Romantik, Liebesgeschichten und Vorurteile?

  • Bei den skadilösen Büchern ist das Thema angerissen wurden, dass romantische Literatur, bzw. Romane mit dem Fokus auf Liebesgeschichten gern unterschätzt werden und teilweise mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Ich zitiere die Beiträge mal ^^


    Ich möchte an der Stelle auch nochmal in aller Deutlichkeit sagen, dass meine Zusammenfassungen weder bösartig, noch als Verriss gemeint sind. Die Bücher sind nicht per se schlecht. Im Gegenteil, sie sind auf ihre Weise sehr unterhaltsam, schreibtechnisch solide, haben ihre Zielgruppe und ihre Daseinsberechtigung. Schließlich gibt es in den anderen Genres genau so den größten Humbug ;) Oft geht zugunsten der Romantik die Logik flöten, weshalb ich in Rahmen dieses Formats meine Gedanken dazu zusammen fasse - was ich übrigens auch für andere Genre in den "Was lest ihr gerade"-Threads mache, nur eben nicht so detailiert. Trotzdem lese ich diese Liebesgeschichten gern.


    Man muss natürlich offen dafür sein und darf nicht pauschal voreingenommen an Liebesschnulzen heran gehen. Mir geht es hier einzig darum, das ganze ein bisschen spaßig aufzuziehen. Ja, das Genre ist wegen seiner Fixierung auf Liebesbeziehungen oft seicht. Pauschal aber alle Geschichten als schlecht und mies hinzustellen, raubt mir ehrlich gesagt den Spaß an meinem Format. [...]


    Corys Post darauf fand ich sehr gut:


    Ehrlich gesagt, lese ich derartige Romane durchaus gerne mal. Als meine Oma starb, "erbte" ich ihre Romanheft-Sammlungen. Die Doktor-Dinger, die Berg-Geschichten, Hedwig Courts-Mahler... ich hab sie alle gelesen.
    Denn unabhängig vom Grundsujet (A trifft B und muss erstmal c damit er d) waren da sehr gute Hintergrundstories dabei, interessante Plote (Plötter?) und aufregende Nebenschauplätze. Textlich waren die (fast) alle gut, handwerklich einwandfrei. Der Anteil an "Müll" war im Rahmen, den jedes Genre aufweist.
    Ja, man muss das Genre, wenn schon nicht mögen, so doch wenigstens akzeptieren. Dann bekommt allerdings durchaus gute Krimis, Thriller oder auch Historicals geboten.


    Oft hört man für solche Romane den Begriff "Schundheftchen". In der Bahn habe ich beim Lesen eines Highlanders schonmal einen süffisanten Blick zugeworfen bekommen und dass das Problem auch die Autoren von Romantik nervt, kann man sich sicher denken. Eine meiner Lieblingsautorinnen hat auf ihrer Facebookseite mal darüber geschrieben, dass man ihr als Autorin von Liebesgeschichten einmal an den Kopf geworfen hätte, mit diesem Genre ja viel weniger Arbeit zu haben, als Autoren anderer Genre. Wer den ganzen Post lesen möchte, kann hier klicken (Englisch).
    Die Vorurteile bestehen also nicht nur in Deutschland.


    Dabei ist Liebe ein so komplexes Thema und Liebesbeziehungen ein essentielles Element unseres Zusammenlebens. Im letzten Jahrzehnt hat sich im Fantasybereich sogar ein eigenes Genre etabliert, dass sich auf Romantik spezialisiert: Romantasy.
    Natürlich kann nicht jeder etwas mit Liebesgeschichten anfangen und wenn in solchen Fällen der Fokus darauf gelegt wird, dann kann ein Buch schnell öde werden. Mir persönlich geht das mit Sci-Fi so. Es ist eben alles Geschmackssache.


    Zum Teil möchte ich mit diesem Thread ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten ^^ Mich würde aber auch interessieren, was ihr über dieses Thema denkt und natürlich auch, ob ihr gern Romantik, Romantasy etc lest.

  • Das ist ein schönes Thema! :)
    Obwohl ich mich zu Liebesgeschichten/Romanen nicht äußern kann, da ich bisher nicht einen einzigen gelesen habe :whistling: ... Vielleicht ändere ich das mal!


    Aber zum Thema Liebe in Büchern würde ich gerne was sagen...


    Also ich finde eine gesunde Brise von Liebe und das Knistern zwischen zwei Menschen immer sehr schön :love: allerdings mag ich es auch nicht so gerne, wenn man vor Schmalz und Schnulz das große Rutschen bekommt :S versteht mich nicht falsch... Ich liebe die Liebe und ich finde sie super schön und wenn es dann auch noch glaubhaft und gut beschrieben ist, mag ich das gerne lesen!
    Ich bin dann aber auch froh, wenn es wieder etwas actionhaltiger wird oder ein paar andere Parts dazwischen geschoben werden :) daher weiß ich noch gar nicht so recht, ob solche "richtigen" Liebesgeschichten was für mich wären :huh: Vielleicht kann mir jemand mal was Gutes empfehlen :thumbsup:


    Zitat von Skadi

    Dabei ist Liebe ein so komplexes Thema und Liebesbeziehungen ein essentielles Element unseres Zusammenlebens.

    Das ist es in der Tat. Man stelle sich nur eine Welt ohne Liebe vor X/ das wäre doch grässlich...


    LG

    „Spätestens wenn erneut ein solches Zeichen auftaucht, werden Fragen gestellt. Wir sollten in der Lage sein, sie zu beantworten.“
    - Meister Lukras -


    Meine Geschichte
    Die Kriegerin von Catrellak

  • Nun, ich glaube, das Problem (?) der sogenannten "Schundheftchen" ist, dass Leute, die "sowas nie lesen würden" annehmen, dass da seitenweise sexuelle Handlungen beschrieben werden. Quasi Porno fürn Groschen.


    Das dem nicht so ist, weiß man ja erst, wenn man son Dingens mal liest. Und auch die etwas dickeren Bücher, solche, wie Skadi sie hier für uns aufbereitet, haben immer noch einen sehr oft stimmigen Hintergrundplot. Dass da die sexuellen Aktivitäte etwas umfangreicher beschrieben werden... nun, das kann einem auch in einem als Thriller ausgewiesenen Buch passieren. Es ist nun mal, mehr oder weniger, "Genre-Thema".


    Ich persönlich bin auch in der Lage, explizite Sexszenen zu überblättern, wenn mir der Stil zu schwülstig oder zu eklig erscheint. Es ist wie mit jedem Schreibstil: Manchen mag man und manchen halt nicht.


    Im Endeffekt habe ich dann noch fast immer ein spannendes Buch gelesen...

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Mit ordentlich Liebe in Romanen hab ich eigentlich kein Problem. Wobei Robin Hobb eindeutig die beste Liebesbeziehung zwischen ihren beiden Charakteren geschaffen hat, die ich bisher gelesen habe. Beide sind so im Alter von älteren Jugendlichen und zu Beginn ist es auch noch ganz klassisch die stürmische Liebe mit Küsschen und Romantik noch und nöcher. Vier Kapitel weiter streiten sich die beiden eigentlich nur noch. xD
    Was mich dagegen irgendwann nervt (Achtung: Nur mein persönlicher Geschmack) ist, wenn die gesamte Handlung scheinbar nur aus der Beziehung zwischen den beiden besteht. Das ist auch der Grund, warum ich den richtigen Liebesromanen bisher eher fern geblieben bin. Es ist wohl noch schwerer als in anderen Genren darum eine packende Story zu erzählen und erfordert vermutlich auch einiges an Fingerspitzengefühl, damit es gleichzeitig interessant bleibt, aber auch nicht die komplette Klischee-Klatsche wird ...

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

  • Das wundert mich doch sehr, dass die Bücher so mit Vorurteilen belastet sind 8|
    Ist nicht umbedingt meine Art Lektüre, aber das ein oder andere Heft hab ich auch gelesen - und das gerne.


    Jedes Jahr kommen doch dutzende Liebesfilme in die Kinos, die (fast) alle die selbe Schnulze wiederholen. Da gibt es keine Vorurteile, oder doch?

    (Neues Bild kommt iwann)

    Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
    Josh: Meine Prophetin!

  • Die meisten Vorurteile haben Leute, denen für ein Urteil jedwede Erfahrung fehlt. Dazu kommen die, die nach ein oder zwei Büchern behaupten, sie würden wissen, wovon sie reden. Das gilt interessanterweise für Liebesromane und Science Fiction in sehr, sehr ähnlicher Weise. Beides streut weit.

    Jedweder Kommentar, den ich zu einem Text abgebe, ist kein Eingriff in die Gestaltungsfreiheit des Autors. Ich bin weder willens noch in der Lage, dem Autor irgendwas vorzuschreiben.

  • Jedes Jahr kommen doch dutzende Liebesfilme in die Kinos, die (fast) alle die selbe Schnulze wiederholen. Da gibt es keine Vorurteile, oder doch?

    Von meiner Seite aus schon ein bisschen. Und zwar so, wie du es eigentlich selbst sagst: die Filme wiederholen immer das selbe. Kennste einen, kennste alle. Daher guck ich mir auch quasi nie Liebesfilme an und schon gar nicht im Kino. Mir geben die Filme nichts und ich würde mich höchstens darüber ärgern, dass es unrealistisch ist (was ich bei manchen anderen Filmen ohne Probleme ausblenden kann). Und weil ich nie Liebesfilme gucke, wird meine Meinung automatisch zu einem Vorurteil...


    Die meisten Vorurteile haben Leute, denen für ein Urteil jedwede Erfahrung fehlt.

    Ein Stück weit ja... bzw. ganz sicher, aber ich möchte noch ergänzen, dass viele Leute auch Vorurteile haben, obwohl sie ganz andere Erfahrungen dazu gemacht haben. Da gibt es so einen psychologischen Effekt, dass man seine Meinung (zunächst Vorurteil, weil noch keine Erfahrung) durch einzelne passende Beispiele bestärkt, während man viel häufiger auftretende Gegenbeispiele, die also zeigen würden, dass das Vorurteil nicht stimmt, weniger stark wahrgenommen werden. Ob und inwiefern das auch auf Bücher zutrifft, weiß ich nicht.


    So, nun zurück zum Thema.
    Ich kann mich nicht erinnern, je eine reine Liebesgeschichte gelesen zu haben. Nur mal einen Anfang... da hat unser Deutschlehrer ein sehr lustiges Experiment mit uns gemacht. Er gab uns etwa die ersten zwei Seiten einer Liebesgeschichte, ohne Titel oder Autor, hat sie uns lesen und dann kommentieren lassen. Die Story war grob: junge hübsche Frau mit schnellem Auto fliegt aus einer Kurve und in den Graben, zufällig kommt ein attraktiver, auch noch junger Mann mit schickem Auto vorbei, der wie es der Zufall will, Arzt ist. Weiter sind wir nicht gekommen, glaube ich :hmm:
    Naja, jedenfalls war's witzig, weil wir völlig drauf getrimmt waren, im Text nach Symbolen zu suchen und deren Bedeutung zu interpretieren. Da wurde die Arzttasche wie bei Goethe (oder so) dann als Zeichen für Was-weiß-ich gedeutet. Der Lehrer hat uns ein paar Minuten diskutieren lassen und gab dann die Auflösung. Manche fanden's doof, dass er das gemacht hat. Ich fand's gut.


    Ja... wo war ich? Ich finde Liebesbeziehungen können eine Bereicherung in fast jedem Roman sein, wenn sie passen und die beteiligten Personen und damit auch die Beziehung ausreichend komplex sind.


    Da fällt mir ein, dass ich doch schon mal einen Roman ganz gelesen bzw. sogar ein bisschen daran mitgeschrieben habe, der in diese Kategorie fällt :rofl: . Ne alte Freundin von mir hat vor zehn... zwölf Jahren eine Romantasy-Geschichte geschrieben und mich gebeten, das Korrektur zu lesen. War nicht so ganz mein Geschmack, aber das lag wahrscheinlich hauptsächlich daran, dass mir der Schreibstil nicht so zugesagt hat. Ich werde sie mal fragen, ob ich die von mir geschriebene Szene hier online stellen darf. Ich fand die nämlich richtig gut gelungen. ^^
    (Theoretisch sollte das kein Problem sein, weil sie die Geschichte soweit ich weiß nie veröffentlicht hat.)

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • weil wir völlig drauf getrimmt waren, im Text nach Symbolen zu suchen und deren Bedeutung zu interpretieren. Da wurde die Arzttasche wie bei Goethe (oder so) dann als Zeichen für Was-weiß-ich gedeutet.

    ... das ist ein Aspekt der heutigen Schulbildung, der mich gradezu "waaahnsinnig" macht. Alles und jedes muss von den Schülern zergliedert, interpretiert, nach Symbolik abgesucht werden... Manchmal ist ein Text nur ein Text, eine Geschichte nur eine Geschichte, ein Bild nur ein Bild. Ohne tiefere weltpolitisch-komplexe Bedeutung, ohne immerwährenden mahnenden Zeigefinger.
    Jedesmal, wenn jemand sagt: "Und, liebe Kinder, was wollte uns der Künstler damit sagen...?" müsste eine lautklatschende Waatschn ausm Off die Antwort sein.
    Und dann wundern wir uns, warum junge Leute einen Goethe in sieben Sprachen sezieren können, aber nicht wissen, wie man eine Steuererklärung macht...


    (Sorry fürs OT)

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Manche Schreiberinnen von <guten> Liebesgeschichten gelten als die grössten Schriftstellerinnen aller Zeiten - Jane Austen, die Brontës...



    Intelligente Liebesgeschichten oder Geschichten um die Liebe sind grossartige Literatur. Ein guter Weg, um Gesellschaftskritisch zu sein oder seinen Lesern Wege aufzuzeigen, wie man das Thema angehen könnte - oder eben nicht (Lizzy vs Lydia).


    Dass Stolz und Vorurteil eine Daseinsberechtigung hat, bestreitet wohl keiner ^^


    Klar wird das Thema mit blöden Storys verhunzt, aber das passiert, wie @Skadi sagt, in jedem Genre. Es ist einfach, schlechte Liebesgeschichten zu schreiben, genauso, wie es einfach ist, schlechte Fantasy, Sci-Fi etc zu schreiben. Und es ist relativ schwierig, richtig gute, hochwertige Geschichten zu finden, ohne sie irgendwie empfohlen zu kriegen.


    "You know what the big problem is in telling fantasy and reality apart? They're both ridiculous."


    - Twelve


  • Ich muss tatsächlich zugeben, dass ich vergleichbare Vorurteile gegenüber romantischer Literatur habe. Also vorwiegend romantischer Literatur. Ich möchte das einfach nicht lesen, ist für mich eher ein Stimmungs- oder Unterhaltungskiller. Deshalb kann ich solche Szenen auch schwerlich schreiben. :S
    @Cory Thain @Asni Analysieren liegt mir eben auch im Blut, weshalb meine Texte meist mehrdeutig gehalten sind und sich der tiefere Sinn eines Wortes oder einer Aussage erst ein paar Zeilen später voll erfassen lässt... Schlagt mich, aber ich mag das halt.
    BTT: Ich lese Romantik mit, wenn sie mir in Büchern begegnet, aber ich brauche sie nicht. Hab da selbst genug Fantasie. ^^

    Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.



  • Ich möchte das einfach nicht lesen, ist für mich eher ein Stimmungs- oder Unterhaltungskiller.

    Das nennt sich schlicht "Lesegeschmack" und trifft bei mir beim Thema Horror auf...

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  • Gegen "etwas" Romantik ist nichts zu sagen (von meiner Seite aus ^^).
    Im Gegenteil ist die Beziehung zu einer (oder mehreren, harr!) geliebten Personen auch in der "normalen" Fantasy oft genug die Rahmenhandlung, wenn nicht sogar die Kernaussage.


    wo es beginnt mich ärgern ist, wenn ich merke:
    Ah, JETZT Geigenmusik oder Saxophonsolo (Bakerstreet ^^) und es werden Wetten angenommen, wie viele Seiten noch bis zum kataklystischten gemeinsamen Höhepunkt aller Zeiten!
    Und ich meine Alles-Zerstörend, weil danach zwangsläufig das Zerwürfnis, Missverständnis, wasauchimmer folgen muss, bis zu dessen Auflösung man bis zum Romanende mit angehaltenem Atem warten muss ...
    Zuviel Drama für mich, da brauch ich ja Tonnen von Eis und ein Betttuch zum Schneuzen, um das durchzustehen!
    Ich vertage das nur wohldosiert, mit ab und zu einer Völkerschlacht Gut gegen Böse dazwischen um wieder runterzukommen ^^

    -------------------
    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

    Einmal editiert, zuletzt von Tom Stark ()

  • Das nennt sich schlicht "Lesegeschmack" und trifft bei mir beim Thema Horror auf...

    Ja... wobei...


    Ich stimme dir zu und muss sagen, dass Liebesgeschichten auch nicht meinem Geschmack entsprechend.


    Aber nachdem ich etwas darüber nachgedacht habe...


    Es geht doch eigentlich darum, einen Charakter nachvollziehbar denken, handeln und fühlen zu lassen.


    Wenn sich Bella Swan in den über 100-jährigen Vampir verliebt, der sie wochenlang (!) ungefragt beim Schlafen beobachtet - wenn Anastasia Steel sich in den Geldsack verliebt, der sie behandelt wie Dreck und in jedem Bereich manipuliert - wenn Locke Lamora nicht aufhören kann, an seine Ische zu denken, obwohl sie ihn ausnutzt, betrüg und und verletzt -


    Dann ist das für mich nicht mehr nachvollziehbar.
    Respektive, der Charakter ist so unglaublich dumm, dass mich seine Geschichte weniger nicht interessieren könnte. Ich mag verhältinismässig gefühlskontrolliert sein, weil ich nicht will, dass meine Emotionen mein Handeln bestimmen (sonst wäre ich inzwischen mehrfacher Mörder, wahrscheinlich vierfache Mutter, hätte keine Freunde und wäre seit 3 Jahren arbeitslos :rolleyes: ich bin kein guter Mensch :P "Folge deinem Herzen" ist in meinem Fall praktisch ein Aufruf zum mehrfachen Raubmord). Und ich kann deshalb viele Handlungen, speziell von Teenagern, nur als genau das abtun - als Teenager, die dumme Dinge tun, weil sie dumm und unerfahren sind (war ich ja auch mal xD)
    Wenn das als Erwachsene Person dann weitergezogen wird ("Ich kann ihm nicht sagen, dass ich was mit seinem Bruder hatte und dieses Dilemma ist der gesamte Plot der Story weil unsere Beziehung offenbar drauf basiert dass ich vorher kein eigenes Leben hatte" "Ich habe sie am Anfang angelogen und kann mit ihr nicht ins Reine kommen weil ich offenbar immer noch nicht kapiert habe dass sie mich nicht nur wegen meiner erfundenen Fähigkeiten als Maler liebt [und wenn sie es doch tut ist die Beziehung eh zum Scheitern verurteilt] und darum muss ich in der Story diese Farce aufrechterhalten und das ist schlicht das einzige was passiert.")
    Das sind Erwachsene, die nicht kapiert haben, worum es in Beziehungen geht. Was Vertrauen, Persönlichkeit, Liebe bedeutet. Und ganz ehrlich, solche Menschen sollten sich das erst einmal genau überlegen, bevor sie mit all ihren ungelösten Problemen anderen Menschen zur Last werden, da diese die genannten Probleme einfach NICHT FÜR EINEN LÖSEN KÖNNEN AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH :chainsaw:


    ... sorry.


    ..Aber darum lese ich die Dinger nur ungern ^^ das hat nicht unbedingt mit Geschmack zu tun, sondern mehr damit, dass sich der Autor selbst gewisse Überlegungen gespart hat, die für mich unabdinglich sind, wenn es um das Thema geht. Und diese Ignoranz treibt mich dann beim Lesen in den Wahnsinn :rofl:


    "You know what the big problem is in telling fantasy and reality apart? They're both ridiculous."


    - Twelve


  • Klassische Nackenbeißer-Romane wie Skadi sie so amüsant zusammenfasst, sind ein Bereich der mich ebenfalls absolut nicht reizt.
    Die Erwähnung von Austen hat mich dann aber darauf gebracht das ich wohl doch auch schon das eine oder andere Buch aus der Ecke "Liebesromane" gelesen habe, auch wenn ich die wirklich nicht auf einer Stufe wie die Nackenbeißer sehen würde. :hmm:


    Aber mich fasziniert bei solchen Klassikern halt dann auch das drumherum, die Zeit, Gesellschaft etc. Bei modernen Nackenbeissern gehe ich nicht davon aus das sich die Autoren wirklich ausgiebig mit der jeweiligen Zeit beschäftigt haben und es eher ein unerfreuliches Klicheefeuerwerk ist bei dem dann auch die Story eher ... vorhersehbar ist.
    Das lasse ich dann lieber andere lesen, sollen sie es auch gerne wenn sie Spaß dran haben, meins ist es nicht. :D



    Ansonsten habe ich nichts gegen eine Liebesgeschichte in Fantasy- und anderen Romanen, wenn sie "organisch" wächst und Teil der Story ist, wenn sie künstlich drauf gepappt wirkt oder der Story selbst endlos Platz wegnimmt und sich alles nur um irgendwelche künstliche aufgebauschte Beziehungsdramen dreht, nervt es irgendwann.
    Und tendenziell sind mir Andeutungen auch wesentlich lieber als Seitenweise von Luststämmen und Liebespuddingen zu lesen. X/