und lebensfreundlich ist, ist Anarres eine trockene Welt und das Überleben ein ständiger Kampf, der von den Bewohnern gemeinsam geführt wird. Hier ist, zumindest theoretisch, keiner besser dran als sein Nachbar. Das Leben wird maßgeblich von einem Zentralcomputer geprägt, dieser kann Notfalleinsätze anordnen und zum Beispiel den Wohnort eines jeden beeinflussen. Die Freiheit des Individuums ist eingeschränkt und die Bürokratisierung untergräbt schleichend die Ideale der Gesellschaft.
    Auf Urras gibt es unterschiedliche Nationen mit unterschiedlichen autoritären Regierungssystemen. Der Hauptteil der Handlung spielt in einer Nation mit kapitalistischem System, das unter permanentem Kriegsrecht steht. Hier gibt es eine große Ähnlichkeit mit der Welt von 1974, die Zeit, in der der Roman veröffentlicht wurde. Auch zu unserer heutigen Zeit gibt es viele Parallelen.
    Der Roman kann als Allegorie zu den Ereignissen auf unserer Erde gesehen werden.


    Hauptfigur des Romans ist der geniale Physiker Shevek. Dieser ist nahe dran eine Theorie zu entwickeln, die Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit erlauben würde. Auf Anarres findet seine Forschung wenig Anklang, da keine Nützlichkeit für den Überlebenskampf gesehen wird. Daher reist er nach Urras, was auf Anarres als Verrat angesehen wird. Auf Urras trifft Shevek auf eine reiche und auf den ersten Blick perfekte Welt. Im Laufe seines Aufenthaltes lernt er allerdings die dunklen Seiten von Urras kennen.


    Für mich ist der Roman eine außerordentlich kluge Betrachtung der Gesellschaftssysteme, gerade mit dem Hintergrund der konkurrierenden Systeme während des kalten Krieges. Aber auch Phänomene der heutigen Zeit erkennt man wieder. Gerade die Verhältnisse auf Urras sind unserer Gesellschaft nicht unähnlich. Manchmal hatte ich einen kleinen Kloß im Hals, als mir die beschriebenen Werkzeuge der Macht sehr bekannt vorkamen.
    Mir hat der Roman bisher viele Einblicke verschafft. Er ist allerdings nicht sehr „aktionreich“.


    Anekdote: The Dispossessed ist einer der wenigen Romane, die es aus den USA in die DDR geschafft haben. Dies liegt möglicherweise auch daran, dass eine gewisse Sympathie der Autorin mit den Menschen von Anarres zu spüren ist.

  • Irgendwie kriege ich hier keinen runden Abschluss geschrieben. Melde mich wieder, wenn ich durch bin.

    Und da bin ich! Ja, im Hörbuch fehlt tatsächlich alles, was Dannyl betrifft. Und seine Reise, die Chemie zwischen ihm und Tayend, die Nachforschungen und die Frage nach seiner Sexualität sind zwar nicht überraschend, aber trotzdem viel interessanter als der Konflikt zwischen Sonea und ihren Mitnovizen. Das ist nämlich, worauf sich das Hörbuch konzentriert und dadurch konnte man sicher ein paar Stunden einsparen. Nur wozu? Als Hörer hätte ich gern die ganze Geschichte bekommen. :(
    Wenn man den Figuren seit über 1000 Seiten hinterherdackelt, dann baut man zu ihnen quasi automatisch eine Beziehung auf. Diese Figuren sind dann ganz gut gezeichnet und definiert, alle anderen bleiben aber weiterhin blass und nur anhand ihrer Namen wirklich zu unterscheiden. Überhaupt werden immer wieder Chancen vertan, die Welt und die Figuren schärfer zu zeichnen: Beispielsweise ist beim Essen immer wieder von "Leckereien", "Leckerbissen" und "wohlschmeckenden Broten" die Rede. Ob da nun Käse, Schinken oder Eier drauf sind, ist mir egal, aber sie komplett undefiniert zu lassen, fühlt sich komisch an. Eigentlich sollte man das gar nicht erst bemerken müssen mMn.
    Auch die typischen Phrasen ("Sie zog die Luft scharf ein.", "Er schob den Gedanken beiseite.", "Er runzelte die Stirn.", "Ihre Augen weiteten sich.") fallen definitiv noch zu oft. Sie fallen in ihrer Häufigkeit auf, das ist das Problem. An den Sätzen an sich ist ja eigentlich nichts falsch.
    Akkarin als Bösewicht bleibt leider weiterhin etwas blass, auch wenn er sich wirklich zu einem sympathischen Bösewicht zu entwickeln scheint. Dann aber bitte im dritten Buch etwas mehr! Im Englischen ist das immerhin nach dem Hohen Lord benannt.
    Ich stufe den zweiten Band jetzt nicht mehr im unteren Mittelmaß ein (wie den ersten), sondern eher im mittleren (Gott, das klingt von mir total herablassend, oder? Dx). Es wird weiterhin jeder Gedanke bis ins kleinste Detail ausgeschrieben, sodass man als Leser niemals selbst nachdenken muss, aber dafür hat die Autorin dieses Mal ein besseres Gespür dafür, was in den Szenen erzählenswert ist und was nicht. Und diese Entwicklung der Autorin ist ja eigentlich, warum ich mich überhaupt noch mit der Reihe befasse. :rofl:
    Irgendwann in der näheren Zukunft kommt noch der Dritte dran. :) Der könnte der beste der Trilogie werden.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Ich habe die letzten Wochen jetzt an Die Knochenuhren von David Mitchell gekaut.
    Das heißt, gekaut ist nicht ganz richtig, weil Mitchell schon sehr bekömmlich und funktional schreibt und dabei aber trotzdem eine kreative Ader bewahrt. So mag ich das, seine Balance ist sehr gut.
    Die Knochenuhren ist wieder ein Vielteiler, ganz ähnlich zu Chaos (man, ist der deutsche Titel scheiße) und Der Wolkenatlas. Mitchell hat also wieder einige kürzere Geschichten geschrieben und sie miteinander verwoben. In Chaos hat jede vorige Geschichte die nächste ermöglicht und die Frage, warum Dinge passieren stand im Mittelpunkt. In Der Wolkenatlas wurde einer Seele durch mehrere Leben gefolgt, was als Metapher für die unveränderte menschliche Natur in den unterschiedlichen Zeitaltern voller Unterdrückung und Machtspiele verstanden werden kann.
    In die Knochenuhren heißt der rote Faden Holly Sykes, die in jedem der sechs Teile eine Schlüsselrolle spielt oder gar Protagonistin ist. Holly wird nämllich als Sechzehnjährige, als sie ohne bösen Gedanken auf die Bitte einer Fremden um "Asyl" mit "ja" antwortet zu einer zentralen Figur im Krieg zwischen zwei jahrhundertealten Fraktionen von überzeitlichen Menschen ...


    Der Krieg läuft aber als roter Faden im Hintergrund, muss ich potentielle Leser vorwarnen. Nicht, dass etwas falsches erwartet wird. Es sind sechs Teile, jeder in einem anderen Jahrzehnt, und bei allen ziehen die Überzeitlichen irgendwie die Strippen. Es bleiben die Geschichten der jeweiligen Protagonisten. Ihr seht, es ist einerseits lose, andererseits fest miteinander verwoben. Einerseits macht das Puzzlespielen sehr den Reiz am Buch aus (natürlich gibt es wieder Verweise auf Orte, Figuren und Ereignisse aus Mitchells anderen Büchern, Nerds dürfen sich freuen!), andererseits muss man eben auch damit rechnen, dass ein neuer Abschnitt erstmal mit einer Länge beginnt, um ein neues Setting mit neuen Figuren zu etablieren. Eigentlich keine große Sache, aber falsche Erwartungen sind kacka. Es ist Fantasy aber eben auch Fantasy und nicht nur Fantasy.


    Ich fand das Buch großartig! Es ist auf seine weise zugänglich und auch wieder merkwürdig. Sowas bleibt bei mir hängen. Vielleicht sollte ich wirklich mal mit einem Murakami versuchen?
    Mitchell sagte über Die Knochenuhren sowas wie "I just wrote some stuff about life and death". Und das glaube ich sofort, Leben und Tod ist das zentrale Thema hier. Der andere Klebstoff zwischen den Geschichten, neben Holly Sykes. Entsprechend haben die Figuren Verluste, Ängste, aber auch Liebe und Güte zu erleben. Ich bin einfach immer wieder ehrlich bewegt worden. Mehr kann ich kaum verlangen.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Ich hab mir heute endlich "A little hatred" von Joe Abercrombie vom Buchhändler meines Vertrauens abgeholt! Und ab sofort lese ich das natürlich... hoffentlich bin ich nicht morgen nach einer schlaflosen Nacht damit fertig :D

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Ich lese momentan Feuer und Blut von George R. R. Martin und wow, das Buch ist echt komplex (und echt fett)!! Aber auch echt genial! :love: es ist wie ein Geschichtsband aufgebaut aus einer fiktiven Welt und ich bin vollkommen baff, wie man sowas geniales aus seinem Kopf aufs Papier bingen kann!!


    Es erzählt die Geschichte der Familie Targaeyen von ihrem Aufsteig bis zu ihrem Fall und ich liebe es!!
    Jedoch muss ich sagen, dass ich seit sicher einem Monaten daran lese (und erst knapp 300 Seiten habe), da man es irgendwie nicht in einem Ruck durchlesen kann ... es kann dann auch etwas anstrengend werde und ich brauche zwischendurch auch etwas leichtere Lektüre ^^

    • Offizieller Beitrag

    Ich lese gerade mit meinen Kindern "Fionrirs Reise" von Andreas Arnold. Das Buch wollte Logan zum Geburtstag und wurde auch vom Autor bei Bestellung signiert. :love: Ein Kinderbuch über einen Drachen, der seinen siebten Geburtstag feiert und ein außergewöhnliches Geschenk bekommt. Wir versuchen, jeden Tag ein Kapitel zu lesen, da die Kapitel eine angenehme Länge haben, ohne, dass die beiden irgendwann unaufmerksam werden. :thumbsup: