Figurenentwicklung - haltet ihr euch dran?

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    • Figurenentwicklung - haltet ihr euch dran?

      Eine Figurenentwicklung während der Geschichte ist für viele Autoren ein Muss. So, dass zu Beginn die Figur sich im Zustand A befindet und am Ende sich im Zustand B. Quasi vom Tellerwischer zum Millionär. Doch haltet ihr euch dran?

      Einige Beispiele:

      Positive Entwicklung
      Aschenputtel
      Von der Haus-Magd zur Prinzessin.
      Star Wars
      Von Luke zum Jedi-Ritter

      Negative Entwicklung
      The Shining
      Vom Familienvater zum Mörder
      Star Wars
      Von dem Jungen Anakin zu Darth Vader

      Neutrale Entwicklung/ „Flat“ Figurenentwicklung
      Da fällt mir kein Literaturbeispiel ein, aber…:
      Vom Schüler zum Absolventen (es hat weder einen positiven, noch negativen Einfluss auf die Welt der Figur)
    • Neutrale Entwicklung/ „Flat“ Figurenentwicklung

      Viele Serien die keinen durchgehenden Handlungsstrang haben sind so gestrickt - im Prinzip ist jede Folge ein Reset, was in den vorherigen Folgen passiert ist hat keine Konsequenzen und wird nicht mehr erwaehnt - daher bleiben die Figuren auch immer auf dem gleichen Stand.

      (Nachdem die Kinder ganz wild drauf sind 'Die drei ???' sind so ein Paradebeispiel - die muessten nach 192 Folgen schon laengst erwachsen sein und Kinder haben, aber geistern immer noch als Jugendliche durch die Folgen).
    • Hmm, ich meine, das Thema hätten wir bereits in der Charakterentwicklung (von Kyelia) gehabt. Prizipiell gehört eine Charakterentwicklung immer zu einer guten Story (Kurzgeschichten einmal ausgenommen). Es macht den Charakter glaubhafter (weil wir alle ständig lernen und uns weiterentwickeln) und auf der anderen Seite muss auch die Charakterentwicklung glaubhaft sein. Negativbesipiel ist sicherlich Star Wars Ep3, weil hier Anakins Wandel in keinster Weise glaubhaft dargestellt wird.
      Ein Charakter, der sich beisielsweise durchs Schlachtfeld metzelt und überhaupt keine Kerbe auf der Seele hat, ist sicherlich nicht glaubhaft. Daher würde ich eine Charakterentwicklung (vor allen in bestimmten Stressituationen) als ein absolutes Muss ansehen.

      Natürlich bietet Hollywood da viele Negativbeispiele. Liegt aber an der Sache an sich, wie die Filmindustrie dot arbeitet. Remake nach Remake, die immer schlechter und schlechter und schlechter werden, weil man immer wieder dasselbe Rezept probiert und nicht begreifen will, dass das nicht funktioniert. Aber da sist ein anderes Thema.

      Die drei Fragezeichen sind sicherlich auch ein Negativbeispiel. Die Charaktere machen zwar eine Entwicklung durch, die wird aber sehr oft "resetet". Immerhin brauchen sie am Anfang noch Morton als Chaffeur, irgendwann haben sie eigene Autos. Auch ihre Jobs wechseln. Der Wohnwagen war anfangs versteckt, irgendwann tauchte er wieder auf.
      Zudem gibt es auch klaffene Logiklöcher, da die Hobbydetektive viele Leute "nach Jahren" wiedersehen, aber seit dessen Auftauchen erst wenige Bände vergangen sind. Oder es passieren Handlungen, die in der realen Welt Monate dauern, in den Büchern aber nach GUtdünken abgearbeitet werden. Zum Beispiel gibt es in einem Band eine Polizeipsycholgin, die wenige Bände später nicht mehr existiert, weil die Stelle abgeschafft wurde.
    • @Schreibfeder

      Schreibfeder schrieb:

      Hmm, ich meine, das Thema hätten wir bereits in der Charakterentwicklung (von Kyelia) gehabt. Prizipiell gehört eine Charakterentwicklung immer zu einer guten Story (Kurzgeschichten einmal ausgenommen). Es macht den Charakter glaubhafter (weil wir alle ständig lernen und uns weiterentwickeln) und auf der anderen Seite muss auch die Charakterentwicklung glaubhaft sein. Negativbesipiel ist sicherlich Star Wars Ep3, weil hier Anakins Wandel in keinster Weise glaubhaft dargestellt wird.
      Ein Charakter, der sich beisielsweise durchs Schlachtfeld metzelt und überhaupt keine Kerbe auf der Seele hat, ist sicherlich nicht glaubhaft. Daher würde ich eine Charakterentwicklung (vor allen in bestimmten Stressituationen) als ein absolutes Muss ansehen.

      Natürlich bietet Hollywood da viele Negativbeispiele. Liegt aber an der Sache an sich, wie die Filmindustrie dot arbeitet. Remake nach Remake, die immer schlechter und schlechter und schlechter werden, weil man immer wieder dasselbe Rezept probiert und nicht begreifen will, dass das nicht funktioniert. Aber da sist ein anderes Thema.

      Die drei Fragezeichen sind sicherlich auch ein Negativbeispiel. Die Charaktere machen zwar eine Entwicklung durch, die wird aber sehr oft "resetet". Immerhin brauchen sie am Anfang noch Morton als Chaffeur, irgendwann haben sie eigene Autos. Auch ihre Jobs wechseln. Der Wohnwagen war anfangs versteckt, irgendwann tauchte er wieder auf.
      Zudem gibt es auch klaffene Logiklöcher, da die Hobbydetektive viele Leute "nach Jahren" wiedersehen, aber seit dessen Auftauchen erst wenige Bände vergangen sind. Oder es passieren Handlungen, die in der realen Welt Monate dauern, in den Büchern aber nach GUtdünken abgearbeitet werden. Zum Beispiel gibt es in einem Band eine Polizeipsycholgin, die wenige Bände später nicht mehr existiert, weil die Stelle abgeschafft wurde.
      Man kann dieses Thema in so vielen Wegen behandeln. Es gibt nicht die "Figurenentwicklung". Man kann die Motivation, das Aussehen, die Nebenfiguren –, die die Figur beeinflussen, besprechen. Für Autoren, die daran Spaß haben ist sowas ein Bällebad voller Tinte.
    • Es ist für mich kein MUSS aber ich sehe es schon sehr gerne. Dabei gefällt mir meistens die "negative entwicklung" wie du sie nennst meist besser. In den Beispielen die du genannt hast entwickelt sich nämlich wirklich der Charakter an sich.
      Auf Seiten der guten gibt es das auch, doch meistens ist es irgendwie eine "Beförderung" des Status ^^;

      Drastische Charakteränderungen sehe ich sehr gerne, solange sie gut erzählt sind. Meistens braucht dies aber seine Zeit, denn von jetzt auf gleich geschieht das selten. (Oder selten gut)
      Aber das heißt nicht, dass es nur so rum geht. Ich mag nähmlich auch Chars die zuerst böse waren und dann zu den guten gewechselt haben.

      Wobei mit glaube ich Graustufen am besten gefallen :hmm: aber das ist glaube ich noch mal ein anderes Thema ^^
    • Kupferfuchs schrieb:

      Positive Entwicklung
      Aschenputtel
      Von der Haus-Magd zur Prinzessin.
      Star Wars
      Von Luke zum Jedi-Ritter

      Negative Entwicklung
      The Shining
      Vom Familienvater zum Mörder
      Star Wars
      Von dem Jungen Anakin zu Darth Vader

      Neutrale Entwicklung/ „Flat“ Figurenentwicklung
      Da fällt mir kein Literaturbeispiel ein, aber…:
      Vom Schüler zum Absolventen (es hat weder einen positiven, noch negativen Einfluss auf die Welt der Figur)
      Interessante Ansicht. Wenn ich an "Charakter Entwicklung" denke, denke ich nicht daran, was für ein Job XY machen wird. Sondern eher, wie sich das Innenleben einer Figur verändert. Wobei Jack (The Shining) eher bessesen wird und nicht dazu gehört und Anakin (Star Wars III) sehr wohl. Zwar wird dieser manipuliert, aber es war im Endeffekt doch seine Entscheidung ein Darth zu werden und diese grausamen Sachen zu vollziehen.

      Ich würde niemals sagen, dass es eine "Charakter Entwicklung" ist, wenn Figur A einen Job bekommt oder im laufe der Geschichte zum Held wird. Das kann Hand in Hand gehen, muss es aber nicht. Katniss (Hunger Games) Ist da ein gutes Beispiel. Erst will sie nur sich selbst und die retten, die ihr wichtig sind (Kurz gesagt, Schwester und vielleicht Freund). "Das Volk" oder Fremde per se, sind ihr komplett egal. Sie hilft dem kleinen Mädchen in den ersten Spielen, weil sie dabei an ihre Schwester denkt und die kleine dann kennen lernt. Katniss ist nicht herzlos, sie ist aber keine Kämpferin für das Volk. Im Laufe der Geschichte wird sie in der Rolle des Spotttölpels gezwungen, als Hoffnungsträgerin der Rebelion. Das will sie nicht. Sie will Niemanden sonst retten, sie will nur in Frieden leben. Achtung, Spoiler: Am Ende ist sie aber sogar bereit, ihr Leben zu opfern um eine erneute Diktatur zu verhindern. Von "Alle anderen sind mir Egal" zu "Ich opfer mich für alle anderen" ist eine gewaltige Charakter Entwiklung und sie hat 3 Bücher (bzw 4 Filme) und viel Schmerz gebraucht, um diese zu durchmachen.

      Klar, Luke (Star Wars) hatte auch seine Zweifel, aber er wollte schon immer helfen und das Weltall sehen und war sofort bereit, ein Jedi zu werden. Was das angeht ist da keine Entwiklung zu sehen. Han Solo wäre ein besseres Beispiel gewesen.

      Aschenputtel hat NULL Charakter Entwiklung. Ich hab noch nie ein Film gesehen, indem sie nicht 100% die selbe Person ist, am Anfang wie am Ende. Nur eben reich und verheiratet.

      Klar, es geht sogar noch krasser, in dem die Figuren nichtmal ein anderes Umfeld bekommen. "Die drei ???" sind ein sehr gutes Beispiel, aber auch Serien wie Pokemon oder Detektive Conan, die ewig laufen und in denen weder Aufgabe, Alter oder Charakter der Figur verändert werden. Das sind dann die Serien, die spätestens nach einer Weile gar keinen Spaß mehr machen. (Also, für mich persölich jetzt)

      Achte ich also darauf? Hell Yeah. Und nicht nur darauf, ob meine Helden am ende der Geschichte n anderes Hemd tragen oder verheiratet sind, sondern auch darauf, dass sie Emotional wachsen, Fehler und Schwächen erkennen und überwinden und am Ende eine bessere Version von sich selbst sind. Oder eben auch nicht. Vielleicht durchleben sie so eine Scheiße, dass sie Emotional völlig fertig sind und zwar überleben, aber neue Schwächen entwickelt haben. Manch Anderer wird auch einfach "Böse" (Achtung, weit gefächerter Begriff :P )
      Nicht jeder Mensch entwikelt sich aber und das ist auch so in meinen Geschichten. Manche brauchen es nicht, andere sind zu Stur um sich innerhalb einer Geschichte zu verändern.

      Wobei ich ehrlich gesagt gestehen muss, dass die meisten meiner Figuren sehr früh ein extremes Eigenleben entwickeln und ich sie nur dabei begleite. Ganz ganz selten ist es so, dass ich Aktiv sage "Hey du, ich verändern dich im laufe der Geschichte von A nach B" und es somit "erzwinge". Meistens freu ich mich selber, wenn eine meiner Figuren es endlich schafft, ein nerviges Laster abzuschütteln oder Fehler in ihrem Verhalten einsieht. Und manchmal bricht mir das Herz, wenn ich weiß, Ereigniss XY wird Figur ABC so hart treffen, dass sie danach nicht mehr die selbe sein kann. Kennt ihr das? XD

      (Edits: ein paar Tipp- und Rechtschreibfehler entfehrnt. Sind bestimmt noch immer etliche drin, sorrü)


      Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
      Josh: Meine Prophetin!
    • Kupferfuchs schrieb:

      @Aztiluth Bei der positiven Entwicklung ist gemeint, dass die Figur am Ende keinen Schaden erhält.
      Das wäre aber eigentlich keine Entwicklung. Eine positive Entwicklung heißt doch das die Figur etwas lernt und/oder sich Geistig weiterentwickelt.

      Carol aus "the Walking Dead" zum Beispiel ist am Anfang ein Frau die von ihrem Mann unterdrückt und misshandelt wird. Die Carol vom Anfang wäre kaum dazu in der Lage alleine zu überlegen. Sie entwickelt sich zu einer starken Kämpferin, die in erster Reihe kämpft, anderen hilft und schwere Entscheidungen trifft.
      lg Werluchs
    • @Kupferfuchs, das habe ich schon verstanden. ^^
      Es ging mir nicht darum, deine Bespiele von positiver- und negativer Entwicklung zu kritisieren, sonder zu erläutern, dass zu einer nennenswerten Entwicklung viel mehr gehört als "hat geheiratet" oder "wurde besessen".
      Ich finde das Thema sehr interessant und hätte gerne mehr dazu, daher mein Beitrag.


      Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
      Josh: Meine Prophetin!
    • Ein paar Gedanken zur Figurenentwicklung

      Teil 1
      Wer ist das überhaupt?

      Anfangs werden Figuren erstellt. Wir erschaffen sie und lernen sie selbst kennen. Dabei schreibt der Autor den Figuren Eigenschaften zu. Man unterscheidet äußere und innere Eigenschaften.

      Außen
      Wie sieht die Figur aus?
      Wie alt ist sie?
      Was ist ihr Geschlecht?
      Welche Kleidung hat sie an?
      Gibt es Narben?
      Wie ist die Haarfarbe
      Etc

      Das ist erstmal trivial. Aber es macht schon sehr viel aus. Einen weisen Zauberer können wir jetzt schon gut von einer Schankmagd unterscheiden.
      Aber jetzt wird es interessanter. Wie ticken unsere Figuren?

      Innen
      Ist die Figur ängstlich oder mutig?
      Hat die Figur einen Tick? Stottert sie etc
      Wovor fürchtet sich die Figur?
      Was ist der Antrieb der Figur? Was möchte sie erreichen?

      Man kann natürlich versuchen außen und innen miteinander in Übereinstimmung bringen.
      Zauberer: Ein alter Mann mit weißen Haaren und Stock in der Hand, der leicht reizbar ist.
      Krieger: Schweigsam und grimmig, aber mit einem verschütteten edlen Herz. Narben von den vielen Kämpfen.
      Das schöne bei dieser Vorgehensweise ist, dass der Leser diese Archetypen bereits kennt und man nicht mehr viel erklären muss. Der Nachteil ist, dass man schnell eine Ansammlung von altbekannten (langweiligen) Klischees hat.

      Manche Autoren schreiben einfach drauf los und geben ihren Charakteren beim Schreiben die Eigenschaften, die sie für passend erachten. Die meisten Autoren arbeiten ihre Figuren mehr oder weniger stark aus, bevor sie mit dem Schreiben anfangen. Zum Beispiel mit Charakterblättern.


      Teil 2
      Nichts bleibt so wie es ist.

      Vielfach wird von ernsthafter Literatur erwartet, dass zumindest die Hauptcharaktere während der Handlung eine Entwicklung durchmachen. Das bezieht sich meist auf die innere Entwicklung, die sich aber durchaus auch ein verändertes Äußeres deutlich macht.

      Beispiel
      Im „Herrn der Ringe“ ist Sam anfangs ein Gärtner, der plant zu heiraten und nicht viel von Abenteuern hält. Im Verlaufe der Geschichte übernimmt er immer mehr die Verantwortung für die Vernichtung des Rings. Er stellt das Schicksal der Welt über sein eigenes. Er ist jetzt nicht mehr der einfache Gärtner.
      Das geht natürlich am besten mit jungen Figuren, die während des Abenteuers erwachsen werden, die erste Liebe erleben und so weiter. Daher ist der Anteil an siebzehnjährigen Helden/Heldinnen im Fantasy so hoch.

      Es endlos viele Beispiele für solche Geschichten. Es hat sie schon immer in den Mythen der Welt gegeben, wie Joseph Campbell in „Der Heros in tausend Gesichtern“ geschildert hat. Also die klassische Heldenreise, wo jemand auszieht in die Welt und nach dem Abenteuer innerlich und äußerlich verändert heimkehrt.

      Es gibt auch Geschichten wo der „Held“ sich nicht verändert. Zahlreiche Krimis fallen mir da ein. Captain Kirk ist auch immer Captain Kirk und Connan ist halt Connan. Solche Romane machen auch Spaß, setzen den Fokus allerdings anders.


      Liebe @Kupferfuchs
      Ich finde es schade, wie du dich in diesen Strang verhältst. Du hast dieses Thema eröffnet, das viele zu interessieren scheint. Du antwortest aber immer einsilbig. Man hat beinahe den Eindruck, du wärst dir für eine Diskussion zu schade.
      Wenn die Literatur auf Englisch besser als auf Deutsch ist, dann lass uns doch an deinem Wissen teilhaben. Ich würde mich freuen, wenn hier noch eine Diskussion zustande kommt ;)
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Das Thema finde ich an sich spannend, aber wie der Stein ins Rollen gebracht wurde, ist mir etwas zu eindimensional. Aber zum Glück kann so ein Stein ja mehrere weitere anstoßen, die in andere Richtungen loskullern... ^^

      Kupferfuchs schrieb:

      Doch haltet ihr euch dran?
      Nach meinem Gefühl ist die Formulierung etwas ungeschickt gewählt. Bei Charakterentwicklung geht es - nach meinem Verständnis - nicht um eine Regel oder ein Gesetz fürs Schreiben von Geschichten, sondern um eine Gestaltungsoption. Deswegen wäre es auch wichtig, eine große Bandbreite aufzuzeigen und nicht auf...

      Kupferfuchs schrieb:

      Bei der positiven Entwicklung ist gemeint, dass die Figur am Ende keinen Schaden erhält.
      ... einer Dichotomie (oder in einem Spektrum) wie "positiv - negativ" stehenzubleiben. Zudem kommt für mich die Frage dazu, wozu die Unterscheidung in positive vs negative Entwicklung genutzt werden soll und ob sie dafür geeignet ist. Wenn ich nämlich mich über Bücher und Filme unterhalten möchte, kann das mir vielleicht ganz anders helfen, als wenn ich kreativ versuche selbst etwas zu schreiben. Da finde ich @Sensenbachs Ansatz, vor allem Teil 1, ganz gut geeignet.
      Zu den Beispielen muss ich sagen, dass sie zwar grob ganz gut illustrieren, was mit positiv und negativ vermutlich gemeint sein soll, aber wenn ich da genauer hingucke, dann muss ich da ein bisschen widersprechen oder vielleicht eher ergänzen. :hmm:
      Luke Skywalker... gut, das ist vielleicht etwas schwierig, weil er in mehreren Filmen vorkommt und dort am Ende schon Schaden nimmt. Aber schon in der ersten Trilogie verliert er im Kampf gegen Darth Vader seine Hand. Ich würde auch eher sagen, dass "Schaden nehmen" oder etwas weniger körperlich gedacht das "Scheitern an einer Aufgabe" ein wesentliches Element sein kann, das eine Charakterentwicklung in Gang setzt. Ich meine, es gibt genügend Filme, in denen Charaktere sich nicht weiterentwickeln, obwohl sie massiv schaden nehmen, vermutlich jeder Action-Film... ich denke gerade an Stirb langsam 1-3. Aber jeder, der sich ethisch schon mal falsch verhalten hat und darüber reflektiert, entwickelt sich vielleicht ein wenig weiter.
      Für Darth Vader wiederum geht die Geschichte eigentlich gut aus, er hat eher eine positive Charakterentwicklung, wenn man sie bis zum Ende durchdenkt. Er wird ja durch Luke wieder zur hellen Seite der Macht bekehrt. Er tötet den Imperator (wenn ich mich richtig erinnere) und kehrt am Ende auf Endor als Geist oder Aura zu Yoda und Obi-Wan zurück.

      Kupferfuchs schrieb:

      Leider ist das Meiste zu diesem Thema auf Englisch. Die Deutsche Literatur ist einfach zu eindimensional.
      Daran hege ich höchste Zweifel! Wo hast du denn nach Literatur geschaut? Wenn ich überlege, was alles über Entwicklungsromane geschrieben wurde (und da steht der Begriff Entwicklung schon Namen)... gut, das ist dann vielleicht über Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre", aber manches lässt sich bestimmt für das eigene Schreiben nutzen.

      Mir fällt jetzt gerade noch ein, dass ein ethisches Wertesystem im Hintergrund hilfreich sein kann. Ich bleib mal bei @Kupferfuchs Beispielen, vor allem bei Star Wars. Bei der Charakterentwicklung in Star Wars geht es doch letztlich viel um die sehr eindimensionale Frage, ob jemand zu den Jedi oder den Sith gehört, also gut oder böse ist. Die Guten sind natürlich gerecht, demokratisch, nach Möglichkeit verzichten sie auf Gewalt, vermeiden "negative Gefühle" und wollen im Einklang mit der Macht leben. Ein bisschen Buddhismus schwingt bei den Jedi mMn immer mit. Die Sith sind logischer Weise eher das Gegenteil. Eine Charakterentwicklung innerhalb dieses Wertesystems kann dann so aussehen, dass Anakin von der guten Seite zur bösen überwechselt und dann wieder zurück. Das ist da auch relativ schlüssig dargestellt, da die Ausgangssituation ist, das Anakin Angst um seine Mutter hat und diese - verallgemeinert - Verlustängste führen ihn auf den Pfad zur Dunklen Seite. Es bietet Palpatine auch eine Angriffsfläche, um Anakin mehr Macht zu versprechen, die er dazu nutzen kann, Padme (oder wer auch immer das dann ist) zu beschützen. Dass er dafür Angressionen und negativen Gefühlen nachgeben muss, ist halt doof. Wie er am Ende wieder zurück zur guten Seite wechselt, weiß ich gerade nicht mehr im Detail.

      Ein weiteres Beispiel wäre eine mittelalterliche Geschichte, nämlich Parzival. Der Roman beschreibt die Entwicklung des Jungen Parzivals vom dezent gesagt weltfremden Vollidioten zu einem ehren- und tugendhaften Ritter. Dahinter steht das Wertesystem der christlichen Ritter, also Christentum und höfische Etikette. Parzivals Scheitern ist an einer Stelle, dass er den kranken Grahlskönig aus Rücksicht auf höfische Gepflogenheiten nicht nach dessen Krankheit fragt und ihm daher der Grahl verweigert wird. Später erkennt er, dass die Mildtätigkeit (und daher das Thematisieren der Krankheit, um dann Hilfe leisten zu können oder zumindest den Willen dazu auszudrücken) wichtiger ist als die Höflichkeit. Hier wird also anhand einer Geschichte auch ein Wertesystem diskutiert und Konfliktstellen aufgezeigt.

      So, soweit mal für jetzt... Vielleicht ergibt sich ja noch ne schöne Diskussion ^^
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]