Der Ring

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  • So, ich bin jetzt auch auf dem aktuellen Stand :) der Eindruck, den man jetzt beim privaten Abendessen von Mestor bekommt, ist ein komplett anderer. Ich hab da schon voll die Krawallbeziehung hinein interpretiert gehabt, weil Ares ja voll genervt war, dass sein Vater ihn immer rufen lässt und die auch keinen wirklich sanften Ton miteinander anschlugen. Nach dieser Szene sehe ich ihn ganz anders.


    Und was da mit den Ontas geschieht ist ebenfalls ein Verbrechen an der Menschlichkeit. Leute wie Dwayne sind keinen deut besser, die Rollen könnten ebenso vertauscht sein. Ich glaube, das gibt Schwierigkeiten. Die Commandantin wird da nichts tun, da müsste Ares schon direkt zu Mestor gehen und das wird er nicht tun :/


    Der rote Text ist der nachträglich eingefügte. Der Tod durch das Gift ist also nicht vergleichbar mit dem Dahinsiechen an einer Krankheit oder dem Verhungern. Und ja, die Regierung hat diese Lösung gewählt, um das Problem in den Griff zu kriegen. Nicht die feine Englische Art, aber sicher die billigere

    Ah okay. Ja, das ist definitiv die billige Lösung - allein was man sich an medizinischer und Pflege Versorgung für die alten spart...

    Das nachträglich noch einmal betonte "Axiom" war eigentlich als Anspielung gedacht auf Ares' Bemerkung "Ich bin nur ein Axiom". Mestor wollte damit nochmal deutlich machen, dass er, obwohl Ares nur Axiom ist, trotzdem einen Rapport von ihm verlangt. Wie könnte ich das verdeutlichen? Würde es helfen, wenn ich dazuschreibe, dass Mestor das Wort extra noch einmal betont? Oder indem er "Daktyl" anfügt

    Hmm, okay. Mit dieser intention würde ich es genauso machen, wie du es gemacht hast x) ich habe nur etwas völlig anderes draus gelesen, da mein Fokus voll auf die Väter-Sohn-Beziehung gerichtet war xD ich würde trotzdem das "Ares" dann da raus nehmen, weil dann klarer wird, dass er hier rein auf die dienstliche Ebene geht

  • Hallo, liebe Leser,

    Ich weiß, ich bin spät dran, aber noch ist Sonntag. :D

    Zum vorigen Teil: Kapitel 8 (3/3)


    Kapitel 9 (1/1)


    „Doktor Witt, kann ich Sie kurz sprechen?“
    Julian drehte sich um, als er die Frage hinter sich hörte. Emma Milström, eine seiner Ärztinnen, stand ein paar Schritte von ihm entfernt, das ComTab an die Brust gepresst. Ihre Miene drückte tiefe Sorge aus, aber ihre Stimme hatte entschlossen geklungen.
    „Natürlich, Emma. Um was geht es?“
    Ihr Blick flog zu dem matt schimmernden, schwarzen Auge über der Tür. Das Kontrolllämpchen leuchtete. „Können wir in Raum sechzehn gehen?“
    Jetzt runzelte Julian die Stirn. Raum sechzehn war ein Besprechungsraum, in dem das Medi-Personal sich unbeobachtet und unbelauscht über Diagnosen von Servicern oder Mitgliedern der Garde unterhalten konnte. Deren gesundheitliche Probleme gingen außer den Ärzten keinen etwas an und deshalb wurde dieses Zimmer als Einziges in der Klinik nicht durch eine Kamera überwacht.
    „Selbstverständlich“, murmelte er und ging voran. Er war gespannt, über welchen Patienten die ausgebildete Internistin und Psychologin mit ihm sprechen wollte. Momentan befanden sich nur zwei Servicer und drei Gardisten als Patienten in der Klinik. Rasch rekapitulierte er, was er über die Kranken wusste. Soviel er sich erinnerte, gab es da nichts Besorgniserregendes, zumindest nichts, was Emma nicht allein entscheiden konnte.
    „Also“, meinte er, als sie sich an den großen runden Tisch gesetzt hatten, „um welchen Patienten geht es?“
    „Um eine Onta“, stieß sie hervor. „Xiah EightEight-C. Sie ist seit Samstag Morgen hier in der Klinik.“
    Verwundert registrierte Julian den mühsam gezügelten Zorn in Emmas Stimme und ihre Finger, die das ComTab so fest umkrampften, dass die Knöchel weiß hervortraten.
    „Eine Onta? Was ist mit ihr, dass Sie es hier mit mir besprechen möchten?“
    „Sie wurde zerstört.“
    Jetzt verstand er, wen Emma meinte. Es ging um die Onta, die am Samstag Morgen aus dem Loch geholt und von Axiom Daktyl und einem seiner Gardisten in die Klinik begleitet worden war. Das Wort ‚zerstört‘ benutzte das Medi-Personal nur, wenn der Geist eines dieser bedauernswerten Wesen durch den verschärften Arrest so stark gelitten hatte, dass es seiner Arbeit nicht mehr nachgehen konnte.
    Nicht noch einer, stöhnte er in Gedanken. Erst in der Nacht hatte ihn der diensthabende Arzt zu einem Notfall gerufen, wenige Minuten, nachdem er dem letzten neu angekommenen Onta den Helm abgenommen hatte. Der Notfall-Patient hatte sich als der aufsässige und randalierende Onta erwiesen, den Axiom Coholt erst kurz zuvor mit zwei Ypirs aus der Klinik fortgebracht hatte. Den Verletzungen nach hatte die Injektion des Beruhigungsmittels nicht viel genützt und der Mann war wohl mit brachialer Gewalt niedergerungen und ruhiggestellt worden. Axiom Benedict hatte ihn in die Klinik bringen lassen, Dwayne Coholt war nicht aufgetaucht. Wahrscheinlich hatte er der Commandantin Bericht erstattet. Dass verprügelte Ontas in der Klinik landeten, war keine Seltenheit, besonders, wenn Coholt Dienst hatte. Aber es war noch nie vorgekommen, dass einer von ihnen an den Folgen der Prügel starb. Es hatte ihn sehr betroffen gemacht. Und nun kam die nächste Hiobsbotschaft.
    „Was meinen Sie konkret?“, forschte er.
    „Ich halte sie für suizidgefährdet“, erklärte Emma, ohne zu zögern. „Sie hat ihre Sedativa gesammelt.“
    „Wie viele?“
    „Über die gesamten fünf Tage, die sie hier in der Klinik ist.“
    Julian atmete auf. Eine so geringe Dosis an Beruhigungsmitteln reichte nicht aus, um sich ins Jenseits zu befördern. Aber es war ein Alarmsignal.
    „Gespräche helfen nicht?“
    „Sie spricht nicht. Es ist mir noch nicht gelungen, sie aus ihrem Schneckenhaus hervorzulocken.“ Emma schluckte. „Und übermorgen muss ich sie aus der Klinik entlassen.“
    Es macht ihr wirklich zu schaffen, erkannte Julian, sie leidet darunter.
    „Emma, das ist nicht Ihr erster Patient, dem Sie diese Diagnose stellen. Lassen Sie das nicht so nahe an sich heran! Bleiben Sie professionell. Wenn die Frau nicht mehr arbeitsfähig ist, müssen wir es melden. Der Sicherheitsdienst wird sich mit dem Produktionsleiter in Verbindung setzen, dem sie unterstellt war. Sie bekommt eine neue Aufgabe. Das Übliche. Entsorgung oder Reinigung. Schlimmstenfalls ein zweites Clearing.“
    Er sah, wie Emma bei seinem letzten Satz zusammenzuckte. Ein Clearing – die Löschung des Gedächtnisses bei den Schwerverbrechern unmittelbar nach Betreten des Ringes – war doch nichts Ungewöhnliches.
    „Letzteres will ich ihr auf jeden Fall ersparen“, hörte er sie sagen. „Deshalb wollte ich ja mit Ihnen sprechen. Doktor Witt“, sie hob den Kopf und sah ihn entschlossen an, „ich möchte, dass Sie beim Sicherheitsdienst die Erlaubnis erwirken, sie hier arbeiten zu lassen. Damit ich sie beobachten und weiter therapeutisch auf sie einwirken kann.“
    „Hier?“ Vor Verblüffung brachte Julian kein weiteres Wort heraus. Stattdessen stand er auf und wanderte einmal langsam um den runden Tisch herum. Dann blieb er hinter seinem Stuhl stehen und packte die Lehne fest mit beiden Händen. „Emma“, begann er zögernd, „sind Sie sich im Klaren, was Sie da verlangen?“
    „Das bin ich.“ Die junge Ärztin legte das ComTab auf den Tisch und faltete entschlossen die Hände. „Ich bin sicher, dass ich sie beschützen kann, wenn sie hier arbeitet, und dass ich früher oder später zu ihr durchdringen werde, um sie so weit zu stabilisieren, dass sie wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren kann.“
    „Wie stellen Sie sich das vor? Sie können nicht ständig um sie herum sein. Es wird unbeobachtete Momente geben und wenn die Onta ihrem Leben ein Ende setzen will, dann findet sie auch hier Möglichkeiten.“
    „Ich werde Xiah beschützen“, wiederholte sie hartnäckig und erwiderte seinen fast flehenden Blick, mit dem er an ihre Vernnunft appelierte, ohne zu blinzeln.
    Sie nennt die Onta beim Namen, stellte Julian fest. Das sitzt tiefer, als es für Emma gut ist. Und sie wird nicht nachgeben. Kopfschüttelnd realisierte er: Dieser verrückte Plan hatte in ihrem Kopf nicht nur Gestalt angenommen, sondern wurde bereits umgesetzt, indem sie jetzt hier in diesem Raum mit ihrem Anliegen an ihn herantrat.
    Er setzte sich wieder, langsam und so bedächtig, als könnte der Stuhl unter ihm zusammenbrechen. „Emma“, versuchte er es erneut, „investieren Sie nicht so viel von sich in das Schicksal einer Onta. Finden Sie sich damit ab, dass diese Khia –“
    „Xiah“, unterbrach sie und er hörte erneut den unterdrückten Zorn heraus. „Sie heißt Xiah.“
    „In Ordnung, also dass diese Xiah ...“
    „Ich bitte Sie darum, Doktor Witt.“ Ihre Stimme klang mit einem Male dünn. Der Zorn darin war verschwunden. „Ich bitte Sie darum.“
    Julian seufzte. „Ich werde mit dem Sicherheitschef reden. Aber eines muss klar sein, Emma. Das darf nicht zu Gewohnheit werden. Diese Frau wird eine Ausnahme bleiben, egal ob Sie Erfolg bei ihr haben oder nicht. Und Sie sind für sie und alles, was sie tut, verantwortlich. Haben wir uns verstanden?“
    Sie nickte, hastig und offensichtlich erleichtert. „Danke“, flüsterte sie rau, dann packte sie ihr ComTab und verließ den Raum ohne ein weiteres Wort.

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • Zu 8/3:


    Wenig zu mecken, nur das hier hat mich verwirrt:

    Dieser Onta hatte unglaubliches Glück gehabt.

    Die Szene ist doch ein gutes Stueck spaeter als die wo Etienne live auf den Monitor schaut, Etienne hat doch die Aufzeichnungen schon vorher verfolgen koennen und muesste daher eigentlich schon wissen was mit dem Onta passiert ist.


    Entweder ist es eher zynisch zu sagen der habe Glueck gehabt weil jemand bemerkt hat wie er gestorben ist - oder ich verstehe ich warum das fuer Etienne nicht schon klar ist dass es einen Toten gegeben hat.

  • Hallo Thorsten :)

    Vielen Dank. Hier hast du mich echt ins Grübeln gebracht. :/

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  • Meinst du, es müsste in der Zentrale eine Meldung eingehen, dass es einen Toten gegeben hat?

    Ich weiss nicht - er hat die Meldung gemacht die zum Fund gefuehrt hatte, das waere eigentlich Grund genug fuer ihn entweder kurz informiert zu werden oder aus eigener Initiative kurz zu schauen wie's dem Onta geht - die Sacht hat ihn ja schon beschaeftigt. Dass er erst in Ruhe mit Ares in der Kantine zusammensitzt und ueber den Vorfall quatscht und sich erst danach informiert wie die Sache eigentlich ausgegangen ist - das kommt mir halt komisch vor.

  • Wegen des zeitlichen Ablaufs, das hatte ich mir so vorgestellt, dass Etienne ja aufgrund der Nachtschicht bis kurz vor Mittag geschlafen hat und dann nur schnell in die Zentrale gegangen ist, um nachzufragen, ob Frida da war. Danach hat er sich ja schon mit Ares zum Essen getroffen. (Ich möchte zur Erklärung kurz einfügen, dass mich VOR dem Mittag gar keiner aus dem Bett bekommen würde, wenn ich Nachtschicht hatte ... :rofl: ).


    Ich hab jetzt aber nochmal drüber nachgedacht und beschlossen, es ein bisschen abzuändern und zwar so, dass Etienne in der Nacht zwar noch herausfindet, was mit dem Onta geschehen ist, dass er es Ares aber verschweigt, weil er befürchtet, dass sich der Freund Coholt zur Brust nehmen wird. Er schweigt also faktisch aus Angst um Ares, weil er mutmaßt, dass zwischen Coholt und Frida was läuft. Ich hoffe, dass es so vielleicht authentischer wirkt.


    EDIT:

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    Einmal editiert, zuletzt von Tariq ()

  • So, ich mach mal weiter:


    Zum vorigen Teil: Kapitel 9 (1/1)

    Kapitel 10 (1/1)


    Ares schloss die Tür hinter Etienne und wies mit der Hand auf das Bedienpad der Serviceeinheit. „Bestell dir was zu trinken“, schlug er vor und ging zurück zur Couch. Mit einem Seufzer ließ er sich darauf fallen und legte die Füße auf den Tisch, Etiennes missbilligendes Stirnrunzeln bewusst ignorierend. Es war seine eigene Wohnung und hier konnte er tun und lassen, was er wollte.
    „Gibt’s was Neues von Benedict?“, fragte Etienne, während er sich in einen der bequemen Sessel setzte. „Er ... hat es doch gemeldet, oder?“
    „Selbstverständlich“, knurrte Ares. „Du weißt, dass er ein durch und durch ehrlicher Kerl ist, der seine Pflichten sehr ernst nimmt.“
    „Und was unternimmt die Commandantin?“
    „Nichts. Sie hält es nicht für nötig, sich die Aufzeichnung anzusehen. Es sei eine notwendige Disziplinarmaßnahme gewesen, hat sie Malcolm verkündet.“
    „Eine notwendige Disziplinarmaßnahme?!“

    Die sturmumwölkte Miene und die angespannte Haltung verrieten, dass der Freund Mühe hatte, sich zu beherrschen. Ares sah, wie sich Etiennes Hände zu Fäuste ballten. Na toll, rügte er sich selbst, jetzt habe ich ihm schon wieder Anlass gegeben, gegen das Bestrafungs-System im Ring zu wettern. Ja, ich halte Fridas Verhalten auch für nicht nachvollziehbar, aber er ist nur -
    „Ares, der Mann war aufsässig in der Klinik, das stimmt, aber inzwischen längst wieder gefügig und er ging willig mit!“, stieß Etienne hervor und wirkte, als würde er gleich aus dem Sessel springen. „Du hast die Aufzeichnung doch gesehen! Er hatte eine Injektion vom Klinikchef bekommen und sich beruhigt. Da war nichts, was eine solche Disziplinarmaßnahme erfordert hätte!“
    Bedauernd hob er eine Hand. „Wie gesagt, ich kann mich nicht einmischen. Wenn es nochmal vorkommt, will Malcolm es dem General auf Pitcairn melden.“
    „Nochmal?“ Etienne hatte offensichtlich Mühe, ruhig zu bleiben. „Weißt du, wie oft Coholt das schon gemacht hat? Ich habe den ganzen Nachmittag und Abend damit zugebracht, alte Aufnahmen auszugraben, zu sichten und zu vergleichen.“
    Mit knappen Worten berichtete Etienne, was er herausgefunden hatte.
    Ares hörte aufmerksam zu und seine Miene wurde mit jedem Wort finsterer.
    „Ich sagte es ja schon“, grollte er, als der Freund fertig war. „Coholt ist ein Schwein. Und mit diesem Wissen ... Kein Axiom darf derart eigenmächtig handeln. Es gibt Vorschriften, die auch für ihn gelten. Coholt muss bestraft werden. Sonst prügeln seine Handlanger eines Tages einen Onta tot.“
    Etiennes Kopf ruckte hoch. Er schien eine heftige Entgegnung auf der Zunge zu haben, doch er schloss den Mund wieder und schwieg.
    Eine Weile herrschte Stille. Keiner von ihnen sagte etwas. Etienne schien sich mit schweren Gedanken zu tragen. Trotzdem war er der Erste, der das Schweigen brach, bevor es belastend wurde.
    „Es wird also eine Bestrafung eines Axioms geben?“, vergewisserte er sich und seine Stimme klang heiser. „So wie damals bei dieser ... wie hieß sie noch gleich?“
    Ares wusste sofort, worauf Etienne hinauswollte, doch er legte keinen Wert darauf, diesen Vorfall wieder zur Sprache zu bringen. „Masura“, knurrte er deshalb knapp.
    „Also auch bei Dwayne Disziplinarmaßnahmen im Beisein der anderen Axiome? Durch den General persönlich?“
    Ares nickte. „Das will ich doch hoffen. Außer der Strafe selbst hat das nämlich ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Wirkung. Niemand möchte vor Gleichrangigen gemaßregelt oder gar bestraft werden.
    Und das, was Coholt sich geleistet hat, bedeutet Arrest.“ Er verschränkte die Hände hinter dem Kopf und beobachtete, wie Etienne die Stirn runzelte und nach seinem Glas griff. Der Freund schien Zweifel zu haben, dass Coholt tatsächlich eingesperrt wurde, und er konnte das verstehen. „Frida wird ihm hinter verschlossenen Türen sicher ordentlich einheizen“, vermutete er, hörte aber selbst, dass es lahm klang.
    Etienne nippte an seinem Drink und stellte ihn zurück auf den Tisch. „Willst du nachstoßen?“
    Er wiegte den Kopf. „Wie gesagt, das ist Malcolms Sache“, wandte er ein. Seine Miene nahm einen entschlossenen Ausdruck an. „Ich rede nochmal mit ihm. Morgen früh frage ich erst einmal in der Klinik nach, wie der Mann sich erholt. Sicher wird Frida das Strafmaß davon abhängig machen. Wenn der Onta seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann, möchte ich nicht in Dwaynes Haut stecken.“
    „Du musst nicht nachfragen.“
    Ares sah auf. „Warum? Hast du dich nach ihm erkundigt?“
    Etienne nickte.
    „Und?“, drängte Ares. „Lass dir doch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen! Wie geht’s ihm?“
    Mit zusammengepressten Lippen starrte Etienne ihn an. Lange. Seine Miene spiegelte Schmerz wider. „Er ist tot, Ares. Noch in der Nacht auf dem Behandlungstisch gestorben. Ich habe es durch die Kamera gesehen und mich danach vergewissert, dass er es wirklich war. Dwayne hat ihn umgebracht, auch wenn er selbst keinen einzigen Schlag gelandet hat.“
    Ares riss die Füße vom Tisch und sprang auf. „Wann hattest du vor, mir das zu sagen?“, forschte er grimmig.
    „Nie“, gab Etienne zurück. „Ich will nicht, dass du dir Coholt vorknöpfst.“
    „Aber der Kerl ist ein Mörder!“ Er ballte die Fäuste und versuchte, seinen Zorn zu zügeln. „Das ändert die Sache. Wenn morgen immer noch nichts geschieht, informiere ich den General. Dwayne darf nicht länger Axiom sein!“
    „Was, wenn Frida es vertuschen will?“, wandte Etienne erregt ein. „Vergiss nicht, es wird gemunkelt, dass sie mit Dwayne was am Laufen hat.“
    „Das soll sie nicht wagen“, knirschte er. „Wenn der General erfährt, dass sie einen Mörder deckt, ist sie ihren Posten los. Sie fürchtet eh schon, dass mein Vater mich an ihre Stelle setzen lässt, wenn sie sich als unfähig erweist.“
    „Dein Vater ist nicht dein Vorgesetzter. Du bist Angehöriger der Streitkräfte.“

    Er lachte bitter. „Glaub mir: Er kann hier tun und lassen, was er will. Der Ring ist sein Reich und er ist der König.“
    Etienne holte tief Luft, um etwas zu entgegnen, doch dann stieß er sie wieder aus.
    Ein paar Sekunden starrten sie sich noch an, dann senkte der Freund den Blick und Ares konnte sehen, wie die Anspannung aus seinem Körper wich.
    „In Ordnung, mein Prinz“, stieß Etienne hervor und Ares hörte die Resignation in seiner Stimme, „dann lass uns endlich runter in die Bar gehen. Es ist ziemlich spät und wir haben beide morgen die erste Schicht.“ Er kam auf die Füße und leerte sein Glas. „Ach, eines wollte ich dir noch erzählen“, meinte er, während er es abstellte. „Du erinnerst dich an die Onta, die du letzten Samstagmorgen aus dem Loch geholt hast?“
    Verwundert runzelte Ares die Stirn. „Ja. Ich habe sie zur Untersuchung in die Klinik gebracht. Was ist mit ihr?“
    „Der Klinikchef hat um Änderung ihrer Zutrittsberechtigungen gebeten. Die behandelnde Ärztin schätzt sie als in hohem Maße selbstmordgefährdet ein und will sie unter Aufsicht haben. Sie muss am Samstag aus der Klinik entlassen werden und soll dann dort arbeiten.“
    Ares presste die Lippen zusammen. Verdammt, die kleine Blonde, die ihm kaum bis zur Schulter reichte, wollte sich umbringen? War sie die Nächste, die in den Lichtschacht sprang?
    „Hast du es einrichten können?“, fragte er rau.
    Etienne nickte. „Die Information an die Garde ist schon raus, damit alle Bescheid wissen. Immerhin wird diese Frau die einzige Onta sein, die auf der Oberfläche arbeitet. Ich hoffe, es bleibt eine Ausnahme. Dieses Loch ist grauenhaft, Ares, ich ...“
    „Nein. Fang nicht schon wieder an! Du kennst meine Meinung zur Bestrafung.“
    Obwohl Etienne schon an der Tür stand, blieb Ares sitzen und seine Rechte spielte mit der Ecke eines der Sitzkissen. „Bleib noch“, bat er. „Ich muss dir auch was erzählen. Und ich brauche einen Rat. Den eines guten Freundes.“
    Er wartete, bis Etienne, der ihn erst verwundert musterte und dann nickte, sich wieder gesetzt hatte. „Erinnerst du dich an den letzten BuyVis-Abend, als ich weggerufen wurde? Es war nicht nur eine Besprechung beim Kyrios“, fuhr er fort, nachdem Etienne genickt hatte. „Am Tag danach sollte ich zum Abendessen in seine Wohnung kommen.“
    Was sein Vater von ihm erwartete, brachte er mit wenigen Worten hinter sich. Dann kam der heikle Teil und er sah, wie sein Freund ungläubig lauschte, als er die manipulierten Chips beschrieb. Abscheu malte sich in dessen Miene und auch Wut, dieselben Gefühle, die ihn selbst jetzt wieder überwältigten. In der Wohneinheit seines Vaters hatten Unglauben, Entsetzen und grenzenlose Verachtung all das, was er dem Vater an den Kopf werfen wollte, in seinem eigenen Kopf festgehalten. Und dort steckte es bis heute.
    Jetzt ließ er es heraus. Denn es war Etienne, der ihm zuhörte, sein bester Freund, der das Ganze genauso verwerflich finden würde wie er selbst. Er wusste, dass Etienne fest an Moral und Ehre glaubte und dass das Verhalten des Kyrios ihn entsetzen würde.
    Es waren keine schönen Worte, die er für seinen Vater hatte, und als er fertig war, merkte er, dass er erregt aufgesprungen und in seinem Wohnraum hin und her gelaufen war, wobei Etienne ihm stumm zugesehen hatte.
    Als sein Ausbruch beendet war, herrschte Schweigen. Etienne überlegte, das konnte Ares an dessen Miene erkennen. Würde er etwas unternehmen? Mestor vielleicht anzeigen?
    Doch sofort rief er sich zur Ordnung. Das war Etienne, sein bester Freund, der würde ihn nicht in Gefahr bringen. Und eine Anzeige wäre gefährlich, denn noch kannten sie die Hintermänner nicht. Doch die musste es geben, denn ein solches Vorgehen, wie Mestor es hier praktizierte, war allein weder planbar noch umsetzbar.
    Nein, Etienne würde schweigen, da war Ares sich sicher.
    „Warum überrascht mich sowas nicht?“, hörte er ihn leise sagen und Bitterkeit lag in seiner Stimme. Dann hob Etienne den Kopf und musterte ihn forschend. „Was wirst du tun?“, fragte er.

    Ares seufzte. Das war die Frage, die ihn Tag und Nacht umtrieb. Noch immer glaubte er fest, dass er als Soldat nicht zum Führer des Ringes taugte. Doch das war zweitrangig, da sein Vater sowieso nicht vorhatte, ihm diese Führung zu überlassen. Du hast lediglich die ehrenvolle Aufgabe, nach seiner Pfeife zu tanzen, flüsterte eine spöttische Stimme in seinem Kopf.
    Aber eines stand fest: Das, was hier im Ring geschah, durfte nicht so weitergehen. Und etwas daran ändern konnte er nur, wenn er der Bitte seines Vaters nachgab und diesen in zwei Jahren als Chef des Ringes ablöste. Bis dahin musste er mitspielen. Den Kyrios in Sicherheit wiegen. Interesse und – was ihm viel schwerer fiel – dieselbe Skrupellosigkeit zeigen wie dieser.


    Hier geht's weiter: Kapitel 11




    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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    2 Mal editiert, zuletzt von Tariq () aus folgendem Grund: Textpassagen anhand der Anmerkungen der Leser geändert/eingefügt und blau gefärbt

  • Hallo @Tariq,


    ich habe jetzt die vorigen Teile deiner Geschichte mal gelesen und klinke mich auch mal hier ein, wenn es ok ist. Insgesamt finde ich

    das Kapitel durchaus gelungen. Was die von dir monierten Punkte angeht, schreibe ich einfach mal was mir dazu einfällt.

    Nimm das was du davon brauchen kannst und lass den Rest einfach liegen.


    Er sah, wie sich Etiennes Hände zu Fäuste ballten. Es geschah selten, dass sich der Freund aus der Ruhe bringen ließ, und meist waren es irgendwelche Angelegenheiten, die mit Ungerechtigkeit und fehlender Fairness zu tun hatten. So war es auch jetzt.

    Wenn man die bisherigen Kapitel gelesen hat, weiß man eigentlich schon ganz gut wie Etienne tickt. Hier vielleicht weniger weniger direkt darauf eingehen was er empfindet und dafür mehr seine Körpersprache beschreiben. Verkrampft sich seine Haltung, hat er einen empörten Tonfall in der Stimme oder einen zornigen Ausdruck im Gesicht?



    „Es wird also eine Bestrafung eines Axioms geben?“, vergewisserte er sich und seine Stimme klang heiser.

    Statt Axiom vielleicht Coholt .


    „Also auch bei Dwayne Disziplinarmaßnahmen im Beisein der anderen Axiome? Wie peinlich für ihn.“ Es klang befriedigt.

    Habe gerade mal gegoogelt was genau man unter Disziplinarmaßnahme versteht. Coholt kommt damit extrem billig weg.

    Das Etienne das befriedigt ist eigentlich schwer vorstellbar. Das Wörtchen peinlich ist vielleicht auch nicht optimal, es wirkt

    als ob Etienne die Demütigung Coholts wichtiger als die Verhinderung weiterer Morde durch diesen ist, und macht Etienne ein

    klein wenig unsymphatisch.


    „Sie kann es sich nicht leisten, denn sie muss damit rechnen, dass mein Vater mich an ihre Stelle setzen lässt, wenn sie sich als unfähig erweist.“


    Die Aussage von Ares wirkt ein wenig sperrig. die Info daß er Ihre Position übernehmen soll vielleicht anderswo einfliessen lassen

    und das ganz entsprechend kürzen. Wenn rauskommt daß sie einen Mörder deckt ist sie ohnehin ihren Posten los.


    „Dein Vater ist nicht dein Vorgesetzter. Du bist Angehöriger der Streitkräfte der Vereinigten Kontinente.“

    Nur eine kleine Kleinigkeit aber ich denke Angehöriger der Streitkräfte reicht.


    So ich hoffe mein Geschreibsel war dir zumindest eine kleine Hilfe.


    Ach ja und bevor ich es vergesse.


    Er lachte bitter. „Glaub mir: Er kann hier tun und lassen, was er will. Der Ring ist sein Reich und er ist der König.“

    DAS finde ich einfach genial ich liebe solche Formulierungen.

  • Hi Tariq,


    hier meine Kommentare:

  • Zum vorigen Teil: Kapitel 10 (1/1)


    ~~~ Kapitel 11 ~~~


    „Commandantin, auf ein Wort bitte.“
    Frida Busch wandte ungehalten den Kopf und starrte Malcolm Benedict an. Er war heute Morgen erst da gewesen, um ihr diese Sache aus dem fünften Untergeschoss zu melden. Wieso stand er jetzt - am Nachmittag - erneut vor ihrem Schreibtisch?
    „Worum geht’s?“, fragte sie knapp und richtete den Blick sofort wieder auf den Bildschirm.
    „Axiom Dwayne Coholt“, antwortete der Axiom, „für wann ist seine Bestrafung vorgesehen?“
    „Das wurde noch nicht festgelegt.“
    „Bei allem Respekt, Commandantin, er hat gegen die Vorschriften gehandelt und ist weiter zum Dienst eingeteilt!“ Seine Hand wies auf den Monitor, der die Aufstellung der Axiom-Dienstpläne für den laufenden Monat anzeigte.
    „Ich wüsste nicht, dass ich mich vor Ihnen zu rechtfertigen hätte, Axiom Benedict.“ Sie hatte Mühe, ihren Ärger zu unterdrücken, und sie hörte, dass ihre Stimme etwas zu schrill geklungen hatte. Keineswegs respekteinflößend. Und richtig - dieser hartnäckige Kerl
    ließ sich damit auch nicht abspeisen.
    „Haben Sie sich nach dem verprügelten Onta erkundigt?“, fragte er mit gepresster Stimme.
    „Dazu besteht keine Notwendigkeit. Der Mann ist - wie Sie eben selbst sagten – ein Onta.“
    „Sie hätten es vielleicht besser getan!“, stieß er hervor und sie merkte, dass auch er um Beherrschung rang. „Dann wüssten Sie nämlich, dass er nicht mehr lebt, und würden es nicht jetzt erst von mir erfahren. Dwaynes Komplizen haben ihn totgeschlagen!“
    Seine heftigen Atemzüge verrieten ihr, welcher Aufruhr in ihm tobte. Und seine Worte rüttelten an ihrer Beherrschung. Sie wandte erneut den Kopf und schoss einen kalten Blick in seine Richtung.
    „Ich wiederhole“, sagte sie leise, „ich muss mich vor Ihnen nicht rechtfertigen. War das alles, Axiom Benedict? Dann verlassen Sie bitte die Zentrale! Guten Tag!“
    Er sah aus, als würde er gern seine Faust auf den Schreibtisch krachen zu lassen. Oder noch lieber in Dwaynes Gesicht. Stumm starrte er sie an und Fassungslosigkeit spiegelte sich in seiner Miene, als er einen Schritt zurücktrat. „Coholt muss bestraft werden“, verlangte er erneut und es klang wie ein Befehl. „Er darf nicht ungeschoren davonkommen.“
    Sie spürte ein warnendes Klopfen in der Schläfe. Der Kerl wagte es tatsächlich, ihr Vorschriften machen zu wollen. „Ich sagte: Guten Tag, Axiom!“, zischte sie.
    Er neigte provozierend knapp den Kopf, wandte sich um und verließ ihr Büro.
    Frida wartete, bis sich die Tür geschlossen hatte, erst dann erlaubte sie sich ein zorniges Schnauben. Dwayne hatte den Bogen überspannt und einen Onta erschlagen. Auch wenn er selbst den Mann nicht angefasst hatte. Das konnte sie nicht ungestraft durchgehen lassen. Es war zu gefährlich für ihre Position.
    Sie rief Dwayne über das ComPad zu sich uns versetzte die Überwachung der Zentrale in den Privatmodus.
    „Was denkst du dir eigentlich?!“, fauchte sie erbost, als er eintrat war, und sprang auf. Ihr Ruf musste ihn aus dem Schlaf gerissen haben, denn genau so sah er aus. Ihn so zu sehen, ärgerte sie zusätzlich. „Diesmal bist du zu weit gegangen! Benedict weiß, was du mit dem Onta gemacht hast.“
    „Das kann er gar nicht. Keine Kamera hat etwas Belastendes aufgezeichnet, zumindest nicht die in dem Lagerraum.“
    „Trotzdem wurde Benedict vom Sicherheitsdienst dorthin geschickt! Und er hat es auf jeden Fall auch den anderen Axiomen mitgeteilt, so dass nun kein Geheimnis mehr ist, welche perversen Spielchen du da unten im fünften Untergeschoss abziehst.“
    „Reg dich ab“, meinte er lächelnd und sie merkte, dass sie kurz davor war, ihn wegen seiner unglaublichen Leichtsinnigkeit schlagen und damit dieses überhebliche Grinsen aus seinem Gesicht zu wischen. Doch sie wusste auch, dass sie das niemals tun würde. Zu groß war die Angst, ihn zu verlieren.
    „Einen Onta zu bestrafen, der in der Klinik randaliert hat, ist nichts, was man mir ankreiden kann“, erklärte er. „Das ist mein -“
    „Ihn totzuschlagen jedoch sehr wohl!“, zischte sie und verschränkte die Arme vor der Brust. Zornig funkelte sie ihn an.
    „Der Typ ist tot?“ Dwayne schien ehrlich verblüfft.
    Das hat er nicht gewusst, erkannte Frida. Nur deshalb konnte er so ruhig schlafen nach der Schicht, dass er am Nachmittag geweckt werden musste. Ein reines Gewissen ist eben doch ein ...
    Doch seine Reaktion und seine nächsten Worte ließen ihre Entschuldigung für sein Verhalten zerspittern wie unter einem Hammerschlag. Wider Erwarten zuckte er lediglich mit den Schultern. „Und? Was geht mich das an? Die Schläge gehen auf das Konto von Bine und Merrick. Tss“, er schüttelte gespielt streng den Kopf, „dabei habe ich ihnen noch nahegelegt, ihn nicht so hart anzufassen.“
    Das reichte. Erst kommandierte Benedict sie herum, jetzt hielt Dwayne sie zum Narren. Ihre Faust krachte auf den Schreibtisch, an dem sie lehnte. „Hör auf mit diesem Schwachsinn! Ich bin es, mit der du redest, nicht einer deiner Axiomkollegen oder ein Ypir! Benedict wird zu Ares gehen und Ares vielleicht zum Kyrios!“
    Das falsche Bedauern verschwand und seine Miene wurde stahlhart. „Der hat sich nicht in Angelegenheiten der Garde einzumischen. Sie untersteht der Marine und damit dem General auf Pitcairn. Und dein verehrter Kyrios wird dankbar sein, dass die Ordnung im Ring aufrechterhalten wird. Außerdem braucht er mich für die Transporte.“ Er warf ihr einen vielsagenden Blick zu. „Glaub mir, es ist alles in Ordnung.“ Er ging hinüber zur Couch und ließ sich darauf nieder. „Also, weswegen hast du mich rufen lassen?“
    Sie zitterte vor Empörung. Seine Frechheit war unerträglich. Und nicht zum ersten Mal kam ihr der Gedanke, dieses Verhältnis mit ihm zu beenden, um sich von ihm nicht an die Wand spielen zu lassen. Er hatte sie voll im Griff und sie konnte nicht dagegen tun.
    „Ich hatte dich gewarnt und gebeten, vorsichtig zu sein, und du hast es ignoriert“, fauchte sie. „Deshalb werde dich als Verantwortlichen für diese Aktion da unten jetzt für zwei Wochen suspendieren müssen. Damit in Ruhe Gras über diese ... Sache wachsen kann. Bine und Merrick erhalten drei Tage Arrest und ihnen werden zwanzig Credits vom Konto abgezogen. Du solltest beten, dass niemand auf die Idee kommt, den General zu informieren!“

    Sein Blick zeigte Überraschung. Verständlich, denn so hatte sie noch nie mit ihm geredet.

    „Und jetzt verschwinde!“, setzte sie nach, bevor der Zorn verrauchen konnte und sie in Versuchung kam, diese würgende Angst, die sie gleichzeitig verspürte, in seinen Armen vergessen zu wollen. „Aber lass dir gesagt sein: Beim nächsten Mal wirst du für das, was du deinen Untergebenen erlaubst“, sie betonte das ‚erlaubst‘ mit Nachdruck, „selbst geradestehen. Und ich werde mir nicht die Finger für dich verbrennen. Es gibt für alles Grenzen. Sollte mein Kopf rollen wegen dieser Angelegenheit, dann wird es deiner auch!“ Wie vorhin bei Benedict sah sie auch Dwayne hinterher, der erst gestutzt und dann schulterzuckend die Zentrale verlassen hatte. Erst als die Tür geschlossen war, sanken ihre angespannten Schultern herab und sie stieß einen lästerlichen Fluch aus.

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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    Einmal editiert, zuletzt von Tariq ()

  • Hi Tariq,


    und hier die nächsten Kommentare:

  • Tja, was die Commandantin tun muss, muss sie tun. Und immerhin macht sie irgendetwas. Habe zuerst gedacht, sie wird das einfach ignorieren, aber ganz alles erlauben kann sie sich anscheinend doch nicht. Die Frage ist jetzt, wie Dwayne das aufnimmt. Momentan glaube ich, dass er wesentlich gefährlicher ist als die Commandantin und durchaus noch mehr Ärger machen wird.

    Mehr weiß ich gerade nicht zu sagen. Kann nicht erahnen, wo die Geschichte jetzt hingehen wird.

  • Hi @Tariq


    hier mal wieder mein Senf dazu,


    zu den Änderungen in Kapitel 11 kann ich mich @Novize nur anschließen sie sind rundum gelungen.


    zu Kapitel 11



    Ihr Ruf musste ihn aus dem Schlaf gerissen haben, denn genau so sah er aus. Ihn so zu sehen, ärgerte sie zusätzlich.

    Verstehe ich nicht wieso sie das stört.


    „Einen Onta zu bestrafen, der in der Klinik randaliert hat, ist nichts, was man mir ankreiden kann“, erklärte er. „Das ist mein -“

    Müssten da am Ende statt des Gedankenstriches nicht Auslassungspunkte stehen? Bin mir aber selber nicht ganz sicher ?(



    Und er hat es auf jeden Fall auch den anderen Axiomen mitgeteilt, so dass nun kein Geheimnis mehr ist, welche perversen Spielchen du da unten im fünften Untergeschoss abziehst.“

    Hm bei der Formulierung denke ich eher an irgendwelche ausgefallenen Sexualpraktiken. Sadistische oder brutale Spielchen

    würde hier vielleicht besser passen, ist jetzt aber nur meine persönliche Meinung.


    Doch seine Reaktion und seine nächsten Worte ließen ihre Entschuldigung für sein Verhalten zerspittern wie unter einem Hammerschlag.


    Wieder eine super gelungene Formulierung wie ich finde.


    Zitat


    Er ist hier in erster Linie das Ohr, in das Ares sich auskotzt.

    Klasse als ich das gelesen habe bin ich vor lachen fast vom Stuhl gefallen. Der arme Etienne 8o