Der Renner

  • Hallo zusammen, :)
    ich war im Urlaub und hab nach einer Wanderung mal wieder eine kleine Geschichte zu Papier ... äh ... Datei gebracht. ^^
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    Der Renner

    Pfeifend stellte Martin den Motor ab und öffnete die Fahrertür. Sofort wurde sie vom kräftigen Herbstwind gepackt und ihm fast aus der Hand gerissen.
    „He, nicht so stürmisch!“, brummte der junge Förster gut gelaunt und stieg aus dem Auto. Ein weiterer kräftiger Windstoß zerzauste ihm die blonden Haare, die er etwas länger trug, als es seiner Frau gefiel. Er strich sie wieder aus der Stirn und lächelte bei dem Gedanken an Marions skeptischen Blick. Pfeifend warf er die Tür zu und wandte sich zum Kofferraum, um die wasserfesten Wanderschuhe herauszuholen. Gleich darauf polterten die Turnschuhe ins Wageninnere und er griff nach seinem Gewehr, das in der extra angefertigten Halterung festgeschnallt war.
    Doch er hatte es nicht dabei. Warum auch? Er war hier im Urlaub. Schmunzelnd schnappte er sich stattdessen den kleinen Spankorb und schlug die Hecktür wieder zu.
    Jetzt erst gönnte er sich einen Augenblick, um sich umzuschauen.
    Herbst.
    Die Jahreszeit, die er am meisten liebte. Er schloss die Augen und atmete tief ein. Es roch nach Morgennebel, feuchtem Laub, nassem Holz und Pilzen. Nach Wald.
    Sein Daumen aktivierte die Verriegelung am Schlüssel, es klackte hörbar und voller Vorfreude marschierte Martin los. Eine Weile würde er der Forststraße folgen und sich später in die Büsche schlagen. So, wie er sich kannte, hatte er seinen Korb binnen einer Stunde gefüllt.
    Der Wald nahm ihn auf und sofort wurde es stiller um ihn. Der Sturm toste durch die Wipfel und schüttelte die Bäume, als wäre er wütend, dass sein Opfer entkommen war. Es rauschte und knarzte über Martins Kopf und mehr als einmal wanderte sein Blick nach oben. Die Forststraße war übersät mit Ästen und Zweigen. Eicheln prasselten herab und kollerten umher.
    Er genoss es. Wochenlang hatte er sich auf den Urlaub gefreut. Ja, wieder Wald. Das war die Antwort für seine Frau gewesen, als sie ihn kopfschüttelnd gefragt hatte, ob das wirklich sein Urlaubsziel sei. Sie selbst flog mit einer Freundin zwei Wochen auf die Malediven.
    Er gehörte nun einmal in die Natur. Deswegen war er Förster geworden. Er liebte diesen Beruf.
    Nach wenigen hundert Schritten blieb er stehen und prüfte, ob sein Handy ein GPS-Signal empfing. Er war ja nicht in seinem Wald. Dort fand er sich mit geschlossenen Augen zurecht. Wäre ja auch noch schöner, dachte er belustigt, ein Reviervorsteher, der sein Revier nicht kennt!
    Er bückte sich, zog den Fixiergummi am Saum der Hosenbeine unter die dicken Sohlen der wetterfesten Outdoorschuhe und schlug den Jackenkragen hoch. Jetzt war er gerüstet und sprang über den kleinen Graben, um seine Pilzsuche anzugehen.
    Die „Männlein“, wie er sie liebevoll nannte, waren leicht zu finden. Immer wieder bückte er sich, um welche abzuschneiden. Den Kleineren erlaubte er, stehenzubleiben, und ebenso den Angefressenen. Über ihm rauschte der Sturm in den Baumkronen und ließ Zweige und gelbe Blätter herabregnen. Jetzt verstärkte sich das Brausen und Martin sah besorgt nach oben. Die Bäume wogten wild hin und her und schlugen manchmal mit einem dumpfen Geräusch aneinander.
    Ein lautes Krachen und Brechen über ihm, das sich zwischen das Knarren mischte, ließ ihn alarmiert aufspringen und zur Seite hechten. Doch er war zu langsam. Etwas Schweres, Hartes erwischte ihn am Hinterkopf. Weiße Sterne explodierten in seinem Sichtfeld. Martin merkte, wie ihm die Knie einknickten und der Pilzkorb den kraftlosen Finger entglitt.
    Doch gleich darauf ging es ihm wieder besser. Vorsichtig befühlte er mit den Fingerspitzen die getroffene Stelle und tastete behutsam darüber. Kein Blut. Keine Schmerzen.
    Während er sich verwirrt fragte, was eben mit ihm passiert war, peitschte der Knall eines Schusses durch den Wald.
    Geistesgegenwärtig duckte er sich. Wer schoss hier? Gab es denn in diesem kleinen Revier jagdbares Wild? Und falls ja – warum wurden dann Spaziergänger nicht gewarnt, wenn Abschüsse angesetzt waren?
    Männerstimmen drangen an sein Ohr, leise, unverständlich. Langsam erhob er sich und spähte angestrengt durch die Büsche. Ob der Schuss gar kein geplanter Abschuss gewesen war, sondern sich aus Versehen gelöst hatte? Vielleicht war jemand verletzt worden und brauchte Hilfe?
    Geduckt und sich nach allen Seiten umsehend schlich er in die Richtung, aus der er den Knall und die Stimmen gehört hatte. Der Wald schwieg. Es schien, als hielte die Natur den Atem an. Ihm fiel auf, dass der Sturm weg war, genau wie die Sonne. Der Himmel hatte sich grau überzogen. Wann war das geschehen?
    Als er sich hinter einem Baum hervorschob, verharrte er. Ein paar Schritte vor ihm kauerten zwei Männer. Sie beugten sich über etwas, das am Boden lag. Oder über jemanden, schoss es Martin durch den Kopf.
    „Hallo?“, rief er halblaut und trat zögernd zwischen den Bäumen hervor. „Ist was passiert? Brauchen Sie vielleicht Hilfe? Ich habe ein Handy dabei.“

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • Uhh, ich ahne den Hauch von Halloween?


    Eine winzige Sache, an sich völlig unwesentlich: Also wäre ICH im Wald unterwegs und es würde geschossen, dann wäre ich entweder ganz ganz still und bliebe in Deckung oder würde ganz ganz laut rufen, um nicht mit Wild verwechselt zu werden.
    Wobei das Halblaute natürlich auch typisch wäre, wenn man eigentlich laut rufen will, aber die Instinkte dir zuwimmern: Ach, Mann, halt doch einmal im Leben deine Klappe und renn! :)

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    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

  • hallo liebe @Tariq


    Weisst du was ich bei deinen Geschichten liebe? Die Liebe zum Detail! So viele wunderbare kleine Einschübe, die das ganze abrunden! Es macht einfach immer so viel Spass deine Sachen zu lesen!


    Und zu diesem Ende ... *wäre ich das gewesen, dann hätte ich meine Klappe gehalten und hätte mich versteckt ... irgendwie habe ich nämlich das Gefühl, dass er damit gerade sein letztes Sekündchen besiegelt hat ...*

  • Hallo, @Tariq


    ... schön, dass der Geschichtenerzähler in Dir wieder da ist! :friends:


    Aus meiner Sicht ist das (ich hoffe vorläufige) Ende durchaus verständlich. Martin ist ein Mensch unserer heutigen Zeit, er hat (offenbar) keine Fantasy-Geschichten im Hinterkopf und auch keine Raum-Zeit-Tor Spinntisereien. Wer weiß, vielleicht guggt er Fußball, während seine Frau "Jamie und Claire" liest. Oder er bastelt Modell-Eisenbahnen.
    Nicht jeder auf der heutigen Erde hat sofort ein Märchen vor dem inneren Auge, so, wie wie Fantasy-Schreiber. Es gibt auch noch völlig "normale" Leute. Was jetzt nicht böse gemeint ist.
    Wir hier erwarten hinter jeder Ecke ein Mysterium, erhoffen uns in den Blicken anderer Menschen etwas königliches oder heldenhaftes, sehen in jedem Zufall einen Funken Magie.
    Für Menschen wie Martin hat einfach das Wetter umgeschlagen (vielleicht war er ja doch ein bissel bewußtlos?) und da sind Leute, denen er (als Förster) vielleicht helfen kann. Warum sollte er also wegrennen? Oder Flüstern? Und warum schreien?


    Sag, Tariq: Es geht doch weiter, ja? Geht es doch!?

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?


  • Die beiden fuhren herum wie von der Tarantel gestochen und glotzten ihn entgeistert an. „Der Renner!“, entfuhr es dem einen und er erstarrte vor Schreck. Der grobschlächtige Kerl in schlichter, fast bäuerischer Kleidung hatte seinen dunkelgrauen Filzhut so tief in die Stirn gedrückt, dass außer dem struppigen, schwarzen Vollbart nichts vom Gesicht zu erkennen war.
    Der Zweite, ähnlich gekleidet, aber schlanker als der Erste, reagierte ganz anders. Mit einer hastigen Bewegung riss er einen Gegenstand an sich, der neben ihm im Laub gelegen hatte, und ehe Martin es sich versah, schaute er in den Lauf eines Gewehrs. „Fallenlassen!“, hörte er den Kleineren zischen.
    Fallenlassen?
    Er begriff nicht, was der Kerl meinte. Doch ihm blieb keine Zeit für Erklärungen. Er erkannte, der andere würde schießen. Automatisch riss er seine eigene Waffe an die Wange, legte an und zielte. „Weg mit dem Gewehr!“, brüllte er zurück, verwundert über die tiefe Stimme, die aus seiner Kehle kam. „Sofort ...“
    Der Knall unterbrach ihn und im gleichen Moment spürte er den heftigen Einschlag am Bauch. Ein Keuchen entrang sich ihm, als eine Sekunde später der Schmerz kam. Ungläubig sah er an sich herab. Zwischen den Fingern seiner linken Hand, die er auf die dunkelgrüne Lodenjacke presste, quoll Blut hervor. Dieser Dreckskerl hatte tatsächlich auf ihn geschossen!
    „Was zum ...“, stammelte er, doch da knallte es ein weiteres Mal. Er zuckte zusammen, als er erneut getroffen wurde, hob wie in Zeitlupe den Kopf und starrte zu den beiden Männern hinüber. Der Grobschlächtige ließ eben sein rauchendes Gewehr sinken.
    Martins Beine gaben nach und er fiel auf die Knie. Seine eigene Waffe landete mit einem dumpfen Aufprall auf dem Waldboden. Er hustete erstickt und betrachtete danach fast teilnahmslos die Blutstropfen auf dem Laub vor sich. Wunderschön, staunte er träge, das Rot auf dem Gelb der Blätter. Der Sturm schien zurück zu sein, denn in seinen Ohren begann es zu rauschen, während er langsam nach der Seite kippte und auf den Rücken rollte.
    Er spürte feuchtes Laub an der Wange. Marion, dachte er, mir ist da was Dummes passiert. Was ganz Saudummes.


    Ein Männergesicht schob sich vor den blauen Himmel in seinem Sichtfeld. Es war verschwommen, aber der struppige Bart verriet den Grobschlächtigen.
    „Der ist hin“, hörte Martin ihn murmeln.
    Das zweite Gesicht erschien nur kurz und verschwand gleich wieder. „Lass uns abhauen!“, zischte der Kleinere zwischen zusammengepressten Zähnen heraus.
    Auch der erste Kopf wurde zurückgezogen. Martin sah erneut den Himmel und seine Blicke folgten wieder den herabtorkelnden Blättern. Er war im Wald. Kein übler Ort, um zu sterben. Erst recht nicht für einen Förster. Den Notruf zu wählen war sinnlos, das war ihm klar. Niemand würde ihn hier finden. Und die Rettung käme in jedem Fall zu spät. Er fühlte förmlich, wie das Leben aus ihm herausfloss.
    Ihm war kalt. Und er spürte seine Beine nicht mehr. Seltsamerweise war auch der tobende Schmerz im Bauch verschwunden. Ohne einen Laut fielen die Blätter und er sah ihnen zu, bis alles in Schwärze versank.

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • Als er wieder zu sich kam, fehlte ihm zunächst jegliche Orientierung. Das Erste, was er wahrnahm, war der vertraute Geruch. Feuchtes Laub, nasses Holz, Pilze. Ich bin immer noch im Wald, realisierte er und was er hörte, bestätigte es. Bäume rauschten, es knarrte und knarzte, als der Sturm durch sie hindurchfuhr. Verwirrt schlug er die Augen auf und kniff sie sofort wieder zu. Sein Kopf hämmerte unerträglich und der helle Sonnenschein blendete ihn schmerzhaft.
    Sonnenschein? Und Sturm?
    Eben war es noch windstill gewesen bei wolkenverhangenem Himmel. Die langsam fallenden Blätter, sie segelten sacht zu Boden … das Letzte, was er gesehen hatte.
    Erst jetzt wurde Martin bewusst, dass er lebte. Aber ich bin doch gestorben, erinnerte er sich, ich … war tot.
    Jemand hatte auf ihn geschossen.
    Die beiden Männer! Verstört fuhren seine Hände zum Bauch, ertasteten jedoch nur die wasserabweisende Outdoorjacke, unversehrt, ohne die Feuchte von Blut. Er war doch getroffen worden! Wieso spürte er keinen Schmerz?
    Und vorhin hatte er eine Lodenjacke getragen! Er erinnerte sich, das ungewohnte Kleidungsstück gesehen zu haben, als er auf seine blutüberströmte Hand am Bauch gestarrt hatte. Den groben Stoff fühlte er förmlich noch unter den Fingern!
    Was geht hier vor, fragte er sich verstört und setzte sich langsam auf. Vorsichtig fasste er sich an den schmerzenden Hinterkopf, während er mit der anderen Hand nach dem fallengelassenen Gewehr suchte. Doch die tastenden Finger stießen nur an den umgefallenen Pilzkorb, der neben ihm lag und dessen gesamter Inhalt auf dem Boden verteilt war.
    Plötzlich stutzte er.
    Ein Gewehr? Seines wusste er zu Hause, gut verwahrt im Waffenschrank. Und doch hatte er vorhin eins bei sich getragen und sogar damit schießen wollen! Was war das überhaupt für ein Teil gewesen? Unglaublich schwer, altmodisch ... ein Radschlossgewehr?! So eines hatte er noch nie in der Hand gehalten, geschweige denn damit geschossen.
    Hatte er abgedrückt? Es fiel ihm schwer, sich zu erinnern.
    Nein. Der andere war schneller gewesen. Er selbst hatte das Gewehr fallengelassen. Es musste also irgendwo hier liegen. Suchend blickte er sich um. Aber er sah nur den Pilzkorb.
    Erneut stutzte er. Wo kam der denn her? Er hatte ihn verloren, als er umgefallen war. Und danach? Dann kam ... der einzelne Schuss und er war in die Richtung gelaufen, aus der er ihn gehört hatte.
    Ohne den Korb.
    Also wie kam das Teil hierher? Was verdammt nochmal war hier los?
    Die beiden Männer fielen ihm erneut ein und diesmal fuhr ihm der Schreck in die Glieder. Wie konnte er hier herumsitzen und grübeln? Waren sie noch in der Nähe? ‚Lass uns abhauen!‘, das war das Letzte, was er vorhin gehört hatte. Hatten sie wirklich Fersengeld gegeben und ihn hier zurückgelassen oder waren sie noch immer in der Nähe?
    Umständlich kam er auf die Füße und drehte sich einmal um sich selbst, wobei er argwöhnisch das Gebüsch musterte und gleichzeitig konzentriert lauschte. Doch nur die vertrauten Geräusche des Waldes drangen an sein Ohr und er sah niemanden.
    Behutsam tastete er sich über den Hinterkopf, wo sich inzwischen eine beachtliche Beule gebildet hatte, und verzog das Gesicht. Die Kopfschmerzen hämmerten unvermindert. Dieser Ast - er war ihm also doch auf den Kopf gekracht. Er hatte zu langsam reagiert. Jetzt fiel sein Blick auf ihn. Ein klobiger Knorren, der da herabgestürzt war.
    Seufzend hob er den Pilzkorb auf. Die Pilze ließ er liegen. Das Bücken zum Aufsammeln verstärkte das Hämmern im Schädel.
    Wo war er überhaupt? Schon wollte er das Handy herausholen, um sich mit Hilfe des GPS-Signals zu orientieren, da entdeckte er einen Wegweiser. Erleichtert marschierte er auf ihn zu und sah nach ein paar Schritten die Forststraße vor sich. Etwa zehn Meter entfernt stand eine Bank.
    Und daneben …
    Langsam, mit zögernden Schritten ging er auf das mannshohe steinerne Kreuz zu. Sein Herz begann aus unerklärlichem Grund heftig zu klopfen und über die Arme kroch eine Gänsehaut.
    Als er nahe genug war, um die Inschrift lesen zu können, blieb er stehen. Eine Zahl war das Erste, was er sah. Achtundsechzig. Und davor? Ein Krakel und eine eins? War das eine Jahreszahl?
    Was war mit dem Rest? July, entzifferte er mühsam, ist Johann Renner, Revierförster schosen worten
    Er trat einen Schritt zurück und versuchte, die Worte zu erfassen.
    Siebzehnhundertachtundsechzig. Inzwischen schrieb man zweitausendachtzehn. Vor zweihundertfünfzig Jahren war ein Mensch hier erschossen worden. Ein Förster.
    Der Renner!’, hallten die Worte des Grobschlächtigen in seinem Kopf. Er erinnerte sich an die grobe Lodenjacke, die er getragen hatte, das alte Gewehr, die seltsame Kleidung der beiden, seine tiefe Stimme. Der fehlende und wieder aufgetauchte Pilzkorb, der verschwundene Sturm … alles passte zusammen.
    Das Atmen fiel ihm mit einem Mal schwer und das Herz schien ihm aus der Brust zu springen.
    Ein Förster.
    Erschossen.
    Ein unbestimmter Laut entfuhr seiner keuchenden Brust und er umklammerte mit schneeweißen, zitternden Fingern sein Handy. Abrupt drehte er sich um und rannte die Forststraße entlang. Weg von diesem Ort, weg von dem Kreuz ...


    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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    Einmal editiert, zuletzt von Tariq ()

  • Uhh, ich ahne den Hauch von Halloween?

    Jetzt wo Tom es sagt XD
    Aber es war tatsächlich ein kleines bisschen Halloween zum Schluss :D


    So, und jetzt Tariq: Schön mal wieder was von dir zu hören/zu lesen ^^
    Die Geschichte gefällt mir gut. Kurzweilig und Martin gefällt mir gut :)
    Ich freue mich, dass es ein so glimpfliches Ende genommen hat. Zumindest für einen der beiden Förster.
    Eine gute Idee ^^

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald


  • Eine wirklich coole Story.

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    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

  • Hey Tariq



    LG,
    Rainbow

  • So, jetzt habe ich mir das auch mal durchgelesen - grade mit dem Bild vom Kreuz dazu fuegt sich das schoen zusammen, eine gelungene Miniatur ueber das Thema. Ich hab' eigentlich nur zwei kleine Anmerkungen:


    Über ihm rauschte der Sturm in den Baumkronen und ließ Zweige und gelbe Blätter herabregnen.

    Du verwendest vorher schon sehr viel Zeit drauf Sturm und gelbe Blaetter zu beschreiben - an dieser einen Stelle fand ich das dann zuviel, da hatte ich mir gedacht 'sowas hab' ich doch grade schon gelesen?!' Vielleicht entweder mehr Variation, mehr Bildhaftigkeit - oder einfach weglassen.


    Meine zweite Anmerkung ist das Ende - ich finde Du ziehst es zu lang. Typischerweise wirken solche Geschichten am besten mit einem 'Aha' Erlebnis am Ende - der Leser war vorher verwirrt von den Einzelheiten die ihm hoffentlich aufgefallen sind (woher kommt ploetzlich das Gewehr? der Lodenmantel? warum ist das Wetter anders?) - und Du verwendest ja auch viel Muehe um die aufzubauen. Und dann kann ein Moment der Erkenntnis kommen in dem alles im Kopf zusammenfindet - wenn er das Kreuz findet, und erst die Jahreszahl liest, und dann - am Ende - den Namen 'Renner'.


    Und dann kann's aufhoeren.


    Was bei Dir danach noch kommt ist viel Erklaerung - 'wer die Geschichte nicht gerafft hat, es ist uebrigends so und so' - das macht die Pointe eigentlich stumpf, die wirkt am besten wenn man selber zur Erkenntnis kommt (und notfalls nochmal ueberlegen muss) - es ist alles fair erzaehlt, Du machst Dir viel Muehe mit den Einzelheiten dass man sich zusammenreimen kann was da passiert - ich find's schade das dann am Ende so vorzukauen.


    Meine 2 Cents...

  • Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • Zitat von Tariq

    Über dem Ende hab ich am längsten gebrütet. Da war immer diese Angst, dass Leser am Ende sagen könnten "Häää?? Was war das denn jetzt? Wieso Ende?


    Also, mir gefaellt's so auch besser als die erste Version.


    ich persoenlich wuerde noch frueher aufhoeren und das noch raetselhafter gestalten, aber ich bin ja auch nicht 'der Leser' sondern nur 'ein Leser' - und wahrscheinlich ist Deine Angst nicht ganz unberechtigt dass es auch Leser gibt die sowas eher nicht moegen - insofern glaube ich passt das schon so.


    (Ich mag Geschichten ganz gerne wo man erst gar nichts schnallt aber durch zuruecklesen und Hinweise aufsammeln am Ende kapieren kann was da eigentlich passiert ist - aber ich bin auch begeisterter Krimileser und mag da auch das puzzeln was die einzelnen Hinweise bedeuten koennten - so lange es fair geschrieben ist und man draufkommen kann)

  • Guten Tag @Tariq,


    ich hab mal den ersten Teil gelesen.

    Die Jahreszeit, die er am meisten liebte. Er schloss die Augen und atmete tief ein. Es roch nach Morgennebel, feuchtem Laub, nassem Holz und Pilzen. Nach Wald.

    Schöne Beschreibungen, da kann man sich richtig vorstellen, wie er im Wald steht und all diese Eindrücke aufnimmt.



    Eicheln prasselten herab und kollerten umher.

    Müsste es nicht "kullerten" heißen ?



    Als er sich hinter einem Baum hervorschob, verharrte er. Ein paar Schritte vor ihm kauerten zwei Männer. Sie beugten sich über etwas, das am Boden lag. Oder über jemanden, schoss es Martin durch den Kopf.
    „Hallo?“, rief er halblaut und trat zögernd zwischen den Bäumen hervor. „Ist was passiert? Brauchen Sie vielleicht Hilfe? Ich habe ein Handy dabei.“

    Richtig spannendes Ende, ich habe definitiv Lust weiterzulesen.


    Allgemein viele schöne Formulierungen, die auslösen, dass es Spaß macht das ganze zu lesen.


    Bin gespannt wie es weitergeht^^ Was wird mit Martin passieren :o


    Schöne Story zum Feiertag! :thumbsup:


    LG, Liki

  • Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • Echt gut gelungen deine Kurzgeschichte. Schöne Beschreibung, netter Charakter, alles absolut glaubhaft und die Storyline ist absolut nicht vorhersehbar, zudem gleichzeitig (trotz Zeitsprung) sehr sauber nachzuvollziehen. Zudem fehlerfrei und dein Schreibstil ist wie immer klar und strukturiert, was es sehr angenehm zum Leesen macht. Hatte jetzt ein paar sehr vergnügte Minuten.
    :)

  • Hey Tariq,


    hast du denn auch schon längere Geschichten geschrieben? Oder liegen dir eher die Kurzgeschichten? Ich bin neu hier, falls du die Frage also schon irgendwann mal beantwortet hast, sei mir nicht böse :)

    Menschensohn - Das Fenster nach Weraltéra :nummer1:

  • Hallo @ImmoE.Hefter
    Ich habe nur eine längere Geschichte im Forum, die "Guardians - Band I: Das Vermächtnis". Sie ist, nachdem das Buch veröffentlicht wurde, in den nicht öffentlichen Bereich verschoben worden.
    Der Rest sind Kurzgeschichten in unterschiedlicher Länge oder Gedichte. Du findest sie, wenn du unter meinem Avatar auf "Lexikon" klickst. Warum sollte ich böse sein, wenn du mich so was fragst, auch wenn ich die Frage schon mal beantwortet hätte? Vielen Dank für dein Interesse. :) Ich würde mich freuen, wenn du vorbeischaust.
    VG Tariq

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    (Ricarda Huch)



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