Nicht Gold, noch Silber

Es gibt 15 Antworten in diesem Thema, welches 5.386 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (24. Januar 2020 um 09:20) ist von Asni.

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    @Chaos Rising, also bitte sehr o.o Aber nicht nörgeln, dass du doch lieber Brüste willst x)

    Diese Kurzgeschichte entstand zum Schreibwettbewerb des Themas "Schatzkiste(n)", warum sie nicht darin gelandet ist, ist egal xD
    Jedenfalls habe ich sie etwas überarbeitet und an meine Welt angepasst. Ich hatte eigentlich gar nicht vor, sie zu posten, ich lasse mich einfach zu leicht überreden :D


    Nicht Gold, noch Silber

    „... und dann sind wir durch ein Loch zwischen den Wurzeln gefallen und hier gelandet.“ Der Junge gestikulierte wild mit den Armen und verfehlte dabei zweimal nur knapp das kleine Mädchen neben ihm, das ihn fast schon ehrfürchtig beobachtete.
    Der alte Mann kratzte sich am Kinn. „Das klingt alles sehr interessant, was du erzählst. Trotzdem erklärt das nicht, wie ihr beide hierher kamt, und warum du meine eigentliche Frage nicht beantwortet hast.“ Der Junge runzelte die Stirn, schaute erst das Mädchen an und dann wieder den alten Mann.
    „Ich fragte, wer ihr beiden seid. Ich bekomme hier nicht oft Besuch ... Eigentlich gar keinen, wenn ich es genauer betrachte.“ Nun runzelte der alte Mann die Stirn. Er kratzte sich erneut am Kinn und blickt das kleine Mädchen an. „Magst du mir vielleicht erzählen, wer ihr seid?“ Sie schien sich nicht im mindesten vor ihm zu fürchten, ob wohl sie ihm im Gegensatz zu seiner Größe geradezu lächerlich winzig erschien. Aber vielleicht, nur vielleicht, kam ihm das auch nur so vor, weil er ewig keine Menschen mehr gesehen hatte - und Kinder erst recht nicht. „Ich bin Mira“, sagte das Mädchen freudig und deutete einen Knicks an. „Und das ist mein Bruder Lu.“
    „Großer Bruder“, fügte der Junge noch schnell hinzu und reckte Stolz die Nase in die Luft. „Ich bin ein ganzes Jahr älter als sie.“
    Der alte Mann lächelte. „Ich habe auch eine jüngere Schwester. Du, Lu, musst gut auf sie aufpassen und groß und stark werden, damit du sie beschützen kannst, ja?“
    Nun strahlte auch der Junge über das ganze Gesicht. „Ich werde so stark, dass sie niemals Angst haben muss und niemand sie ärgert!“
    „Das ist gut“, sagte der alte Mann. „Dann kommt mal mit, ihr beiden. Ich zeige euch den Weg nach Hause.“
    Er wandte sich ab und ging den dunklen Gang entlang. Damit entgingen ihm die Blicke der beiden Geschwister, bevor diese ihm nachliefen und jeweils eine seiner Hände ergriffen. „Wie heißt du eigentlich? Und bist du ganz allein hier unten?“, fragte Mira, während sie die vorbeiziehenden Bilder an den Wänden betrachtete.
    „Ich habe viele Namen. Ich denke, ihr könnt mich Darkaztai nennen“, murmelte der alte Mann und lauschte den Kindern, wie sie sich bemühten, seinen Namen auszusprechen. Nachdem sich Lu lautstark beschwerte, der Name sei ihm viel zu lang und beschwerlich auszusprechen, einigten sich die Kinder darauf, ihn Aschti zu nennen. Der alte Mann mit Namen Aschti verzog das Gesicht, schien sich allerdings nicht wirklich daran zu stören.

    Nach einiger Zeit durchbrach er die aufgekommene Stille. „Ich bin hier unten nicht allein. Meine Schwester kommt mich oft besuchen“, sagte er so vor sich hin. Er sah den Kindern an, dass sie die Frage längst vergessen hatten und fuhr unbeirrt fort, als sie einen endlos weit erscheinenden Kuppelraum erreichten.
    „So, da wäre wir. Ich bereite noch kurz das Portal für euch vor. Bitte fasst in der Zeit nichts an.“ Damit ließ er die Kinderhände los und entfernte sich mit großen Schritten ein Stück. Vor einer kleinen Anhöhe blieb er stehen und begann, etwas zu murmeln und wild mit den Armen zu fuchteln. Die Kinder schauten ihm noch einen Moment dabei zu, widmeten sich dann aber lieber ihrer Umgebung. Neben der Anhöhe war der Kuppelraum gefüllt mit langen Regalen und Schränken, alle aus dunklem Holz. Manche größer, manche kleiner. Einige geschlossen, andere mit Glasvitrinen.
    Mit großen Augen untersuchten Junge und Mädchen die Schränke und mussten feststellen, dass sich darin kleine Kisten und Kästchen befanden. Sie waren alle unterschiedlich in Farbe, Form und Material.
    „Johann Welst, Lene Marsch, Ruks ...“, las Lu die Namen vor, welche auf den Kästchen vor ihm standen, und schnitt eine Grimasse. „Ruks ist ein seltsamer Name.“
    Mira nickte. Sie fuhr vorsichtig mit ihren Fingern über die kunstvollen Schnitzereien auf den Kisten. „Weißt du, was seltsam wäre?“
    Lu schaute seine Schwester fragend an.
    „Wäre es nicht wunderlich, wenn hier auch Kästchen mit unseren Namen wären?“, fragte sie leise. „Wie sie wohl ausschauen würden? Und ob meines auch so schön wäre?“
    Lu grinste frech. „Wer‘s zuerst findet!“, rief er und flitzte um die nächste Ecke. Lachend lief Mira ihm hinterher.

    Drei Stunden später, die Kinder suchten noch immer nach ihren Kästchen, ging ein Raunen durch den Raum und sammelte sich als Portal auf der Anhöhe. Aschti senkte erschöpft seine Arme. Innerlich schallte er sich dafür, für eine Kleinigkeit so lange benötigt zu haben. Dann machte er sich auf, Lu und Mira zu suchen.
    Es war nicht schwer, die beiden zu finden. Ihr Gekicher und ihre Schritte waren in der sonst so stillen Halle nicht zu überhören.
    „Amüsiert ihr beiden euch gut?“, fragte Aschti, als er schließlich vor ihnen stand.
    Mira prustete los. „Auf dieser Kiste steht ‚Wiebold Pummelbein‘“, quiekte Lu und Tränen liefen ihm über seine Wangen, als er sich vor Lachen schüttelte.
    Sogar Aschti musste darüber schmunzeln. Er betrachtete die Kinder und die ganzen kleinen Kisten, die auf dem Boden lagen. „Ihr habt hier ganz schön Unordnung angerichtet.“ Er schaute sie vorwurfsvoll an, musste jedoch feststellen, dass es ihm nicht sonderlich gut gelang. Er hob die Hände, murmelte etwas und all die Kästchen schwebten auf ihre Plätze zurück. Mira und Lu staunten nicht schlecht, doch Aschti ließ ihnen nicht mehr Zeit. „Kommt ihr beiden, ich bringe euch jetzt Heim.“ Da sprangen die beiden freudig auf, doch kaum hatte der alte Mann sich umgedreht, sie zu dem Portal zu lotsen, schrie Lu auf einmal auf. „Da! Da ist sie!“ Er öffnete einen Schrank mit gläsernen Türen und griff nach einer kleinen Truhe, die er sofort vor Miras Nase hielt. „Hier steht mein Name: Lu Foster. Und Mutters und dein Name stehen auch hier!“
    Mira bekam sofort große Augen und nahm sich ebenfalls ihre kleine Truhe. Beide Kästchen waren recht schmucklos und aus einfachem Holz gefertigt. Sie seufzte enttäuscht und Aschti war klar, dass sie sich eine hübschere Truhe gewünscht hatte. Mit zwei großen Schritten war er bei den Kindern und nahm ihnen die Kästchen aus den Händen, bevor sie hineinsehen konnten.
    „Hey, gib das wieder her“, rief Lu, doch Darkaztai schüttelte nur den Kopf.
    „Ich weiß, ihr beiden seid neugierig. Dennoch kann ich euch nicht hineinsehen lassen“, sagte er ruhig. „Jedes Lebewesen mit Bewusstsein hat hier in dieser Halle von Geburt an so ein Kästchen, aber keiner darf hineinschauen, ehe seine Zeit nicht gekommen ist.“
    „Was meinst du damit, dass „seine Zeit gekommen ist? Und warum hat mein Kästchen keine Schnitzereien und Verzierungen?“ Mira schmollte noch immer, was deutlich an ihrer bebenden Unterlippe zu erkennen war.
    „Du bist noch jung, Mira. Dein Kästchen wird sich verändern, je nachdem welche Entscheidungen du triffst.“ Dem Mädchen war anzusehen, dass sie nicht verstand. Er atmete tief ein. „Wenn eure Zeit gekommen ist, am Ende eures Lebens, werdet ihr beide hierher zurückkommen. Dann dürft ihr euch anschauen, was in euren Truhen ist“, Darkaztai nahm eine hübsch verzierte Truhe aus dem Regal und öffnete sie. Darin befanden sich zwei unterschiedlich große Kugeln. Die eine strahlte warmes, die anderen kühles Licht aus. Er deutete auf die warme Lichtkugel. „In dieser hier befinden sich alle Erinnerungen und Gefühle, welche ihr je gefühlt habt. Und in dieser“ Er zeigte auf die andere Kugel. „befinden sich all die Erinnerungen und Gefühle, die ihr noch erleben könntet. Egal, wie ihr euch entscheidet, alles euch mögliche findet sich hier drin. Aber ihr müsst euer Leben von euch aus leben, deshalb dürft ihr es noch nicht ansehen.“ Nun war auch Lu anzusehen, dass er nicht mehr verstand, doch Darkaztai lächelte nur und drückte beiden Kindern jeweils einen kleinen, unscheinbaren Schlüssel in die Hand.
    „Diese Schlüssel können euch eines Tages wieder zu mir führen, wenn das euer Wunsch ist. Kommt.“ Mit diesen Worten führte er die Kinder zu dem Portal auf der Anhöhe.
    „Mira, Lu, ihr müsst nur hindurchschreiten, dann seid ihr wieder zuhause. Eure Mutter wartet auf euch.“
    Vergessen waren all die seltsamen Kästchen. Lu lief sofort auf das Portal zu, erst kurz davor blieb er stehen und dreht sich zu Mira um. „Komm schon, wir müssen schnell Heim.“
    Das Mädchen hingegen schien noch etwas auf dem Herzen zu haben. Darkaztai wollte sie gerade fragen, doch da platzte sie schon heraus „Du siehst plötzlich so viel jünger aus, Aschti! Einfach hundert Jahre jünger. Wie hast du das gemacht?“
    Der mittlerweile junge Mann lächelte nur und legte einen Finger auf den Mund. Dann schob er Mira zum Portal. Sie umarmte ihn noch einmal und nahm die Hand ihres Bruders. Gemeinsam schritten sie durch das Portal. Ihnen lange nach klangen Darkaztais Worte „Erinnert euch. Kommt mich besuchen, sobald ihr versteht. Nicht Gold, noch Silber sind so wertvoll wie eure Erinnerungen.“

    Darkaztai ging mit bedächtigen Schritten durch die Kuppelhalle. Er hatte lange keinen lebendigen Besuch mehr gehabt.
    „Du kommst so wundervoll mit Kindern klar. Bedauerlich, dass sie nicht noch bleiben konnten, nicht wahr?“, zwitscherte eine helle Stimme. „Schön, dass mein geliebter Bruder nicht mehr aussieht wie ein alter Greis. Die Jugend steht dir gut.“ Er hörte seine Schwester lachen. Sie zählte wohl kaum als Besuch.
    Die Kinder waren ... erfrischend“, gab er zu und betrachtete seine neu gewonnene Jugend lächelnd in einem der Spiegel, die an manchen Schränken angebracht waren. „Ich sehe gut aus für den Herrn der Totenreiche, nicht wahr?“
    Damit rückte er seine Robe zurecht und verschwand in einem der angrenzenden Gänge.

    Keen to the scent, the hunt is my muse
    A means to an end this path that I choose
    Lost and aloof are the loves of my past

    WAKE THE WHITE WOLF, remembrance at last

    Chaos hat gesagt, dass ich "süß und flauschig" bin :love:

    2 Mal editiert, zuletzt von Hikari (26. Februar 2019 um 17:49) aus folgendem Grund: Korrektur

  • Ein wirklich schönes Geschichtchen @Hikari. Das wolltest du uns tatsächlich vorenthalten? Gut, dass du dich hast überreden lassen :) Ich habe tatsächlich überhaupt nichts zu beanstanden an dem Text. Er liest sich einfach schön flüssig und du schaffst es in der Kürze der Zeit eine tolle Atmosphäre/Stimmung aufzubauen. Vor allem die Kinder sind dir gut gelungen. Ich hatte sofort ein Bild von den beiden vor Augen. Aber auch die Art und Weise, wie du Darkaztei gezeichnet hast, fand ich toll. Die Idee mit den Kästchen finde ich super....eine rundum schöne kleine Story :thumbsup:

    LG,
    Rainbow

    • Offizieller Beitrag

    Hey @Hikari,

    Nachdem die Brüste eh in Modarbeit verschwunden sind ... :pardon:

    Also ich finde die Geschichte echt gut :D
    Ich steh ja auf den Tod in all seinen Ausführungen und Inkarnationen xD (Falls man das noch immer nicht gemerkt haben sollte)
    Ich finde es immer schön, wenn der Tod nicht der Böse ist, sondern ... normal :D
    Wobei ich mir da am Ende gar nicht so sicher bin, ob er den Kids nu was von der Lebensenergie geklaut hat, oder ob er einfach nur "auftaut" weil mal Leben in der Bude is :D
    Immerhin hat er gesagt sie dürfen nix anfassen, was sie natürlich ned interessiert hat :rofl:

    Sehr gut geworden :)

    Zwei kleine Anmerkungen:

    „Großer Bruder“, fügte der Junge noch schnell hinzu und reckte Stolz die Nase in die Luft. „Ich bin ein halbes Jahr älter als sie.“

    Halbbruder nehme ich an? :D
    Sonst wären 6 Monate älter etwas knapp oder? :rofl:


    Und falls du es nochmal überarbeitest, könntest du ein bisschen auf die Wiederholungen achten ("Der Junge" @Etiam, hast du sie angesteckt?, "Das Mädchen" etc. ) :)

    Ansonsten hab ich wirklich nix zumeckern :D

    Chaos mag :love:

    LG Chaos

  • @Rainbow Hehehe, dankeschön :blush: Ich weiß, ich bin ein egoistisches x) Freut mich, dass es dir gefällt. Gerade bei den Kindern hatte ich tatsächlich Sorge, dass sie nicht so richtig echt wirken. Da freu ich mich natürlich ganz besonders, wenn sie doch gelungen sind :D


    @Chaos Rising Tjaja, wirklich schade, wir versuchens dann einfach beim 2000. Beitrag nochmal. Ich hätte auch schon eine Idee, wie die Mädels ausknobeln können, wer deinen Kommi bekommt. Ich denke da an sowas wie ... Foren-Schlammschlacht in Bikinis :hmm:

    Beim Tod geht es mir genauso. Warum sollte der auch immer der Böse sein? ^^
    Er ist aber gar nicht der Tod :!: Seine Schwester ist der Tod. Er passt auf die Totenreiche und die Seelen auf, und natürlich auf die Erinnerungen und Möglichkeiten. Die beiden teilen sich quasi die Aufgaben. Sie sammelt ein und bringts zu ihm, er passt drauf auf und schickts beizeiten wieder zurück ins neue Leben ^^

    Und was die Kinder angeht. Er hat ihnen nichts gemoppst xD Er hat sich bloß wieder jünger gefühlt, also isser jünger geworden. Wenn das nur bei allen so gehen würde :pardon:

    Halbbruder nehme ich an?
    Sonst wären 6 Monate älter etwas knapp oder?

    Dieser Moment, wenn man vor dem Laptop sitzt und sich denkt "Warte ... Was zur Hölle hab ich da geschrieben?!" xD
    Fuuu, da hab ich gar nicht drangedacht :patsch:

    Ich werd es bestimmt irgendwann nochmal durch gehen und ein bisschen daran herumbasteln. Die Wiederholungen sind mir erst aufgefallen, nachdem du es erwähnt hast. Verdammt, ich schwächel ein bisschen x)


    Hikari mag, dass Chaos mag :love:

    flauschige Grüße
    Hikari

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    Chaos hat gesagt, dass ich "süß und flauschig" bin :love:

  • Hi @Hikari

    Bin krank und sitze zu Hause rum, bin das Forum etwas am durchforsten und dabei auf diese Geschichte gestossen. Sie ist wirklich sehr hübsch und schön geschrieben. Ich mag Geschichten, in denen der Tod eine liebevolle Figur ist und sich eigentlich noch so sehr von uns irdischen Unterschiedet. Denn Hades war ja eigentlich der mitfühlendste und netteste der Brüder, was auch der Grund war, warum er Herr des Totenreiches wurde.

    „Großer Bruder“, fügte der Junge noch schnell hinzu und reckte Stolz die Nase in die Luft. „Ich bin ein halbes Jahr älter als sie.“

    Ehm...hihi ich glaube diese Rechnung geht nicht ganz auf xD oder? Ausser du hast dir dabei was besonderes überlegt.

    „Du bist noch jung, Mira. Dein Kästchen wird sich verändern, je nach dem welche Entscheidungen du triffst.“

    Das ist ein wirklich schöner Gedanke! Unsere Taten formen uns und unsere Seele.

    „Ich sehe gut aus für den Herrn der Totenreiche, nicht wahr?“
    Damit rückte er seine Robe zurecht und verschwand in einem der angrenzenden Gänge.

    Ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, ob sie sich im Totenreich bewegen :) ist ein wirklich schöner Abschluss der Geschichte.

    Liebe Grüsse
    Fly

    "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

    Eigenes von Fly
    Schatten unter London

  • hallo Hikari

    ich sitze gerade vor deiner Erzählung und versuche herauszufindeg, warum sie nicht angenommen wurde. Um es kurz zu machen, weil du das Thema verfehlt hast. Eine Schatzkiste muss nicht Gold und Silber erhalten, aber auch nicht Tod und Teufel. Viell. einen Haufen bizarre Steine oder ein Bündel geistreicher Erzählungen, und hundert Kästchen ergeben immer noch keine Kiste. Du hast es gemerkt und den Titel dementspr. geändert.

    Der Plot ist ja nicht uninteressant, aber die Gesch. bedarf dringend erneuter Bearbeitung, wenn etwas Fundiertes daraus werden soll. Zu Rechtschreibfehlern und stilist. Ungenauigkeiten sage ich nichts, das haben anschnd. schon andere getan.
    Hier einige Hinweise:
    Zwei kleine Kinder fallen durch ein Loch und landen flugs in der Unterwelt und einem freundlichen alten Mann, dem Tod, vor die Füße. Der Alte ist einsam: "Ich bekomme hier nicht oft Besuch..."
    Wie, der Herr der Unterwelt bekommt keinen Besuch, schon gar nicht von Kindern? Du weißt anschn. nicht, vieviele Kinder auf dieser Welt tagtäglich sterben!
    "... und jeweils eine seiner Hände ergriffen..." Ja wieviele Hände hat er denn?
    "... einigten sich die Kinder darauf, ihn Aschti zu nennen." Warum? Daki läge doch viel näher? Außerdem, ob sie das wohl wagen würden, ihn Aschti zu nenen, den HERRN der U.?
    Was soll sie Erwähnung der Schwester? Die taucht doch nie wieder auf!
    Kästchen sind keine Kisten und erst recht keine Truhen.
    Gute Idee: dass sich die Schicksals-Kästchen im Laufe der Zeit verändern. (Die Schicksals-Idee müsste deutlicher herausgearbeitet werden.) Aber müssen es Verziehrungen sein? Warum nich Kerben oder Risse? Denn das Schicks. kann doch richtig ruppig sein. Und hier gleitet die Geschichte ins Kindliche ab und ist für einen best. Leserkreis nicht mehr interessant. Oder soll das eine Gutenachtgeschichte für die kl. Schwester sein?
    Kommen wir zum zentralen Punkt: den beiden Lichtkugeln. Zunächst: keine schlechte Idee. Dann aber:
    "... befinden sich all die Erinnerungen..., welche ("die" wäre besser) ihr noch erleben könntet." Wieso könntet? An welche Bedingung wird das geknüpft?
    "Egal wie ihr euch entscheidet..." klingt nach Determinismus und widerspricht dem Satz, wo sie ihr Leben "von sich aus" leben sollen.
    "... alles euch mögliche..." Nein. Das Leben besteht nicht nur aus Gefühlen und Erinnerungen. Durch diese Oberflächlichkeiten verpufft die schöne Idee ihr Potential.
    Liebe Hikari, ich hoffe, ich habe dich nicht verstört. Es ist ja auch nur eine Meinung, andere mögen´s anders sehen. Die Geschichte zeigt, dass du schreiben kannst. Aber du kannst es noch besser!
    LG
    vom wunderkind

    • Offizieller Beitrag

    Hey @wunderkind

    Um es kurz zu machen, weil du das Thema verfehlt hast.

    Nachdem ich für den angesprochenen Schreibwettbewerb verantwortlich bin kann ich sagen, dass das nicht stimmt.
    Der Text erfüllt das Thema so, wie er hier steht sehr wohl und wäre auch angenommen worden. (Ich weiß auch ehrlichgesagt nicht, wie du auf gegenteiliges kommst, das steht nirgends)
    @Hikari konnte nicht teilnehmen, weil wir im Team einen Fehler gemacht haben und die Einsendefrist versehentlich einen Tag zu früh beendet haben. Sie wollte das vermutlich schlicht nicht hier ausbreiten, aber bevor hier komische Gerüchte entstehen, (von wegen Texte beim Schreibwettbewerb werden nicht angenommen etc.)

    Dies wäre übrigens ein guter Zeitpunkt für dich, mal deine persönlichen Nachrichten zu lesen.

    LG Chaos

  • @97dragonfly danke für deinen lieben Kommi :) extra für dich und @Chaos Rising hab ich das Alter des Jungen auf ein ganzes Jahr angepasst. Es hat mich dann auch zu sehr gestört x)


    Hallo @wunderkind,

    ich würde mich gern für deinen Kommentar bedanken, allerdings ist dieser weder freundlich oder wenigstens höflich, noch sonderlich konstruktiv, noch scheinst du meine Geschichte verstanden zu haben. Also mache ich mich, lieb wie ich bin, nun daran, dir dies hoffentlich etwas verständlicher zu machen.

    Spoiler anzeigen

    Hallo Hikari,

    ich sitze gerade vor deiner Erzählung und versuche herauszufinden, warum sie nicht angenommen wurde. Um es kurz zu machen, weil du das Thema verfehlt hast.

    Zunächst einmal frage ich mich, wie du darauf kommst, dass meine Geschichte nicht angenommen wurde. Denn sowas hat nie irgendjemand irgendwo behauptet. Dass sich meine Geschichte nicht beim Wettbewerb lesen lässt, ist das Resultat eines Missverständnis, dass ich hier eigentlich nicht weiter breittreten wollte. Zudem wüsstest du auch, dass meine Geschichte alle Anforderungen für den Wettbewerb erfüllt, wenn du dich vorher mal mit dem Schreibwettbewerb und seinen Regeln befasst hättest.

    Eine Schatzkiste muss nicht Gold und Silber enthalten, aber auch nicht Tod und Teufel. Vielleicht einen Haufen bizarrer Steine oder ein Bündel geistreicher Erzählungen, und hundert Kästchen ergeben immer noch keine Kiste.

    Du hast Recht mit dem, was in einer Schatzkiste nicht enthalten sein muss und was darin enthalten sein kann, und auch dass aus hundert Kästchen nicht einfach eine Kiste wird. Bedauerlicherweise scheint dir aber nicht klar zu sein, dass ein Kästchen auch eine kleine Kiste oder Truhe sein kann. Das ist sehr wohl eine Frage der Definition. Zu dumm.

    Du hast es gemerkt und den Titel dementsprechend geändert.

    Da gab es nicht zu bemerken. Der Titel war von Beginn an "Nicht Gold, noch Silber". Ich schätze mal, du hast den Titel mit dem vorgegebenen Thema, "Schatzkiste(n)", verwechselt. Kann ja mal passieren. Allerdings hättest du auch das vermeiden können, hättest du dich vorher mit dem Wettbewerb und den Regeln auseinandergesetzt.

    Der Plot ist ja nicht uninteressant, aber die Geschichten bedarf dringend erneuter Bearbeitung, wenn etwas Fundiertes daraus werden soll. Zu Rechtschreibfehlern und stilistischen Ungenauigkeiten sage ich nichts, das haben anscheinend schon andere getan.

    Ich würde gerne erfahren, was genau für dich "etwas Fundiertes" ist. Bedauerlich empfinde ich es auch, dass du zu den Fehlern und "stilistischen Ungenauigkeiten" nichts sagen möchtest und mir damit die Möglichkeit nimmst, mich dahingehend durch deine Entdeckungen zu verbessern.

    Zwei kleine Kinder fallen durch ein Loch und landen flugs in der Unterwelt und einem freundlichen alten Mann, dem Tod, vor die Füße.

    Zunächst einmal ist der freundliche alte Mann nicht der Tod. Dass du das gedacht hast, kann ich dir nicht wirklich übel nehmen, denn das habe ich nicht ganz oben erwähnt sondern erst in meiner Antwort auf Chaos Risings und Rainbows Kommentare.
    Wobei wenn du dir die Kommentare durchgelesen hast, wie ich aus "Zu Rechtschreibfehlern und stilistischen Ungenauigkeiten sage ich nichts, das haben anscheinend schon andere getan." schließe, hättest du das durchaus wissen können. Oder aber du schriebst dies nur, um eine Ausrede zu haben, mir zu selbigen Fehlern und Ungenauigkeiten keine Anmerkungen zu schreiben. Das würde ich dir aber selbstverständlich niemals unterstellen wollen.

    Also auch hier noch einmal nur für dich. Er ist nicht der Tod. Seine Schwester ist der Tod bzw. diejenige, die für das Einsammeln der Seelen zuständig ist. Er ist der Herr der Totenreiche, also dem Ort, an dem die Erinnerungen der Lebenden und Verstorbenen sowie ihre Seelen aufbewahrt und eben diese Seelen beizeiten wieder in den Fluss des Lebens gelegt werden. Ich hoffe mal, dass das nun für dich besser verständlich ist.

    Der Alte ist einsam: "Ich bekomme hier nicht oft Besuch_[...]"

    Meine Intention hinter diesem Satz war nicht, ihn einsam erscheinen zu lassen, sonst hätte ich es anders formuliert. Zudem würde der Herr der Totenreiche wohl kaum zwei Kindern, die er gerade erst gefunden hat, sagen, dass er einsam ist. Das ist einfach unlogisch. Viel eher drückt es die Überraschung und Irritation aus, die er bei ihrem Treffen verspürt.

    Wie, der Herr der Unterwelt bekommt keinen Besuch, schon gar nicht von Kindern? Du weißt anscheinend nicht, wie_viele Kinder auf dieser Welt tagtäglich sterben!

    Wie ich nun schon ein Stück weiter oben erklärt habe, ist er nun einmal nur der Herr der Totenreiche. Er hat weder mit lebenden, noch mit toten Personen zu tun. Er "arbeitet" nur mit ihren Erinnerungen und Möglichkeiten und ihren Seelen.
    Ich schätze mal, da habe ich irgendwie einen Nerv getroffen? Immerhin wirst du ja doch ziemlich persönlich. Ich mag vielleicht nicht wissen, wie viele Kinder genau tagtäglich sterben, aber es sind viele. Und ich empfinde es als anmaßend, dass du mich offensichtlich persönlich angreifst, weil du Realität und Fiktion nicht unterscheiden kannst. Ebenfalls ist es anmaßend, dass du trotz meiner einleitenden Worte "Jedenfalls habe ich sie etwas überarbeitet und an meine Welt angepasst." meiner Welt bzw. eine Geschichte aus meiner Welt in die Realität überträgst, um dich dann scheinbar darüber zu pikieren, dass sie nicht zur realen Welt und deinem Weltbild passt. Das ist meiner Meinung nach ziemlich schwach.

    "[...] und jeweils eine seiner Hände ergriffen_[...]" Ja, wie_viele Hände hat er denn?

    Entschuldigung, ich hätte anscheinend "[...] und jeweils eine seiner zwei/beiden Hände ergriffen [...]" schreiben sollen. Mir war nur nicht klar, dass es hier im Forum Menschen gibt, die offensichtlich nicht wissen, das ein typischer menschlicher Körper zwei Hände hat. Ich entschuldige mich vielmals, dass ich dich offenbar falsch eingeschätzt und ein gewisses Maß an Biologiekenntnissen vorausgesetzt habe.

    "[...] einigten sich die Kinder darauf, ihn Aschti zu nennen." Warum? Daki läge doch viel näher? Außerdem, ob sie das wohl wagen würden, ihn Aschti zu nenen, den HERRN der Unterwelt?

    Für die Kinder ist er nun einmal nicht der Herr der Totenreiche. Er hat es ihnen nicht gesagt und es wurde nirgendwo erwähnt, dass sie es wissen. Also kannst du davon ausgehen, dass sie es zumindest zum Zeitpunkt dieser Geschichte noch nicht wissen.
    Mit seinem Namen magst du insofern richtig liegen, dass "Daki" wohl tatsächlich näher an seinem richtigen Namen liegt. Jedoch sind Kinder zuweilen sehr kreativ, handeln selten für Erwachsene logisch, und ich mochte Aschti als Name einfach lieber. Verbuche es unter kreative Freiheit oder wie auch immer. Meine Entscheidung.

    Was soll die Erwähnung der Schwester? Die taucht doch nie wieder auf!

    Er erwähnt seine Schwester, weil die Kinder ihn an seine Beziehung mit ihr erinnern, weil er ebenfalls ein Familie hat und es ein von mir gewähltes Mittel ist, ihm ein bisschen Charakter und Menschlichkeit einzuhauchen. Eben jene Schwester taucht im übrigen am Ende der Geschichte auf und redet mit ihm.

    Kästchen sind keine Kisten und erst recht keine Truhen.

    Eben doch. Nehmen wir nun einmal ein Bild von einem Kästchen, wie es in der Geschichte vorkommen könnte

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    Dieses schöne, verzierte Kästchen ist genauso eine kleine Truhe oder eine kleine Kiste. Es ist alles eine Frage der Perspektive und der Definition. Ende der Diskussion.

    Gute Idee: dass sich die Schicksals-Kästchen im Laufe der Zeit verändern. (Die Schicksals-Idee müsste deutlicher herausgearbeitet werden.) Aber müssen es Verziehrungen sein? Warum nicht Kerben oder Risse? Denn das Schicksal kann doch richtig ruppig sein.

    Danke, wobei es keine Schicksals-Kästchen sind. Vielmehr sind sie mit den jeweiligen "Besitzern" verbunden und verändern sich mit ihnen. Dass ich diese Idee nicht weiter erläutert habe, liegt vor allem an zwei Dingen. Zum einen ist es eine Kurzgeschicht, die nur eventuell noch an eine größere Geschichte angeknüpft wird, zum anderen habe ich entschieden, dass eine ausführlichere Erklärung fehl am Platze wäre. Denn weder würde es Sinn ergeben, ließe ich Darkaztei ausführlich darüber nachdenken, noch würde es zum Verhalten und Charakter der Kinder passen, es sich von ihm erklären zu lassen.
    Genauso habe ich mich für Verzierungen entschieden, weil ich das einfach als passender empfinde. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass Kerben oder Risse auf den Kästchen entstehen oder dass die Verzierungen nicht alle filigran und wunderschön sind. Aber dagegen steht auch nichts in der Geschichte, weil ich mir meine kreativen Möglichkeiten nicht verbauen will.

    Und hier gleitet die Geschichte ins Kindliche ab und ist für einen bestimmten Leserkreis nicht mehr interessant. Oder soll das eine Gutenachtgeschichte für die kleine Schwester sein?

    Ich wüsste gern, warum es für dich hier ins Kindliche abdriftet. Denn meinem Gefühl nach, bei dem ich mich natürlich auch irren kann, haben sich vom Anfang bis zu diesem Punkt die Stimmung und die Sprache nicht in Richtung "kindlich" verändert.
    Dass nicht jeder meine Geschichten interessant findet, ist eben normal. Ich zwinge ja niemanden, sie zu lesen. Allerdings würde ich es schade finden, meine Kurzgeschichte, die vielleicht sogar noch irgendwo anschließen könnte, als Gutenachtgeschichte zu deklarieren. Mal abgesehen davon, dass sie sich dafür absolut nicht eignet.

    Kommen wir zum zentralen Punkt: den beiden Lichtkugeln. Zunächst: keine schlechte Idee. Dann aber:
    "[...] befinden sich all die Erinnerungen_[...], welche ("die" wäre besser) ihr noch erleben könntet." Wieso könntet? An welche Bedingung wird das geknüpft?
    "Egal, wie ihr euch entscheidet_[...]" klingt nach Determinismus und widerspricht dem Satz, wo sie ihr Leben "von sich aus" leben sollen.

    Ich mag "welche/welcher/welches" statt"der/die/das" gern benutzen. Es wäre nicht besser, es gehört zu meinem Stil.
    Er meint damit, dass jede ihrer Entscheidungen sie zu anderen Erinnerungen und Möglichkeiten führt. Würde man sich das Leben wie einen Baum vorstellen, würde, einfach gesagt, nach jeder Entscheidung der Bereich wegfallen, für den man sich nicht entschieden hat. Da man im Leben so viele Möglichkeiten und quasi unendliche Entscheidungswege hat, sagt er damit einfach nur, dass alles was nach jeder einzelnen Entscheidung zu jedem Zeitpunkt sein könnte, in dieser Kugel als mögliche Erinnerungen und Gefühle zu finden ist.
    Natürlich "widerspricht" dieser Satzteil dem "von sich aus" leben, aber was erwartest du, wenn du ihn aus dem Kontext nimmst? Der vollständige Satz lautet: "Egal, wie ihr euch entscheidet, alles euch mögliche findet sich hier drin." Was nichts anderes bedeutet, als das, was ich eben schrieb. In der warmen Kugel ist alles bisher erlebte, in der kühlen Kugel jedoch alles, was noch sein kann. Z.B. wenn der Junge sich nach dem Durchschreiten des Portals dazu entscheidet, über einen Stein zu hüpfen oder rechts oder links um ihn herumzugehen, und als Konsequenz vielleicht auf der linken Seite über eine Wurzel zu stolpern.
    Insofern widerspricht es sich nämlich in keinster Weise. Dass sie nicht hineinsehen dürfen, soll ihnen die Möglichkeit geben, ohne das Wissen um ihre Zukunft unabhängig Entscheidungen zu treffen.

    Nein. Das Leben besteht nicht nur aus Gefühlen und Erinnerungen. Durch diese Oberflächlichkeiten verpufft die schöne Idee ihr Potential.

    Nein, das tut es nicht. Und das hat auch niemand behauptet, oder? Ich verstehe nicht, was genau daran oberflächlich sein soll. Und ich verstehe auch nicht, wo du denkst, dass ich Potential "verpuffen" lasse. Denn so wie es ist, ist es genau das, was ich will und für meine Geschichten und meine Welt brauche. Es mag vielleicht sein, dass du die Idee dahinter nicht verstehst oder sie dir so einfach nicht gefällt, aber sie ist perfekt, so wie sie ist. Mich würde interessieren, was genau dir für dein volles Potential bei meiner Geschichte fehlt, denn ich frage mich, ob es am Ende nicht genau das ist, was ich die ganze Zeit nicht wollte.
    Tatsache ist nunmal, Gefühle und Erinnerungen sind nicht das einzige im Leben, aber mit das Wichtigste. Denn deine Erinnerungen formen dich, schließlich ist jede Erinnerung eine Erfahrung, die du gesammelt hast. Ohne Erinnerungen ist man quasi nichts. Genauso wie Gefühle eng mit den Erinnerungen verbunden sind. Und jede Erinnerung samt ihrer Gefühle ist einzigartig.

    Liebe Hikari, ich hoffe, ich habe dich nicht verstört. Es ist ja auch nur eine Meinung, andere mögen's anders sehen. Die Geschichte zeigt, dass du schreiben kannst. Aber du kannst es noch besser!
    LG
    vom wunderkind

    Tja, und nun bin ich am Ende deines Kommentares angekommen. Nein, du hast mich nicht verstört und ich respektiere deine Meinung über meine Geschichte, die Idee und ihre Umsetzung. Es ist schön zu hören, dass ich trotz deiner für dich aufgefundenen Mängel anscheinend doch eine gute Geschichte geschrieben habe, und dass du glaubst, ich könnte mehr.
    Es ist jedoch so, dass die Art, wie du kritisierst, auch wenn es vielleicht nicht so gemeint ist, oft sehr verletzend und teils sogar anmaßend oder herablassend wirkt. Das finde ich schade, denn ich freue mich zwar, wenn meine Geschichten anderen gefallen, aber ebenso freue ich mich über konstruktive Kritik und ich würde mir wünschen, dass wir respektvoll und zumindest ein bisschen höflich miteinander an Geschichten arbeiten können. Dazu würde ich mir auch gern durchlesen, woran genau es deiner Meinung nach hapert und wo genau ich was und wie verbessern könnte. Denn nur so kann ich daraus lernen oder mich dazu entscheiden, daraus nicht zu lernen.


    Liebe Grüße

    Hikari

    Keen to the scent, the hunt is my muse
    A means to an end this path that I choose
    Lost and aloof are the loves of my past

    WAKE THE WHITE WOLF, remembrance at last

    Chaos hat gesagt, dass ich "süß und flauschig" bin :love:

  • Er sah den Kindern an, dass sie die Frage längst vergessen hatten und fuhr unbeirrt fort

    Nicht nur die Kinder hatten die Frage vergessen :whistling:

    Ich fand die Geschichte wirklich schön zu lesen :love:
    Der nette alte Mann, die süßen Kinder, die sich veränderten Kisten~ Eine großartige Idee. Solche Szenen stell ich mir immer gerne als Film oder Anime vor. Diese Kurzgeschichte würde sie großartig als ... ja Kurzgeschichte eignen XD Wie die ganzen Pixar Filchmen. Youtube ist voll mit schönen, kurzen Animationen. Man könnte das Ganze sogar ohne Worte zeichenn.

    Nur eins habe ich nicht verstanden (Und ich habe die meisten anderen Kommentare nicht gelesen, sorry, falls es schon erklärt wurde). Warum ist der Mann jetzt wieder jung? Hat er den Kindern Lebensergie abgesaugt? kann ich mir nicht vorstellen. Eher, dass sie ihm wieder "belebt" haben, mit ihrer fröhlichen Art.

    Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
    Josh: Meine Prophetin!

  • Hallo Hikari,

    ich habe versucht meine Textanalyse ohne Rüchsicht auf Befindlichkeiten vorzunehmen und erwartet, dass der Verf., nicht weil er lieb ist, sondern an eine Auseinandersetzung mit dem Text interssiert, darauf antwortet. Das hast du getan, und ich antworte ebenfalls.

    Zunächst: Wenn ich lese, dass eine Geschichte in einem Schreibwettbewerb 'nicht gelandet' ist, muss ich annehmen, dass sie angelehnt wurde. Da hätte viell. ein kleiner Hinweis für den Grund geholfen. Die nachträgliche Belehrung nützt mir jetzt nichts mehr. Wenn ich eine Geschichte lese, will ich nicht vorher nach Wettbewerben suchen oder Forenregeln durchackern. Außerdem sind sie mir bekannt. Dass ich nicht freundlich genug war, tut mir aufrichtig leid, und ich gelobe Besserung.

    Du wirfst mir vor, ich verstünde die Geschichte nicht. Das mag ja sein und ist mein gutes Recht. Aber es gibt Dinge,die trotzdem nicht gehen. Z.B. dass der Tod die Schwester des alten Mannes sein soll, wie ich weiter oben lese. 'Der Tod' ist eine Allegorie, eine Personifizierung der Vergänglichkeit, das Gegenteil des weiblichen Prinzips der lebensspendenden Mutterschaft. Schon vor daher kommt eine 'Geschlechtsumwandlung' nicht infrage. Deshalb nahm ich eben an, dass der alte Mann es ist. Der Tod kann nicht die Schwester sein.

    "Das erklärt doch nicht..." Sie sind doch durch das Loch gefallen. Mehr ist mM als Erklärung nicht nötig. Und wenn er der Herr der Unterwelt ist, dürfte es ihm nicht entgangen sein.

    Nach wie vor ist für mich eine Kiste kein Kästchen. Wenn du Kästchen meinst, musst du auch Kästchen schreiben, oder v. m. a. kleine Kiste, denn ich stell mir das ja vor und bin dann verwirrt, wenn ich plötzlich etwas anderes lese. Auch eine Truhe (Bild) ist keine Kiste. Nicht unsonst heißt es eine Kiste Cola und nicht eine Truhe Cola.
    Zum 'Fundiertes' später.
    Ich nahm wirklich an, dass sich schon andere Leute mit Fehlern und Ungenauigkeiten befasst haben, du hattest den Text ja schon einmal zur Veröffentlichung vorgesehen und das Original möglicherweise bereits verbessert. Aber ich zögere nicht, dies nachzuholen.
    "...Er ist der Herr der Totenreiche, also dem Ort..."

    "... und jeweils einer seiner Hände ergriffen..." Zu umständlich. 'Seine Hände' hätte gereicht. Ich gebe zu, hier war ich viell. nicht konkret genug.
    "Der alte Mann verzog sein Gesicht... daran zu stören." Bezug unklar. Ihn störte doch nicht, dass er sein Gesicht verzog. Muss heißen: Ohne sich an dem Namen zu stören.
    "Es wäre nicht wunderlich..." So spricht kein kl. Mädchen.
    "Lu grinste frech..." Warum frech? Welchen Grund hat er dazu?
    "Hey, gib das wieder her", rief Lu..." Vor 'rief' steht kein Komma, auch wenn man´s immer wieder liest. Es tötet den Ruf.
    "heim" statt "Heim".
    "Dass seine Zeit gekommen ist. Hier feht das Zeichen. Außerdem: Zwei 'Gänsefüßchen' im gleichen Satz geht nich, auch wenn man´s ab unsd zu liest. Da reichen Apstrophe.
    "Was in euren Truhen ist", Punkt statt Komma.
    "...und dieser" Er zeigte... hier fehlt ein Bindestrich und klein weiter, "... Kugel."
    "Gefühle, welche..." 'Welche' ist ein Fragepronomen und sollte ausnahmsweise nur zur Vermeidung eines doppelten die gesetzt aber nicht zum Stilmittel erhoben werden.
    "Heim" s. o.
    "...erleben könntet..." 'Könnte' drückt eine Möglichkeit aus, von der der Sprecher annimmt, dass sie nicht zutrifft. Aber diese Mögl. sieht der Alte doch als gegeben an! Oder sehe ich das auch falsch?

    So, das wär´s für heute. Ich hoffe, ich konnte mich verständlich machen. Im Grunde alles Kleinigkeiten. Deshalb habe ich mich auch zunächst nicht darum gekümmert.
    Alles weitere Morgen.

  • Hallo @wunderkind,

    hier muss ich mich jetzt mal kurz einmischen.

    Zuersteinmal möchte ich dich bitten, deine Konversation von den Moderatoren zu lesen. (Ganz oben direkt neben den Benachrichtigungen). Sollte du auch nach dieser Aufforderung, welche ja nicht die erste ist, immernoch nicht in die PN's schauen, müssen wir leider davon ausgehen, dass du uns ignorierst.

    Bezogen auf dein Posting hier zu der Geschichte, kann ich dir sagen, dass du es dem Autor und den anderen leichter machst, wenn du die Zitatfunktion im Forum benutzt, damit jeder weiß, auf welche Passage du dich beziehst. Dafür kannst du einfach den Text markieren und dann Zitat einfügen wählen. Dieses Wird dann bei deiner Antwort automatisch mit eingefügt und du kannst direkt Bezug darauf nehmen.

    Zu deinen Korrekturen:
    Mir ist aufgefallen, dass du Korrekturvorschläge gemacht hast, die falsch sind. Im Bereich Interpunktion. Beispielsweise ist das Komma nach der wörtlichen Rede absolut richtig gesetzt. Du hingegen hast es als falsch angekreidet.
    Sollte du bei solchen Dingen unsicher sein, empfehle ich dir diesen Thread, den ich übrigens allen ans Herz legen kann. --> (Phis Kommaregeln) Aber bitte verunsichere die User nicht, durch falsche Korrekturen.
    Man kann in solchen Situation auch immer sagen "Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass Komma muss weg" - Das ist ne weichere Aussage und jeder weiß, wie sie zu nehmen ist. Deine hingegen liest sich sehr strikt und unmissverständlich, so wie dein gesamte Feedback im übrigen auch.


    Cheers
    Rael

    :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:

  • hallo Hikari

    ich bringe meine Gedanken zu deinem Text wie versprochen zuende.
    Lassen wir mal alles andere weg und konzentrieren uns auf die Kästchen und den alten Mann.
    Wenn es keine Schicksalskästchen sein sollen, okay. Aber der Gedanke liegt doch zum Greifen nahe und hätte der Szene mehr Tiefe verliehen. Tod und Schicks. gehören doch zusammen! Und ausführliche Erläuterungen wären doch gar nicht nötig. Allein eine Andeutung hätte meine Fantasie schon beflügelt - auch als ich noch nicht wusste, dass der Alte nicht der Tod ist, sondern die Schwester ist...
    Der Tod und die Kinder, das wäre eine schöne Kombination gewesen. Aber es ist deine Geschichte, und du hast dich anders entschieden.

    Liebe Hikari, ich habe nie behauptet, dass deine Geschichte nichts taugt. Sonst hätte ich mich erst gar nicht eingelesen. Wenn ich sagte, du könntest mehr, dann meine ich, du besitzt das Potential, nicht nur schöne Geschichten zu erzählen, sondern auch sichtbar zu machen, was sich hinter den sichtbaren Dingen verbirgt. Und dazu sind doch unterweltliche Schauplätze besonders geeignet.
    Dies sind meine Gedanken, nimm sie auf oder verwirf sie. Vielleicht kannst du ja etwas von meinen übrigen Anmerkungen verwerten.
    Wenn ich an manchen Stellen anmaßend oder herablassend gewirkt habe , tut es mir Leid. Es war natürlich keineswegs beabsichtigt.
    Noch viel Spaß beim Schreiben :love:
    wunderkind

  • Heyho Hikari ,

    ein tolles kleines Juwel hast Du da aus der Dunkelheit ans Licht geholt. Hat mir gerade wirklich viel Freude gemacht es zu lesen.:nummer1:

    Wie der Germanistikstudentman ( WU von weiter oben) auf die bescheuerte Idee gekommen ist, er müßte hier mit einer Textanalyse aufschlagen, kann ich allerdings nicht nachvollziehen...vor allem deshalb nicht weil man dabei vielfach den Eindruck hat, er hat die Geschichte gar nicht im Ganzen gelesen.:patsch::patsch::patsch:

    Der hätte von mir zu seinem Sermon 'ne wesentlich kürzere Antwort bekommen:D:D:D

    Deine Erzählung war und ist Klasse. Danke von mir, daß Du sie rausgekramt hast:thumbup::smoker::thumbup:

    Der Wanderer

  • Hikari Sei gegrüßt. Ich habe gerade diese kleine Perle entdeckt und sie euphorisch verschlungen. Wobei, deine Kurzgeschichte kann man gar nicht verschlingen. Sie gemahnt zur Aufmerksamkeit, zum Nachdenken und irgendwie, ja, irgendwie auch einfach mal zum Fühlen. Dein Werk liest sich am Besten mit Ruhe, ohne Hektik. Der Text selbst ist wie der Ort des Geschehens ein zeitloser Raum.

    Hier herrscht eine beinahe schon fühlbare Stille. Und diese Stille ist alles andere als bedrückend, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk. Mit wenigen Worten hast du das geschafft, was eine gute Kurzgeschichte einfach schaffen muss - den Leser reinwerfen, auffangen und genau dann wieder loszulassen, wenn er es sich gerade gemütlich gemacht hat. Wenn er glaubt, die Personen zu kennen - nur um ihn dann zu überraschen.

    Die beiden Geschwister sind herrlich real. Kinder, aufgedreht und neugierig. Der große Bruder, der betont, dass er hier der Große im Raum ist. Er plustert sich auf, weil er ja auf die "Kleine" aufpassen muss. Die kleine Schwester, die entdecken will und alles andere als auf den Kopf gefallen ist. Zudem gefiel mir sehr, wie du mit den Personifizierungen gespielt hast. Ein sehr "charmanter" Tod.

    Danke für dieses kleine und wunderbare Werk :D


    Herzliche Grüße

    Naduschka

  • Hallo Hikari ,

    ich lese zu selten hier Geschichten... Aber heute hab ich doch mal wieder eine, nämlich deine hier, gelesen. Mir gefällt sie im großen und ganzen sehr gut. Schon der erste Satz bringt einen sofort in die Mitte der Geschichte (und erinnert mich irgendwie an Ronja Räubertochter und daran, wie sie beim Skifahren mit einem Bein in den unterirdischen Bau der Rumpelwichte (?) einbricht). Die Begegnung eines "alten Mannes" mit Kindern finde ich irgendwie immer schön, vor allem dann, wenn der alte Mann liebevoll, fürsorglich auch etwas zurückhaltend ist.

    Eine kleine Sache ist mir sprachlich aufgefallen, bin mir aber nicht sicher, was da richtig ist (oder ob es überhaupt darauf ankommt):

    „Jedes Lebewesen mit Bewusstsein hat hier in dieser Halle von Geburt an so ein Kästchen, aber keiner darf hineinschauen, ehe seine Zeit nicht gekommen ist.“

    Nach meinem ersten Gefühl würde ich sagen, dass es eher "ehe seine Zeit gekommen ist" heißen müsste und das "nicht" zu viel ist. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr kommt es mir so vor, als könnte man beides sagen oder sogar als wäre es so, wie du es geschrieben hast, richtig(er) passender.

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]